Inklusion – ein Wort, das Experten und (angehende) Lehrkräfte aktuell mehr denn je beschäftigt, da es in unserer heutigen Gesellschaft und als Teil des deutschen Bildungssystems heiß diskutiert wird. Aber worum handelt es sich im Kern bei Inklusion? Wo liegen Unterschiede zum in der Vergangenheit gebräuchlichen Wort Integration?
Nachdem zunächst erörtert werden soll, was unter Inklusion verstanden wird, stellt sich hieran bereits die nächste, eigentlich entscheidende Frage: Wie kann Inklusion gelingen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inklusion – Ein Definitionsversuch
3 Schulentwicklung – Inklusion durch Bewegung?
3.1 Das Modell der bewegten Schule
3.1.1 Kompensation von Bewegungsdefiziten
3.1.2 Erziehung zum und durch Sport
3.1.3 Bewegungsorientierte Bildung in der Schule
4 Anwendung im Bewegungsraum (Ganztags)Schule
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welchen Beitrag das Konzept "Bewegung, Spiel und Sport" (BSS) zur erfolgreichen Umsetzung von Inklusion im Kontext von Ganztagsschulen leisten kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie schulische Entwicklungsprozesse gestaltet werden müssen, um Inklusion unter Einbeziehung körperlicher Aktivität und bewegungsorientierter Bildung zu fördern.
- Grundlagen und Definitionen des Inklusionsbegriffs
- Schulentwicklung durch das Modell der "bewegten Schule"
- Kompensation von Bewegungsdefiziten und Erziehung zum Sport
- Strategien zur praktischen Anwendung in inklusiven Ganztagsschulen
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Modell der bewegten Schule
Ziel des Konzepts der bewegten Schule ist es, eine bestmögliche Einbindung von Bewegung, Spiel und Sport (BSS) in den Rahmen von (Ganztags)Schulen zu gewährleisten. Dadurch, dass hiermit zahlreiche soziale, pädagogische und nicht zuletzt auch gesundheitliche Aspekte verfolgt werden, erfreut es sich zunehmender Bedeutung. Ein Verfechter dieses Ansatzes ist Roland NAUL, der zur Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport (BSS) in Ganztagsschule schreibt:
„Während im Lernort Halbtagsschule über einen Fächerkanon (zu dem auch der Sportunterricht zählt) eine ‚formale Bildung‘ angestrebt wird, geht es in den außerschulischen Agenturen [...] um non-formale Lernen bei Bewegung, Spiel und Sport“ (Naul, 2011, S. 76; vgl. Heim, 2008; 2010).
In Ganztagsschulen können BSS also über den Sportunterricht hinaus zu non-formaler Bildung beitragen. Über die damit einhergehenden Bildungschancen schreibt die Wuppertaler Arbeitsgruppe um Eckart BALZ,
„dass Schulsport über den regulären, unverzichtbaren Sportunterricht hinaus ein breites Spektrum lohnender Aktivitäten im Lern- und Lebensraum Schule bietet. Dazu gehören außerunterrichtliche Sportmöglichkeiten (in Pausen und Arbeitsgemeinschaften, auf Fahrten, bei Wettkämpfen und Festen), weitere bewegungsfreudige Bausteine (wie Bewegungspausen oder bewegtes Sitzen), auch gezielte Fördermaßnahmen, Kooperationen und Projekte sowie Bewegungsangebote im Ganztag. All das macht, wenn es gelingt und nachhaltig gesichert wird, die Qualität bewegungsfreudiger Schulentwicklung aus“ (Balz, 2008, S. 8).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle gesellschaftliche Debatte um Inklusion ein und skizziert die Fragestellung, wie Inklusion durch das Konzept der bewegten Schulentwicklung erfolgreich gestaltet werden kann.
2 Inklusion – Ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel erläutert den Inklusionsbegriff auf Basis der UN-Behindertenrechtskonvention und grenzt ihn begrifflich von der klassischen Integration ab.
3 Schulentwicklung – Inklusion durch Bewegung?: Hier wird der theoretische Rahmen für Inklusion durch Bewegung gelegt, indem das Modell der bewegten Schule und dessen Beitrag zur schulischen Bildung analysiert werden.
3.1 Das Modell der bewegten Schule: Dieses Unterkapitel stellt das Konzept der bewegten Schule als Mittel zur ganzheitlichen Förderung im Ganztag dar.
3.1.1 Kompensation von Bewegungsdefiziten: Fokus auf die Notwendigkeit, durch körperliche Aktivität Bewegungsarmut entgegenzuwirken und das Selbstkonzept von Kindern zu stärken.
3.1.2 Erziehung zum und durch Sport: Analyse der dualen Zielsetzung, sowohl sportliche Kompetenzen zu vermitteln als auch Sport als Medium zur Persönlichkeitsbildung zu nutzen.
3.1.3 Bewegungsorientierte Bildung in der Schule: Darstellung der Bedeutung von Bewegung als kulturelle Bildung und als Medium zur Weltaneignung.
4 Anwendung im Bewegungsraum (Ganztags)Schule: Beschreibung konkreter Umsetzungsstrategien und Dimensionen, wie Inklusion im schulischen Alltag durch bewegungsorientierte Programme implementiert werden kann.
5 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer differenzierten Unterrichtsgestaltung in inklusiven Ganztagsschulen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Integration, Ganztagsschule, Bewegung, Schulentwicklung, Sportunterricht, UN-Behindertenrechtskonvention, Bewegungserziehung, bewegte Schule, Inklusionspädagogik, Sonderpädagogik, Bildungschancen, Schulalltag, Körperliche Aktivität, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, Inklusion im schulischen Alltag durch das Konzept der bewegten Schulentwicklung zu fördern und umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Inklusion im Vergleich zur Integration, das Konzept der bewegten Schule sowie die praktische Implementierung von Bewegung, Spiel und Sport in den Ganztagsbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch bewegungsorientierte Konzepte eine inklusive Lernumgebung geschaffen werden kann, die behinderten und nicht behinderten Kindern gleichermaßen Bildungschancen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse relevanter Fachliteratur sowie offizieller Dokumente wie der UN-Behindertenrechtskonvention.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Modell der bewegten Schule, die Kompensation von Bewegungsdefiziten, die erzieherische Bedeutung des Sports und konkrete Dimensionen zur Gestaltung inklusiver Schulkulturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Inklusion, Ganztagsschule, Schulentwicklung, Bewegung und Bildungsgerechtigkeit.
Was unterscheidet Inklusion von der bisherigen Integration?
Im Gegensatz zur Integration, die eine Unterscheidung zwischen Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf vornimmt, zielt Inklusion auf die Anerkennung der Vielfalt als Normalität ab.
Welche Rolle spielt die UN-Behindertenrechtskonvention für diese Arbeit?
Sie dient als fundamentale rechtliche und ethische Basis, die den Anspruch auf ein inklusives Bildungssystem für alle Menschen unabhängig von Behinderungen festschreibt.
Wie kann eine "bewegte Pause" zur Inklusion beitragen?
Sie ermöglicht den Abbau von Anspannungen und fördert soziale Kompetenzen, was insbesondere Schülern mit besonderen Bedürfnissen hilft, sich besser zu konzentrieren und am Schulleben teilzuhaben.
Gibt es praktische Beispiele für die Anwendung dieser Konzepte?
Die Arbeit verweist auf die Sophie-Scholl-Schule in Gießen als Beispiel für eine Schule, die Inklusion durch ein reformpädagogisches Konzept erfolgreich mit Bewegung verbindet.
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- Julius Martenstein (Author), 2015, Ein Überblick über Inklusion und Bewegung an Ganztagsschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319354