Die Arbeit möchte den Grundzügen des Itinerarverlaufs der Theophanu bei ihren drei Italienaufenthalten hauptsächlich auf Grundlage der erhaltenen Urkunden ihres Gemahls Otto II. und Sohnes Otto III. und dem Itinerar Gunther Wolfs nachgehen. Dabei sollen auch die Inhalte und epochalen Kontexte der Reisestationen zur besseren Einordnung berücksichtigt werden.
Um die daraus folgenden Erkenntnisse zu Schwerpunkten und Verdichtungen Italiens – hier vestanden als die gesamte italienische Halbinsel, vor allem aber das zum römisch-deutschen Reich der Kaiserin Theophanu zugehörige Regnum Italiae , - im Itinerar der Theophanu herausarbeiten zu können, will die Arbeit davon ausgehend ihre Reisestationen in Italien sowohl auf quantitative als auch qualitative Weise betrachten: Auf quantitative Weise durch einen Blick auf Häufigkeit der besuchten Städte im Itinerar und Aufenthaltsdauer, auf qualitativ-inhaltliche Weise durch die Auskünfte der Urkunden, anderer Quellen und Literatur zur Art der Herrschaftsakte bzw. Funktion und Hintergründen zu den jeweiligen Stationen (militärische, politische oder religiös-kultischen Handlungen) auf Theophanus Reisen in Italien.
Eine Beschäftigung mit „Italien im Itinerar der Kaiserin Theophanu“ lässt sich wie diese Arbeit in drei aufeinander chronologisch folgende Teile und ein Fazit gliedern:
Zunächst soll der Verlauf von Theophanus Ankunftsreise vom März 972 bis August 972 dargestellt werden. Anschließend möchte ich in einem zweiten Teil den Verlauf von ihrem erstem Italienzug und Südfeldzug mit Otto II. von November 980 - April 984 betrachten. Schließlich soll auch der dritte Italienaufenthalt der Kaiserin zur Zeit ihrer Regentschaft in seinem Verlauf untersucht werden. Wie erwähnt werden bei allen drei Betrachtungen die Kontexte und Inhalte der Reisestationen integriert.
In einem letzten Teil will die Arbeit im Fazit nicht nur die Grundzüge der Reisen knapp zusammenfassen, sondern auch davon ausgehend dann einen Überblick zu den wichtigsten Erkenntnissen zu Strukturen, Mustern, Schwerpunkten und Verdichtungen der Herrschaftsreisen Theophanus in Italien als Ehefrau Ottos II. und Regentin (ab 984) anhand der drei genannten Kriterien (Häufigkeit, Aufenthaltsdauer, inhaltiche Gewichtung) geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung zur Itinerarforschung und methodische Vorbemerkungen
2. Welche Grundzüge im Itinerarverlauf Theophanus in Italien lassen sich feststellen und welche wesentlichen Strukturen und Schwerpunkte ihres italienischen Itinerars lassen sich erkennen?
2. 1. Theophanus „Ankunftsreise“ durch Italien (März 972-August 972)
2.2 Theophanus erster Italienzug und Südfeldzug mit Otto II. (November 980 - April 984)
2.3 Theophanus zweiter Italienzug in der Zeit ihrer Regentschaft (Oktober 989-Mai 990)
3. Fazit und Schlus
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Itinerar der Kaiserin Theophanu in Italien, um durch eine quantitative und qualitative Analyse ihrer Reisestationen Erkenntnisse über die Schwerpunkte und Strukturen ihrer Herrschaftspraxis zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich das Reiseprofil Theophanus im Kontext der ottonischen Tradition und ihrer individuellen Rolle als Ehefrau, Mitregentin und späterer Regentin in Italien manifestierte.
- Rekonstruktion des Reisewegs der Kaiserin Theophanu in Italien
- Quantitative Analyse der Aufenthaltsdauer und Frequenz besuchter Städte
- Qualitative Untersuchung der Herrschaftsakte und politischen Funktionen der Reisestationen
- Untersuchung des Wandels der Herrschaftspraxis zwischen der frühen Zeit und ihrer Regentschaft
- Vergleich der italienischen Itinerarphasen unter Berücksichtigung politisch-militärischer Kontexte
Auszug aus dem Buch
2. 1. Theophanus „Ankunftsreise“ durch Italien (März 972-August 972)
Der erste Italienaufenthalt in Theophanus Itinerar war hauptsächlich mit ihrer Ankunft aus Byzanz und der ihr bevorstehenden Hochzeit und Kaiserkrönung in Rom (972) verbunden. Die Stadt Rom bildete deswegen auch im Hinblick auf die Aufenthaltslänge von Mitte April bis ca. Anfang Mai und Bedeutung den Kern dieses Aufenthalts.
Nach ihrer Abreise aus Byzanz um den Jahreswechsel 971/972 wurde sie in Benevent von einer Gesandtschaft Ottos des Großen empfangen und nach Rom geführt, wo am 14. April 972 in der Peterskirche Theophanus Trauung mit Otto II., ihre Kaiserin-Krönung, die Überreichung der Heirats- und Schenkungsurkunde und drei Tage später das Beilager der Neuvermählten stattfand. War Rom bzw. die Region des Patrimonium Petri bereits allgemein unter Otto dem Großen hinsichtlich der Quantität und Bedeutung (Anlässe zum Aufenthalt, zentrale Herrschaftsakte) Zentralraum der Königsherrschaft, lassen diese wichtigen Herrschaftsakte und Zeremonien im April 972, die unmittelbar mit der Person des Herrscherin verbunden waren nun also auch auf eine wichtige Bedeutung der Stadt im Itinerar der Kaiserin schließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung zur Itinerarforschung und methodische Vorbemerkungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Itinerarforschung bei mittelalterlichen Herrscherinnen und diskutiert die Herausforderungen aufgrund der begrenzten Quellenlage.
2. Welche Grundzüge im Itinerarverlauf Theophanus in Italien lassen sich feststellen und welche wesentlichen Strukturen und Schwerpunkte ihres italienischen Itinerars lassen sich erkennen?: Dieser Hauptteil analysiert chronologisch die drei Italienreisen der Kaiserin und beleuchtet deren politische, militärische und repräsentative Hintergründe.
2. 1. Theophanus „Ankunftsreise“ durch Italien (März 972-August 972): Die Untersuchung widmet sich der Ankunft Theophanus und der damit verbundenen Hochzeit sowie Kaiserkrönung in Rom als zentralem Ereignis.
2.2 Theophanus erster Italienzug und Südfeldzug mit Otto II. (November 980 - April 984): Hier wird der zweite Italienaufenthalt im Kontext der politischen Krisen und militärischen Konflikte unter Otto II. betrachtet.
2.3 Theophanus zweiter Italienzug in der Zeit ihrer Regentschaft (Oktober 989-Mai 990): Dieses Kapitel beleuchtet die Reise Theophanus als Regentin und ihren gesteigerten Initiativanteil bei der Gestaltung des Itinerars.
3. Fazit und Schlus: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Häufigkeit, Aufenthaltsdauer und inhaltlichen Gewichtung der Reisestationen zusammen.
Schlüsselwörter
Kaiserin Theophanu, Itinerarforschung, Ottonen, Italien, Rom, Ravenna, Pavia, Herrschaftspraxis, Reiseherrschaft, Regentin, Mittelalter, Regnum Italiae, Urkundenanalyse, Politische Geschichte, Mittelalterliche Geschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung des Reisewegs (Itinerars) der Kaiserin Theophanu in Italien während des 10. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Struktur des Itinerars, die Bedeutung der besuchten Pfalzen und die politische Rolle der Kaiserin bei diesen Reisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Schwerpunkte und Verdichtungen im italienischen Reiseweg Theophanus zu identifizieren und diese sowohl quantitativ als auch qualitativ zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine methodische Kombination aus der Itinerarforschung, basierend auf Urkundenanalysen von Otto II. und Otto III., ergänzt durch eine qualitative Betrachtung der Herrschaftsakte.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch drei spezifische Italienaufenthalte: die Ankunftsreise (972), den Feldzug mit Otto II. (980-984) und die Reise während der Regentschaft (989-990).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Itinerarforschung, Ottonische Herrschaft, Theophanu und Italien-Itinerar beschreiben.
Warum ist das Jahr 989/990 für die Forschung zu Theophanu besonders relevant?
In diesem Zeitraum reiste Theophanu als alleinige Regentin nach Italien, was ihren persönlichen Einfluss und ihren Initiativanteil bei der Reisegestaltung deutlicher hervortreten lässt.
Welche Bedeutung kommt der Stadt Ravenna in dieser Untersuchung zu?
Ravenna wird als zentraler Ort identifiziert, an dem Theophanu kaiserliche Rechte ausübte und sogar Urkunden mit einem männlich geprägten Herrschertitel ausstellte.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Italien im Itinerar der Kaiserin Theophanu. Ausarbeitung der wesentlichen Strukturen und Schwerpunkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318887