In diesem Portfolio werden entlang von drei Portfolioaufgaben die Anforderungen von Förderschulunterricht an das Unterrichtsfach Arbeitslehre und die Berufliche Bildung im Allgmeinen aufgezeigt, sowie Perspektiven dargelegt, diesen Anforderungen zu begegnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Portfolioaufgabe
1. Die Diskussionsgruppen und ihre Haltungen:
1.1 Die Perspektive der Unternehmer
1.2 Die Perspektive der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
1.3 Die Perspektive der Förderschullehrkräfte
2. Reflexion aus Sicht der Förderschullehrkräfte
3. Fazit zum Rollenspiel
2. Portfolioaufgabe
Unterrichtsentwurf „Projekt Schulflohmarkt im Gemeinsamen Unterricht“
1. Vorwort
2. Konzeption eines Unterrichtprojekts „Schulflohmarkt“ im Fach Arbeitslehre im gemeinsamen Unterricht zum Thema „Arbeit und Beruf“
2.1 Unterrichtsklasse
2.2 Lerngruppenbeschreibung
2.2.1 Beschreibung der I-Schüler und Schülerinnen
2.2.2 Beschreibungen der Regelschüler ohne Anspruch auf heil- und sonderpädagogische Förderung
2.3 Kontexteinbettung
2.4 Sachanalyse „Schulflohmarkt“
2.5 Didaktische Analyse
2.5.1 Fachrelevanz
2.5.2 Lehrplanbezüge
2.6 Lernziele - Fern- und Nahziele:
2.6.1 Etappe 1: Herstellung des Bauchladens und der Verkaufsgegenstände
2.6.2 Etappe 2: Planspiel „Bauchladen“ zur Durchführung des Flohmarkts
2.6.3 Etappe 3: Vorbereitung und Durchführung des Flohmarkts
2.6.4 Etappe 4: Reflexion des Flohmarkts
2.7 Methodische Umsetzung
2.7.1 Etappe 1: Herstellung des Bauchladens und der Verkaufsgegenstände
2.7.2 Etappe 2: Planspiel „Bauchladen“ zur Durchführung des Flohmarkts
2.7.3 Etappe 3: Vorbereitung und Durchführung des Flohmarkts
2.7.4 Etappe 4: Reflexion des Flohmarkts
3. Portfolioaufgabe
1. Rechtliche Rahmenbedingungen
2. Analyse der gegenwärtigen Situation
3. Zukunftsprognose: Partizipation von Menschen mit geistiger Behinderung am primären Arbeitsmarkt
3.1 Wirtschaftliche Ebene
3.2 Gesellschaftliche Ebene
3.3 Schulische Ebene
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der beruflichen Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung auf dem primären Arbeitsmarkt auseinander. Ziel ist es, durch die Reflexion eines simulierten Rollenspiels, die Konzeption eines integrativen Unterrichtsprojekts ("Schulflohmarkt") sowie eine Zukunfts- und Bedarfsanalyse, Barrieren aufzuzeigen und Ansätze für eine gelingende berufliche Partizipation im schulischen und gesellschaftlichen Kontext zu entwickeln.
- Reflexion von Einstellungen zu beruflicher Inklusion (Unternehmer, Werkstätten, Lehrkräfte)
- Konzeption und didaktische Begründung eines inklusiven Unterrichtsprojekts
- Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen und der Ist-Situation am Arbeitsmarkt
- Entwicklung einer Zukunftsprognose unter Berücksichtigung von Wirtschaft, Gesellschaft und Schule
- Bedeutung von schulischer Berufsorientierung und curricularen Standards
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Perspektive der Unternehmer
In der Diskussion der Unternehmer, WfbM-Leiter und Förderschullehrer nahm das Lager der Unternehmer eine auf die Erfahrungen eines einzelnen Unternehmens basierende Haltung ein. Dass ¾ aller Behinderten keinen Zugang zu dem primären Arbeitsmarkt haben und hier Handlungsbedarf, auch auf Seiten der Unternehmen besteht, wurde von der Gruppe der Unternehmen zunächst bestritten. Denn in ihrem Musterunternehmen, welches zum „Arbeitgeber des Jahres“ ausgezeichnet worden sei, werde die gesetzliche Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen erfüllt. Eine Generalisierung der Erfahrungen aus dem eigenen Unternehmen auf die gesamte Wirtschaft verhinderte, dass über den Abbau betrieblicher Barrieren der beruflichen Partizipation am primären Arbeitsmarkt ertragreich diskutiert werden konnte. Die Unternehmer zeigten sich aufgeschlossen bezüglich der Bedürfnisse von geistig behinderten Menschen, gaben die Verantwortung für Handlungsbedarf jedoch stets an die Politik, die Behindertenwerkstätten oder die Lehrkräfte ab. Die Unternehmer gaben zunächst vor, aus moralischen Gründen die Einhaltung der gesetzlichen Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen anzustreben und stellten sich selbst heroisch und aufopfernd dar. Eine tiefgehende Diskussion brachte zu Tage, dass die Unternehmer schwerbehinderte Fachkräfte einstellen, jedoch keine unausgebildeten Hilfskräfte und sich von der Einhaltung der gesetzlichen Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen, vor Allem einen öffentlichkeitswirksamen Werbeeffekt erhoffen. Von staatlichen Hilfsangeboten zur Realisierung der Partizipation geistig Behinderter Menschen, wussten die Unternehmer nichts. Im Kontext dieser staatlichen Unterstützungsmaßnahmen räumten die Unternehmer ein, künftig auch geistig behinderte Menschen ohne berufsqualifizierende Ausbildung für Hilfsarbeiten einzustellen. Exemplarisch für die Unternehmen in unserer Gesellschaft erachte ich die Abstreitung von Zuständigkeit und Verantwortung für berufliche Partizipation geistig Behinderter am primären Arbeitsmarkt, sowie das Unwissen um staatliche Unterstützungsmöglichkeiten und die daraus unter Anderem resultierende Haltung, dass Beschäftigung geistig Behinderter unwirtschaftlich sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Portfolioaufgabe: Reflexion einer Podiumsdiskussion zu Inklusionsbarrieren aus Sicht verschiedener Akteure am Arbeitsmarkt.
2. Portfolioaufgabe: Entwicklung eines inklusiven Unterrichtsentwurfs zum Thema Schulflohmarkt für das Fach Arbeitslehre.
3. Portfolioaufgabe: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und Prognose zur Zukunft der Inklusion am allgemeinen Arbeitsmarkt.
Schlüsselwörter
Inklusion, geistige Behinderung, primärer Arbeitsmarkt, Arbeitslehre, Schulflohmarkt, Berufsorientierung, Behindertenwerkstätten, WfbM, Partizipation, berufliche Bildung, Vorurteile, Schulsystem, Arbeitgeber, Förderbedarf, Selbstständigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der beruflichen Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung und untersucht, wie die Partizipation am allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die kritische Reflexion gesellschaftlicher und betrieblicher Einstellungen, die didaktische Planung inklusiven Unterrichts sowie die Analyse rechtlicher und schulischer Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Hemmnisse für die berufliche Inklusion aufzudecken und Strategien zu entwickeln, wie Schule und Gesellschaft einen Beitrag zur selbstbestimmten beruflichen Zukunft von Menschen mit geistiger Behinderung leisten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des Rollenspiels zur Perspektivenerweiterung sowie die curriculare und sachanalytische Aufbereitung eines inklusiven Unterrichtsprojekts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Diskussionsreflexion, die Konzeption des "Schulflohmarkts" als Projektunterricht und eine umfangreiche Analyse der Partizipationschancen unter Einbeziehung von Wirtschaft, Gesellschaft und Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, geistige Behinderung, primärer Arbeitsmarkt, Arbeitslehre und berufliche Partizipation.
Warum wird das "Musterunternehmen" in der Diskussion kritisch gesehen?
Weil die Unternehmergruppe es zur Wahrheitsverdrehung und zur Abstreitung der allgemeinen Problematik missbraucht hat, anstatt sich den tatsächlichen Barrieren für geistig behinderte Menschen zu stellen.
Welche Bedeutung hat die "Werkstufe" in diesem Kontext?
Sie dient zwar der Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben, wird jedoch als kritisch bewertet, da sie oft in die berufliche Sackgasse der WfbM führt, statt den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu sichern.
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- Anonym (Author), 2013, Portfolio zu Arbeitslehre und Berufliche Bildung in der Förderschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319206