Die gemeinsame Erarbeitung und Präsentation eines Schattenspiels ermöglicht den SchülerInnen, soziale Kompetenzen zu erwerben und weiterzuentwickeln als auch ihr Wissen zum Themenkomplex "Mythen" zu erweitern. Die selbstständige, produktorientierte Erarbeitung und Präsentation in Kleingruppen erschafft außerdem eine motivierende Lernumgebung, in der sich die SchülerInnen an selbst gesetzten Verhaltensregeln orientieren.
Für die geplante Unterrichtseinheit ergeben sich folgende Fragestellungen:
- Inwiefern dient die gemeinsame Erarbeitung eines Schattenspiels der Förderung sozialer Kompetenzen?
- Wie wirkt sich der Prozess der Erarbeitung und Präsentation auf das Sozialverhalten der SchülerInnen aus?
- Ermöglicht diese projektorientierte Arbeitsform eine motivierende Lernumgebung?
- Welche Bedeutung stellen vereinbarte Verhaltensregeln dar?
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Arbeitshypothese
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Die soziale Kompetenz
3.1.1 Zum Begriff
3.1.2 Ausgewählte soziale Kompetenzen
3.2 Kooperatives Lernen
3.2.1 Zum Begriff
3.2.2 Förderung sozialer Kompetenzen durch kooperatives Lernen
3.3 Der Ethikunterricht mit verhaltensauffälligen SchülerInnen
3.3.1 Allgemein
3.3.2 Der Begriff Verhaltensstörung
3.4 Das Schattenspiel als Methode im Ethikunterricht
3.4.1 Das Schattenspiel als Methode des kooperativen Lernens
4. Dokumentation des Projekts "Mythen als Schattenspiel" mit einer 5. Klasse an einer Schule mit Ausgleichsklassen
4.1 Lerngruppenbeschreibung
4.1.1 Sozialverhalten
4.1.2 Lernverhalten
4.2 Vorüberlegungen zum Projekt
4.2.1 Sachanalyse
4.2.2 Ziele und Struktur der Unterrichtseinheit
4.3 Durchführung des Projekts
4.4 Reflexion des Projekts
5. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern die gemeinsame Erarbeitung und Präsentation eines Schattenspiels im Ethikunterricht dazu beitragen kann, die sozialen Kompetenzen von SchülerInnen an einer Förderschule zu fördern und eine motivierende Lernumgebung zu schaffen.
- Förderung der Sozialkompetenz durch kooperatives Lernen
- Einsatz der Schattenspiel-Methode im Ethikunterricht
- Bedeutung der griechischen Mythen für die Welterschließung
- Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten in Kleingruppenprojekten
- Reflexion von Gruppenprozessen und Verhaltensregeln
Auszug aus dem Buch
3.4 Das Schattenspiel als Methode im Ethikunterricht
Das Schattenspiel, auch Schattentheater genannt, ist eine Form des Theaters, bei der eine Geschichte erzählt wird, während Schatten auf eine beleuchtete Fläche geworfen werden. Diese Form des Theaters stammt ursprünglich aus Asien. Im 17. Jahrhundert kam das Schattenspiel über Persien, Arabien und die Türkei nach Europa und erfreute sich großer Beliebtheit (vgl. Reusch/Götz). Noch heute ist das Schattenspiel vorallem bei Kindern als "Taschenlampenspiele" bekannt und eine beliebte Form des Geschichtenerzählens. Mit Hilfe von Taschenlampen und Händen werden Figuren an die Wand projiziert und Geschichten dazu erzählt.
Das Schattenspiel eignet sich hervorragend, um Geschichten oder in diesem Fall Mythen nachzuerzählen, da ein Schattenspiel mit einfachen Mitteln hergestellt werden kann. Für das vorliegende Projekt wurde ein Overheadprojektor genutzt, der die Lichtquelle darstellt. Figuren aus Papier sorgen beim Auflegen auf die Projektionsfläche für einen Schatten, der an die Wand übertragen wird. Das Schattenspiel ist also mit Hilfe von etwas Papier und einem Polylux einfach umzusetzen. Diese Methode erzeugt bei SchülerInnen außerdem eine große Motivation und Faszination.
Während eine Geschichte erzählt wird, legt man die zuvor gestalteten Figuren auf die Projektionsfläche und bewegt diese ggf. passend zu Geschichte. So wird die vorgestragene Geschichte an einer leeren Wand zum Leben erweckt.
Die Erarbeitung und Präsentation eines Schattenspiels fördert neben den fachlichen Kompetenzen des jeweiligen Unterrichtsfachs auch die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten und ermöglicht problemlösendes Lernen (Wie müssen die Figuren gestaltet werden, sodass man sie aufgrund ihres Schattens erkennt? Wie groß müssen die Figuren sein?). Außerdem sind Ausdauer und Konzentration nötig, um diese Aufgabe zu bewältigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Erläutert die komplexen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Herausforderungen für die soziale Entwicklung von Kindern, insbesondere an einer Schule mit Ausgleichsklassen.
2. Arbeitshypothese: Formuliert die Annahme, dass die kooperative Erarbeitung eines Schattenspiels soziale Kompetenzen stärkt und eine motivierende Lernumgebung schafft, und stellt dazu passende Forschungsfragen.
3. Theoretischer Hintergrund: Definiert soziale Kompetenzen, kooperatives Lernen, Besonderheiten des Ethikunterrichts bei Verhaltensauffälligkeiten und die methodische Eignung des Schattenspiels.
4. Dokumentation des Projekts "Mythen als Schattenspiel" mit einer 5. Klasse an einer Schule mit Ausgleichsklassen: Beschreibt die Lerngruppe, die theoretischen Vorüberlegungen, den chronologischen Projektverlauf und die anschließende Reflexion.
5. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse: Beantwortet die eingangs aufgestellten Forschungsfragen und zieht ein Fazit über den Erfolg der Methode hinsichtlich der Kompetenzentwicklung.
Schlüsselwörter
Soziale Kompetenz, Kooperatives Lernen, Ethikunterricht, Schattenspiel, griechische Mythen, Förderschule, emotionale Entwicklung, Sozialverhalten, Projektorientierter Unterricht, Verhaltensregeln, Gruppenarbeit, Motivation, Reflexion, Medienpädagogik, Unterrichtsmethodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein schülerzentriertes Projekt – die Erstellung und Präsentation eines Schattenspiels zu griechischen Mythen – die soziale Kompetenzentwicklung von Fünftklässlern an einer Förderschule unterstützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem kooperativen Lernen, der theoretischen Einbettung des Mythos-Begriffs und der praktischen Anwendung von theaterpädagogischen Methoden zur Förderung sozialer Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass durch projektorientierte Arbeit in Kleingruppen soziale Kompetenzen wie Kooperations- und Konfliktfähigkeit bei verhaltensauffälligen Kindern effektiv angebahnt und gestärkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine schulische Projektarbeit, die durch eine chronologische Dokumentation und eine qualitative Reflexion der beobachteten Lern- und Gruppenprozesse ausgewertet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und eine detaillierte projektbegleitende Dokumentation, die Planung, Durchführung und Auswertung umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Soziale Kompetenz, Kooperatives Lernen, Schattenspiel, Ethikunterricht und die Förderung der emotionalen sowie sozialen Entwicklung.
Wie wurde mit Konflikten während der Gruppenarbeit umgegangen?
Die Autorin setzte auf die Selbstregulierung der Gruppen, griff jedoch unterstützend ein, wenn Konflikte zu eskalieren drohten, und führte ritualisierte Reflexionen im Projekttagebuch ein.
Warum wurde das Schattenspiel als Methode gewählt?
Das Schattenspiel ist einfach mit Overheadprojektoren umsetzbar, bietet einen hohen Aufforderungscharakter, motiviert die SchülerInnen und zwingt zur kooperativen Arbeit, da eine Person allein die Geschichte nicht gleichzeitig präsentieren und die Figuren führen kann.
- Arbeit zitieren
- Maria Nagel (Autor:in), 2015, Förderung der Sozialkompetenz im Ethikunterricht der 5. Klasse. Gemeinsame, kooperative Erarbeitung und Präsentation eines Schattenspiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319560