Die vorliegende Arbeit soll dem Leser im genannten Themencluster grundlegende Informationen über die Entwicklung der Finanzmarktregulatorik und die daraus resultierenden Veränderungen in der Finanzwelt geben. Dem Leser wird eine Makroübersicht der Finanzkrise und der hieraus resultierenden aufsichtsrechtlichen Vorschriften vermittelt. Um dieser ganzheitlichen Betrachtung Rechnung zu tragen, können die Inhalte nicht bis in das kleinste Detail analysiert und aufbereitet werden.
Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich zunächst mit den grundlegenden Ursachen und Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise. Im weiteren Verlauf werden Vorgaben zum Risikomanagement und die nationalen Ausführungen zur Gestaltung eines vorschriftsmäßigen Bankbetriebes genauer untersucht. Abschließend erfolgt ein Resümee mit einem Ausblick hinsichtlich der zukünftigen Weiterentwicklung der Finanzmarktregulatorik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ursachen und Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise
3. Entwicklung der Finanzmarktregulatorik
3.1. Vorgaben zum Risikomanagement
3.2. Organisatorische Umsetzung im nationalen und internationalen Rahmen
3.3. Nationale Ausführungen zur Gestaltung eines vorschriftsmäßigen Bankbetriebes
4. Quintessenz und Perspektive
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise, um daraus die notwendige Entwicklung der Finanzmarktregulatorik abzuleiten. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf den regulatorischen Vorgaben zum Risikomanagement und deren praktischer organisatorischer Umsetzung in einem nationalen wie internationalen Rahmen.
- Analyse der Entstehung und globalen Auswirkung der Finanzmarktkrise
- Untersuchung der regulatorischen Verschärfungen und Standards (Basel II/III)
- Evaluierung der Rolle von Risikomanagementsystemen in Kreditinstituten
- Betrachtung der organisatorischen Strukturen der Finanzmarktaufsicht
- Diskussion über Transparenz und Stabilitätssicherung im Finanzsektor
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorgaben zum Risikomanagement
Der folgende Teilabschnitt befasst sich mit den (neuen) Vorgaben zum Risikomanagement. Risiken resultieren aus der Unberechenbarkeit zukünftiger Ereignisse. Das Risikomanagement befasst sich hierbei mit der Behandlung und Prävention von Risiken. Es basiert auf den vier Säulen Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikokontrolle. Durch die im Folgenden beschriebenen verschärfen Vorschriften für die Finanzmärkte sollen Risiken zukünftig frühzeitiger erkannt und die Bewältigung realisierter Risikopotenziale erleichtert werden. Zunächst wird ein historischer Überblick über die Entwicklung der Basler Vorgaben gegeben.
Der Basler Ausschuss wurde im Jahre 1974 durch die Zentralbanken der G10-Staaten gegründet. Er besteht aus Repräsentanten von 27 Mitgliedsländern. Aufgabe ist Entwicklung von Aufsichtsmethoden und Regulierungsmaßnahmen zur Risikobegrenzung. Im Jahr 1988 wurden nach einer Krise des Kölner Bankhauses „Herstatt“ erstmalig umfangreiche Vorgaben zur Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten definiert (Basel 1). Seither mussten 8% der risikogewichteten Aktivapositionen durch haftendes Eigenkapital unterlegt sein. Im Jahr 1999 begannen erste Verhandlungen über eine Neuregelung der Eigenkapitalanforderungen, welche im Juni 2004 mit Basel II verabschiedet wurden. Diese Empfehlungen wurden seitens der Europäischen Union durch die Neufassung der EU-Eigenmittelanforderungen gleichermaßen neu geregelt und eine neugefasste Bankenrichtlinie eingeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Finanzmarktaufsicht ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit im Kontext der jüngsten Finanzkrise.
2. Ursachen und Auswirkungen der jüngsten Finanzkrise: Der Abschnitt beleuchtet die Entstehung der Immobilienkrise in den USA, die Rolle von Finanzinnovationen wie CDOs und die darauffolgenden globalen wirtschaftlichen Konsequenzen.
3. Entwicklung der Finanzmarktregulatorik: Hier werden die Notwendigkeit einheitlicher Standards sowie die umfassenden regulatorischen Veränderungen in der europäischen Bankenlandschaft beschrieben.
3.1. Vorgaben zum Risikomanagement: Dieser Teil widmet sich der historischen Entwicklung der Basler Akkorde und den spezifischen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung sowie Risikokontrollprozesse.
3.2. Organisatorische Umsetzung im nationalen und internationalen Rahmen: Das Kapitel erläutert die Rollenverteilung zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und nationalen Aufsichtsbehörden wie der BaFin.
3.3. Nationale Ausführungen zur Gestaltung eines vorschriftsmäßigen Bankbetriebes: Es wird detailliert dargestellt, wie europäische Vorgaben in Deutschland durch das KWG und die MaRisk umgesetzt werden.
4. Quintessenz und Perspektive: Das Fazit fasst die Reaktionen von Politik und Notenbanken zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Stabilität des Finanzsystems.
Schlüsselwörter
Finanzmarktaufsicht, Finanzmarktkrise, Risikomanagement, Basel III, Eigenkapitalanforderungen, MaRisk, Bankenunion, EZB, BaFin, Kreditrisiko, Finanzmarktregulatorik, Asset Backed Securities, CDOs, Bankenabwicklung, Finanzstabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise und der daraus resultierenden notwendigen Neuausrichtung der Finanzmarktregulatorik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Finanzmarktregulierung, das Risikomanagement in Banken sowie die organisatorische Umsetzung von Aufsichtsstrukturen auf nationaler und europäischer Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser eine Übersicht über die aufsichtsrechtlichen Veränderungen zu geben, die als Reaktion auf das übertriebene Verschuldungsverhalten während der Finanzkrise implementiert wurden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse aktueller Regulierungsanforderungen, ergänzt durch Praxiserfahrungen des Autors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Krise, die regulatorischen Verschärfungen durch Basel II und III sowie die spezifischen deutschen Umsetzungsvorgaben wie die MaRisk.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Schlagworte sind Finanzmarktregulierung, Risikomanagement, Eigenkapital, Bankenunion und Stresstests.
Warum ist das "Originat-to-Distribute"-Modell für die Krise relevant?
Es führte zur Auslagerung von Ausfallrisiken und einem sinkenden Risikobewusstsein, da Banken Kredite nicht mehr selbst hielten, sondern bündelten und weiterverkauften.
Welche Kritik wird an der Rolle der EZB geäußert?
Kritiker wie Jörg Krämer sehen einen potenziellen Interessenkonflikt zwischen der Aufgabe der Bankenaufsicht und der geldpolitischen Verantwortlichkeit der EZB.
Was besagt das Prinzip der "doppelten Proportionalität" in den MaRisk?
Es bedeutet, dass bankinterne Prozesse proportional zur Größe des Instituts gestaltet sein müssen und die Intensität der aufsichtsrechtlichen Prüfung ebenfalls proportional dazu erfolgt.
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- Tobias Kernbach (Author), 2015, Die Entwicklung der Finanzmarktregulatorik. Vorgaben zum Risikomanagement und deren Umsetzung im nationalen und internationalen Rahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319873