In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wodurch sich die Theorie des endogenen Wachstums von anderen Wachstumstheorien unterscheidet und inwiefern sie über diese hinausgeht.
Am Wachstum misst sich der Lebensstandard einer Gesellschaft, und es liegt im Bestreben des Menschen, seinen Lebensstandard stetig zu verbessern. Als wichtiger Indikator für den Zustand, das Wohlbefinden, sogar das Maß an Glücksempfinden einer Volkswirtschaft ist das Phänomen des Wirtschaftswachstums ein komplexes Thema und bereits seit einigen Jahrhunderten Gegenstand theoretischer und empirischer Betrachtungen.
Blanchard, Amighini und Giavazzi diskutieren die Frage, inwiefern Wachstum, also ein höheres Einkommen pro Kopf, das individuelle Glücksempfinden steigert. Die in den 1980er Jahren entwickelte endogene Wachstumstheorie fußt auf vorhergehenden Theorien, reagiert aber vor allem auf das maßgeblich von Robert Solow entwickelte neoklassische Modell.
Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftswachstum als Gegenstand der Forschung
2. Aspekte von Wachstum und Grundlagen der Wachstumstheorien
2.1 Definitionen: Entwicklung und Wachstum
2.2 Wachstum als Phänomen der Neuzeit
2.3 Stilisierte Fakten und relevante Einflussgrößen auf das Wirtschaftswachstum
3. Neoklassische Wachstumstheorien
3.1 Aggregierte Produktionsfunktion, konstante Skalenerträge, abnehmende Grenzerträge
3.2 Kapital, Bevölkerungswachstum, Sparquote und Investitionen
3.3 Der Staat als offene Volkswirtschaft
3.4 Exogener technischer Fortschritt
4. Endogene Wachstumstheorien
4.1 Humankapital
4.2 Das AK-Modell
4.3 Zwei-Sektoren-Modelle
4.4 Kreative Zerstörung
5. Abschließende Betrachtung: Endogene vs. neoklassische Wachstumstheorien
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Projektarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Wirtschaftswachstums und analysiert dabei insbesondere die Unterschiede sowie die Weiterentwicklungen zwischen dem neoklassischen Modell und endogenen Wachstumstheorien.
- Abgrenzung von neoklassischen zu endogenen Wachstumsmodellen
- Die Rolle von Humankapital für langfristige Wachstumsprozesse
- Analyse von Kapitalakkumulation und technischem Fortschritt
- Bedeutung der Offenheit einer Volkswirtschaft für Wachstum
- Prozess der kreativen Zerstörung nach Schumpeter
Auszug aus dem Buch
4.4 Kreative Zerstörung
Mit der Erkenntnis, dass technischer bzw. technologischer Fortschritt als endogener Faktor Wachstum beeinflusst wächst auch das Interesse daran, wie dieser Fortschritt innerhalb des Modells entsteht. Eine wichtige Erkenntnis, die als „Prozess der kreativen Zerstörung“ beschrieben wird, stammt von dem Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter (1883-1950), der postulierte, dass Unternehmer mit innovativen Ideen wesentlich zu diesem Fortschritt beitragen. (Mankiw 2011: 310) Indem sie neue Produkte, Produktionsverfahren oder Konzepte auf den Markt bringen, können sie möglicherweise die dort tätigen Konkurrenten verdrängen und möglicherweise globale Umwälzungen herbeiführen. Technischer Fortschritt kann somit als wachstumssteigernder Faktor, aus Sicht einzelner, an diesem Fortschritt nicht Beteiligter, aber auch als Damoklesschwert betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wirtschaftswachstum als Gegenstand der Forschung: Einleitung in die Bedeutung von Wachstum für den Lebensstandard und Überblick über die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema seit dem 17. Jahrhundert.
2. Aspekte von Wachstum und Grundlagen der Wachstumstheorien: Definition von zentralen Begriffen wie Wachstum und Entwicklung sowie Darstellung der stilisierten Fakten, an denen sich theoretische Modelle messen lassen.
3. Neoklassische Wachstumstheorien: Erläuterung des Solow-Modells mit Fokus auf aggregierte Produktionsfunktionen, abnehmende Grenzerträge und die Rolle von Investitionen und Bevölkerungswachstum.
4. Endogene Wachstumstheorien: Vorstellung von Modellen, die technisches Wissen und Humankapital als endogene Faktoren begreifen, um ein unbegrenztes Wachstum zu erklären.
5. Abschließende Betrachtung: Endogene vs. neoklassische Wachstumstheorien: Synoptischer Vergleich der beiden Theorierichtungen und Diskussion der politischen Handlungsempfehlungen zur Förderung langfristigen Wachstums.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Neoklassik, Endogene Wachstumstheorien, Humankapital, Solow-Modell, Technischer Fortschritt, Kapitalakkumulation, Steady State, Kreative Zerstörung, Produktionsfunktion, Grenzerträge, Wissenskapital, Konvergenz, Investitionen, Volkswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Theorien zur Erklärung von Wirtschaftswachstum und stellt dabei das klassische neoklassische Modell den modernen endogenen Theorien gegenüber.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die Definition von Wachstum, die Faktoren Kapital und Arbeit, die Rolle des technischen Fortschritts sowie die Bedeutung von Humankapital und Innovation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wodurch sich die Theorie des endogenen Wachstums von anderen Modellen unterscheidet und inwiefern sie über die neoklassischen Annahmen hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Wachstumsmodelle anhand ihrer mathematischen Produktionsfunktionen und zugrunde liegenden Annahmen vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neoklassischer Ansätze (Solow-Modell) und der endogenen Theorien (Humankapital, AK-Modell, Zwei-Sektoren-Modelle, kreative Zerstörung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie endogenes Wachstum, neoklassische Produktionsfunktion, Humankapital, Steady State und technologischer Fortschritt geprägt.
Warum spielt das Humankapital in den endogenen Modellen eine so große Rolle?
Im Gegensatz zur Neoklassik, die von abnehmenden Grenzerträgen ausgeht, erlauben Investitionen in Humankapital eine stetige Produktivitätssteigerung, die langfristiges Wachstum ermöglicht.
Was versteht man unter dem Prozess der kreativen Zerstörung?
Dieser Begriff nach Joseph Schumpeter beschreibt, wie innovative Unternehmer durch neue Produkte und Verfahren bestehende Marktstrukturen ersetzen und so technischen Fortschritt generieren.
- Citation du texte
- Fatma Zehra Akceli (Auteur), 2014, Endogenes Wirtschaftswachstum. Wachstumstheorien im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319051