Diese Arbeit untersucht, ob das forschende Lernen ein Instrument zur Förderung der Selbstregulation darstellt. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, ob alle Schüler gleichermaßen von diesem Konzept profitieren. Dies setzt voraus, dass jeder Schüler mit seinem individuellen Lernstil die Möglichkeit hat, besser gefördert zu werden. Um diese Frage zu klären, ist es zunächst nötig, die theoretischen Grundlagen zu erläutern, um die Ergebnisse im später folgenden empirischen Teil nachvollziehen zu können.
Der Hauptteil dieser Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Zunächst wird sich mit dem Endeckenden Lernen auseinander gesetzt, welches als Oberkategorie des forschenden Lernens gesehen wird. Hierbei werden insbesondere die Überlegungen von Hameyer (2002) und Gudjons (2007) einbezogen. Weitergehend werden dann die unterschiedlichen Modelle zur Selbstregulation thematisiert. Besonders das Modell von Zimmerman (2000) findet große Beachtung und dient als Grundlage für die weitere Arbeit. Zum Abschluss des theoretischen Teils, beschäftigt sich das nächste Kapitel mit den Grundlagen einer Lernstilanalyse. Die Lernstilanalyse ist zum Bestimmen der jeweiligen Lerntypen bei den Schülern wichtig. Dabei soll die Theorie und der Entwurf von David Kolb (1981, 1984) als Vorbild dienen. Der Fokus des folgenden Kapitels liegt auf der Erfassung der Ausgangslage der Forschung. Hier wird der Leser über die grundlegenden Gegebenheiten informiert. An dieser Stelle geht es um die Präsentation der Schule, der Schüler sowie der Umsetzung des Konzepts des forschenden Lernens an der Schule B. in N. Darauf aufbauend werden im nächsten Kapitel beispielhaft acht Schüler der neunten Klassen analysiert. Dabei werden drei empirische Quellen miteinander in Verbindung gebracht, die Aussagen über die Fähigkeit zur Selbstregulation treffen und außerdem die einzelnen Lernstile der Schüler widerspiegeln. Schließlich sollen die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst werden, um zu einem Ergebnis zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entdeckendes Lernen als ein didaktisches Konzept
2.1 Ziele des entdeckenden Lernens
2.2 Schwierigkeiten beim entdeckenden Lernen
2.3 Phasen des entdeckenden Lernens
2.4 Formen des entdeckenden Lernens
2.5 Forschendes Lernen als Unterform des entdeckenden Lernens
3. Selbstregulation
3.1 Modelle zur Selbstregulation
3.2 Selbstregulation nach Zimmerman (2000)
4. Das Lernstilmodell von Kolb als Basis der Analyse
5. Grundlage der Forschung: Die 9. Klassen der Schule B. in N.
6. Forschungskonzept
6.1 Einzelfallanalyse: Carolin
6.2 Einzelfallanalyse: Christian
6.3 Einzelfallanalyse: Jonas
6.4 Einzelfallanalyse: Leonie
6.5 Einzelfallanalyse: Lisa
6.6 Einzelfallanalyse: Paul
6.7 Einzelfallanalyse: Simon
6.8 Einzelfallanalyse: Sophie
7. Forschungsergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das didaktische Konzept des forschenden Lernens als Instrument zur Förderung der Selbstregulation bei Schülern dienen kann und wie sich individuelle Lernstile auf diesen Prozess auswirken. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den Lernprozessen der Schüler, ihrer Fähigkeit zur Selbstorganisation und der Wirksamkeit des forschenden Lernens empirisch zu beleuchten.
- Grundlagen des entdeckenden und forschenden Lernens
- Theoretische Modelle zur Selbstregulation (Fokus Zimmerman)
- Anwendung des Lernstilmodells nach David Kolb
- Empirische Untersuchung an neunten Klassen mittels Portfolioanalyse und Interviews
- Fallbeispiele zur individuellen Förderung durch forschendes Lernen
Auszug aus dem Buch
2. Entdeckendes Lernen als ein didaktisches Konzept
Als didaktisches Konzept zeichnet sich das entdeckende Lernen als eine Unterrichtsform aus, bei der besonders die kognitiven Fähigkeiten der Schüler gefordert werden. Die Schüler sollen dazu angeleitet werden durch eigenes Denken zum Ziel zu gelangen. Dabei werden die kognitiven Fähigkeiten der Schüler genutzt, um eigenständig zu neuen Resultaten zu gelangen (vgl. Neber, 2009, 214).
Das entdeckende Lernen gelingt nur, wenn auf der einen Seite der Lehrer seinen Schülern zutraut Aufgaben eigenständig zu lösen. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass die Schüler genügend Vertrauen in sich selbst aufgebaut haben, sodass sie den Mut haben, selbstständig zu arbeiten (vgl. Schweder, 2015, 24). Denn die Herausforderung des entdeckenden Lernens ist es, dass die Schüler das Vertrauen in sich selbst aufbauen müssen, um ohne konkrete Anweisungen arbeiten zu können. Nur wenn sie diesen Mut haben, kann das entdeckende Lernen gelingen.
Aus diesem Grund ist besonders die intrinsische Motivation der Schüler von hoher Bedeutung (vgl. Zocher, 2000, 32). Die Motivation der Schüler bildet die Voraussetzung für das Gelingen des Konzeptes. Sie müssen von dem Gedanken, dass sie eigenständig arbeiten dürfen, bzw. sogar müssen, überzeugt sein, damit produktives Arbeiten gelingt. „Entdeckendes Lernen charakterisiert also in erster Linie eine spezifische Form des Lernprozesses, der sich durch einen hohen Anteil von Motivation, Aktivität und Selbstentscheidung auszeichnet“ (Schwartz, 1993, 27f.). Aktivität und Selbstentscheidung laufen parallel ab. Die Schüler können selbstständig Entscheidungen darüber treffen, welche Aufgaben sie bearbeiten und wie sie diese Aufgaben, bzw. Fragestellungen lösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den bildungspolitischen Druck auf Schulen seit PISA 2000 und führt das Konzept des forschenden Lernens als einen Weg zur Stärkung eigenständigen Lernens ein.
2. Entdeckendes Lernen als ein didaktisches Konzept: Dieses Kapitel definiert entdeckendes Lernen als aktivierende Unterrichtsform und erläutert Ziele, Herausforderungen sowie die Rolle des Lehrers als Berater.
3. Selbstregulation: Hier werden theoretische Ansätze der Selbstregulation als Schlüsselkompetenz dargelegt, mit einem besonderen Fokus auf das zyklische Modell von Zimmerman (2000).
4. Das Lernstilmodell von Kolb als Basis der Analyse: Das Kapitel führt David Kolbs Modell des erfahrungsbasierten Lernens ein, um die unterschiedlichen Lernpräferenzen der Schüler theoretisch zu rahmen.
5. Grundlage der Forschung: Die 9. Klassen der Schule B. in N.: Es wird der Kontext der Untersuchung beschrieben, insbesondere die Nutzung von iPads und die Struktur der Forscherwochen an der Schule B.
6. Forschungskonzept: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der Untersuchung, welche auf der Analyse von Forschungsportfolios, Lernstilanalysekriterien und Leitfadeninterviews von acht Schülern basiert.
7. Forschungsergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass forschendes Lernen die individuelle Lernstilentwicklung und Selbstregulation fördert, wobei die Schüler in unterschiedlichem Maße von der Eigenverantwortung profitieren.
Schlüsselwörter
Forschendes Lernen, Entdeckendes Lernen, Selbstregulation, Lernstilmodell, David Kolb, Barry Zimmerman, Eigenständigkeit, Portfolioarbeit, Schulpädagogik, PISA, Lernmethoden, Motivationsförderung, Empirische Untersuchung, Einzelfallanalyse, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht, inwiefern das didaktische Konzept des forschenden Lernens die Selbstregulation und die individuellen Lernstile von Schülern der neunten Klasse fördert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind forschendes Lernen, die psychologischen Grundlagen der Selbstregulation und die Anwendung des Lernstilmodells nach Kolb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszuarbeiten, ob Schüler durch das forschende Lernen ihre Selbstregulationsfähigkeit verbessern und ob das Konzept flexibel genug ist, verschiedene individuelle Lernstile zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Einzelfallanalyse, wobei Daten aus Lernstilanalyen, Schüler-Portfolios und transkribierten Interviews trianguliert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Lernkonzepte, Selbstregulation, Lernstile) erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse von acht Schülern der neunten Klassen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Forschendes Lernen, Selbstregulation, Lernstil, Portfolioarbeit und Eigenständigkeit charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Forscherwoche vom normalen Unterricht?
Laut den Aussagen der befragten Schüler zeichnet sich die Forscherwoche durch mehr Freiheiten bei der Themenwahl und Arbeitsgestaltung aus, im Gegensatz zu den meist stärker reglementierten Abläufen im Frontalunterricht.
Welche Rolle spielt das iPad in diesem Forschungsprojekt?
Das iPad dient den Schülern als zentrales Werkzeug für Recherche, die Erstellung von Dokumentationen (wie Filmen oder Präsentationen) sowie zur Organisation der eigenen Arbeitsprozesse.
Was ist das zentrale Ergebnis zu den Lernstilen der Schüler?
Die Untersuchung zeigt, dass die Mehrheit der analysierten Schüler dem Konvergierer-Typ entspricht, wobei das Konzept des forschenden Lernens dennoch allen Schülern – unabhängig vom spezifischen Stil – Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung und Lernförderung bietet.
- Arbeit zitieren
- Svenja Lehmann (Autor:in), 2015, Forschendes Lernen als ein didaktisches Konzept zur Förderung der Selbstregulation und unterschiedlicher Lernstile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318838