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Die Speisung der Fünftausend. Exegetische Untersuchung der Perikope Lukas 9, 10-17

Title: Die Speisung der Fünftausend. Exegetische Untersuchung der Perikope Lukas 9, 10-17

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 33 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Religion (For Pre-University Students)
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Summary Excerpt Details

Unter Verwendung der historisch kritischen Methode (HKM) wird in dieser Hausarbeit die Perikope Lk 9, 10-17 umfassend analysiert.

Die historisch-kritische Methode in traditioneller Anwendung gilt inzwischen nicht mehr als das „non plus ultra“ für exegetische Untersuchungen, sondern wurde durch weitere Methodenschritte der Literarkritik ergänzt. Hierdurch ist ein umfangreicher Methodenkanon entstanden, dessen Anwendung im „Arbeitsbuch zur Exegese des Neuen Testaments“ von Wolfgang Fenske detailliert beschrieben ist.

Fenskes Vorlage folgend, geht diese exegetische Hausarbeit vom Methodenschritt „Textkritik / Übersetzungsvergleich“ aus, um für die Weiterarbeit eine Übersetzung ausfindig zu machen, die dem Urtext möglichst nahe ist. Es folgt eine linguistische Betrachtung, um die Frage nach dem pragmatischen Aufbau, den inhaltlichen Aussagen und den beabsichtigten Wirkungen des Textes zu erhellen. Dieser Methodenschritt ist der einzige synchrone Methodenschritt.

In der „Literarkritik“ wird die Perikope von ihrem Kontext abgegrenzt und in einem synoptischen Vergleich innerhalb der Evangelien auf Brüche im Text untersucht, um einen Rückschluss auf Minor- oder Major-Agreements ziehen zu können. Die formgeschichtliche Analyse soll die Funktion der Textgattung erschließen und Aufschluss über die Frage nach dem „Sitz im Leben“ nach Hermann Gunkel geben. Die traditionsgeschichtliche Analyse hinterfragt und belegt hingegen die vorliegende Perikope anhand innerbiblischer und außerbiblischer Belege unter besonderer Berücksichtigung des jüdischen und des hellenistischen Weltbilds. Die Untersuchung der Redaktionsgeschichte bezieht das theologische Profil des Redaktors in die Bewertung der Perikope mit ein. Abgerundet wird die exegetische Untersuchung der Perikope Lk 9, 10-17 von einem Fazit in Form einer Gesamtinterpretation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

2.1. Vers-für-Vers Analyse Lukas 9, 10-17

3. Linguistische Betrachtung

3.1. Syntaktische Analyse

3.2. Semantische Analyse

3.3. Pragmatische Analyse

4. Literarkritik

4.1. Abgrenzung der Perikope vom Kontext

4.2. Synoptischer Vergleich

4.2.1. Vergleich Matthäus 14, 13-21 mit Markus 6, 30-44

4.2.2. Vergleich Markus 6, 30-44 mit Lukas 9, 10-17

4.2.3. Vergleich Matthäus 14, 13-21 mit Lukas 9, 10-17

5. Formgeschichte

5.1. Gattungszugehörigkeit

5.2. Vergleich von Lk 9, 10-17 mit anderer Perikope

5.3. Funktion der Gattung Wundergeschichte

5.4. Sitz im Leben:

6. Traditionsgeschichte

6.1. Motivkritik

7. Redaktionsgeschichte

8. Gesamtinterpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope der „Speisung der Fünftausend“ (Lk 9, 10-17) einer umfassenden exegetischen Untersuchung zu unterziehen, um die theologische Absicht und die redaktionellen Besonderheiten des Evangelisten Lukas herauszuarbeiten und die Bedeutung des Textes in seinem historischen und kontextuellen Rahmen zu verstehen.

  • Historisch-kritische Exegese der Perikope Lk 9, 10-17
  • Synoptischer Vergleich zur Analyse lukanischer Eigenheiten gegenüber Markus und Matthäus
  • Formgeschichtliche Einordnung als Geschenkwundererzählung
  • Untersuchung des „Sitz im Leben“ und traditionsgeschichtliche Verortung
  • Redaktionskritische Analyse zur Erhellung der lukanischen Theologie und Zielsetzung

Auszug aus dem Buch

2.1. Vers-für-Vers Analyse Lukas 9, 10-17

Bei der Betrachtung der Vers-für-Vers Analyse (vgl. Anhang I) fällt durch die gesamte Perikope auf, dass die Bibelübersetzungen „Neue Genfer Übersetzung“ und „Hoffnung für alle“ die bestimmte Person Jesus benennen, „Schlachter“ jedoch die unbestimmte Person „er“ verwendet. Dies ist ein Anhaltspunkt dafür, dass die Schlachter-Übersetzung „lectio difficilior“ entspricht, da der Brückenschlag von „er“ zu „Jesus“ als Interpretationsleistung des Lesers gefordert ist.

Vers 10: Vergleicht man die verschiedenen Übersetzungen von Vers 10, fällt im Hinblick auf „lectio brevior“ und „lectio difficilior“ auf, dass die „Neue Genfer Übersetzung“ sich einiger Einschübe bedient (Danach […] Jesus [… ] zog sich ´in die Nähe` […] zurück, um […]) und durch die Ergänzung des Adverbs „danach“ die zeitliche Abfolge betont, durch die Ergänzung der Präposition „um“ einen neuen Kausalzusammenhang schafft und sich eines nicht ganz wertfreien „zurückziehens“ bedient anstatt des neutraleren „mitnehmens“.

Die „Hoffnung für alle“ ergänzt ebenfalls den Kausalzusammenhang „Dort wollte er mit ihnen alleine sein“, während die Übersetzung nach Schlachter in diesem Vers die kürzeste Leseart ohne ersichtliche Einschübe darbietet. Die Schlachter-Übersetzung bedient sich jedoch ebenfalls, wie die „Neue Genfer Übersetzung“, des wertenden Verbs „zurückziehen“ anstatt des neutralen Verbes „mitnehmen“ der Übersetzung „Hoffnung für alle“. Die Übersetzung nach Schlachter begründet den Rückzug Jesu nicht mit einem „Allein sein wollen“, sondern lässt hier durch einen Rückzug „an einen einsamen Ort“ Interpretationsspielraum für das Motiv Jesu. Somit ist die Übersetzung nach Schlachter in Vers 10 nicht nur die kürzere, sondern – da keine Interpretation vorweggenommen wird – auch schwierigere Leseart und somit am engsten am Urtext orientiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den methodischen Ansatz der historisch-kritischen Exegese nach Wolfgang Fenske für die Untersuchung der Perikope Lk 9, 10-17.

2. Übersetzungsvergleich: Vergleich verschiedener deutscher Bibelübersetzungen zur Bestimmung der dem Urtext nächsten und exegetisch am besten geeigneten Textfassung.

3. Linguistische Betrachtung: Analyse syntaktischer, semantischer und pragmatischer Strukturen zur Erfassung der Textbedeutung und Gattungsbestimmung.

4. Literarkritik: Abgrenzung der Perikope vom Kontext und synoptischer Vergleich mit Matthäus und Markus zur Klärung literarischer Abhängigkeiten.

5. Formgeschichte: Einordnung der Perikope als Geschenkwundererzählung und Untersuchung ihrer Funktion sowie des „Sitz im Leben“.

6. Traditionsgeschichte: Analyse der vom Autor verarbeiteten Traditionen unter besonderer Berücksichtigung synoptischer Eigenheiten und Begrifflichkeiten.

7. Redaktionsgeschichte: Untersuchung der lukanischen Bearbeitung und Intention im Vergleich zur Markusvorlage sowie deren christologischer Schwerpunktsetzung.

8. Gesamtinterpretation: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur lukanischen Federführung, theologischen Ausrichtung und kritischen Reflexion über Wunderglauben.

Schlüsselwörter

Lk 9 10-17, Speisung der Fünftausend, Exegese, Historisch-kritische Methode, Synoptischer Vergleich, Geschenkwunder, Naturwunder, Redaktionsgeschichte, Formgeschichte, Sitz im Leben, Jesus, Reich Gottes, Bibelübersetzung, Wundererzählung, Bethsaida.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine tiefgehende exegetische Untersuchung der Perikope über die Speisung der Fünftausend nach Lukas 9, 10-17 unter Anwendung historisch-kritischer Methoden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Übersetzungsvergleich, die linguistische und literarkritische Analyse, die form- und traditionsgeschichtliche Einordnung sowie die Redaktionsgeschichte des lukanischen Textes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen lukanischen Akzente und die theologische Intention bei der Gestaltung dieser Wundererzählung im Vergleich zu den anderen Evangelisten herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird der historisch-kritische Methodenkanon angewendet, ergänzt durch linguistische Analysen und synoptische Vergleiche nach der Zwei-Quellen-Theorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Übersetzung, der linguistischen Merkmale, der literarischen Struktur und der verschiedenen historisch-kritischen Auswertungsschritte wie Form-, Traditions- und Redaktionsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lk 9, 10-17, Exegese, Wundererzählung, Redaktionsgeschichte, Geschenkwunder und der Vergleich zwischen den Synoptikern.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Jünger im Lukanischen Text?

Der Autor stellt fest, dass Lukas die Jünger in einem wesentlich besseren Licht erscheinen lässt als Markus, da sie bei Lukas bereits um die verfügbare Nahrungsmenge wissen und eine aktivere Rolle einnehmen.

Warum wurde die Stadt Bethsaida vom Evangelisten Lukas explizit genannt?

Die Nennung soll die Abgelegenheit des Ortes unterstreichen und dient damit der Verstärkung der Erschwernis, dort eine so große Menschenmenge zu speisen.

Welche Bedeutung misst der Autor der Abendmahlsthematik bei?

Der Autor diskutiert die Allegorisierung der Speisung als Abendmahlsfeier der Urgemeinde kritisch, da eindeutige Belege hierfür fehlen, erkennt jedoch die inhaltliche Parallele zur Praxis der Urgemeinde an.

Warum ist eine kritische Distanz zu Wundererzählungen laut dem Autor geboten?

Der Autor warnt davor, dass Wundererzählungen missbraucht werden könnten, um Vollmachtsansprüche zu legitimieren und Abhängigkeiten zu schaffen, was einen Nährboden für Fundamentalismus bieten kann.

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Details

Title
Die Speisung der Fünftausend. Exegetische Untersuchung der Perikope Lukas 9, 10-17
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Evangelische Theologie)
Course
Seminar: Einführung in die exegetischen Methoden des Neuen Testaments
Grade
2,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
33
Catalog Number
V319215
ISBN (eBook)
9783668183629
ISBN (Book)
9783668183636
Language
German
Tags
Die Speisung der Fünftausend Exegese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Die Speisung der Fünftausend. Exegetische Untersuchung der Perikope Lukas 9, 10-17, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319215
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