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Lernen in Abhängigkeit des Individuums

Titel: Lernen in Abhängigkeit des Individuums

Hausarbeit , 2016 , 11 Seiten

Autor:in: Robin Kirsch (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen meiner Seminararbeit „Lernen – in Abhängigkeit des Individuums“ möchte ich der Frage nachgehen, ob Lernen als ein aktiver oder passiver Vorgang beschrieben werden kann. Kann man sich dem Lernen oder gewissen Lerngegenständen entziehen oder ist man diesen, salopp gesagt, schutzlos ausgeliefert?

Zur Beantwortung meiner Frage habe ich zwei Texte von Klaus Prange herangezogen, um einen Überblick zu bekommen, was Lernen ist, wie man den Begriff von weiteren abgrenzen muss und welche Operatoren mit diesem in Zusammenhang stehen. Als dritten flankierenden Text habe ich „Jörg Dinkelacker – Lernen“ gewählt. Vor allem die bei ihm dargestellte gesellschaftliche Bedeutung des Lernens empfand ich als wichtig und nennenswert im Zusammenhang mit der Fragestellung der vorliegenden Seminararbeit.

In der Definition wird Lernen als „absichtlicher, beiläufiger, individueller oder kollektiver Erwerb von geistigen, körperlichen und sozialen Kenntnissen und Fertigkeiten“ verstanden. Wenn wir aus lernpsychologischer Sicht argumentieren, muss der Begriff des Lernens immer als ein Prozess gefasst und verstanden werden. Die Prozesse, in denen sich Kenntnisse und Fähigkeiten verändern oder entwickeln, können unterschiedliche Gestalt annehmen. Man kann sie als Neulernen, Dazulernen und Umlernen definieren.

Welche Veränderungen diese Lernprozesse nach sich ziehen, muss aufgrund der präzisen Titulierung an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. Im Laufe eines jeden Lebens wurden verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgebildet, verändert und verfeinert. Der Lernbegriff als Prozess setzt also zum einen voraus, dass einige Menschen über Wissen und Fähigkeiten verfügen und andere (noch) nicht. Zum anderen spielt die Veränderlichkeit und die Veränderbarkeit von Kenntnissen und Fertigkeiten eine wichtige Rolle.

Diese Tatsache, etwas verändern zu können, ist die Betriebsprämisse für jedes pädagogische Geschehen, jedes pädagogische Handeln und begründet gleichfalls die Beeinflussbarkeit von Lernprozessen. Was aber noch wichtiger ist, um überhaupt pädagogisch handeln zu können, ist die Gegebenheit, dass jeder Mensch lernen kann. Zumeist verbindet man Lernen mit Kindern und Jugendlichen, doch Erwachsene lernen gleichwohl. Wenn dies nicht so wäre, wären Informationsveranstaltungen, Weiterbildungen, ja selbst Reklamen, Werbungen und Propaganda vergebliche Bemühungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Verhältnis von Zeigen – Lernen und Erziehen

3. Drei Einsichten zur Bedeutung des Lernens

4. Formen des Lernens

5. Gesellschaftliche Bedeutung des Lernens

6. Kontrahierende Lerntheorien

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Seminararbeit untersucht, inwiefern Lernen als aktiver oder passiver Vorgang zu verstehen ist und in welcher Abhängigkeit das Lernen vom Individuum steht. Dabei wird die zentrale Fragestellung beleuchtet, ob sich das Individuum dem Lernprozess entziehen kann oder ob es diesem schutzlos ausgeliefert ist.

  • Abgrenzung von Lernen und Erziehung
  • Die Operation des Zeigens als pädagogische Grundform
  • Elementare Formen des Lernens (Üben, Greifen, Laufen)
  • Institutionalisierung des Lernens im gesellschaftlichen Wandel
  • Vergleich kontrahierender Lerntheorien

Auszug aus dem Buch

3.Drei Einsichten zur Bedeutung des Lernens

1. Lernen ist der Erziehung und Erziehungswissenschaft unableitbar vorgegeben.

Dass Lernen unableitbar vorgegeben ist, ist nicht nur für die Erziehung und deren Wissenschaft ein wichtiger Aspekt. Es gibt das Lernen, wie bereits erwähnt, als Betriebsprämisse des Seins für Menschen und gleichermaßen für Tiere. Jeder kann lernen und ist durch seine Wahrnehmung aufnahmefähig. Es gehört zu einem (gesunden) Individuum dazu, gleich der lebensnotwendigen physiologischen Vorgänge wie der Atmung und Verdauung.

2. Lernen ist unvertretbar.

Wie schon des Öfteren angemerkt, ist Lernen individuell und somit unvertretbar. Beim Lernen ist jeder auf sich gestellt. Selbstverständlich kann man eine Lerngruppe bilden, in einem sozialen Kontext lernen, über Lerngegenstände sprechen und somit von und mit anderen lernen. Der eigentliche Lernprozess geschieht allerdings individuell und leibbezogen. Selbst innerhalb einer Gruppe lernt jeder für sich. Prange beschreibt diese Tatsache mit den Vorgängen des Lebens, Sterbens und Essens. Diese Prozesse sind gleich dem Lernen unvertretbar, man kann nicht für jemanden leben, sterben oder essen. „Wir sind da in erster Linie nicht handelnd, sondern wir erleben, erleiden und empfangen etwas; wir sind, wenn wir lernen, primär rezeptiv, nicht aktiv, oder nur sekundär aktiv.“ Wenn wir lernen geschieht etwas mit uns, ob wir wollen oder nicht. Dieser wichtige Aspekt mündet sogleich in die dritte Einsicht über das Lernen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert Lernen als Prozess und führt die Forschungsfrage ein, ob Lernen als aktiver oder passiver Vorgang zu verstehen ist.

2. Das Verhältnis von Zeigen – Lernen und Erziehen: Dieses Kapitel erläutert die Operation des Zeigens als notwendiges, aber nicht hinreichendes Merkmal für erfolgreiche Erziehung und grenzt es vom Lernvorgang ab.

3. Drei Einsichten zur Bedeutung des Lernens: Die zentralen Merkmale des Lernens – unableitbar, unvertretbar und unsichtbar – werden hier theoretisch hergeleitet und begründet.

4. Formen des Lernens: Anhand der frühkindlichen Entwicklung werden die Lernformen Üben, Greifen sowie das bewegliche Lernen (Laufen) als fundamentale Kompetenzen beschrieben.

5. Gesellschaftliche Bedeutung des Lernens: Hier wird der historische Wandel des Lernens durch die Institutionalisierung und das Konzept des lebenslangen Lernens betrachtet.

6. Kontrahierende Lerntheorien: Das Kapitel vergleicht die Theorie des Erfahrungslernens mit der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie und diskutiert das Spannungsfeld zwischen passivem und expansivem Lernen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Position, dass Lernen ein unabdingbares, individuelles und unsichtbares Geschehen ist.

Schlüsselwörter

Lernen, Erziehung, Zeigen, Individuum, Erfahrungslernen, Lernprozess, pädagogisches Handeln, lebenslanges Lernen, Institutionalisierung, subjektwissenschaftliche Lerntheorie, Wissenserwerb, Rezeption, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Natur des Lernens und dessen Abhängigkeit vom Individuum unter Berücksichtigung pädagogischer Konzepte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Zeigen und Erziehen, die Formen des Lernens sowie die institutionelle gesellschaftliche Bedeutung des Lernens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob Lernen als aktiver oder passiver Vorgang definiert werden kann und wie das Individuum in diesen Prozessen verortet ist.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die operativen Pädagogik von Klaus Prange sowie Theorien zum Lernen von Jörg Dinkelacker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Wesenseinsichten des Lernens, die Entwicklung des Lernens von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter sowie verschiedene theoretische Lernmodelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Lernen, Erziehung, Unvertretbarkeit, Unsichtbarkeit des Lernprozesses, Zeigen, Erfahrungslernen und Institutionalisierung sind essenziell.

Warum betont der Autor das „Zeigen“ als zentrales Dilemma im Lehrerberuf?

Weil der Pädagoge zwar den Lernanlass durch Zeigen steuern kann, der eigentliche Lernvorgang beim Schüler jedoch unvertretbar und individuell bleibt, was den Erfolg unvorhersehbar macht.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen expansiven und defensivem Lernen?

Expansives Lernen ist selbstbestimmt, während defensives Lernen oft reaktiv innerhalb institutioneller Zwänge, wie etwa in der Schule, stattfindet.

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Details

Titel
Lernen in Abhängigkeit des Individuums
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Erziehungswissenschaften)
Autor
Robin Kirsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V319644
ISBN (eBook)
9783668189089
ISBN (Buch)
9783668189096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen Klaus Prange Lernprozess
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robin Kirsch (Autor:in), 2016, Lernen in Abhängigkeit des Individuums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319644
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Leseprobe aus  11  Seiten
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