Auditive Wahrnehmung. Psychomotorik als entwicklungsförderndes Konzept


Hausarbeit, 2009

12 Seiten, Note: 1,7

Tom Keller (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychomotorik – Eine Einführung

3. Die Sinneswahrnehmung

4. Die Auditive Wahrnehmung

5. Akustische Reize

6. Das Ohr

7. Bereiche der auditiven Wahrnehmung
7.1 Entwicklung der auditiven Wahrnehmung
7.2 Förderung der auditiven Wahrnehmung durch praktische Beispiele

8. Fazit

1. Einleitung

Unsere Ohren sind neben den Augen wohl die wichtigsten Sinnesorgane des menschlichen Körpers. Sie geben uns unzählbare Informationen über unsere Umwelt. Sie erfreuen uns beim Hören von Musik, warnen uns vor Gefahren zum Beispiel beim Autofahren und manchmal lassen sie uns einfach die Stille genießen, die dann durch einen tickende Wanduhr gestört wird, die wir bis dahin gar nicht wahrgenommen haben. Unwissentlich sortiert unser Gehirn wichtige von unwichtigen akustischen Signalen der Umwelt. Alles wird aufgenommen, egal ob leise oder laut, kurz oder lang; unseren Ohren entgeht nichts und man kann es auf natürliche Art nicht verhindern.

Für Kinder ist die Entwicklung dieses Wahrnehmungssinnes von elementarer Bedeutung. Die Kommunikation ist sehr abhängig von der auditiven Wahrnehmung und so müssen diese Sinne so gut es geht entwickelt werden. Die Psychomotorik eignet sich sehr gut für eine Entwicklungsförderung. Bewegungsfördernd stellt sie eine Möglichkeit dar, die Sinne der Kindern spielerisch zu entwickeln. Um sie zu verstehen, folgt eine Einführung in dieses Gebiet um zu begreifen wie sie arbeitet. Die auditive Wahrnehmung ist nur eine von vielen Wahrnehmungssinnen. Doch was Sinneswahrnehmung eigentlich bedeutet und welche andere Arten der Wahrnehmung noch existieren, ist nicht jedem bewusst. Die wesentlichen Informationen darüber werden im späteren Verlauf beschrieben. Danach wird die auditive Wahrnehmung eingeführt. Was kann man unter diesem Begriff verstehen? Welche Rolle spielen unsere Ohren und welchen akustischen Reizen sind wir tagtäglich ausgesetzt? Diese Fragen werden allesamt im weiteren Verlauf beantwortet. Des Weiteren werden die verschiedenen Bereiche der auditiven Wahrnehmung erläutert, denn man kann auf vielfältige Art und Weise Informationen über unsere Umwelt erlangen und diese verarbeiten.

Auf die Entwicklung des Sinnessystems wird im späteren Verlauf auch eingegangen um eine Vorstellung zu erlangen wie dieses komplexe System entsteht. Als letzten Punkt widmet sich diese Hausarbeit verschiedenen Beispielen wie man die auditive Wahrnehmung fördern kann.

2. Psychomotorik – Eine Einführung

Psychomotorik setzt sich aus den Begriffen Psyche und Motorik zusammen. Die Psyche steht für die Seele oder den Verstand während die Motorik als Bezeichnung für Bewegung und Wahrnehmung dient (vgl. Fischer, 2001, 9). Für den Begriff der Psychomotorik gibt es zahlreiche Definitionen. So gilt sie als „Einheit körperlich-motorischer und psychisch-geistiger Prozesse“ (Zimmer, 2006, S. 21), als „pädagogische und therapeutische Förderung“ (Fischer, 2001, S. 15) oder laut ihrem Gründer Kiphard als „eine ganzheitlich-humanistische, entwicklungs- und kindgemäße Art der Bewegungserziehung“ (Zimmer, 2006, S. 17). Die Entwicklung der Psychomotorik wurde von der stetigen Beeinträchtigung unseres Bewegungsraumes vorangetrieben. Denn die Vernachlässigung von Bewegung schadet der kindlichen Entwicklung. Sie stellt ein elementares Ausdrucksmittel dar und muss somit gefördert werden. Bewegung findet nämlich nie ohne psychische und gefühlsmäßige Prozesse statt und ist somit ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung von Menschen (vgl. Zimmer, 1989, 95 f.).

Die Psychomotorik hat den Inhalt, die Kompetenzbereiche von Kindern zu fördern. Sie sollen Körper-Erfahrungen/Selbst-Erfahrungen (Ich-Kompetenz) sammeln, indem sie den eigenen Körper wahrnehmen, erleben, verstehen, lernen mit ihm umzugehen und ihn zu mögen. Material-Erfahrungen (Sach-Kompetenz) werden durch die Wahrnehmung der materiellen Umwelt erzielt und Sozialerfahrungen werden erworben, indem man erfährt und erkennt, das Lernprozesse zwischen einem selbst und anderen Personen stattfinden. (Zimmer, 2006, S. 23 f.; Fischer, 2001, S. 20).

Des Weiteren verfolgt die Psychomotorik vielfältige Ziele. Kinder sollen mithilfe ihrer eigenen Bewegungen, sich, die Umwelt und den Umgang mit anderen erlernen. Dabei sollen sie ihre Sinne fördern und entwickeln. Denn diese ermöglichen erst die Welt zu erfahren und sich mit ihr auseinander zu setzen. Sie sollen eigenständiger werden, selbstständig handeln und „durch Erfahrungen in der Gruppe zu einer Erweiterung“ ihrer „Handlungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit“ beitragen (Zimmer, 2006, S. 23). Somit stabilisiert die psychomotorische Förderung die Persönlichkeit durch Bewegungserlebnisse. Die eigenen Fähigkeiten werden entwickelt, motorische Defizite vermindert, aber auch Herausforderungen mit sich selbst und seiner Umgebung gemeistert (vgl. Zimmer, 2006, S. 22). Um die Kinder zu fördern „werden Übungen zur Sinnessschulung, Körper-, Raumwahrnehmung, Behutsamkeit, Selbstbeherrschung, rhythmisch-musikalischen Schulung und zum Körperausdruck spielerisch motivierend in Kindergruppen durchgeführt“ (Fischer, 2001, S. 15). Der Fokus liegt auf Bewegungsmöglichkeiten die erlebnisreich sind, welche den Kindern die Möglichkeit bieten soziale Erfahrungen in der Gruppe zu sammeln und ein positives Selbstkonzept zu schaffen (vgl. Zimmer, 2006, S. 24). Durch solche leiblichen Übungen wird ein „besonders guter und kindgemäßer Zugang zum Psychischen“ ermöglicht (Mertens, 2002, S. 7). So gesehen kann die Psychomotorik nach dem erzieherischen Prinzip genutzt werden, wenn Kinder aktiv in die Umwelt eingreifen und auf sie einwirken können.

Die Umwelt mit ihren Reizen und die Möglichkeiten sie auf vielfältige Art und Weise wahrzunehmen unterstützt die Entwicklung des Kindes. Selbst die Montessori-Pädagogik ähnelt der Idee, „Entwicklungsanstöße und Lernimpulse von den Materialien in der Umgebung ausgehen zu lassen“ (Zimmer, 1989, S. 96). Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, das bestimmte Geräte nicht den Mittelpunkt bilden sollten. Viel mehr ist die Art und Weise, wie Kinder diese benutzen, für sich entdecken, in welche Zusammenhänge sie diese einordnen und letztendlich wie sie diese erleben, hervor zu heben (vgl. Zimmer, 2006, S. 23). Generell geht es nicht um einen Wettkampf oder Konkurrenz sondern um Bewegungsmöglichkeiten und die möglichen Erfahrungen (vgl. Zimmer, 1989, S. 98).

3. Die Sinneswahrnehmung

In unserer Umwelt werden wir tagtäglich mit unzählbaren Reizen überflutet. Sei es der Fernseher, die Außentemperatur, der Lärm des Straßenverkehrs oder Berührungen anderer Personen. All diese Reize nehmen wir wahr und verarbeiten sie. Unsere Sinne sind hierbei unerlässlich und bieten uns Möglichkeiten die Umwelt wahrzunehmen. Gerade Kinder lernen die Umwelt über die Sinneswahrnehmung kennen. Die sinnlichen Auseinandersetzungen mit verschiedenen Reizen gelten „als wesentliche Erkenntnisquellen zur Aufnahme und Verarbeitung von Umwelteindrücken“ (Zimmer, 1989, S. 94). Umso wichtiger ist die Aufgabe die Wahrnehmung zu trainieren und zu verbessern. Kinder lernen mit der Zeit zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen zu unterscheiden. Jedoch haben manche von ihnen, vor allem hyperaktive und unkonzentrierte Kinder, Schwierigkeiten sich zwischen den Reizen zurecht zu finden (vgl. Zimmer, 1989, S. 95). Dies geschieht durch die aktive sinnliche Auseinandersetzung mit Reizen der Umwelt. Dabei kann man zwischen verschiedenen Sinnessystemen unterscheiden. Es gibt das visuelle (Sehen) und das auditive (Hören) System. Diese gelten als körperferne Sinne. Die körpernahen Sinne sind das taktile (Fühlen), kinästhetische (Bewegung), vestibuläre (Gleichgewicht), olfaktorische (Riechen) und gustatorische (Schmecken) System. Dabei ist festzuhalten, dass diese Sinne in der realen Welt nicht trennbar sind. Alle Systeme arbeiten Hand in Hand und manchmal zur gleichen Zeit. Dabei spielen auch Erfahrungen und Empfindungen eine Rolle wie jeweilige Informationen aufgenommen und beeinflusst werden (vgl. Zimmer, 2005, S. 58 f.). Kinder fördern ihre Sinne schon beim bloßen Spielen. Solch eine Sinnesschulung kann noch gesteigert werden, wenn man einzelne Sinne isoliert und somit andere stärker zur Geltung kommen. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass einzelne Systeme nicht verbessert werden können sondern die Bereiche eher sensibilisiert werden (vgl. Zimmer, 2005, S. 62). In der Praxis der Psychomotorik werden Spielsituationen geschaffen um die Wahrnehmung der Kinder zu fördern. Kinder sollen sich und ihren Körper spielerisch entwickeln und so Erfahrungen sammeln.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Auditive Wahrnehmung. Psychomotorik als entwicklungsförderndes Konzept
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Sportseminar)
Veranstaltung
Psychomotorik
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V319484
ISBN (eBook)
9783668188303
ISBN (Buch)
9783668188310
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmung, Ohr, Hören, Entwicklung, Sport, auditiv, Sinne, Psychomotorik
Arbeit zitieren
Tom Keller (Autor), 2009, Auditive Wahrnehmung. Psychomotorik als entwicklungsförderndes Konzept, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319484

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