Elementarisierung Sankt Elisabeth (1. Klasse, Religion)


Unterrichtsentwurf, 2012
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Elementare Strukturen

2. Elementare Zugänge
2.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
2.1.1 Zusammensetzung der Klasse
2.1.2 Soziale Herkunft
2.1.3 Mögliche Problemfälle
2.1.4 Mögliche förderliche Konstellationen
2.1.5 Besonderheiten im Hinblick auf den Religionsunterricht
2.2 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen (mit Quellenangaben und stundenbezogen)
2.2.1 Stufen der Glaubensentwicklung nach James W. Fowler
2.2.2 Stufen der Entwicklung religiöser Urteilskraft
2.2.3 Entwicklung des Symbolverstehens

3. Elementare Erfahrungen
3.1 Erfahrungen die im Text enthalten sind
3.2 Lebensweltliche Erfahrungen der Schüler

4. Elementare Wahrheiten
4.1 Textorientierte elementare Wahrheiten
4.2 Schülerorientierte elementare Wahrheiten

5. Lehrplananalyse
5.1 Stellung des Themas im Lehrplan
5.2 Stundensequenz
5.3 Formulierung der Feinziele / Lernintentionen

6. Elementare Lernformen

7. Unterrichtsverlaufsplan

8. Reflexion

MATERIALANHANG

QUELLENVERZEICHNIS

1. Elementare Strukturen

a) Aufbau, innerer und äußerer Zusammenhang

Die Heilige Elisabeth (1207 – 1231) kam als Tochter des ungarischen Königs Andreas von Ungarn (gest. 1235) zur Zeit des sog. Hochmittelalters zur Welt.[1] Ihre Mutter Gertrud stammt aus dem deutschen Adelsgeschlecht „Andechs-Meranien“[2], das wiederum engen Kontakt mit dem thüringer Landgrafen Herrmann I. hatte. Mit dessen Sohn Ludwig wird Elisabeth bereits im vierten Lebensjahr verlobt, und auf die Wartburg gebracht, wo sie zusammen mit der Landgrafenfamilie aufwuchs.[3] Die für ihre Erziehung nun zuständige Landgräfin Sophie ist eine fromme Frau, weshalb für Elisabeth’s Kindheit bereits eine innige, ins Spiel einbezogene Frömmigkeit bezeugt ist. Noch des Lesens nicht mächtig blätterte sie schon als Kind in prächtig illustrierten Psaltern.[4] Elisabeth ist Kind einer Zeit, die stark vom Entstehen und Wirken der Bettelorden geprägt ist. Beeinflusst vom Ideal des Heiligen Franziskus von Assisi gründet sie mehrere Spitäler, eines davon in Eisenach, am Fuße der Wartburg. Kern des franziskanischen Ideals ist das Leben nach dem Evangelium, dass sich in der Nachfolge des armen Jesus und in einer brüderlichen Gemeinschaft konkretisiert.[5] Die Franziskaner kamen 1223 nach Thüringen und 1225 auch nach Eisenach. Unter ihnen war ein gewisser Konrad von Marburg, auch Magister Konrad genannt, der Elisabeth’s Beichtvater und geistlicher Führer wurde. Die Doppelverdienstlichkeit „fides et opera“, die im Mittelalter konstitutiv für die „sanctitas“ war, wird prägend für die Vita der Hl. ELisabeth, das auch als „vita activa und contemplativa“ bezeichnet wurde.[6] Elisabeth’s Gemahl, Landgraf Ludwig, der in den Diensten des Kaisers stand, machte sich in dessen Gefolge 1227 auf zum Kreuzzug ins Heilige Land. Er verstarb jedoch bereits kurz vor der Einschiffung in Italien. Elisabeth hat ihrem „confessor“ Konrad für den Fall des Todes ihres Gemahls Eheverzicht und Gehorsam.[7] Nach dem Tod ihres Gemahls wird Elisabeth von seinen Verwandten auf der Wartburg verstoßen. Sie nahmen Elisabeths Sorgen um die Armen und Elenden schon immer mit Verachtung wahr und warfen ihr vor, sie verschleudere ihrer aller Reichtum. In diese Zeit der Anfeindungen fiel auch das sog. Rosenwunder. Als Elisabeth wieder auf dem Weg zu den Armen in der Stadt war, um ihnen in einem Korb Brot, Kleidung und Arznei zu bringen, wurde sie von einigen Adligen der Burg abgefangen und als diese in den Korb schauen wollten, fanden sie lediglich Rosen vor.

Konrad wird auf Geheiß Papst Gregor IX., der von diesen Anfeindungen hörte, zu ihrem „defensor“. In der Minoritenkapelle in Eisenach legte sie a, Karfreitag 1228 die Entsagungsgelübde ab und die Äbtissin Mechthild von Kitzingen lässt sie zu Verwandten bringen, die vergeblich auf eine neue Heirat drängen.[8] Nach der Beisetzung ihres Gemahls erhält sie einer Abfindung und siedelt nach Marburg über, wo sie in die „tunica grisea“ gekleidet wird, gleichsam einer Begine[9], und zu Ehren Franz‘ von Assis ein Spital errichtet.[10] In Marburg stirbt sie 1231 im Alter von nur 24 Jahren, aber bereits im Ruf der Heiligkeit. An Pfingsten im Jahre 1235 wird sie durch Papst Gregor IX. kanonisiert.

b) Motive und Themen

In der Erzählung von der Heiligen Elisabeth, die in einer Reihe mit anderen Heiligen steht, die für ihre Nächstenliebe bekannt sind (z.B. St. Martin), spielt das Motiv Selbstentäußerung eine große Rolle, was sich im aufopferungsvollen Dienst Elisabeths an den Armen zeigt. Sie ist mit ihren Gedanken immer zuerst bei den Armen und ihrer Not. Hierbei wird Elisabeths Nähe zum franziskanischen Armutdideal deutlich und auch der Einfluss norbertinischer Frömmigkeit.[11] Ihre Frömmigkeit wird aber auch durch die vorherrschende Kreuzzugsideologie bestimmt sowie dem damaligen Ideal weiblicher Frömmigkeit. Im Zentrum ihrer Zeit in Marburg steht die Nachfolge in der Liebe und im Leiden Jesu in der Welt. Diese Nachfolge lässt sie mehr und mehr ein Leben in Armut führen, um damit Jesus nahe sein zu können. Elisabeth wird dadurch zu einer geistigen Mutter der 1997 verstorbenen Mutter Teresa, die in jedem Armen Christus sah. Im Mittelpunkt steht daher die Hilfe für die Ärmsten, Kränksten und Bedürftigsten als Ausdruck vollkommener Nächstenliebe.

2. Elementare Zugänge

2.1 Soziokulturelle Voraussetzungen

2.1.1 Zusammensetzung der Klasse

Die 1. Klasse der Volksschule in Musterstadt zählt 16 Schüler. Sie sind zwischen 6 oder 7 Jahre alt und allesamt Angehörige der katholischen Konfession. Von diesen 16 Schülern sind 11 Mädchen.

2.1.2 Soziale Herkunft

Die Eltern der meisten Kinder dieser Klasse kommen aus dem ländlichen Raum, vorrangig aus Musterstadt. Sie arbeiten entweder in der Landwirtschaft oder in handwerklichen Berufen. Eine Schülerin stellt jedoch eine Ausnahme dar, da ihre Eltern zugezogen sind und der Vater eine gehobenere Position bei der Deutschen Bundesbank einnimmt.

2.1.3 Mögliche Problemfälle

Eine Schülerin, mit einer ausgewiesenen geistigen Störung, die sich hauptsächlich durch ein übersteigertes Aufmerksamkeitsbedürfnis äußert, ist bereits zurückgestellt worden und besucht die 1. Klasse bereits ein zweites Mal. Sie kommt den Arbeitsaufträgen der Lehrerin nicht nach, ist bei ihrer Arbeit äußerst nachlässig, was sich beispielsweise an ihrem schlechten Schriftbild erkennen lässt, und kann sich nicht auf das Unterrichtsgeschehen konzentrieren.

Eine andere Schülerin ist in ihrem Verhalten noch sehr kindlich und dem Kindergartenalter längst noch nicht entwachsen. So ist es für sie schwer, sich auf Lerninhalte zu konzentrieren und der Lehrerin zu gehorchen. Sie wird am Ende des Schuljahres zurückgestellt werden.

Des Weiteren ist vier Wochen nach Schulbeginn ein Mädchen dazugekommen, das mit seinen Eltern kurz zuvor aus der Slowakei nach Deutschland gezogen ist. Sie konnte daher anfangs kein Wort deutsch sprechen und hatte auch sehr starkes Heimweh nach ihren Eltern, sodass sie die ersten Tage, laut Klassenlehrerin, fast ständig geweint hat. Nach einiger Zeit hat sie sich beruhigt und kann nun auch einige Worte Deutsch. Sie ist inzwischen sehr gut in die Klasse integriert.

Außerdem ist noch ein Schaustellerkind in der Klasse, das mit seinen Eltern Station in Musterstadt macht und noch vor Ende des Schuljahres wieder abreisen bzw. weiterziehen wird.

2.1.4 Mögliche förderliche Konstellationen

In dieser Altersstufe gibt es unter den Schülern natürlich noch keine Ministranten. Auch sind die Schüler in keiner Jugendgruppe. Doch einige Schüler verbinden verwandtschaftliche Bande, was sich durchaus positiv in ihrem Umgang miteinander niederschlägt. Dort ist gegenseitige Hilfsbereitschaft und ein äußerst rücksichtsvoller und liebevoller Umgang festzustellen.

2.1.5 Besonderheiten im Hinblick auf den Religionsunterricht

Eine Besonderheit, die oben schon anklang, ist, dass die Klassengemeinschaft vollständig katholischer Konfession ist, wodurch sich keine Zugehörigkeitsbrüche bilden.

2.2 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen (mit Quellenangaben und stundenbezogen)

Der entwicklungspsychologische Ansatz bezüglich des Unterrichthaltens legt nahe, dass die Lernenden in ihrer je eigenen Entwicklungsstufe anzunehmen sind. Dadurch soll auf ihre jeweilige Denkstruktur Rücksicht genommen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass theologische Erwachsenenpositionen aufgezwängt werden.[12]

[...]


[1] Vgl. Erika Dinkler von Schubert: Elisabeth von Thüringen, 1982, S. 513.

[2] Vgl. Matthias Werner: Elisabeth von Thüringen, 2006, Sp. 602.

[3] Vgl. Erika Dinkler von Schubert: Elisabeth von Thüringen, 1982, S. 514.

[4] Ebd., S. 514.

[5] Vgl.Karl Suso Frank: Franziskaner, 2006, Sp. 30.

[6] Vgl. Erika Dinkler von Schubert: Elisabeth von Thüringen, 1982, S. 515.

[7] Ebd., S. 515.

[8] Vgl. Erika Dinkler von Schubert: Elisabeth von Thüringen, 1982, S. 516.

[9] Vgl. Matthias Werner: Beginen, 2006, Sp. 145.

[10] Vgl. Erika Dinkler von Schubert: Elisabeth von Thüringen, 1982, S. 516.

[11] Ebd., S. 516.

[12] Vgl. Georg Hilger, Werner H. Ritter: Religionsdidaktik Grundschule, 2006, S. 101.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Elementarisierung Sankt Elisabeth (1. Klasse, Religion)
Hochschule
Universität Augsburg  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Religionspädagogisches Seminar
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V319437
ISBN (eBook)
9783668190207
ISBN (Buch)
9783668190214
Dateigröße
751 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sankt Elisabeth, Heilige Elisabeth, Elisabeth von Thüringen, Theologie, Unterrichtsstunde, Artikulationsschema
Arbeit zitieren
Alexander Winter (Autor), 2012, Elementarisierung Sankt Elisabeth (1. Klasse, Religion), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319437

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