Veränderung des Fernsehpublikums? Zur Beziehung von Fernsehen und TV-Rezipienten


Hausarbeit, 2014

15 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Definitionen von Publikum

2 Die Veränderung der amerikanischen Gesellschaft in den 80er Jahren

3 Beobachtung der Serie „Married...With Children“ in den USA
3.1 Auswirkung dieser Serie auf die amerikanische Gesellschaft

4 Das Verhalten des Publikums

5 Die Zukunft des Fernsehpublikum und Fazit
5.1 Eigene Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In Deutschland ist der Fernseher nach wie vor der am meisten verbreitete Medienübertragungsweg. 96 Prozent der Deutschen schauen ab und zu Fernsehen und 73 Prozent davon schauen sogar täglich (SevenOne Media 2013). Fernsehen ist also ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens und unserer Mediennutzung. Doch inwieweit lassen wir uns von diesem Medium beeinflussen?

Morleys Auffassung nach ist der Fernseher zu dem zentralen Haushaltsutensil geworden und stärkt die Familie, (Morley 1996, 42) da das Fernsehen nicht mehr nur die Quelle von Rundfunksendungen ist, sondern die Konsumenten können die wachende Palette von Unterhaltungs- und Informationsangeboten auswählen, sie sogar steuern und kontrollieren. Seiner Meinung nach ist das Fernsehen mittlerweile multifunktional geworden, bleibt allerdings das „Herz der Familie“ (Morley 1996, S.46). Fernsehnutzung findet weitgehend innerhalb sozialen Beziehungen statt, und zwar „innerhalb der sozialen Beziehungen innerhalb der Familie oder des Haushalts“ (Morley 1996, S.43). Im Rahmen der Cultural Studies für die Untersuchung der Fernsehnutzung ist die Frage interessant, inwieweit die jeweiligen Medienpublika als Objekte von Wissen bzw. Kontrolle konstituiert werden und inwieweit die Darstellung von Subjekten in ethnographischen Arbeiten Machtverhältnisse eingehen (Morley 1996, S.43-44).

Für diese Arbeit habe ich mich besonders mit den Aussagen Fiskes und Morley in Bezug auf das Fernsehpublikum befasst. Nach Fiske ist aus ideologischer Hinsicht das Fernsehen ein geschlossenes Medium (Fiske 2001, S.85). Jedoch ist zu prüfen, was für ein Machtverhältnis es gegenüber seinem Publikum hat. Hierfür untersuche ich zuerst die Veränderung der amerikanischen Gesellschaft in den 80er Jahren und nehme mir Fiskes Analyse der Serie „Married... With Children“ zur Hand, um an ihr diese Veränderung zu erläutern. Danach gehe ich weiter auf das Verhalten des Fernsehpublikums ein, unter Berücksichtigung der Frage, welche Rolle die Zuschauer einnehmen und ob sie von diesem Medium unterdrückt werden, oder aktiv bei seiner Formation teilnehmen. Schließlich befasse ich mich mit der Frage, wie der Konsum des Fernsehpublikums zukünftig in Deutschland aussehen könnte.

1.1 Definitionen von Publikum

Laut Fiske gibt es drei verschiedene Möglichkeiten eines Zugangs zum Publikum. Die ökonomische Kategorie eines Marktsegments, wobei das Publikum durch seine Konsumpräferenz und Kaufkraft definiert ist (Fiske 1999, S.249). Die wertevermittelnde Instanz hier ist das Publikum im sozioethischen Raum, in dem es Kultur erlernt und in dem ihm Werte vermittelt werden. Zuletzt das Publikum als Instanz im Alltag, das durch spezifische Lebensweisen geprägt wird, die sich bei der Rezeption einer Serie offenbaren und kontrovers zum elterlichen Machtblock stehen können. Hierbei handelt es sich um das Verständnis und der Auseinandersetzung des studentischen Publikums mit der eigenen sozialen Identität, sowie der eigenen sozialen Beziehungen durch gelebte Erfahrungen. Dies wird zu einem Prozess, „einem konstitutiven Element einer Lebensweise und das Publikum ist aufmerksam für das Vergnügen, dass ihnen dieser Prozess bereitet“ (Fiske 1999, S.250).

2 Die Veränderung der amerikanischen Gesellschaft in den 80er Jahren

In den späten 80er Jahren führte die Verbindung technischer, soziokultureller und ökonomischer Faktoren eine Veränderung der amerikanischen Gesellschaft, sowie der Fernsehlandschaft herbei (Fiske 1999, S.238). Die Vorherrschaft der drei Sender in den Vereinigten Staaten geriet aufgrund von neuen Technologien wie Kabelfernsehen, Videorekorder, Videospiele und Heimcomputer ins Wanken, da diese neuen Technologien den Einfluss der Sender auf das private Freizeitvergnügen verringerten (Fiske 1999, S.239). Daher war es im Interesse der Sender, das Fernsehprogramm zu ändern, um ihre Einschaltquote zu steigern. Die soziokulturellen Faktoren wie das „soziale Gefälle“ wurden bewusster wahrgenommen und diskutiert. Unterschiede zwischen Geschlechtern, Angehörigen verschiedener Ethnien, Arm und Reich, sowie den Generationen, spielten eine immer größer werdende Relevanz (Fiske 1999, S.239-240). Ein sozialer Wandel muss dabei nicht unbedingt durch neue Technologien hervorgerufen werden, jedoch können sie einen sozialen Wandel erleichtern, wie es in den 80er Jahren der Fall war (Fiske 1999, S.239). Der ökonomische Wandel bestand darin, dass Unternehmen, wie zum Beispiel die drei amerikanischen Fernsehsender, auf dieses soziale Umdenken aufmerksam wurden und versuchten, diesem Wandel mit neuen Produkten und Formaten gerecht zu werden, indem sie sich nun an spezifische Zuschauer richteten (Fiske 1999, S.239). Die Marktaufteilung ist dabei eine ökonomische Strategie, um auf den Wandel in der gesamten Sozialordnung zu reagieren. Um sich an diesen Wandel anzupassen, reagierte der Fernsehsender Fox, indem er einen neuen Sender, startete der sich am Wochenende mit seinem Programm an Jugendliche und junge Erwachsene ohne eigene Familie wandte (Fiske 1999, S.240-41). Fox gewann einen harten Kern des angestrebten Zielpublikums mit Sendungen wie „The Tracey Ullman Show“ und „It’s Garry Shandlings Show“. Einen wirklichen Durchbruch erlangte der Sender jedoch erst mit den Serien „Married...With Children“ und „The Simpsons“, wahrscheinlich weil ihr Inhalt und auch ihr Publikum Kontroversen hervorriefen (Fiske 1999, S.241). Auf diese Kontroversen gehe ich im folgenden Abschnitt ein.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Veränderung des Fernsehpublikums? Zur Beziehung von Fernsehen und TV-Rezipienten
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V320152
ISBN (eBook)
9783668193369
ISBN (Buch)
9783668193376
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernsehen, Publikum, Veränderung des Fernsehpublikums, Mediennutzung, Medien
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Veränderung des Fernsehpublikums? Zur Beziehung von Fernsehen und TV-Rezipienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320152

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