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Zwischen Traum, Wahnsinn und Wirklichkeit. Elemente des Phantastischen in Maupassants "Le Horla"

Titre: Zwischen Traum, Wahnsinn und Wirklichkeit. Elemente des Phantastischen in Maupassants "Le Horla"

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 16 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anika Strelow (Auteur)

Didactique du français - Litérature, Œuvres
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Nach heutigem Stand der Literaturkritik stellt der französische Autor, Guy de Maupassant, einen der einfallsreichsten und stilsichersten Erzähler der französischen Literaturgeschichte dar. Neben sechs Romanen schrieb er rund dreihundert Erzählungen und Novellen und wurde dabei lange Zeit von seinem Dichtervater, Freund und wahrscheinlich schärfsten Kritiker, Gustav Flaubert (1821-1880), dem großen französischen Romancier des 19. Jahrhunderts, begleitet. Die literarischen Werke Maupassants zeichnen sich besonders durch die Darstellung einer „vision plus complète, plus saisissante, plus probante de la réalité“ (Castex & Surer 1950, S. 138) sowie durch eine unkommentierte und objektive Schilderung der gesellschaftlichen Realität seiner Zeit aus. Vor allem „Grenzbereiche des menschlichen Bewusstseins [und] pathologische Zustände“ (Kemner 1997, S. 134) übten auf ihn eine große Faszination aus.

Da er in seiner späten Schaffensphase selbst von Wahnvorstellungen und depressiver Verstimmung geplagt wurde, die auf seine Syphilis-Erkrankung und seinen exzessiven Drogenkonsum zurückzuführen sind, scheute Maupassant nicht davor zurück, Themen wie Angst, Halluzinationen, psychotisches Verhalten und Verfolgungswahn in seinen Werken zu verarbeiten und diese kunstvoll mit phantastischen Elementen zu verknüpfen. Vor allem seine im Mai 1887 in den „Annales politiques et littéraires“ veröffentlichte Novelle „Le Horla“ gilt bis heute als eine der „originellsten, aber auch beunruhigendsten Erzählungen“ (vgl. ebenda) des Autors und stellt, aufgrund seiner gattungstypischen Komponenten, „einen der letzten Texte der ‚klassischen‘ fantastischen Literatur des 19. Jahrhunderts“ dar (Wehr 1997, S. 186).

Ziel der hier vorliegenden Arbeit ist es, wesentliche Elemente der sogenannten contes fantastiques, die durch die Erzählweise sowie die Darstellung der Wirklichkeit zwischen Realität und Irrationalität in Erscheinung treten, in „Le Horla“ herauszustellen. Dazu wird zunächst auf allgemeine, gattungstheoretische Merkmale des Genres eingegangen. Anschließend folgen eine ausführliche Analyse zur Darstellung und Wahrnehmung des Übernatürlichen sowie ein zusammenfassendes Fazit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gattungstheoretische Merkmale der contes fantastiques im 19. Jahrhundert

3. Analyse der phantastischen Elemente in Le Horla

3.1 Inhaltliche Zusammenfassung der Erzählung

3.2 Formale Merkmale des Tagebuches

3.3 Zwischen Unwohlsein und Verfolgungsangst – Zur Wahrnehmung des übernatürlichen Wesens

3.4 Zusammenfassung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Elemente der phantastischen Literatur (contes fantastiques) am Beispiel von Guy de Maupassants Novelle "Le Horla". Ziel ist es, die narrative Gestaltung und die Darstellung der Wirklichkeit zwischen Realität und Irrationalität zu analysieren, um das Wesen des Übernatürlichen im Kontext psychologischer und phantastischer Motive zu ergründen.

  • Gattungstheoretische Grundlagen des französischen "conte fantastique" im 19. Jahrhundert.
  • Analyse der narrativen Struktur und der Tagebuchform als Medium der Unmittelbarkeit.
  • Untersuchung von Wahrnehmungsprozessen, Wahnsinn und der Konfrontation mit dem Übernatürlichen.
  • Deutung zentraler Motive wie Vampirismus, Doppelgänger und Spiegelbild-Phänomene.
  • Diskussion über den Zusammenhang zwischen Autorbiographie und fiktionalem Werk.

Auszug aus dem Buch

Zwischen Unwohlsein und Verfolgungsangst – Zur Wahrnehmung des übernatürlichen Wesens

Auch in der innersprachlichen Gestaltung lassen sich Elemente des Phantastischen und Besonderheiten in der Erzählweise des Tagebuchautors vorfinden.

Die Hauptfigur und zugleich Ich-Erzähler der Handlung stellt einen anonymen Tagebuchschreiber dar, der keinem Beruf nachgeht und sozial zurückgezogen an der Seine zwischen Rouen und Havre wohnt. Er wird als ein kultivierter, intelligenter und wissbegieriger Mann beschrieben (« Je viens de lire ceci dans la Revue du Monde scientifique », vgl. ebenda, S. 105), der auf eine sehr präzise und fast schon wissenschaftliche Art und Weise seine Umwelt sowie die nächtlichen Vorkommnisse analysiert: « un simple malaise, un trouble de la circulation peut-être, l'irritation d'un filet nerveux, un peu de congestion, une petite perturbation dans le fonctionnement […] » (vgl. ebenda, S. 75). Wie auch in seinen Novellen Magnétisme (1882), Apparition (1883) oder in La Main (1883) wählte Maupassant hier eine besonders glaubhaft wirkende Erzählerfigur (z.B. einen ehemaligen Offizier, einen Untersuchungsrichter oder einen Nervenarzt), um so die Skepsis und Unsicherheit des impliziten Lesers in Bezug auf die später noch erwähnten Erlebnisse des Tagebuchautors zusätzlich zu steigern (Blüher 1985, S. 156).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet Maupassants Werk in den literarhistorischen Kontext ein und erläutert die zentrale Fragestellung bezüglich der Darstellung des Phantastischen.

2. Gattungstheoretische Merkmale der contes fantastiques im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel definiert die Gattungsmerkmale der phantastischen Novelle und deren Abgrenzung zu anderen phantastischen Erzählformen.

3. Analyse der phantastischen Elemente in Le Horla: Im Hauptteil wird die Erzählung detailliert analysiert, wobei der Fokus auf der Tagebuchstruktur, dem psychischen Zustand des Erzählers und der Begegnung mit dem Übernatürlichen liegt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die biographischen Bezüge und die literarische Bedeutung der Erzählung.

Schlüsselwörter

Le Horla, Guy de Maupassant, Phantastik, contes fantastiques, Übernatürliches, Tagebuch, Wahnsinn, Wahrnehmung, Irrationalität, Doppelgänger, Vampirismus, Literaturwissenschaft, Realität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Guy de Maupassants Erzählung "Le Horla" unter dem Aspekt der phantastischen Literatur des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Dazu gehören die Konfrontation des Rationalen mit dem Irrationalen, die psychologische Verfassung des Ich-Erzählers sowie die narrative Gestaltung mittels der Tagebuchform.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Elemente des Phantastischen in "Le Horla" herauszustellen und zu untersuchen, wie Maupassant die Wahrnehmung des Übernatürlichen konstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die gattungstheoretische Merkmale anwendet und durch Textinterpretation fundiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsübersicht, eine Analyse der Tagebuchform und eine detaillierte Untersuchung der Wahrnehmungsprozesse des Erzählers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Phantastik, Le Horla, Wahnsinn, Tagebuchform und das Übernatürliche.

Welche Bedeutung hat die Tagebuchform für die Erzählung?

Sie erzeugt eine hohe Subjektivität und Unmittelbarkeit, wodurch der Leser den schleichenden Identitätsverlust und Wahnsinn des Protagonisten besonders intensiv mitverfolgen kann.

Wie geht die Arbeit mit der Frage nach dem Wahnsinn des Erzählers um?

Die Arbeit betont das "Schwanken" des Lesers, da der Erzähler seine Erfahrungen teils rational-wissenschaftlich reflektiert und teils als reale Begegnungen mit einem übernatürlichen Wesen schildert.

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Résumé des informations

Titre
Zwischen Traum, Wahnsinn und Wirklichkeit. Elemente des Phantastischen in Maupassants "Le Horla"
Université
Martin Luther University  (Institut für Romanistik)
Cours
Guy de Maupassant
Note
2,0
Auteur
Anika Strelow (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
16
N° de catalogue
V319592
ISBN (ebook)
9783668187023
ISBN (Livre)
9783668187030
Langue
allemand
mots-clé
Maupassant Französisch Frankreich Literatur Werke Französische Werke Französische Literaturwissenschaft Guy de Maupassant Le Horla Traum Wahnsinn Irrationalität Übernatürliches contes fantastiques 19. Jahrhundert Phantastik Interpretation
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Citation du texte
Anika Strelow (Auteur), 2015, Zwischen Traum, Wahnsinn und Wirklichkeit. Elemente des Phantastischen in Maupassants "Le Horla", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319592
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Extrait de  16  pages
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