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Analyse des Heimatkonzepts in Kerstin Hensels Erzählungen "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal"

Title: Analyse des Heimatkonzepts in Kerstin Hensels Erzählungen "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal"

Term Paper , 2015 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Göckeritz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In der Hausarbeit wird das Heimatkonzept in Kerstin Hensels Erzählungen "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal" untersucht. Der besondere Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Raumdarstellung, vor allem vor dem Hintergrund der Motivik des Verfalls und der möglichen Konflikte mit alten und neuen Strukturen, eine wichtige Rolle für das in den Erzählungen konstruierte Heimatkonzept spielt.

Dafür erfolgt zunächst eine definitorische Klärung der wesentlichen Begriffe Heimat und Raum für die vorliegende Arbeit. Außerdem wird der zur Analyse des Raums verwendete phänomenologische Ansatz nach Hoffmann kurz vorstellt, bevor sich in einem weiteren Kapitel eine ausführliche Untersuchung der Darstellung des Raums in Kerstin Hensels "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal" anschließt. Diese Ausführungen bilden die Grundlage für die folgende Betrachtung des Zusammenspiels von Raumdarstellung und Heimatkonzept in den beiden Erzählungen, die zur Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfrage dient. Die Schlussbetrachtung umfasst eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Heimat

2.2 Raum

3 Kerstin Hensels Erzählungen „Im Schlauch“ und „Tanz am Kanal“

3.1 Darstellung des Raums

3.2 Raumdarstellung und Heimatkonzept

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept von Heimat sowie dessen Verlust in den Erzählungen „Im Schlauch“ und „Tanz am Kanal“ von Kerstin Hensel, wobei ein besonderer Fokus auf der literarischen Raumdarstellung und deren Einfluss auf die Konstruktion von Identität und Geborgenheit liegt.

  • Analyse der Raumdarstellung als zentrales literarisches Gestaltungsmittel.
  • Untersuchung des Heimatbegriffs im Kontext von Wende- und Nachwendeliteratur.
  • Anwendung des phänomenologischen Ansatzes nach Hoffmann zur Raumanalyse.
  • Gegenüberstellung von Anschauungs-, Aktions- und gestimmtem Raum in den Primärtexten.
  • Herausarbeitung der psychischen und gesellschaftlichen Grenzen der Protagonistinnen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung des Raums

Die beiden Erzählungen geben Einblicke in zwei verschiedene soziale Milieus der DDR in den 1960er und 1970er Jahren: eine Funktionärsfamilie in der Kleinstadt Stinopel und eine Arztfamilie in einer Villa am Rande der Stadt Leibnitz (vgl. Skare: 2007, S. 238 ff.). Die kurze Erzählung Im Schlauch berichtet von zwei Tagen aus dem Leben der Protagonistin Natalie, beginnend mit dem Tag ihres sechzehnten Geburtstages. Getragen von dem Wunsch, endlich erwachsen und frei zu sein, flüchtet sie heimlich aus der erdrückenden Biederkeit und Gefühlskälte der elterlichen Wohnung und zieht in ein leer stehendes Abbruchhaus. Komplettiert wird die Erzählung durch Rückblicke in das Leben von Natalies Eltern, dem Genossen Siegfried Kulisch und seiner Frau Anneros, deren groteskes Verhältnis zueinander die Rollenverteilung in einer bürgerlichen Ehe auf die Spitze treibt (vgl. Kormann: 1999, S. 332).

Die Schauplätze, an denen sich die Handlung abspielt, sind auf wenige Lokalitäten in der fiktiven Kleinstadt Stinopel beschränkt. Der Titel Im Schlauch weist gleichzeitig auf einen zentralen Ort der Erzählung hin: eine verrufene Kneipe, bestehend aus „drei hintereinander liegenden fensterlosen Stübchen“ (IS, S. 41). Weiterhin wichtig sind die Wohnung der Familie Kulisch, das Abbruchhaus, der Bahnhof, die Straßen der Stadt sowie der Marktplatz. Außerhalb Stinopels kann auch Genosse Kulischs Reise nach Moskau hinzugezählt werden.

Die wenigen Orte des Geschehens werden dem Leser von einem verborgenen, heterodiegetischen Erzähler sehr detailliert geschildert. Durch diese Erzählweise steht der Anschauungsraum im Vordergrund. Beschrieben wird ebenso sachlich wie schonungslos das offensichtlich Sichtbare. Dabei handelt es sich an allen Orten fast ausschließlich um Verfall und die Folgen von Verwahrlosung. Gleichzeitig umfasst die Darstellung des Raums, in dem Falle des gestimmten Raums, aber häufig auch die Atmosphäre, wie sie von den Protagonisten wahrgenommen wird und deren Verzweiflung und Ohnmacht gegenüber den herrschenden Zuständen sich in ihrer maroden Umwelt zu spiegeln scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wende- und Nachwendeliteratur ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise.

2 Begriffsdefinitionen: Hier werden die zentralen Termini „Heimat“ und „Raum“ theoretisch verortet und für die Analyse der Erzählungen präzisiert.

3 Kerstin Hensels Erzählungen „Im Schlauch“ und „Tanz am Kanal“: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung der Schauplätze sowie das komplexe Zusammenspiel von Raumwahrnehmung und dem persönlichen Heimatverständnis der Protagonistinnen.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Raumdarstellung wesentlich zur Konstruktion von Heimatgefühlen in den Werken von Kerstin Hensel beiträgt.

Schlüsselwörter

Kerstin Hensel, Heimat, Raumdarstellung, Wende- und Nachwendeliteratur, Identität, Phänomenologie, DDR, Literaturanalyse, Im Schlauch, Tanz am Kanal, Raumwahrnehmung, Heimatverlust, literarischer Raum, soziale Milieus, Vergessen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie in den Erzählungen von Kerstin Hensel der Heimatbegriff durch die Gestaltung des literarischen Raums konstruiert und reflektiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den Aspekten des Heimatverlusts, der Auswirkung autoritärer Erziehung sowie der Spiegelung persönlicher Stimmungen in der Umwelt der Protagonistinnen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, inwiefern die Inszenierung des literarischen Raums eine entscheidende Rolle für das Heimatkonzept der beiden Erzählungen „Im Schlauch“ und „Tanz am Kanal“ spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf den phänomenologischen Ansatz zur Raumanalyse nach Gerhard Hoffmann, um zwischen Anschauungsraum, Aktionsraum und gestimmtem Raum zu unterscheiden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Schauplätze in Stinopel und Leibnitz sowie der Frage, wie Raumdarstellung und Heimatkonzept miteinander korrespondieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Heimat, Wende- und Nachwendeliteratur, literarischer Raum, Raumwahrnehmung, Identitätssuche und DDR-Alltag.

Warum spielt die Unterscheidung der Räume eine so wichtige Rolle?

Sie verdeutlicht die Diskrepanz zwischen der objektiv sichtbaren Umgebung (Anschauungsraum) und der subjektiven, emotionalen Wahrnehmung der Figuren (gestimmter Raum), was ihre verzweifelte Identitätssuche unterstreicht.

Welche Rolle spielt der Heimatverlust bei Gabriela in „Tanz am Kanal“?

Gabriela leidet unter einem zweifachen Heimatverlust: den durch den Zerfall ihrer Familie und den durch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ende der DDR.

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Details

Title
Analyse des Heimatkonzepts in Kerstin Hensels Erzählungen "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal"
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Heimatkonstruktionen in der deutschen Literatur nach 1989
Grade
1,0
Author
Daniela Göckeritz (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V319317
ISBN (eBook)
9783668184480
ISBN (Book)
9783668184497
Language
German
Tags
analyse heimatkonzepts kerstin hensels erzählungen schlauch tanz kanal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Göckeritz (Author), 2015, Analyse des Heimatkonzepts in Kerstin Hensels Erzählungen "Im Schlauch" und "Tanz am Kanal", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319317
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