Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Wegzugsbesteuerung von natürlichen Personen und stellt dabei heraus welche Aspekte bei einem Wegzug aus Deutschland beachtet werden sollen. Die Arbeit greift hauptsächlich den Fall der Besteuerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft bei einem Wohnsitzwechsel von Deutschland in das Ausland auf.
Zusätzlich werden die steuerlichen Rahmenbedingungen bei einem Zuzug in Österreich oder in die Schweiz erläutert. Um die steuerlichen Aspekte besser verstehen zu können, werden in der Arbeit mehrere kleinere Praxisbeispiele dargestellt.
In der Vergangenheit gab es schon öfters Fälle, in denen vermögende Unternehmer Ihren Wohnsitz in einen steuerbegünstigteren Staat verlegt haben, um somit der deutschen Steuerpflicht zu entgehen.
Viele natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz verlegen missachten, meistens auch unbewusst, daher steuerliche Regelungen Deutschlands oder auch des Zuzugsstaates und werden dadurch wegen Steuerhinterziehung angeklagt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DER WEGZUGSBESTEUERUNG
3 WEGZUGSBESTEUERUNG GEMÄß § 6 ASTG
3.1 BESTEUERUNGSGRUNDLAGEN FÜR DIE WEGZUGBESTEUERUNG
3.1.1 „unbeschränkte Steuerpflicht“
3.1.2 „Wohnsitz“
3.1.3 „Gewöhnlicher Aufenthalt“
3.1.4 Definitionslücken §8 AO und §9 AO
3.2 REGELUNGEN UND VORAUSSETZUNGEN DES §6 ASTG
3.3 ERMITTLUNG DES STEUERPFLICHTIGEN GEWINNS
4 BESTEUERUNG BEI ZUZUG IN ÖSTERREICH
4.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE EINKOMMENSSTEUER
4.2 AUSWIRKUNGEN AUF DIE ERBSCHAFTSSTEUER
5 BESTEUERUNG BEI ZUZUG IN DIE SCHWEIZ
5.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE EINKOMMENSSTEUER
5.2 AUSWIRKUNG AUF DIE ERBSCHAFTSSTEUER
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerlichen Konsequenzen der Wegzugsbesteuerung für natürliche Personen gemäß § 6 AStG bei einem Wohnsitzwechsel von Deutschland in das Ausland. Dabei wird analysiert, welche Voraussetzungen für die Besteuerung erfüllt sein müssen und wie Steuerpflichtige durch gezielte Maßnahmen bei einem Wegzug in Länder wie Österreich oder die Schweiz agieren können.
- Regelungen und Voraussetzungen des § 6 AStG
- Ermittlung des fiktiven Veräußerungsgewinns bei Anteilen an Kapitalgesellschaften
- Vermeidungsstrategien für die Wegzugsbesteuerung
- Steuerliche Rahmenbedingungen für Zuzüge nach Österreich und in die Schweiz
Auszug aus dem Buch
3.1 Besteuerungsgrundlagen für die Wegzugbesteuerung
Die „unbeschränkte Steuerpflicht“ wird im deutschen Steuerrecht im Einkommensteuergesetz geregelt. Der §1 (1) EStG „Steuerpflicht“ besagt folgendes: „Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.“
Die unbeschränkte Steuerpflicht unterliegt nach dem deutschen Recht dem Welteinkommensprinzip, d.h. es spielt keine Rolle ob die natürliche Person Ihre Einkünfte im Inland oder im Ausland erzielt hat. Dieses Prinzip soll dafür sorgen, dass alle Einkünfte einer natürlichen Person in Deutschland versteuert werden und der Steuerinländer keine Einkünfte in einem steuerbegünstigterem Ausland erzielt, sofern in einem Doppelbesteuerungsabkommen nichts anderes festgelegt wurde.
Der Begriff „Wohnsitz“ wird im deutschen Steuerrecht in der Abgabenordnung geregelt. Der §8 AO „Wohnsitz“ besagt folgendes: „Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.“
Der Begriff „Gewöhnlicher Aufenthalt“ wird im deutschen Steuerrecht in der Abgabenordnung geregelt. Der §9 AO „Gewöhnlicher Aufenthalt“ besagt folgendes: „Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Als gewöhnlicher Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen; kurzfristige Unterbrechungen bleiben unberücksichtigt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in das Thema der Wegzugsbesteuerung von natürlichen Personen ein und definiert den Fokus auf Anteile an Kapitalgesellschaften bei einem Wohnsitzwechsel.
2 GRUNDLAGEN DER WEGZUGSBESTEUERUNG: Das Kapitel erläutert die historische Entstehung des § 6 AStG, ausgelöst durch den prominenten Fall Helmut Horten im Jahr 1968.
3 WEGZUGSBESTEUERUNG GEMÄß § 6 ASTG: Dieser Abschnitt behandelt detailliert die persönlichen sowie sachlichen Voraussetzungen für die Steuerpflicht und erläutert die Methode zur Ermittlung des fiktiven Veräußerungsgewinns.
4 BESTEUERUNG BEI ZUZUG IN ÖSTERREICH: Hier werden die Einkommen- und Erbschaftsteuerregelungen in Österreich im Kontext eines Zuzugs von Deutschland aus analysiert.
5 BESTEUERUNG BEI ZUZUG IN DIE SCHWEIZ: Dieses Kapitel vergleicht die Steuerbelastung und die spezifischen kantonalen Besonderheiten bei einem Zuzug in die Schweiz.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die wesentlichen Aspekte für einen rechtssicheren Wegzug zusammen und bietet abschließende Hinweise zur Vermeidung der Wegzugsbesteuerung.
Schlüsselwörter
Wegzugsbesteuerung, § 6 AStG, Kapitalgesellschaft, Einkommensteuer, Doppelbesteuerungsabkommen, Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt, Welteinkommensprinzip, fiktive Veräußerung, Stundung, Steuerhinterziehung, Österreich, Schweiz, Erbschaftsteuer, Anteilsveräußerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Behandlung natürlicher Personen beim Wegzug aus Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Anteile an Kapitalgesellschaften gemäß § 6 AStG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die gesetzlichen Voraussetzungen des § 6 AStG, die Bestimmung von Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt sowie die steuerlichen Implikationen bei einem Zuzug nach Österreich oder in die Schweiz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Aspekte aufzuzeigen, die bei einem Wegzug beachtet werden müssen, um steuerliche Nachteile oder eine Anklage wegen Steuerhinterziehung zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Steuergesetzen, einschlägiger Rechtsprechung und Doppelbesteuerungsabkommen sowie die Darstellung anhand von Praxisbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Besteuerungsgrundlagen, die Tatbestände für den Wegzug, Methoden zur Gewinnermittlung sowie Länderspezifika für Österreich und die Schweiz erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wegzugsbesteuerung, AStG, unbeschränkte Steuerpflicht, fiktiver Veräußerungsgewinn und DBA sind die zentralen Begriffe.
Unter welchen Voraussetzungen kann die Wegzugsbesteuerung gestundet werden?
Bei einem Wegzug in EU/EWR-Staaten kann unter bestimmten Bedingungen einer gegenseitigen Amtshilfe eine zinslose und unbefristete Stundung gewährt werden.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung bei einem Zuzug in die Schweiz?
In der Schweiz variieren Steuersätze je nach Kanton und Gemeinde massiv; zudem sind private Kapitalgewinne dort im Gegensatz zu Deutschland steuerfrei.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Wegzugsbesteuerung gemäß § 6 AStG von natürlichen Personen. Zu beachtende Aspekte bei einem Wegzug aus Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319692