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Die deutsche Wirtschaftspolitik in Litauen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg

Kontinuität einer Ausbeutungspraxis?

Título: Die deutsche Wirtschaftspolitik in Litauen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg

Tesis de Máster , 2012 , 96 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Stefan Rudolf (Autor)

Historia de Europa - Época de las guerras mundiales
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Das Baltikum diente in beiden Weltkriegen den Deutschen und Russen bzw. Sowjets als Verhandlungs- und Ausbeutungsmasse. Geografisch an den Grenzen zweier Großmächte gelegen, fungierte es bei einem militärischen Konflikt als Durchmarsch- und Kampfgebiet der beiden Machtblöcke. Besonders Litauens Geschichte ist eng mit dem Kriegsverlauf und der deutschen Besatzungspolitik verbunden. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg war das Land ähnlich lange von deutschen Truppen besetzt, nämlich von 1915 bis 1918 und von 1941 bis 1944. In der ersten Besatzungsperiode war Litauen Teil des Gebiets des Oberbefehlshabers Ost („Ober Ost“) und somit einer Militärverwaltung unterstellt. Im Zweiten Weltkrieg hingegen stand das Land unter der Zivilverwaltung eines Reichskommissars.
Das Baltikum als historischer Raum ist insoweit interessant, als hier drei Staaten, nämlich Estland, Lettland und Litauen, eine ähnliche Entwicklung im Zeitalter der Weltkriege durchlaufen haben. Trotzdem war der Fokus der Forschung bisher kaum auf diese Region in Mittelosteuropa gerichtet.
Litauen nimmt allerdings gegenüber den anderen baltischen Staaten eine Sonderrolle ein. Das Land besaß keine alte deutsche Oberschicht, war direkter Nachbar des Deutschen Reiches und am längsten besetzt. Zudem sind Unterschiede in ethnischer, ideologischer und militärischer Hinsicht erkennbar. Beispielsweise war die militärische Unterstützung Litauens für das Deutsch Reich im Ersten und im Zweiten Weltkrieg außerordentlich geringer als in Estland und Lettland. Außerdem wurde die litauische Bevölkerung als weniger „rassisch“ wertvoll von der NS-Führung betrachtet.
Da sich der Grenzverlauf Litauens im Zeitalter der Weltkriege mehrmals veränderte, werden in der vorliegenden Arbeit die drei früheren russischen Gouvernements Suwalki, Kauen (Kowno) und Wilna (Vilnius) als litauisches Staatsgebiet verstanden, wobei kleinere Teile der früheren Gouvernements nicht dem unter deutscher Kontrolle stehenden litauischen Staatsgebiet zugeschlagen wurden. Dies ist von besonderer Bedeutung, da beispielsweise die Region um Wilna von seiner Bevölkerungsstruktur her sehr heterogen war und von litauischen und polnischen Nationalisten beansprucht wurde, was wiederum Auswirkungen auf die deutsche Bevölkerungs- und Besatzungspolitik haben musste.
Zudem war der Anteil der jüdischen Bevölkerung in den größeren Städten Litauens besonders hoch und bildete einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Herrschaft von „Ober Ost“ – Ausplünderung mit dem Ziel der Autarkie

2.1 Litauen im Kontext der deutschen Kriegswirtschaft

2.2 Die Ausbeutungs- und Requisitionsmaßnahmen

2.3 Zwangsarbeit im großen Stil

2.4 Die Bevölkerungspolitik von „Ober Ost“

2.5 Litauen als Kolonie des Deutschen Reiches

3. Litauen als nationalsozialistisches Ausbeutungsobjekt

3.1 Das deutsche Wirtschaftssystem und dessen Rolle für Litauen

3.2 Die fortgesetzte Ausplünderung

3.3 Ausbeutung und Arbeitskräftebeschaffung

3.4 Die rassistische Bevölkerungs- und Hungerpolitik

3.5 Litauens Zukunft im „Generalplan Ost“

4. Kontinuitätsbetrachtung der beiden Besatzungsregime

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der deutschen Besatzungsregime in Litauen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs unter wirtschaftlichen Aspekten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik als Fortführung der früheren Ausbeutungspraxis von „Ober Ost“ betrachtet werden kann und welche Rolle rassenideologische Faktoren bei der Verschärfung der Besatzungsherrschaft spielten.

  • Vergleich der deutschen Kriegswirtschaftsstrukturen in beiden Weltkriegen
  • Methoden der wirtschaftlichen Ausbeutung, Requisition und Rohstoffbesorgung
  • Analyse der Zwangsarbeitssysteme und deren Auswirkungen auf die litauische Bevölkerung
  • Die Rolle der nationalsozialistischen Rassenideologie und der Holocaust in der Wirtschaftsbesatzung
  • Untersuchung von Kontinuitätslinien in Siedlungs- und Annexionsplänen

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Ausbeutungs- und Requisitionsmaßnahmen

Der Ausbau und die Aufrechterhaltung der deutschen Kriegswirtschaft stand mit an oberster Stelle für die militärische Spitze des Deutschen Reiches. Zur Erreichung dieses Ziels sollten die besetzten Gebieten ihren Beitrag leisten. Für „Ober Ost“ war daher die massenhafte Konfiszierung von Produkten und die Ausbeutung von Rohstoffen das schnellste und einfachste Mittel zur Umsetzung dieses Vorhabens. Wie diese Beschlagnahmungen abliefen und was konfisziert wurde, ist Thema in diesem Kapitel.

Die Landwirtschaft besaß im wirtschaftlichen Gefüge Litauens eine herausragende Stellung. Landwirtschaftliche Nutzflächen und ausgedehnte Waldgebiete waren nach Ansicht der militärischen Spitze in „Ober Ost“ dazu geeignet, das okkupierte Territorium in den Dienst der deutschen Kriegswirtschaft zu stellen. Jedoch wurde das Agrarland im Vergleich zu Deutschland mit der ineffizienten Art der Dreifelderwirtschaft bewirtschaftet. Der Krieg hatte 1915 im Land beträchtliche Schäden in der Produktionskapazität angerichtet.

Zur Steigerung der Ernteerträge bzw. Bestellung aller Ackerflächen in Litauen und zur Kompensation des durch Kriegshandlungen bedingten schlechten Erntejahres 1915 gab die Verwaltung „Ober Ost“ den litauischen Bauern finanzielle Anreize und unterwies sie in modernen Produktionsmethoden, wie sie im Deutschen Reich üblich waren. Zusätzlich erhielten die Landwirte Saatgut, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung Litauens als strategischer Raum in den Weltkriegen und definiert die zentralen Untersuchungskategorien wie Zwangsarbeit und Rohstoffausbeutung.

2. Die Herrschaft von „Ober Ost“ – Ausplünderung mit dem Ziel der Autarkie: Dieses Kapitel analysiert die deutsche Besatzung im Ersten Weltkrieg, insbesondere die militärische Verwaltung und ihre rücksichtslosen Methoden zur Ressourcenbeschaffung für die Kriegswirtschaft.

3. Litauen als nationalsozialistisches Ausbeutungsobjekt: Das Kapitel untersucht den Wandel zur nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft, geprägt durch ideologische Motive, den Holocaust und eine verschärfte Zwangsarbeitspolitik.

4. Kontinuitätsbetrachtung der beiden Besatzungsregime: Hier erfolgt ein direkter Vergleich beider Besatzungsepochen, um direkte und indirekte Kontinuitäten in der Wirtschaftspolitik und der Ausbeutungspraxis aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Litauen, Ober Ost, Reichskommissariat Ostland, Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit, Requisition, Autarkie, Nationalsozialismus, Generalplan Ost, Ausbeutung, Bevölkerungspolitik, Holocaust, Kolonisation, Besatzungsregime, Ressourcenbeschaffung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der vergleichenden Untersuchung der deutschen Besatzungspolitik in Litauen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs, speziell unter wirtschaftlichen Aspekten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die deutsche Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit, Requisition von Rohstoffen, Bevölkerungspolitik sowie die Siedlungs- und Annexionspläne der Besatzungsmächte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, Kontinuitäten und Brüche zwischen der Militärverwaltung von „Ober Ost“ und der nationalsozialistischen Zivilverwaltung im Zweiten Weltkrieg aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung zeitgenössischer Quellen, militärischer Dokumente und umfangreicher wissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: die Besatzung im Ersten Weltkrieg (Ober Ost) und die nationalsozialistische Besatzung, inklusive der rassistischen Vernichtungspolitik gegenüber Juden und Roma.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Litauen, Ober Ost, Zwangsarbeit, Ausbeutung, Autarkie, Kriegswirtschaft und Generalplan Ost.

Welche Rolle spielten die jüdischen Bevölkerungsteile in Litauen?

Die jüdische Bevölkerung wurde unter „Ober Ost“ primär als Arbeitskräftereservoir genutzt, während im Zweiten Weltkrieg die systematische physische Vernichtung (Holocaust) im Vordergrund stand.

Gibt es eine direkte personelle Kontinuität zwischen den Besatzungsregimen?

Die Forschung zeigt hierbei keine prominenten direkten personellen Kontinuitäten auf; die Verwaltungsstrukturen und das Personal unterschieden sich aufgrund der zeitlichen Distanz und ideologischen Ausrichtung des NS-Regimes.

Final del extracto de 96 páginas  - subir

Detalles

Título
Die deutsche Wirtschaftspolitik in Litauen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg
Subtítulo
Kontinuität einer Ausbeutungspraxis?
Universidad
University of Potsdam
Calificación
2,3
Autor
Stefan Rudolf (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
96
No. de catálogo
V320194
ISBN (Ebook)
9783668194694
ISBN (Libro)
9783668194700
Idioma
Alemán
Etiqueta
wirtschaftspolitik litauen ersten zweiten weltkrieg kontinuität ausbeutungspraxis
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Rudolf (Autor), 2012, Die deutsche Wirtschaftspolitik in Litauen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320194
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Extracto de  96  Páginas
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