Die psychologische Wirkung von Vornamen. Zur indirekten Messung impliziter Einstellungen


Hausarbeit, 2015

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Theoretisches zur indirekten Messung von Einstellungen
1.1 Einstellungen im sozialpsychologischen Kontext
1.2 Indirekte Messmethoden

2 Einstellungsuntersuchungen in der Namensforschung
2.1 Untersuchungen vor der Jahrtausendwende
2.2 Untersuchungen nach der Jahrtausendwende

3 Vorschlag für eine eigene Studie zur Namensforschung
3.1 Messmethodik und Durchführung
3.1.1 Single-Target Implicit Assocation Test (ST-IAT)
3.1.2 Befragung
3.1.3 Arbeitsprobe
3.2 Vorschlag zur statistischen Auswertung der Daten
3.3 Weitere Handlungsempfehlungen

4 Stellungnahme und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abstract

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Methoden zur verdeckten Messung unbewusster Einstellungen. Nach der theoretischen Einbettung des Themas in die Sozialpsychologie, werden die bisher in der Forschung genutzten indirekten Maße, insbesondere der Implizite Assoziationstest (IAT) und das Affektive Priming behandelt.

Hauptaugenmerk dieser Ausarbeitung liegt auf der Konzeptionierung einer eigenen Messmethodik am Beispiel der indirekten Messung von impliziten Einstellungen gegenüber Vornamen.

Der vorgestellte Methoden-Mix kann einen Beitrag dazu leisten, dass Lehrer ihren Schülern gegenüber vorurteilsfreier werden und neutraler bewerten. Er kann auch im Bereich der Marktforschung und Werbepsychologie zur zielgruppenorientierteren Werbung sowie zur Messung von Werbewirkung genutzt werden.

Klar wird allerdings auch, dass die einzelnen Instrumente weiterhin hinsichtlich ihrer statistischen Qualität optimiert und ständig aktuell gehalten werden müssen.

Weiterhin ist in allen genannten Anwendungsfeldern die Beachtung ethischer und moralischer Grundsätze zu beachten. Menschen dürfen aufgrund ihrer indirekt ermittelten, möglicherweise sozial unerwünschten Einstellungen, nicht schlechter gestellt werden. Denn einerseits folgt das Verhalten nicht immer den Einstellungen und zudem sind diese veränderlich.

Die impliziten Einstellungen mit der vorgestellten Methodik überhaupt in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, ist dabei ein erster wichtiger Schritt.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.1: Begriffsdefinition “Einstellung” (vgl. Fischer, Asal & Krüger, 2013, S.80)

Abb. 2.1: Beeinflussungsfaktoren auf Einstellungen (vgl. Werth & Mayer, 2008)

Abb. 3.1: Verhaltensvorhersagekraft von Einstellungen ( vgl. Werth & Mayer, 2008; Myers, 2008)

Abb. 4.1: Gegenüberstellung Messmethoden (vgl. Fischer, Asal & Krüger, 2013)

Abb. 5.1: Kurzerklärung Funktionsweise Affektives Priming

Abb. 6.1: Vor- und Nachteile des Affektiven Primings

Abb. 7.1: Kurzerklärung Funktionsweise IAT

Abb. 8.1: Vor- und Nachteile des Impliziten Assoziationstests (IAT) (vgl. Cunningham, Preacher & Banaji, 2001; Gregg, Klymowsky, Owens & Perryman, 2013; Brunel, Tietje & Greenwald, 2003)

Abb. 1.3: Liste der positiven/negativen Wörter (in Anlehnung an Greenwald, McGhee & Schwartz, 1998)

Abb. 2.3: Liste der beliebten Vornamen

Abb. 3.3: Liste der unbeliebten Vornamen

Einleitung

„Mögen Sie Schokoladeneis?“, „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre?“ „Sind Sie für die gleichgeschlechtliche Ehe?“ Jemand der uns solche Fragen stellt, ist an unserer Einstellung interessiert. Er möchte wissen, ob wir ein Objekt, eine Person oder eine Vorstellung positiv oder negativ bewerten (Myers, 2008; Zimbardo & Gerrig, 2008). Doch häufig wird der Fragende dabei nicht die wahre Antwort erhalten, denn einige unserer Einstellungen sind uns nicht bewusst, andere wollen wir nicht teilen. Gründe hierfür können Angst vor Ablehnung, der Wunsch der sozialen Erwünschtheit zu entsprechen oder Scham sein (Myers, 2008; Zimbardo & Gerrig, 2008; Werth & Mayer, 2013).

Vor allem Marktforscher und Werbetreibende wollen Kenntnis über unsere Einstellung erlangen, um einerseits unser Verhalten vorhersagen und andererseits unsere Einstellungen beeinflussen zu können und uns so zum Kauf ihrer Produkte anzuregen.

Gängige Methoden zur Messung von Einstellungen sind Interviews und Fragebögen. Diese direkten Messungen liefern zwar solide Ergebnisse, sind jedoch anfällig für Selbstdarstellungseffekte, Manipulation und Lügen und abhängig von der Introspektions- und Kommunikationsfähigkeit des Befragten (Zimbardo, 2008).

Aber vor allem eine Einschränkung hat dazu geführt, dass Forscher vermehrt nach Alternativen gesucht haben: sie klammern all diejenigen Prozessanteile aus, die sich unserem Bewusstsein entziehen. Studien haben jedoch vielfach gezeigt, dass gerade Einstellungen, die der Betroffene nicht auf dem Radarschirm hat, großen Anteil am gezeigten Verhalten haben (Myers, 2008).

Wenn nicht einmal wir selbst Zugriff auf alle Facetten unserer Einstellungen haben, wie können diese dann korrekt gemessen werden?

Inzwischen gibt es einige gut erforschte indirekte Messmethoden, die es ermöglichen a) implizite Einstellungen sichtbar und messbar zu machen ohne dass b) explizit nach ihnen gefragt wird. Auf einige dieser Methoden wird im Folgenden detaillierter eingegangen und ihr praktischer Nutzen am Beispiel der Messung von Einstellung zu Namen verdeutlicht.

1 Theoretisches zur indirekten Messung von Einstellungen

Einstellungen sind ein zentrales Thema in der Sozialpsychologie, da sie unsere Wahrnehmung und unser Verhalten beeinflussen (Fischer, Asal & Krüger, 2013). Dies macht sie auch für Marktforscher und Werbepsychologen interessant.

1.1 Einstellungen im sozialpsychologischen Kontext

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1: Begriffsdefinition “Einstellung” (vgl. Fischer, Asal & Krüger, 2013, S.80)

Einstellungen sind grundlegende psychologische Konstrukte, die sich aus drei unterschiedlich stark vertretenen Komponenten zusammensetzen: der affektiven (Gefühlskomponente), der behavioralen (Verhaltenskomponente) und der kognitiven (Meinungskomponente) (Werth & Mayer, 2008). Sie erleichtern die kognitive Verarbeitung und dienen ebenso dazu, unsere Identität auszudrücken. Sie sind zeitlich stabil und dennoch veränderlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1: Beeinflussungsfaktoren auf Einstellungen (vgl. Werth & Mayer, 2008)

Dass jedoch zumindest die geäußerten Einstellungen nicht untrennbar mit dem gezeigten Verhalten übereinstimmen, wird schnell klar wenn Sie Raucher zum Rauchen befragen. Viele zeigen eine ablehnende Haltung, greifen aber dennoch zum Glimmstängel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.1: Verhaltensvorhersagekraft von Einstellungen ( vgl. Werth & Mayer, 2008; Myers, 2008)

Im Allgemeinen stehen folgende Messmethoden zur Verfügung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4.1: Gegenüberstellung Messmethoden (vgl. Fischer, Asal & Krüger, 2013)

Aufgrund der genannten Nachteile eignen sich Befragungsmaße nicht für die Erfassung impliziter, also unbewusster Einstellungen. Ein Großteil der Einstellungen, die unser soziales Verhalten beeinflussen, entziehen sich nachgewiesener Weise unserem Bewusstsein. Greenwald und Banaji fordern deshalb schon 1995 die vermehrte Nutzung indirekter Messmethoden. Sie führten Beispielstudien an, in denen Menschen Diskriminierung nachgewiesen werden konnte, obwohl diese Vorurteile explizit abgestritten hatten (vgl. auch Cunningham, Preacher & Banaji, 2001).

Ähnliches zeigten Baron und Banaji (2006): die implizite Pro-Weiß/Anti-Schwarz-Einstellung der drei Versuchsgruppen (6-Jährige, 10-Jährige und Erwachsene) zeigten keine Abweichungen, während die explizite Haltung bei den 6-Jährigen häufig, bei den 10-Jährigen seltener und bei den Erwachsenen gar nicht mehr geäußert wurde.

Greenwald und Banaji (1995) führten aus, dass implizite Effekte durch Ablenkung und Zeitdruck verstärkt und durch Lenkung der Aufmerksamkeit auf jenen impliziten Effekt gemindert werden konnte. Sie beriefen sich dabei auf eine Untersuchung zur Einschätzung der Lebensqualität die vom Wetter beeinflusst war. Der Effekt verschwand als die Forscher die Probanden zuvor das Wetter beschreiben ließen.

1.2 Indirekte Messmethoden

Die beiden populärsten Instrumente zur indirekten Messung sind das Affektive Priming (Fazio, Jackson, Dunton & Williams, 1995) und der Implizite Assoziationstest (IAT) (Greenwald & Farnham, 2000; Greenwald, McGhee & Schwartz, 1998).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5.1: Kurzerklärung Funktionsweise Affektives Priming

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6.1: Vor- und Nachteile des Affektiven Primings

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7.1: Kurzerklärung Funktionsweise IAT

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8.1: Vor- und Nachteile des Impliziten Assoziationstests (IAT) (vgl. Cunningham, Preacher & Banaji, 2001; Gregg, Klymowsky, Owens & Perryman, 2013; Brunel, Tietje & Greenwald, 2003) Sowohl das Affektive Priming als auch der IAT basieren damit auf der Reaktionszeitmessung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die psychologische Wirkung von Vornamen. Zur indirekten Messung impliziter Einstellungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V319298
ISBN (eBook)
9783668195158
ISBN (Buch)
9783668195165
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wirkung, vornamen, messung, einstellungen
Arbeit zitieren
Anna-Marlen Schlüter (Autor), 2015, Die psychologische Wirkung von Vornamen. Zur indirekten Messung impliziter Einstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319298

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die psychologische Wirkung von Vornamen. Zur indirekten Messung impliziter Einstellungen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden