Genial, aber einsam? Die Inszenierung von Mathematikerfiguren in der deutschen Gegenwartsliteratur


Masterarbeit, 2015

115 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literarische Verarbeitungen von Wissenschaftlern und Mathematik
2.1 Literarische Repräsentationen von Wissenschaftlern
2.2 Die Mathematik in der deutschen Literaturgeschichte
2.3 Mathematics in Fiction – ein internationaler Trend

3. Auswahl der Werke und methodisches Vorgehen

4. Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
4.1 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Gauß: Skurrilität
4.2 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Gauß: Liebe
4.3 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Gauß: Melancholie und Genialität
4.4 Die Opposition zwischen Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt
4.5 Die handlungslogische Funktion des Mathematikers Gauß

5. Dietmar Dath: Höhenrausch. Die Mathematik desXX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen
5.1 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Gödel: „Ein aufgeklärtes Gespenst“
5.2 Die handlungslogische Funktion des Mathematikers und Gespenstes Gödel

6. Friedrich Christian Delius: Die Frau, für die ich den Computer erfand
6.1 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Zuse: Ambivalenz
6.2 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Zuse: Arbeit, Verantwortung, Literatur, Verkennung
6.3 Narrative Inszenierung und Charakterisierung der Figur Zuse: Liebe zu Ada Lovelace
6.4 Die handlungslogische Funktion des anwendenden Mathematikers Zuse

7. Fazit

Literatur
Primärliteratur
Sekundärliteratur, Essays und Sachtexte
Internetquellen

1. Einleitung

„With the advent of the Pulitzer-Prize-winnig play, Proof, and the Oscar-winning Best Picture, A Beautiful Mind, mathematicians seem to have suddenly become sexy.“1

„Sexy“ – das ist sicherlich nicht die erste Eigenschaft, die gewöhnlich mit der Berufsgruppe der Mathematiker2 assoziiert wird. Intelligent, ja, pedantisch, vielleicht sogar ein bisschen verrückt – sind dies nicht viel eher Attribute, die den Mathematikern in der öffentlichen Wahrnehmung zugesprochen werden? Tatsächlich zeigt bereits ein Blick in die Einleitung eines aktuellen Sammelbandes, dass dieses Image keineswegs von der Hand zu weisen ist: „Sie gelten, mehr noch als der oft als harmlos-sympathischer Spinner dargestellte typische Wissenschaftler, als introvertierte, potentiell autistische oder gar schizophreniegefährdete Außenseiter [...]“3

Auch Hans Magnus Enzensberger kritisierte im Jahr 1998 ebendieses stereotype Image des Mathematikers:

Man stellt sich unter einem Mathematiker einen profanen Hohepriester vor, der eifersüchtig seinen speziellen Gral hütet. Den gewöhnlichen Dingen dieser Welt wendet er den Rücken zu. Ausschließlich mit seinen unverständlichen Problemen beschäftigt, fällt ihm die Kommunikation mit der Außenwelt schwer. Er lebt zurückgezogen, faßt die Freuden und Leiden der menschlichen Gesellschaft als lästige Störung auf und frönt überhaupt einer Eigenbrödelei, die an Misanthropie grenzt.4

Am Bild des Mathematikers als profanem Hohepriester zeigt sich für Enzenberger nicht nur die Diffamierung einer Berufsgruppe, sondern vor allem auch der „Ausschluss [einer Wissenschaft] aus der Sphäre der Kultur.“5 Warum, so fragt er, brüsten sich intelligente Menschen, die sonst enormen Wert auf ihre kulturelle Bildung legen, mit dem Unverständnis einfachster mathematischer Konzepte?

Nun ist aber Klaver mit ihrer Behauptung eines sich steigernden Ansehens der Mathematik nicht allein, auch Fiebig und Klohs stellen fest: „Mathematik […] ist offenbar salonfähig geworden, genauer: anschlussfähig an ästhetische Diskurse.“6 Seit dem Jahr 1998 scheint sich somit ein Paradigmenwechsel anzukündigen, der einerseits das bestimmende Bild des Mathematikers ins Wanken bringt, andererseits auch die Mathematik aus dem „Jenseits der Kultur“ befreit.

Dass die Literatur ein guter Indikator für das Ansehen der Mathematik in der Öffentlichkeit ist, hat bereits Knut Radbruch herausgestellt.7 Gleichzeitig prägt die Literatur das Bild der Menschen von der Wissenschaft und deren Vertretern. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Inszenierung Mathematikerfiguren in aktueller deutscher Gegenwartsliteratur erfahren. Welche Images transportiert die deutsche Gegenwartsliteratur?8 Tradiert sie das Bild des menschenfeindlichen Forschers weiter oder wird dies konterkariert und trägt so mithilfe neuartiger Inszenierung zur Integration der Mathematik in kulturelle Diskurse bei?

Zur Klärung dieser Fragen ist es wichtig, zunächst einen Blick auf etablierte Formen der Darstellung von Wissenschaftlern zu werfen. Ebenso muss die historische Entwicklung der Einbindung von Mathematik in die deutsche Literatur betrachtet werden, da nur unter deren Berücksichtigung Neuerungen, Entwicklungen und Tradierungen erkannt werden können. Außerdem ist das literarische, internationale Umfeld der Gegenwart zu betrachten. Denn die beträchtliche Anzahl der internationalen, besonders im angelsächsischen Raum erschienen Werke, bilden den Kontext, in dem sich auch die deutsche Gegenwartsliteratur positioniert.

Ausgehend von dieser Bestandsaufnahme werden anschließend drei Werke einer genaueren Analyse unterzogen. Dabei handelt es sich um Daniel Kehlmanns Die Vermessung der Welt, Dietmar Daths Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen und F.C. Delius' Die Frau, für die ich den Computer erfand. Es wird betrachtet, welche Attribute den Mathematikerfiguren zugewiesen und wie diese narrativ transportiert werden. Letzterem kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu: Es ist sicherlich ein großer Unterschied, ob etwa das Merkmal »genial, aber einsam« von einer zynischen, sich über die Figur erhebenden und deren Genialität diffamierenden Erzählinstanz dargelegt wird, oder ob die Figur selbst aus der Ich-Perspektive ihr Schicksal schildert und die Situation somit identifikatorisch auflädt. Zudem wird die handlungslogische Funktion des Mathematikers als „Träger mathematischen Wissens“9 betrachtet: Diese kann vor allem darüber Aufschluss geben, inwiefern eine literarische Einbindung von Mathematik in kulturelle Zusammenhänge stattfindet.

2. Literarische Verarbeitungen von Wissenschaftlern und Mathematik

Grundsätzliche Überlegungen zur Integration von Wissenschaft in Literatur liefern Maillard und Titzmann.10 Für diese Arbeit von Bedeutung ist dabei vor allem die (von der Autorintention unabhängige) Unterscheidung von interpretatorisch relevanter und nicht relevanter Bezugnahme auf (mathematisches) Wissen,11 denn sie gibt Auskunft darüber, ob der Mathematik eine literarische Funktion zugestanden wird.

Mit der spezifischen Einbindung von Mathematik in die Literatur beschäftigt sich Uri Mangoli. Er kommt dabei zu sechs möglichen Kategorien: die Einbindung von (historischen oder fiktiven) Mathematikerfiguren in den narrativen Text,12 die Einbindung von mathematischen Elementen oder Konzepten als die Handlung beeinflussende Erzählgegenstände,13 deren Verwendung zum formalen Aufbau der Erzählstruktur14 und die Analogiebildung zwischen narrativen und mathematischen Konzepten.15

Eine vereinfachende Einteilung bieten Albrecht, von Essen und Frick. Sie nennen die zwei Kategorien der Mathematik als „theoretische Leitlinie ästhetischer Formgebung“ und als „Thema innerhalb einer künstlerischen Auseinandersetzung“.16 In dieser Arbeit wird ausschließlich die letztgenannte Kategorie beachtet, worunter vor allem die Einbindung von Mathematikerfiguren, aber auch die Integration mathematischer Elemente und Konzepte zählt.

Im Folgenden werden zunächst das Vorkommen und die Tradition wissenschaftlich arbeitender Figuren innerhalb des Literaturkanons referiert (Kapitel 2.1). Dabei sind hinsichtlich der später erfolgenden Figurenanalyse besonders die in der Forschung kursierenden Typologien auftretender Wissenschaftler von Belang. Genauer in den Blick genommen wird die Rolle der Mathematik in der deutschen Literaturgeschichte in Kapitel 2.2. Kapitel 2.3 wendet sich dann der Gegenwartsliteratur in ihrem internationalen Umfeld zu. Dabei wird auch das Medium Film als Teil der literarischen Gegenwartskultur berücksichtigt werden.

2.1 Literarische Repräsentationen von Wissenschaftlern

Das Standardwerk zur literarischen Darstellungen von (Natur-)Wissenschaftlern liefert Roslynn D. Haynes. Sie analysiert die westliche Literatur und kommt zu den folgenden sechs Wissenschaftlertypen: „the obsessed alechmist“, „the stupid virtuoso“, „the unfeeling scientist“, „the heroic adventurer“, „the hepless scientist“ und „the scientist as idealist“.17 Trotz der Unterschiedlichkeit der Typen unterstreicht sie vor allem:

[...] the dominant picture has been of scientists who recapitulate the unflattering stereotypes of earlier centuries – the evil scientist, the stupid scientist, the inhuman scientist – or, as a peculiarly twentieth-centurey contribution, the scientist who has lost control over his discovery.18

Sie verweist damit auf den Mad Scientist. Dieser viel diskutierte Figurentypus „befindet sich in der Tradition der Stereotypen, die sich um den Alchemisten ranken“.19 Die Vorstellung einer nicht nur Fortschritt verheißenden, sondern vor allem Unheil bringenden Wissenschaft ist dabei keine neue: „Vor allem die mad scientist-Geschichten stellen eine die Zeiten überdauernde Form der antirationalistischen Wissenschaftskritik dar.“20 Der verrückte (Natur-)Wissenschaftler ist Träger eines der übrigen Bevölkerung nicht zugänglichen Wissens und birgt somit eine Gefahr. In seinem unermüdlichen Forschungsdrang setzt er sich dabei weit über ethische Konventionen hinweg.21

Eines der häufigsten Motive ist dabei das Schaffen künstlichen Lebens. In der Tradition des Prometheus und Dr. Faust stellt somit Dr. Frankenstein den prototypischen Mad Scientist dar. Bei Frankenstein manifestiert sich der Wahnsinn darüber hinaus nicht nur in der Übertretung ethischer Grenzen, sondern vor allem in der Tatsache, dass dies „nicht mehr, wie seine Vorgänger, nur in ihn selbst ins Verderben führt, sondern nun vor allem andere Menschen in seiner Umgebung.“.22 Frizzoni definiert den zur festen Größe der Populärkultur gewordenen bösen Mad Scientist wie folgt:

„Er hat einen totalitären Anspruch auf (wissenschaftliche) Macht und Anerkennung und hütet seine Erfindung eifersüchtig; sein Forschungsinteresse richtet sich auf dubiose, eigennützige Projekte ohne erkennbaren gesellschaftlichen Nutzen [...]. Technikverherrlichung, blinder Machbarkeitswahn, Missachtung von Warnsignalen sowie eine Skrupellosigkeit bei der Verfolgung seines Projekts zeichnen ihn aus. [...] und er setzt dabei ganz bewusst das Leben anderer aufs Spiel.23

Personifiziert der Wissenschaftler jedoch das Böse der Welt, wird „der Mad Scientist […] nach dieser Lesart zum Dämon von Urbanisierung und Modernisierung, [der] Warnung vor der Apokalypse wissenschaftlichen Forschungsdrangs.“24

Da aber, zumindest im Spielfilm, die Mehrzahl der Mad Scientists den Fachgebieten Medizin, Psychologie, Chemie und Physik entstammen, während sich die Fächer der Geisteswissenschaften meist einer positiv besetzten Darstellung erfreuen können,25 empfiehlt es sich, nach weiteren Typologien Ausschau zu halten. Dies gilt umso mehr, da die Mathematik ja keineswegs eindeutig den Naturwissenschaften zuzuordnen ist.

Frizzoni gibt zwar Varianten des Wissenschaftlers an, indem sie deren „Handlungsrolle im narrativen System des Science-Fiction-Films“26 herausarbeitet, dennoch zeichnen sich ihr zufolge alle Wissenschaftler gegenüber Nicht-Wissenschaftlern durch „eine Aura der Andersartigkeit, der sozialen Auffälligkeit, die sich in herausragender Intelligenz manifestiert […]“27 aus. Hinzu kommen Neugierde, Forscherdrang, Ausdauer, Konzentration, sowie häufig Skurrilität, Kauzigkeit und Egozentrik. Die Wissenschaftler zeigen jedoch unterschiedliche Ausprägungen dieser Eigenschaften, wodurch sie klassisch zum „mad scientist als dämonische[m] Bösewicht“28 oder aber zur „tragische[n] Figur“,29 eventuell sogar zum „Problemlöser: Experte, Held und Retter in der Not“,30 werden. Als tragische Figur setzt der Forscher sein Wissen mit guter Absicht ein, ignoriert aber Warnungen und wird so zum Opfer der eigenen Experimente.31 Der Problemlöser ist menschenfreundlich und sozial eingebunden, empathisch und altruistisch, unterstützt machtvolle Organisationen im Kampf gegen das Unheil durch seine analytische, aber praxisorientierte kognitive Fähigkeit. Dass er dabei häufig auch eine liebenswerte Kauzigkeit zeigt, schmälert das positive Gesamtbild kaum.32

Eine weitere Typologie, die Wissenschaftler generell in den Blick nimmt, schlägt Prisching vor. Dazu nähert er sich literarischen Figuren durch eine sozialwissenschaftliche Analyse.33 Er kommt damit zu 11 Wissenschaftlertypen und nennt den wahren Wissenschaftler (strebend nach Erkenntnis, idealistisch, im Alltag zerstreut, bescheiden), den genialen Wissenschaftler (als übermenschlich stilisiert, exzentrisch, überspannt, Genialität als Fremd- oder Selbstzuschreibung), den verantwortungsbewussten Wissenschaftler (vorausschauend, bereit gefährliche Forschung zu stoppen und sich gegen Kollegen zu stellen), den irren Wissenschaftler (moralische Grenzen überschreitend, Unheil erzeugend), den verbrecherischen Wissenschaftler (absichtlich Unheil erzeugend, käuflich durch die Mächtigen), den skurrilen Wissenschaftler (zerstreut, lächerlich, aufgeblasen, dümmlich, mitunter aber auch innovativ und genial), den intriganten Wissenschaftler (hauptsächlich in Hinterzimmern und Gremien verkehrend), den Manager-Wissenschaftler (praxisorientiert, ökonomisch sinnvoll handelnd), den zeitgeistigen Wissenschaftler (karrierehungrig, skrupellos, künstlerisch orientiert, sich als melancholisch inszenierend), sowie den abenteuernden oder lesenden Wissenschaftler (sich gegenseitig konträr gegenüberstehende Typen: in Thriller-Handlungen verstrickte Abenteurer oder rein intellektuell forschende Bücherliebhaber).34

Prisching verwebt dabei literarische Figuren mit Überlegungen zu tatsächlichen Phänomenen im Wissenschaftsbetrieb.35 Die Trennlinie zwischen den einzelnen Typen ist dabei keineswegs scharf, Goethes Faust wird beispielsweise als wahrer, aber auch als irrer Wissenschaftler diskutiert.36 Auch Gegenbeispiele finden im Rahmen einzelner Typendarstellungen Platz: Im Bereich des verantwortungsbewussten Wissenschaftlers werden vor allem diejenigen literarischen Figuren diskutierte, welch die von ihnen erwartete Verantwortung nicht einlösen können.37

Dass es in den verschiedenen Typologie-Entwürfen zu Deckungen kommt, sollte nicht weiter verwundern. So entspricht der klassische Mad Scientist sicherlich in hohem Maße dem irren und dem bösartigen Wissenschaftler bei Prisching.

Der Mad Scientist ist in der Forschung bereits ausführlich untersucht worden. Für dessen positiv besetzte Gegenfigur jedoch „[...] scheint sich im Jargon der ästhetischen Genres noch kein spezifischer Ausdruck gefunden zu haben.“38 Seine reale Entsprechung hat diese Figur aber bereits gefunden: Albert Einstein. Kaum eine andere Persönlichkeit hat das Bild des zerstreuten, aber genialen und freundlichen Naturwissenschaftlers so geprägt wie er.

Sowohl William Clark,39 als auch Michaela Krützen40 verweisen in ihren Untersuchungen einmal mehr auf den Mad Scientist, um dann eine Verbindungslinie von diesem zu Albert Einstein als dessen Gegenfigur zu ziehen. Clark sieht die Figur in der Tradition der Hagiographie und Dämonologie. Der Wissenschaftler könne dementsprechend „entweder heilig oder dämonisch, ein exzentrisches oder böses Genie“41 sein. In der populären Kultur jedoch „erscheint dieser üblicherweise in Gestalt des bösen Genies“.42 Während nun also „die Populärkultur der Dämonologie zuneigt, bevorzugt die kulturelle Elite mit ihren Instrumenten […] die Hagiographie des Wissenschaftlers“.43 Somit hat sich Albert Einstein „unzweifelhaft zu der historischen Verkörperung des exzentrischen Genies entwickelt – des guten Genies.“44 Während Clark dieser Inszenierung nun anhand von Fotografien und Einsteins Haaren nachgeht, untersucht Krützen weitere Tradierungen der Einsteinfigur im Medium Film.

Dem populären Vorurteil der Verbindung von (naturwissenschaftlicher) Genialität und sozialer Isolierung tritt die Inszenierung Einsteins durch die Betonung seiner Empathie entgegen.45 Somit zieht auch Krützen den Schluss: „Der Mad Scientist ist die Gegenfigur zum gutmütigen Einstein.“46

Ein Beispiel dafür, wie vielseitig Inszenierungen derselben wissenschaftlichen Person sein können, ist Isaac Newton. Dessen bildliche Darstellungen decken eine breitere Palette vom tatsächlich Heiligen, über den weltgewandten Dandy bis hin zum zerstreuten, weltfremden Genie ab.47

Die Darstellung von Wissenschaftlern hat darüber hinaus eine lange Tradition im Bereich der satirischen Literatur. Alexander Košenina untersucht diese ausführlich, indem er vornehmlich deutsche Texte von der Aufklärung bis in die Gegenwart in den Blick nimmt.48 Die Hochphase der so genannten Gelehrtensatire ist dabei im 18. Jahrhundert zu verorten, doch auch in der Folgezeit wurde immer wieder an dieses Genre angeknüpft.49

Košenina nimmt dabei die Physiognomien, Gegenstände und Verfahren, sowie die Institutionen im Umfeld der Gelehrten in den Blick. Der Gelehrte selbst zeichnet sich auffällig häufig durch die Merkmale der Pedanterie, der Ehrsucht und der Einsamkeit aus.50 Außerdem wird er häufig mit psychischen Krankheiten, insbesondere der Hypochondrie assoziiert.51

2.2 Die Mathematik in der deutschen Literaturgeschichte

Unterschiedlichste Autoren, darunter Novalis, Heinrich von Kleist, Arno Schmidt und Friedrich Dürrenmatt, bekunden zwar nachweislich ihr Interesse für Mathematik,52 dennoch stellt sich die Frage, inwieweit dieses auch Eingang in deren literarisches Schaffen gefunden hat. Der Forschungsstand über die thematische Einbindung von Mathematik in die deutsche Literatur soll hier zusammengefasst werden.

Knut Radbruch untersucht die Verbindung von Mathematik und Melancholie, deren Verschränkung Ausdruck in Kunst und Literatur findet, beispielsweise bei Goethe und Mann.53 Der Begriff der Melancholie hat dabei in seiner Geschichte verschiedene Bedeutungsnuancen und Urteilszuschreibungen durchlaufen. Ursprünglich als eine von „manischen und depressiven Gemütszustände[n]“54 gekennzeichnete Krankheit formuliert, wurde die Melancholie als Teil der antiken Vier-Temperamenten-Lehre neben einer Neigung zu Schwermut und Trübsinn auch mit außerordentlichen geistigen Leistungen assoziiert – spätestens seit der Renaissance und Ficino vor allem mit Gelehrsamkeit und Genialität, insbesondere mit Mathematik.55

Radbruch untersucht außerdem Texte vom 17. bis 20. Jahrhundert, in denen die Mathematik literarisch diskutiert wird. Dabei berücksichtigt er literarische Texte, die Mathematik thematisieren, geht jedoch auch auf Autorenäußerungen und Mathematik als Einflussfaktor einer eher kulturtheoretisch orientierten Auseinandersetzung ein.56

Das 17. Jahrhundert, obgleich zu dieser Zeit im Bereich der Mathematik große Fortschritte erzielt werden, bietet noch sehr wenige literarische Anknüpfungspunkte an die bis dahin nur einer kleinen Elite zugänglichen Disziplin. Diese steht darüber hinaus, anders als in der Antike, in Verbindung zu der Astronomie und Astrologie und somit in Konkurrenz zur Theologie und dem Glauben an Gott.57 Johann Valentin Andrea ist einer der wenigen, der der Mathematik in seinem literarischen Werk einen Platz einräumt und diese dabei positiv einschätzt.58 Außerdem trägt Phillip Harsdörffer mit ersten didaktischen, unterhaltsam geschriebenen Mathematikbüchern zur Verbreitung der Mathematik bei.59 Präsent ist Mathematik dagegen bereits im Barock als „poetisches Kompositionsprinzip“.60

Im 18. Jahrhundert zeigt sich zwar zunehmend eine Allgegenwärtigkeit der Mathematik in den wissenschaftlichen Disziplinen, und auch in kulturelle und poetologische Diskurse fließen vermehrt mathematische Ideen ein,61 jedoch ist es „angesichts des enormen Aufschwungs der Mathematik seit der Renaissance […] mehr als verwunderlich, daß zunächst keine der literarischen Gattungen die Mathematik in ihren Stoffkanon aufnahmen, von sporadischen Ansätzen einmal abgesehen.“62 Die mathematische Beschäftigung durchaus zahlreicher Dichter – darunter Kleist, Novalis und Lessing – beschränkt sich auf den essayistischen und poetologischen Bereich.63 Eine Ausnahme bilden parodistische Texte, die der Allgegenwärtigkeit der Mathematik ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entgegentreten, indem sie durch die Verwendung eines fachwissenschaftlichen Vokabulars oder die typische Gliederung in Axiome und Beweise mathematische Aufsätze nachahmen und somit mathematische Stilistik karikieren. Auch die Gelehrtensatiren dieser Zeit karikieren mitunter Vertreter der Mathematik. Sie stellen so ebenso eine Form der Parodie dar.64

Im 19. Jahrhundert ist die Mathematik durch Schulbildung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Gleichzeitig findet das Thema auch Eingang in literarische Werke.65 Heinrich Heine und Wilhelm Busch begegnen dem Thema mit der ihnen eigenen Komik. Dabei karikiert Heine in seinen Reisebildern vor allem die Vertreter der Mathematik, bedient sich dabei aber selbst eines mathematischen Vokabulars. Busch hingegen macht in Eduards Traum durch die spielerische Beschäftigung mit Dimensionalität die Mathematik selbst zum Thema.66 Noch weitgehender geschieht dies bei Kurd Laßwitz, der in seiner Erzählung Bis zum Nullpunkt, sowie in Märchen der Bände Seifenblasen und Traumkristalle an mathematischen Diskursen teilnimmt, wie Willmann herausstellt.67 Adalbert Stifter wiederum schafft in Der Nachsommer eine Hauptfigur, die sich zum mathematisch interessierten Künstler entwickelt und somit die ästhetische Komponente der Mathematik in den Fokus stellt, indem auf die Harmonie der mathematischen und geometrischen Gesetze verwiesen wird.68 Tragischer enden müssen die Figuren in Theodor Storms Der Schimmelreiter und Der Herr Etatsrat: In beiden Novellen gehen überdurchschnittlich an Mathematik interessierte junge Männer am Unverständnis des Umfeldes zugrunde.69

Darüber hinaus erscheint eine Vielzahl von literarischen Werken, in denen das Bildungssystem, insbesondere der Mathematikunterricht und dessen Autoritäten, zum Ziel der Kritik werden.70 In diesem Licht erscheinen die Mathematiker auch im 19. Jahrhundert kaum als Helden der Literatur. Ebner kritisiert daher noch 1908 die nachlässige und negativ konnotierte literarische Behandlung von Mathematikern, indem er einige Aussagen von Literaten aufgreift, um die Mathematiker schließlich mit den literarisch sehr viel häufiger positiv bedachten Künstlern zu vergleichen. Für Ebner sind die Mathematik und die Kunst ebenbürtige, kreative Tätigkeiten. Er appelliert daher an die Literaten, dies zu berücksichtigen: „Hoffen wir, dass unsere schöne Literatur von dieses Geistes Wehen bald einen Hauch spüre, und dass sie im schaffenden Mathematiker nicht minder als im Künstler einen Diener am Ideal sehe“.71

In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass laut dem Wissenschaftshistoriker Amir Alexander bereits vor Beginn des 19. Jahrhunderts tatsächlich ein neuer Typ des kreativen Mathematikers auftritt, dessen Arbeitsweise aufgrund der zunehmenden Abstraktion der Mathematik und deren Emanzipation von der Physik die des Künstlers ähnele.72 Bei dem bereits erwähnten Adalbert Stifter ließ sich diese Idee der Verwandtschaft von Kunst und Mathematik bereits erkennen.73

Dass das 20. Jahrhundert schließlich einen reichhaltigeren Fundus an mathematisch inspirierter Literatur bietet, lässt sich auch vor diesem Hintergrund verstehen. Die Integration von Wissenschaft im Allgemeinen in narrative Texte erfuhr besonderes Interesse in der Epoche der klassischen Moderne an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert.74 Auch Smith unterstreicht „the important role literature has played in exploring the cultural implications of new scientific ideas“75 und postuliert somit gar das Vorhandensein einer wechselseitigen Beeinflussung von deutscher Literatur und Wissenschaft.76

Sicherlich beeinflusst die Mathematik ihrerseits die Literatur und wird in Texten verarbeitet, wie etwa die Forschungsarbeit von Ruth Bendels zeigt.77 Wie auch andere Wissenschaften, befindet sich die Mathematik in einer Phase der Erneuerung. Angeregt durch die bereits angesprochene fortschreitende Abstraktion des 19. Jahrhunderts, entsteht durch eine Analyse der zuvor unhinterfragten Grundannahmen der Mathematik schließlich die so genannte Grundlagenkrise, in der „[...] das Fundament der Mathematik zusammenzubrechen [scheint]“.78 Mathematik wird dadurch zunehmend philosophisch bedeutsam und daher für kulturelle Diskurse, wie sie die Literatur aufgreift, interessant.79 So äußerst sich etwa Musil in Bezug auf diese mathematische Krise, nach der das Fundament physikalischer und technischer Funktionsweisen brüchig erscheint: „Wir leben es, aber eigentlich nur auf Grund eines Irrtums, ohne den es nicht entstanden wäre.“80

Bendels führt aus, dass diese wissenschaftlichen Neuerungen auch Einfluss auf die Literatur, insbesondere die Novellen, habe.81 Hermann Brochs Eine methodologische Novelle und Robert Musils Drei Frauen bezögen sich demnach unter anderem direkt auf die Grundlagenkrise der Mathematik.

Broch ist einer der radikalsten Verfechter der Aufnahme mathematischen Wissens in Literatur. Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei der Roman Die unbekannte Größe, in dem der Protagonist mit dem Leben hadert und sich lange Zeit allein an der Mathematik erfreuen kann, bis er erkennt, dass es wahre Erkenntnis nur in der Liebe gebe.82 Broch bezeichnet den Roman zwar selbst als misslungen. Dennoch wird aufgrund des mehrfachen Gebrauchs hochschulmathematischen Fachvokabulars, welches er implizit als bekannt voraussetzt, seine Absicht deutlich, „die neue Form des Romans“ zu schaffen. Dies soll durch die „Einbindung der Ergebnisse von Einzelwissenschaften in ein großes kosmogonisches System.“83 geschehen.

Robert Musil gehört neben Broch zu den meistgenannten Autoren im Bereich mathematisch beeinflusster Literatur. Er bettet die Mathematik als Themenfeld jedoch sehr viel behutsamer in seine Romane Der Mann ohne Eigenschaften und Die Verwirrungen des Zöglings Törleß ein. Im erstgenannten ist der Protagonist um eine Integration von Ratio und Mystik bemüht und findet diese teilweise in der Mathematik, aber auch in der Dichtung. Damit schließt sich Musil dem Diskurs um Verwandtschaft von Kunst und Mathematik an.84 Auch auf das mathematische Konzept der Wahrscheinlichkeit im Roman wird in der Forschung immer wieder eingegangen, zuletzt von Franziska Bomski.85 Auf die spezifische, kreative Denkweise der Mathematik geht Musil auch in seinem von aktueller Forschung wieder Beachtung findendem Essay Der mathematische Mensch ein.86 Die Verwirrungen des Zöglings Törleß gehört nicht nur in die Riege der literarischen Werke, die die Schule als Ort übermäßiger Disziplin darstellen, sondern zeigt auch einen symbolischen Gebrauch mathematischer Konzepte, insbesondere der Unendlichkeit und der imaginären Zahlen, die der Illustration einer mystischen Weltwahrnehmung des Protagonisten dienen. Man findet hier eine erneute Thematisierung des Verhältnisses zwischen Ratio und Sinnlichkeit, wie Smith feststellt.87 Justice Kraus zeigt darüber hinaus, dass auch seinerzeit höchst aktuelle mathematische Konzepte, wie Cantors Unendlichkeitsmodell, das auch in der Philosophie und der Theologie auf Interesse stoß, Eingang in diesen Roman gefunden haben.88

Auch Arno Schmidt, der sich privat sehr viel mit Mathematik beschäftigte, reichert seine Werke durch mathematische Exkurse an. In Schwarze Spiegel löst ein Überlebender des dritten Weltkrieges aus Langeweile, so scheint es, das berühmte Problem von Fermats letztem Satz.89 Goerlandt und Reineke analysieren die Funktion dieses Scheinbeweises innerhalb der narrativen Struktur des Romans und beschreiben sie als Symbol für die innere Flucht des Erzählers und deren Verdrängung durch ein zur Schau gestelltes „Imponiergehabe“. Sie zeigen so dessen interpretatorische Relevanz.90 Vergleichbar wurden Günther Eichs als Maulwürfe bekannte Erzähltexte aktuell vor dem Hintergrund mathematischer Referenzen neu interpretiert.91

Darüber hinaus lässt sich die Mathematik durch Anspielungen als Motiv bei weiteren Autoren finden, auf die im Folgenden jeweils nur sehr kurz eingegangen werden kann. So schreibt Hermann Hesse der Mathematik in seinem Glasperlenspiel eine wichtige Rolle zu, während auch in Narziß und Goldmun d über die Mathematik als die Wissenschaft des reinen, aber kreativen Denkens diskutiert wird.92 In Brechts Das Leben des Galilei wird Galilei dazu gezwungen wird, seine Forschungsergebnisse in rein mathematischer Form zu veröffentlichen, um ihnen so ihre Brisanz zu nehmen.93 Max Frisch schafft in Don Juan oder die Liebe zur Geometrie eine männliche Hauptfigur, die statt der Gesellschaft von Frauen, die Mathematik vorzieht.94

Kunst und Literatur vermitteln so „einen instruktiven Einblick in das jeweils zeittypische Bild, das man sich von den exakten Wissenschaften macht.“95 Dass sich im beginnenden 20. Jahrhundert auch umgekehrt Mathematiker der Dichtung widmen, so etwa Felix Hausdorff unter dem Namen Paul Mongré, kann als weiterer Beleg der Verschränkung von Wissenschaft und Literatur in dieser Epoche gelten.96

Trotz der Vielzahl der angesprochenen literarischen Verweise fällt dennoch auf, dass die (historischen) Vertreter der Mathematik auch im 20. Jahrhundert kaum Beachtung durch literarische Bearbeitung fanden. Mathematiker waren, entgegen Ebners Forderung, noch immer keine Romanhelden.97 Inwiefern sich dies nun mit der Welle der „mathematics in fiction“ [98] der letzten Jahre ändert, wird im folgenden Kapitel betrachtet.

2.3 Mathematics in Fiction – ein internationaler Trend

Während zum einen Leo Corry bei der Analyse des Verhältnisses von Mathematik, Literatur und Geschichtsschreibung den Begriff mathematics in fiction prägt , [99] postuliert Wallace mit seinem Ausdruck des math melodrama [100] sogar die Entstehung eines neuen Genres. Beide Begriffe, wenn auch aus unterschiedlichen Fragestellungen heraus entwickelt, deuten auf den um die Jahrtausendwende entstandenen internationalen Trend hin, die Mathematik und deren Vertreter in literarischer Form zu inszenieren.101

Einen ersten Überblick über erschienene Romane bietet Woelk mit seinem in der WELT erschienen Artikel.102 Dieser ist selbst studierter Physiker und Autor des Romans Joana Mandelbrot und ich über eine Liebesgeschichte zwischen einem Mathematikprofessor und einer Prostituierten. Woelk verweist sowohl auf die „eigentlich größtmögliche Differenz zwischen Literatur und Mathematik“, in der sich emotionale Beziehungen zwischen Menschen und klare, rationale Beziehungen zwischen Zahlen gegenüberstehen, als auch auf die inzwischen herrschende Vielfalt der mathematischen Literatur, die von Thrillern über „gehobene Unterhaltungsromane“ bis zu „literarischen Epen“ reiche.103 In Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung des Griechen Apostolos Doxiadis, ebenso wie in Die Riemannsche Vermutung des Norwegers Atle Naess spielen reale mathematische Sätze eine zentrale Rolle, vor deren Hintergrund sich die (Liebes-)Beziehungen der fiktiven Figuren entwickeln. Historische Mathematiker neben fiktiven Figuren treten außer in Daniel Kehlmanns Die Vermessung der Welt in Gestalt Carl Friedrich Gauß' auch in Cryptonomicon von Neal Stevenson (USA), hier durch Alan Turing, sowie in Jorge Volpis Das Klingsor-Paradox (Mexiko) auf. In letzterem ist zwar die Hauptfigur ein fiktiver Mathematiker, zu dessen Umfeld gehören jedoch Figuren wie Kurt Gödel, John von Neumann, Albert Einstein und weitere. Woelk nennt viele weitere Romane, in denen die Mathematik eine Rolle spielt, aber nicht unmittelbar an faktuale Sätze oder Mathematiker anknüpft.

Eine mögliche Erklärung für diesen „kleinen Boom“ sieht Woelk in der Faszination für die über das eigene Verständnis hinausgehende mathematische Abstraktion: „Gerade weil sie niemand versteht, ist das Ehrfurcht einflößende Mysterium Mathematik ein ideales Thema postmoderner Kommunikation.“104 Zum anderen verspreche die Mathematik „eine wundersame Ordnung, die weder Religion, Philosophie oder Politik in der heutigen Zeit mehr versprechen“.105 Zudem könne die Mathematik aber auch gerade wegen ihrer Komplexität und der Feststellung Gödels, es gebe Sätze, die weder zu beweisen, noch zu widerlegen wären,106 zur Kopie der Liebe werden.107

Pragmatischer interpretiert Andrea Albrecht die Vielzahl der literarischen Erscheinungen zu mathematischen Themen, indem sie die Welle auf eine Image-Kampagne der Neunziger Jahre zurückführt und feststellt: „Die Mathematik scheint im Mainstream angekommen zu sein“.108 Albrecht nennt ebenfalls einige Vertreter insbesondere der deutschen Gegenwartsliteratur, darunter Autoren wie Durs Grünbein, Raoul Schrott, Thomas Vogel und Juli Zeh. Während diese mathematische Themen eher am Rande streifen, werden in Ulrich Woelks bereits genanntem Roman Joana Mandelbrot und ich, F.C. Delius' Die Frau, für die ich den Computer erfand, Dietmar Daths Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen, Daniel Kehlmanns Die Vermessung der Welt, Mahlers Zeit und Beerholms Vorstellung, sowie Michael Köhlmeiers Abendland teils fiktive, teils reale Mathematiker zu Protagonisten der Erzählungen.109

Albrecht zeigt anhand der drei letztgenannten Autoren, dass sich die aktuelle Welle mathematischer Literatur gerade in dem Interesse an den Menschen, die Mathematik betreiben, von derjenigen des zwanzigsten Jahrhunderts unterscheidet.110 So sei Mathematik anders als heute im vergangen Jahrhundert entweder „zum Ausweis eines avantgardistischen Anspruchs und einer besonderen ästhetischen Ambition“ (Broch, Musil) oder aber zum Ausdruck einer „anti-mathematischen Haltung“ (Strauß, Torberg, Hesse) herangezogen worden.111 Heutige Autoren setzen dagegen die Mathematiker selbst in Szene, und zwar nicht als „satirisch verlachtem Hohepriester“112, sondern als menschlich.

Der selbst als Autor tätig gewesene David Foster Wallace sieht die Literatur zur Mathematik als Teil einer Tendenz, die sich vor allem in dem Erfolg von unterhaltenden Sachbüchern und Technologiethrillern bemerkbar macht.113 Vor dem Hintergrund dieses „geek-chic“ gilt: „abstract tech is now sexy, the mathematician a viable commercial hero.“114 Tatsächlich definiert Wallace das Math Melodrama als neues Genre, das gekennzeichnet wird durch combining the Vocational Travelogue charms of genre authors like Arthur Hailey and Michael Crichton with some of the weightier allegorical functions that other genres and their heroes serve – the Western sheriff as emblem of Apollonian order, the Noir private eye as exitential hero, the plucky young hacker as Odyssean trickster.115

Charakteristisch sei also die Verbindung eines literarischen Reisens in sonst unbekannte Welten („Vocational Travelogue“) mit der symbolhaften Aufladung der Protagonisten. Durch den zweiten Aspekt rückt das Math Melodrama mehr noch als andere Genres in die Nähe der klassischen Tragödie: Der Held ist „a kind of Prometheus-Icarus figure whose high-altitude genius is also hubris and Fatal Flaw“:116 Die Mathematik selbst steht dabei für „nothing more than mortal quest for Divine Truth.“117 Durch den ersten Aspekt des „Vocational Travelogue“ bekommt der Leser dabei im besten Falle die Möglichkeit, „math and [...] the discipline's extraordinary beauty and passion“118 auf einem ihm sonst nicht zugänglichen Niveau nachzuerleben. Diese Lesart hat eine extreme Adressatenorientierung zur Folge. Unter besonderem Augenmerk dieser betrachtet Wallace neben dem bereits erwähnten Roman Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung den Roman Die wilden Zahlen des Niederländers Philibert Schogt. Darin versucht sich der (fiktive) Protagonist an dem Beweis eines (fiktiven) Satzes, scheitert schließlich und verliebt sich in eine Frau.

Für Wallace entscheidet gerade die Vereinbarung von mathematisch authentischen Verweisen mit einer interessierten, aber mathematisch unerfahrenen Leserschaft über die Qualität eines Math Melodramas. Ein Kritikpunkt gegenüber Schogts Roman Die wilden Zahlen ist somit gerade der fehlende Verweis auf faktuale mathematische Sätze.119

Leo Corry beschäftigt sich ebenfalls mit mathematischer Fiktionalität. Er untersucht die mathematisch beeinflusste Literatur, von ihm mathematics in fiction genannt, unter Bezugnahme auf die von Aristoteles entwickelte Unterscheidung von (fiktionaler) Dichtung und (faktualer) Geschichtsschreibung. Diese ergänzt er zu einer Dreieckskonstellation aus Mathematik, Mathematikgeschichte und mathematics in fiction, die ja eine Domäne der Dichtung ist.120 Corry analysiert davon ausgehend wiederum den Roman Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung, sowie das von der Beziehung der historischen Mathematiker Hardy und Ramanujan handelnde Theaterstück Partition von Ira Hauptmann (USA) im Hinblick auf die Bereitschaft des Lesers, Fiktionalität zu akzeptieren. Corry vermutet, dass zwar historische Abweichungen in Kauf genommen werden, nicht jedoch mathematische Fehler.121

Elizabeth Klaver stellt einen Trend fest, Mathematikerfiguren in Literatur zu integrieren.122 Dabei stellt sie sich die Frage, ob tatsächlich die Mathematik oder vielmehr die Mathematiker im Fokus des Interesses stünden.123 Sie untersucht davon ausgehend das US-amerikanische Theaterstück Proof von David Auburn, das 2005 von John Madden mit Gwyneth Paltrow in der Hauptrolle verfilmt wurde, sowie den Film Pi von 1998 und Happy Days von Samuel Beckett. Klaver stellt fest, dass in Proof vor allem die durch psychische Erkrankungen hervorgerufene Tragödie und der Diskurs um die noch immer skeptisch beäugte Verbindung von Weiblichkeit und Mathematik im Mittelpunkt des Interesses steht, die Mathematik selbst dagegen kaum thematisiert wird. Pi dagegen thematisiere zwar auch die an Wahnsinn grenzende Suche des Protagonisten nach mathematischen Mustern in der Welt, sei aber darüber hinaus auch in seinem Handlungsrhythmus mathematisch organisiert: „After all, the film is pi“.124 Bei Samuel Becketts Happy Days ist die Mathematik gar kein Thema an der Oberfläche des Stücks. Die Struktur des Stücks sei aber laut Klaver dennoch mathematisch.125

Fiebig und Klohs konzentrieren sich bei ihrer Analyse der Filme A Beautiful Mind, welcher auf der Biographie des Mathematikers John Nash basiert, Proof, Pi, Good Will Hunting und The Oxford Murders, welcher eine Verfilmung des argentinischen Romans Die Pythagorasmorde ist, ganz bewusst auf die Figuren und untersuchen diese mit der soziologischen Methode Bordieus.126 Somit stellen sie einige charakteristische Eigenschaften heraus:

Die Protagonisten brillieren mit früher Promotion und genialen Einfällen, sie versagen im Umgang mit dem anderen Geschlecht und leben in provisorischen Behausungen voller Manuskripte und Computerbauteile. Sozialkontakte und lebenspraktische Anforderungen stehen hinter intellektueller Brillanz und Abstraktion zurück; so mustergültig die akademischen Lebensläufe auch sind, so leer bleibt auf ihnen die berüchtigte ‚dritte Seite‛.127

Darüber hinaus beschäftigen sich die Mathematiker im Film häufig mit reiner, meist anwendungsferner Mathematik, die als Kunstform keinem Zweck und keiner Anwendung untergeordnet ist und häufig mit einem Kontrollverlust und psychischer Störung einhergeht.128 Thema ist darüber hinaus häufig der Konkurrenzkampf und der Neid unter Mathematikerkollegen.129 Sozialkontakte leiden unter der intellektuellen Fähigkeit und mathematischen Abstraktion, da der Mathematik eine unangemessenen Überbewertung im Alltag zukommt.130 Davon zu unterscheiden sind diejenigen Mathematiker, die sich aus Pragmatismus der angewandten Mathematik zuwenden und so, etwa im Finanzsektor, zu Prestige und Reichtum kommen.131 Konterkariert werden beide Klischees in Good Will Hunting: Der mathematisch begabte Protagonist ist hier Antimathematiker, bei dem „Herkunft […] schwer [wiegt] als Leistung“.132 Trotz seiner Begabung weigert er sich, das Leben im sozial schwachen Milieu zu verlassen.

Über das Verhalten und die Psyche der Figuren erhält der Zuschauer darüber hinaus auch Einblicke in mathematische Denkweisen. Je nach Auslegung kann dabei eine Verbindung von Kreativität und Paranoia (A Beautiful Mind, Proof, Pi) oder philosophischen Implikationen mathematischer Denkweise (The Oxford Murders) deutlich werden.133 Neben der Brandmarkung „eines allumfassenden mathematischen Erklärungsanspruch[es]“, „[eröffnet] der mathematische Film [...] einen neuartigen Weg zur Mathematik“.134

John Nash aus A Beautiful Mind wird von Krützen außerdem als ein Erbe der Inszenierung Albert Einsteins diskutiert. In der Figur John Nashs verbinden sich indessen gerade die für Einsteindarstellungen typische gute Absicht des Protagonisten und die positive Inszenierung mit dem verhängnisvollen Wahn seines Gegenpols in Form des Mad Scientists.135

Julia Köhne beschäftigt sich ebenfalls mit A Beautiful Mind und greift dafür den Diskurs über die Verbindung von Genie und Wahnsinn während der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf.136 John Nash durchlebt demnach zunächst die typische Genie-Story, indem seine genialen Einfälle bald in Wahnsinn umschlagen. Die Koppelung von genialen Einfällen und krankhafter Psyche wird hier zunächst tradiert. Der neue Impuls ergibt sich dann jedoch durch die Einführung der Liebe als domestizierende Kraft, die den Wahn, gleichermaßen aber auch die Genialität, bekämpft. „Durch die Liebe wird er vom Wahn, aber auch vom Geniesein geheilt.“137 Somit „[besteht] die gravierendste Transformation des Genialen im Film […] darin, dass der Film prominent das Prinzip Liebe einführt“.138

Weitere Werke wurden bislang nicht von der Forschung berücksichtigt, darunter Daniel Kehlmanns Theaterstück Geister in Princeton und Yannick Grannecs (Frankreich) Roman die Göttin der kleinen Siege, beide behandeln den Mathematiker Kurt Gödel.

[...]


1 Klaver, Elizabeth: Proof, Pi, Happy Days: The Perfomance of Mathematics. In: The Journal of the Midwest Modern Language Association, 38/1 (Spring 2005), S. 5-22, hier S. 5.

2 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beiderlei Geschlecht.

3 Thiel, Christan: Zum Geleit. In: Bomski, Franziska / Suhr, Stefan (Hrsg.): Fiktum versus Faktum? Nicht-mathematische Dialoge mit der Mathematik. Berlin: Erich Schmidt 2012, S. 7-10, hier S. 7f.

4 Enzensberger, Hans M.: Zugbrücke außer Betrieb oder die Mathematik im Jenseits der Kultur. Eine Außenansicht (1998). In: Ders.: Die Elixiere der Wissenschaft. Seitenblicke in Poesie und Prosa. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002, S. 11-25, hier S. 13.

5 Ebd., S. 11.

6 Fiebig, Peter / Klohs, Kathrin: A Beautiful Nerd. Mathematik und Mathematikerfiguren im Medium Film. In: Bomski, Franziska / Suhr, Stefan (Hrsg.): Fiktum versus Faktum? Nicht-mathematische Dialoge mit der Mathematik. Berlin: Eich Schmidt 2012, S. 217-236, hier 217.

7 Vgl. Radbruch, Knut: Literatur als Medium einer Kulturgeschichte der Mathematik. In: Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin. 3/1 (1995). Basel: Birkhäuser, S.201-226.

8 Vgl. Bomski, Franziska: Mathematik. In: Borgards, Roland u.a. (Hrsg.): Literatur und Wissen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart / Weimar: Metzler 2013, S. 80-85, hier S. 81.

9 Albrecht, Andrea u.a.: Einleitung. In: Dies. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 1-20, hier S. 5.

10 Maillard, Christine / Titzmann, Michael: Vorstellung eines Forschungsprojekts: „Literatur und Wissen(schaften) in der frühen Moderne“. In: Dies. (Hrsg.): Literatur und Wissen(schaften). 1890 - 1935. Stuttgart / Weimar: Metzler 2002, S. 7-38, hier S. 13-30.

11 Ebd., S. 21f.

12 Margolin, Uri: Mathematics and Narrative. A Narratological Perspective. In: Doxiadis, Apostolos / Mazur, Barry (Hrsg.): Circles Disturbed: The Interplay of Mathematics and Narrative. Princeton: University Press 2012, S. 481-507, hier S. 481f.

13 Ebd., für Elemente (z.B. Formeln) S. 482f.., für Konzepte (z.B. Unendlichkeit) S.486-488.

14 Ebd., S. 483-486.

15 Ebd., S. 488-502.

16 Albrecht, Andrea u.a.: Einleitung, S. 4f.

17 Haynes, Roslynn D.: From Faust to Strangelove. Representations of the Scientist in Western Literature. London: Johns Hopkins Press 1994, S. 3f.

18 Ebd., S. 295.

19 Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe: In den Steinbrüchen von Dr. Moreau. Eine Einleitung. In: Dies. (Hrsg.): Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader. Aschaffenburg: Alibri 2004, S. 7-22, hier S. 12.

20 Weingart, Peter: Von Menschenzüchtern, Weltbeherrschern und skrupellosen Genies. Das Bild der Wissenschaft im Spielfilm. In: Ders. (Hrsg.): Die Wissenschaft der Öffentlichkeit. Essays zum Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. , S. 189-205, hier S. 190.

21 Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe: In den Steinbrüchen von Dr. Moreau, S. 12.

22 Weingart, Peter: Von Menschenzüchtern, Weltbeherrschern und skrupellosen Genies, S. 194.

23 Frizzoni, Brigitte: Der Mad Scientist im amerikanischen Science-Fiction-Film. In: Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörte: Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader, S. 23-37, hier S. 25.

24 Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe: In den Steinbrüchen von Dr. Moreau, S. 13.

25 Weingart, Peter: Von Menschenzüchtern, Weltbeherrschern und skrupellosen Genies, S. 199.

26 Frizzoni, Brigitte: Der Mad Scientist im amerikanischen Science-Fiction-Film, S. 25.

27 Ebd., S. 25. Vergleichbar formulieren auch Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe: „Allen Wissenschaftlerfiguren gemein ist der Mythos der Andersartigkeit, der sich in den präsentierten psychischen und physischen Eigenarten abbildet.“, S. 19.

28 Frizzoni, Brigitte: Der Mad Scientist im amerikanischen Science-Fiction-Film, S. 26.

29 Ebd., S. 28.

30 Ebd., S. 30.

31 Vgl. ebd., S. 28.

32 Vgl. ebd., S. 30-32.

33 Prisching, Manfred: Bilder von Wissenschaftlern in Literatur und Realität. In: Panagl, Oswald / Weiss, Walter (Hrsg.): Noch einmal Dichtung und Politik. Vom Text zum politisch-sozialen Kontext, und zurück. Wien / Köln / Graz: Böhlau 2000, S. 31-84.

34 Vgl. ebd., S. 35-83.

35 Dies ist durchaus auch das von Prisching verfolgte Ziel: „[Wir können] den methodisch bescheidensten Weg wählen […]: Wir ziehen literarische Quellen zum Beleg und zur Erweiterung unseres Bildes vom Wissenschaftsbetrieb heran, als ob sie diese Wirklichkeit beschreiben würden.“, ebd. S. 34.

36 Vgl. ebd., S. 38 und S.51.

37 Vgl. ebd., S. 48.

38 Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe: In den Steinbrüchen von Dr. Moureau, S. 16f.

39 Clark, William: Einsteins Haar. In: Hagner, Michael (Hrsg.): Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen. Frankfurt am Main: Fischer 2005, S. 15-39.

40 Krützen, Michaela: Einstein on the Screen. Geniale Wissenschaftler im zeitgenössischen Film. In: Hagner, Michael (Hrsg.): Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen. Frankfurt am Main: Fischer 2005, S. 199-227.

41 Clark, William: Einsteins Haar, S. 16.

42 Ebd., S. 16.

43 Ebd., S. 17.

44 Ebd., S. 17.

45 Vgl. Krützen, Michael: Einstein on the Screen, S. 214.

46 Ebd., S. 203.

47 Fara, Patricia: Christlicher Philosoph oder Volksheld? Die vielen Gesichter von Isaac Newton. In: Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe (Hrsg.): Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader. Aschaffenburg: Alibir 2004, S. 196-216.

48 Košenina, Alexander: Der gelehrte Narr. Gelehrtensatire seit der Aufklärung. Göttingen 2003: Wallstein.

49 Ebd., S. 51.

50 Ebd., S. 55-84.

51 Ebd., S. 110-132.

52 Vgl. Albrecht, Andrea u.a.: Einleitung, S. 2 und Ebner, F.: Der Mathematiker in der neueren Literatur. In: Schweizerische Bauzeitung 1908, S. 165. Sowie Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur., S. 79, 86, 199.

53 Vgl. Radbruch, Knut: Zur Interaktion von Mathematik und Melancholie. In: Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ehtik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin. 12/1 (2004). S. 1-17.

54 Ebd., S. 3.

55 Vgl. ebd., S. 4-7.

56 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1997. Dass sich Radbruch dabei nicht immer an die literaturwissenschaftlich etablierte Trennung von Werk- und Autorintention hält, ist durchaus zu kritisieren. Dennoch gibt sein Werk einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Mathematik als literarisches Motiv.

57 Vgl. Ebd., S. 7, 14.

58 Vgl. ebd., S. 19-20. Vor allem geschieht dies in „Turbo oder der irrende Ritter im Geist“ und der Utopie „Christianopolis“.

59 Vgl. ebd., S. 27. In diese Zeit fallen auch erste Beschäftigungen mit der Mathematikdidaktik als Disziplin (vgl. ebd.).

60 Vgl. Lamping, Dieter: Die Zahl als poetisches Kompositionsprinzip. Über das ästhetische Vergnügen an mathematischer Ordnung. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 177-190. Siehe außerdem: Martin, Dieter: Mathematische Meditationen über das Unendliche. Kombinatorische Verfahren in der Literatur des Barock – mit einem Ausblick in die Nachkriegsavantgarde. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 191-213.

61 Als Beispiel dafür sei etwa die Poetik der Aufklärung oder der Ansatz Friedrich Schlegels genannt, vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 36-45, 69-76.

62 Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 44.

63 Vgl. ebd., S. 52ff., 77ff., 86ff. Zu Novalis siehe auch Séguin, Philippe: Von der Philosophie zur ars combinatoria. Novalis Erwartungen an die Mathematik und die Folgen. In: Albrecht, Andrea u.a.: Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 248-267, sowie Bomski, Franziska: Zwischen Mathematik und Märchen. Die Darstellung des Zufalls und ihre erkenntnistheoretische Funktion bei Novalis. In: Bauereisen, Astrid u.a. (Hrsg.):Kunst und Wissen. Beziehungen zwischen Ästhetik und Erkenntnistheorie im 18. und 19. Jahrhundert. Würzburg: Könighausen & Neumann 2009, S. 163-192.

64 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 47f. und S. 49f. Darüber hinaus gibt es durchaus auch einige literarische Texte jener Zeit, in denen Figuren mit Verbindung zur Mathematik auftauchen. Dies ist innerhalb der Werke jedoch lediglich passagenweise relevant, etwa in Goethes „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ (vgl. ebd., S. 100), sowie Werken von Jakob Michael Reinhold Lenz, Karl Phillip Moritz, Jean Paul und weiteren (vgl. ebd., S. 34).

65 Vgl. ebd., S. 105.

66 Vgl. ebd., S. 107-112.

67 Vgl. Willmann, Françoise: Mathematik im Märchen: Kurd Laßwitz' wissenschaftliche Dichtung. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Kultur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 347-365.

68 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 113-118.

69 Vgl. Ebd., S. 119-124.

70 Radbruch nennt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Gottfried Keller: Der grüne Heinrich und Frank Wedekind: Frühlings Erwachen als Vertreter des 19. Jahrhunderts. Diese Tendenz setzt sich im 20. Jahrhundert mit Emil Strauß: Freund Hein, Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Hermann Hesse: Unterm Rad, Georg Kaiser: Der Fall des Schülers Vehgesack, Friedrich Torberg: Der Schüler Gerber fort . Vgl. ebd., S. 125f.

71 Ebner, F.: Der Mathematiker in der neueren Literatur. In: Schweizerische Bauzeitung. Wochenschrift für Architektur, Bauingenieurwesen, Maschinentechnik. 52/13 (1908), S. 164-168.

72 Alexander, Amir R.: Tragic Mathematics. Romantic Narratives and the Refounding of Mathematics in the Early Nineteeth Century. In: Chicago Journals. History of Science Society. 97/4 (2006), S. 714-726.

73 Ähnliches bringt später Robert Musil in Der mathematische Mensch zum Ausdruck. Vgl. Musil, Robert: Der mathematische Mensch [April - Juni 1913]. In: Frisé, Adolf (Hrsg.): Robert Musil. Prosa und Stücke. Kleine Prosa, Aphorismen. Autobiographisches. Essays und Reden. Kritik. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 21978, S. 1004-1008. Weiterhin lassen sich Äußerungen Max Webers dahingehend verstehen, dass Mathematik nicht nur rationalistisch, harte Arbeit und Teil der „Entzauberung der Welt“ sei, sondern auch auf Kreativität und Inspiration fuße. Vgl. Albrecht, Andrea: Mania and Inspiration. On Max Weber's Image of Mathematics. In: Bomski, Franziska / Suhr, Stefan (Hrsg.): Fiktum versus Faktum? Nicht-mathematische Dialoge mit der Mathematik. Berlin: Erich Schmidt 2012, S. 41-58. Für die Verwandtschaft zwischen Mathematik und Dichtung vgl. darüber hinaus Danneberg, Lutz: »ein Mathematiker, der nicht etwas Poet ist, wird nimmer ein vollkommener Mathematiker sein« Geschmack, Takt, ästhetisches Empfinden im kulturellen Behauptungsdiskurs der Mathematik und der Naturwissenschaften im 19., mit Blick ins 20. Jahrhundert. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 600-658.

74 Vgl. Maillard, Christine / Titzmann, Michael: Vorstellung eines Forschungsprojekts, S. 7-10.

75 Smith, Peter D.: German literature and the scientific world-view in the nineteenth and twentieth century. In: Journal of European Studies. 27 (1997), S. 389-415, hier S. 389.

76 Vgl. ebd., S. 393.

77 Bendels, Ruth: Erzählen zwischen Hilbert und Einstein. Naturwissenschaft und Literatur in Hermann Brochs »Eine methodologische Novelle« und Robert Musils »Drei Frauen«. Würzburg: Königshausen & Neumann 2008.

78 Ebd., S. 28.

79 Vgl. Thiel, Christian: Zum Geleit. In: Bomski, Franziska / Suhr, Stefan (Hrsg.): Fiktum versus Faktum? Nicht-mathematische Dialoge mit der Mathematik. Berlin: Erich Schmidt 2012, S. 8. Vgl. auch Bendels, Ruth: Erzählen zwischen Hilbert und Einstein, S. 27-39.

80 Musil, Robert: Der mathematische Mensch, S. 1006.

81 Vgl. Bendels, Ruth: Erzählen zwischen Hilbert und Einstein.

82 Vgl. Radbruch, Knut: Literarische Spuren in der Literatur, S. 161.

83 Hermann Broch, zit. nach ebd., S. 159.

84 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S.151-155. Vgl. auch den Überblicksartikel zur mathematisch orientierten Auseinandersetzung mit dem Roman: Neumeyer, Harald: Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften (1930; 1933). In: Borgads, Roland u.a. (Hrsg.): Literatur und Wissen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart / Weimar: Metzler 2013, S. 395-401.

85 Vgl. Bomski, Franziska: Der Zufall in Robert Musils Mann ohne Eigenschaft. Zur literarischen Bedeutung eines mathematischen Konzepts. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 413-436.

86 Vgl. Albrecht, Andrea: Mathematische und ästhetische Moderne. Zu Robert Musils Essay „Der mathematische Mensch“. In: Dannenberg, Lutz u.a. (Hrsg.): Scientia Poetica. Jahrbuch für Geschichte der Literatur und der Wissenschaften. Band 12. Berlin: De Gruyter 2008, S. 218-250.

87 Vgl. Smith, Peter D.: German literature and the scientific world-view in the nineteeth century, S. 404. Vgl. außerdem Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 147.

88 Vgl. Kraus, Justice: Musil's Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Cantor's Structures of Infinity, and Brouwer's Mathematical Language. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Scientia Poetica. Jahrbuch für Geschichte der Literatur und der Wissenschaften. Band 14. Berlin: De Gruyter 2010, S. 72-103.

89 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 196. Das im Roman angesprochene, im 17. Jahrhundert formulierte Problem wird tatsächlich erst 1994 von Andrew Wiles gelöst. Vgl. z.B. das populärwissenschaftliche Buch Singh, Simon: Fermat's last Theorem. The Story of a Riddle that Confounded the World's Greatest Minds for 358 Years. London: Fourth Estate 1997.

90 Vgl. Goerlandt, Iannis / Reineke, Markus: Zur Inszenierung des Mathematikers in Arno Schmidts „Schwarze Spiegel“. In: Bomski, Franziska / Suhr, Stefan (Hrsg.): Fiktum versus Faktum. Nicht-mathematische Dialoge mit der Mathematik. Berlin: Erich Schmidt 2012, S. 147-169.

91 Vgl. Heydenreich, Aura: Die Grenzen der Axiomatik und die Kritik der enzyklopädischen Wissensordnung. David Hilberts „Grundlagen der Mathematik“ in Günther Eichs Maulwurf „Hilpert“. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 486-510.

92 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 178-187.

93 Vgl. Smith, Peter D.: German literature and the scientific world-view in the nineteeth and twentieth century, S. 406.

94 Vgl. Radbruch, Knut: Mathematische Spuren in der Literatur, S. 214.

95 Albrecht, Andreau u.a.: Einleitung, S. 5f. Die Autoren widersprechen dagegen explizit der Ansicht Radbruchs, man könne mithilfe der Literatur gar die Kulturgeschichte der Mathematik beschreiben (vgl. Radbruch, Knut: Literatur als Medium einer Kulturgeschichte der Mathematik).

96 Vgl. Vollhardt, Friedrich: Essayismus und Mathematik um 1900. Die Schriften von Paul Mongré (d. i. Felix Hausdorff) im Kontext. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: de Gruyter 2011, S. 308-325.

97 Tatsächlich verschlechtert sich das Image der Mathematiker in der Öffentlichkeit sogar in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Unter der NS-Herrschaft ist die abstrakte Mathematik gar eine in Deutschland verfolgte Disziplin. Vgl. Albrecht, Andrea / Blohmann, Christian: Mania and Inspiration, S. 57f.

98 Corry, Leo: Berechnungen zur Grenze der poetischen Freiheit. Fiktionales Erzählen und die Geschichte der Mathematik. In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 564-599.

99 Corry, Leo: Berechnungen zur Grenze der poetischen Freiheit, S. 571.

100 Wallace, David F.: Fiction. Rhetoric and the Math Melodrama. In: Science Magazine. 290/5500 (22.12.2000), S. 2263-2267. Auf http://www.sciencemag.org.proxy01.bis.uni-oldenburg.de/content/290/5500/2263.1.full, letzter Zugriff am 24.03.2015.

101 Inwiefern dies tatsächlich ein an Auflagen und Neuerscheinungen empirisch feststellbarer Trend ist, kann auf Grund der unüberschaubaren Vielzahl weltweit erscheinender Werke nicht geklärt werden. Allein die Behauptung dieses Trends seitens der Kritik und Literaturwissenschaft zeigt jedoch eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Verbindung von Mathematik und Literatur.

102 Woelk, Ulrich: Literatur und Mathematik berühren sich im Unendlichen. In: Die Welt. Artikel vom 05.10.2008. Auf http://www.welt.de/wams_print/article2531344/Mathematik-und-Literatur-beruehren-sich-im-Unendlichen.html, letzter Zugriff am 24.03.2015.

103 Ebd.

104 Ebd.

105 Ebd.

106 Kurt Gödels Unvollständigkeitstheorem von 1931 ist Teil der Grundlagenkrise der Mathematik des 20. Jahrhunderts. Die Mathematik wurde somit ihrer logischen Unanfechtbarkeit beraubt. Vgl. Smorynski, Craig: Gödels Unvollständigkeitssätze. In: Buldt, Bernd u.a. (Hrsg.): Kurt Gödel. Wahrheit und Beweisbarkeit. Band 2. Kompendium zum Werk. Wien: öbv&hpt 2002, S. 147-159. Der Satz wurde auch literarisch aufgegriffen, ein aktuelles Beispiel ist das Gedicht von Enzenberger, vgl. Enzensberger, Hans M.: Hommage á Gödel. In: Ders. (Hrsg.): Die Elixiere der Wissenschaft. Seitenblicke in Poesie und Prosa. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002, S. 9.

107 Vgl. Woelk, Ulrich: Literatur und Mathematik berühren sich im Unendlichen.

108 Albrecht, Andrea: »Spuren menschlicher Herkunft«. Mathematik und Mathematikgeschichte in der deutschen Gegenwartsliteratur (Daniel Kehlmann, Michael Köhlmeier, Dietmar Dath). In: Albrecht, Andrea u.a. (Hrsg.): Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur. Berlin / Boston: De Gruyter 2011, S. 543-563, hier S. 547.

109 Vgl. ebd. S. 547.

110 Siehe hierzu auch die Bemerkungen zur klassischen Moderne in Kapitel 2.2.

111 Albrecht, Andrea: Spuren menschlicher Herkunft, S. 545.

112 Ebd., S. 563. Einer genaueren Analyse unterzogen werden Die Vermessung der Welt, Abendland und die Erzählung Das Märchen vom völlig symmetrischen Schmetterling aus Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen.

113 Ähnlich erklärt sich auch Philibert Schogt den Erfolg seines eigenen Romans. Als Auslöser der Popularisierung mathematischen Wissens sieht er dabei vor allem den erbrachten Beweis des Fermat-Satzes durch Andrew Weil, welcher wiederum durch das populäre Sachbuch von Singh der breiten Masse zugänglich wurde. Siehe Schogt, Philibert: The Wild Numbers: Math or Fiction? In: Emmer, Michele (Hrsg.): Imagine Math 2. Between Culture and Mathematics. Mailand: Springer Italia 2013, S. 31-38.

114 Wallace, David F.: Rhetoric and the Math Melodrama, Abs. 1

115 Ebd., Abs. 6.

116 Ebd., Abs. 6.

117 Ebd., Abs. 6.

118 Ebd., Abs. 10.

119 Vgl. ebd., Abs. 11-34. Schogt selbst veröffentlicht 2013 einen Aufsatz, in dem er die Wahl eines fiktiven mathematischen Problems gerade damit begründet, sonst zwangsläufig unrealistische Szenarien kreieren zu müssen, während die Lösung seines fiktiven Problems zwar erdacht, aber in seiner Art und Weise glaubhaft sei. Ironischerweise benennt einige Jahre später ein Mathematiker eine von ihm entdeckte Zahlenfolge, inspiriert durch den Roman, tatsächlich „Wilde Zahlen“. Vgl. Schogt, Philibert: The Wild Numbers: Math or Fiction? S. 31-38.

120 Vgl. Corry, Leo: Berechnungen zur Grenze der poetischen Freiheit, S. 573.

121 Ebd., S. 585ff. Arno Schmidts „Schwarze Spiegel“, auf welches kurz in Kapitel 2.2 dieser Arbeit eingegangen wurde, kann jedoch als Beispiel für den Versuch einer Überwindung der mathematischen Wirklichkeit angesehen werden.

122 Vgl. Klaver, Elizabeth: Proof, Pi, and Happy Days: The Perfomance of Mathematics., S. 5.

123 Vgl. ebd., S.6.

124 Ebd., S. 14.

125 Vgl. ebd., S. 14-19.

126 Vgl. Fiebig, Peter / Klohs, Kathrin: A Beautiful Nerd.

127 Ebd., S. 220f.

128 Vgl. ebd., S. 222, S. 235..

129 Vgl. ebd., S. 223.

130 Vgl. ebd., S. 221. Eine ganz ähnliche Charakterisierung liefert Alexander, Amir R.: Tragic Mathematics, S. 717. Tatsächlich beschreibt dieser aber historische Mathematikerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts.

131 Vgl. Fiebig, Peter / Klohs, Kathrin: A Beautiful Nerd, S. 222.

132 Ebd., S. 222

133 Vgl. ebd., S. 227-230.

134 Ebd., S. 235.

135 Vgl. Krützen, Michaela: Einstein on the Screen, S. 225.

136 Vgl. Köhne, Julia B.: Ein Genie auf Diät. Wissenschaftliche Theorien zu Genie und Wahnsinn im Film A Beautiful Mind (2001). In: Junge, Torsten / Ohlhoff, Dörthe (Hrsg.): Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader. Aschaffenburg: Alibri 2004, S. 217-240.

137 Ebd., S. 237.

138 Ebd., S. 240.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten

Details

Titel
Genial, aber einsam? Die Inszenierung von Mathematikerfiguren in der deutschen Gegenwartsliteratur
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
115
Katalognummer
V318993
ISBN (eBook)
9783668227446
ISBN (Buch)
9783946458852
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mathematik, Gegenwartsliteratur, Motivgeschichte, Mathematikerfigur, Mathematiker, Kehlmann, Delius, Dath, Mad Scientist, Forscher, Bilder von Wissenschaft, Wissenschaftsbilder, Musil, Naturwissenschaften
Arbeit zitieren
Thorben Brunschütte (Autor), 2015, Genial, aber einsam? Die Inszenierung von Mathematikerfiguren in der deutschen Gegenwartsliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318993

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