Überall in unserer Alltagswelt begegnen wir Geschichte: in Erzählungen älterer Menschen, in Bauwerken, Denkmälern und Straßennamen, in Museen und Gedenkstätten, in Romanen, Filmen und Computerspielen. Geschichte tritt uns dort in sehr unterschiedlicher Form und zu unterschiedlichen Zwecken entgegen, als bloßer Sachüberrest, als Erinnerung, zur Information und Belehrung oder zur Unterhaltung. Die Themen um die es geht können sehr verschiedenartig sein und bedürfen daher auch unterschiedlicher Didaktiken und Methoden.
In dieser Arbeit werde ich im ersten Teil meine eigene Erfahrung des schulischen Geschichtsunterrichts darstellen, sowie meine persönliche Vorstellung von einem „guten“ Geschichtsunterricht skizzieren. In einem zweiten Teil werden die Ansätze des handlungsorientierten Geschichtsunterrichts und der historischen Projektarbeit zusammenfassend angezeigt. Abschließend, im dritten Teil der Arbeit wird ein exemplarisches Unterrichtsbeispiel zum Thema „Aleviten/ Die alevitische Gemeinde in Köln“, in Anlehnung an die beiden o.g. Unterrichtsmodelle entworfen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I: Meine Erfahrungen mit meinem Geschichtsunterricht und meine Vorstellung von einem guten Geschichtsunterricht
Mein Geburtsjahr 1987
Mein Geschichtsunterricht
Meine Vorstellung von einem guten Geschichtsunterricht
Teil II: Die Ansätze handlungsorientierten Unterrichts und historischer Projektarbeit
Der Ansatz eines handlungsorientierten Geschichtsunterrichts
Der Ansatz der historischen Projektarbeit
Die Entstehung der Projektarbeit
Bedeutende Mitbegründer der Projektarbeit und der Projektmethode
Grundmuster einer Projektmethode nach Karl Frey
Ziele einer Projektarbeit
Teil III: Exemplarischer Unterrichtsentwurf zum Thema „Aleviten/ Die alevitische Gemeinde in Köln“
Zum Thema
Der Umfang
Zur praktischen Umsetzung
Die Arbeit in den Gruppen
Der Abschluss
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Schüler durch handlungsorientierten Geschichtsunterricht und die Methode der historischen Projektarbeit nachhaltiger zu aktivieren. Ziel ist es, ein Modell zu entwerfen, das theoretische didaktische Grundlagen mit einer praktischen Anwendung am Beispiel der alevitischen Gemeinde in Köln verbindet, um Identitätsbildung und Geschichtsbewusstsein zu fördern.
- Grundlagen und Didaktik des handlungsorientierten Geschichtsunterrichts
- Historische Entwicklung und Begründung der Projektmethode
- Einsatzmöglichkeiten historischer Projektarbeit in der Schule
- Praktischer Unterrichtsentwurf zum Thema „Aleviten in Köln“
Auszug aus dem Buch
Der Ansatz eines handlungsorientierten Geschichtsunterrichts
Nach Herbert Gudjons im Wörterbuch Schulpädagogik spricht man von handlungsorientiertem Unterricht, wenn SuS sich mit Sachen, Menschen und Problemen eigentätig und – soweit es geht – selbständig unter Einbeziehung möglichst vieler Sinne lernend auseinandersetzen. Sie sind dabei aktive Subjekte im Lernprozess und sollen einen möglichst realen Lebens- und Situationsbezug erfahren.
Mit dem Begriff der Handlungsorientierung im Geschichtsunterricht werden zwei unterschiedliche Aspekte bezeichnet, die sich aus der Reformpädagogik und der Kognitionspsychologie entwickelt haben, die jedoch letztlich ineinandergreifen. Handlungsorientierung umfasst zum einen eine schüleraktivierende Unterrichtsmethode, zum anderen ein Prinzip historischen Lernens. Der Begriff der Handlungsorientierung gilt in der neueren Forschung der Allgemeindidaktik als Modeerscheinung, die sich erst vor kurzer Zeit auch im Bereich der Fachdidaktiken etabliert hat. Dies lässt sich u.a. darauf zurückführen, dass sich das deutsche Schulwesen im Laufe seiner Entwicklung von den starren Unterrichtsstrukturen voriger Jahrhunderte entfernte, dessen Geschichtsunterrichts-gestaltung auf einem fast rein kognitiven System aufgebaut war. Die Brücke zwischen Denken und Handeln, die seit jeher in jedem Menschen besteht, sollte besser genutzt werden, da das Handeln nicht nur als bloßes Tätigsein verstanden wird, sondern in einem umfassenden Sinn als Ursprung des Denkens. Daneben wird vermutet, dass viele Schüler nicht mehr die Vorstellungskraft besitzen, die es ihnen ermöglichen würde, das Geschehen der Vergangenheit interessant und ansehnlich werden zu lassen. Ein Grund dafür ist in dem erfahrungsarmen Lernangebot zu finden.
Inhaltlich zielt die Handlungsorientierung auf Schüleraktivität, praktisches Handeln und selbstständiges Lernen ab, was dem Bild des Schülers als uneigenständigen Rezipienten in einem auf kognitivem und begrifflichem Lernen basierten Unterricht Abbruch tut.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Geschichte im Alltag und kündigt die Untersuchung der didaktischen Methoden zur Unterrichtsgestaltung an.
Teil I: Meine Erfahrungen mit meinem Geschichtsunterricht und meine Vorstellung von einem guten Geschichtsunterricht: Die Verfasserin reflektiert ihre eigene Schulzeit und leitet daraus Anforderungen an einen lebendigen, sinnstiftenden Geschichtsunterricht ab.
Teil II: Die Ansätze handlungsorientierten Unterrichts und historischer Projektarbeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, die historische Entstehung und die methodische Umsetzung der Handlungsorientierung und Projektarbeit.
Teil III: Exemplarischer Unterrichtsentwurf zum Thema „Aleviten/ Die alevitische Gemeinde in Köln“: Hier wird ein konkretes didaktisches Szenario skizziert, das Schüler in Gruppenarbeiten zur Erforschung der alevitischen Gemeinde in Köln anleitet.
Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, durch Projektarbeit zentrale Kompetenzen wie Kooperationsfähigkeit und Selbstständigkeit bei Schülern zu fördern.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Handlungsorientierung, Projektarbeit, historische Projektarbeit, Schüleraktivierung, Didaktik, Aleviten, Köln, Identitätsstiftung, Methodenkompetenz, Gruppenarbeit, interkulturelle Pädagogik, Lernprozess, Selbstständigkeit, Kompetenzmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung eines modernen Geschichtsunterrichts, der durch Handlungsorientierung und projektbasiertes Lernen die Schüler stärker in den Mittelpunkt stellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Didaktik des handlungsorientierten Lernens, die Geschichte der Projektmethode und die praktische Anwendung dieser Konzepte im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Unterrichtsentwurf zu erstellen, der Schülern ermöglicht, sich aktiv und forschend mit einem gesellschaftlich relevanten Thema (hier: Aleviten in Köln) auseinanderzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Literatur und die Entwicklung eines praxisnahen Unterrichtsentwurfs nach den Prinzipien der historischen Projektarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen und Ziele der Projektarbeit sowie die theoretischen Ansätze nach Karl Frey und weiteren Pädagogen, bevor er diese auf ein konkretes Unterrichtsbeispiel überträgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, historische Projektarbeit, Schüleraktivierung, interkulturelle Bildung und die methodische Kompetenzentwicklung.
Warum eignet sich das Thema der Aleviten in Köln besonders für den Unterricht?
Es ist politisch brandaktuell, bezieht sich auf die Lebenswelt der Schüler in Städten mit hohem Migrationshintergrund und eignet sich hervorragend zur Identitätsstiftung sowie zur Verbindung von Geschichte mit politischer Bildung.
Wie ist die praktische Gruppenarbeit im Unterrichtsentwurf organisiert?
Die Schüler werden in Expertengruppen (z. B. Internet-Experten, Forschergruppen zur Uni oder Gemeinde, Journalisten) eingeteilt, die eigenverantwortlich recherchieren, Experten interviewen und die Ergebnisse präsentieren.
- Quote paper
- Meike Schwerger (Author), 2014, Handlungsorientierter Geschichtsunterricht und Projektarbeit. Ein exemplarischer Unterrichtsentwurf zum Thema "Die alvitische Gemeinde in Köln", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319826