Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Wettbewerbsstrategien zu einer erfolgreichen Performance von Unternehmen führen können. Im Rahmen der voranschreitenden Globalisierung sind Unternehmen mehr und mehr gefordert, sich auf einen härteren Wettbewerb einzustellen. Aus diesem Grund wurde die Diskussion um erfolgreiche Wettbewerbsstrategien zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen in den letzten drei Jahrzehnten immer lauter.
Im Zuge dessen entwickelte Michael Porter die generischen Wettbewerbsstrategien. Gleichzeitig stellte er die Hypothese auf, dass nur durch diese Wettbewerbsstrategien überdurchschnittliche Renditen am Markt erwirt-schaftet werden könnten.
Im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion zu diesem Thema entwickelten andere Autoren die sogenannten hybriden Wettbewerbsstrategien, welche als Mischformen der generischen Strategien fungieren. Fraglich bleibt an dieser Stelle jedoch, ob hybride Strategien zu überdurchschnittlichem Profit eines Unternehmens führen können.
In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst allgemein Wettbewerbsvorteile definiert werden. Daraufhin werden theoretische Überlegungen über einen Zusammenhang von Marktanteilen und der Rentabilität eines Unternehmens erläutert. Daraus abgeleitet werden die generischen Wettbewerbsstrategien nach Porter vorgestellt. Im Zuge dessen werden die Gedanken Porters hinsichtlich hybrider Strategien angeführt. Ergänzend hierzu werden die wichtigsten hybriden Strategien erklärt. Im Anschluss soll eine Analyse der bestehenden wissenschaftlichen Literatur erfolgen, um zu klären, welche Wettbewerbsstrategien zu einer überdurchschnittlichen Performance führen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erreichen von Wettbewerbsvorteilen
2.1 Definition von Wettbewerbsvorteilen
2.2 Das PIMS-Forschungsprogramm
2.3 Die U-Kurve nach Porter
3 Wettbewerbsstrategien
3.1 Bedeutung und Typologie der Wettbewerbsstrategien
3.2 Generische Wettbewerbsstrategien
3.2.1 Kostenführerschaft
3.2.2 Differenzierung
3.2.3 Konzentration auf Schwerpunkte
3.2.4 Die „Stuck in the middle“-Hypothese
3.3 Hybride Wettbewerbsstrategien
3.3.1 Simultan
3.3.2 Multilokal
3.3.3 Sequenziell
4 Literaturanalyse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, welche Wettbewerbsstrategien zu einer überdurchschnittlichen Unternehmensperformance führen, indem sie die klassischen generischen Strategien nach Porter den hybriden Wettbewerbsstrategien gegenüberstellt.
- Grundlagen der Wettbewerbsvorteile und das PIMS-Forschungsprogramm
- Analyse generischer Wettbewerbsstrategien nach Porter
- Die kritische Betrachtung der „Stuck in the middle“-Hypothese
- Typologien hybrider Strategien (simultan, multilokal, sequenziell)
- Empirische Literaturanalyse zur Performance verschiedener Strategieansätze
Auszug aus dem Buch
3.2.4 Die „Stuck in the middle“-Hypothese
Resultierend aus den beschriebenen Wettbewerbsstrategien hat Porter ebenfalls eine Einordung für alle Unternehmen beschrieben, welche keiner dieser Strategien konsequent folgen, keine Strategie erfolgreich implementieren können oder zwei Strategien gleichzeitig verfolgen. Diesen Zustand bezeichnet er als „Stuck in the middle“. In der deutschen Literatur wird der Begriff gerne mit „zwischen den Stühlen“ übersetzt. 28 Die folgende Grafik ordnet diesen Zustand in den in Kapitel 2 beschriebenen Zusammenhang zwischen dem Marktanteil und dem Return on Investment (ROI) eines Unternehmens ein.
In dieser Situation fehlen dem Unternehmen entweder nötige Marktanteile zur konsequenten Durchführung einer Kostenführerschaftsstrategie oder der Differenzierungsgrad begründet aus Kundensicht keinen Preisaufschlag im Rahmen einer Differenzierungsstrategie. Ebenso sind die Angebote des Unternehmens nicht auf ein Segment fokussiert, was einen Wettbewerbsvorteil durch eine Nischenstrategie ebenfalls ausschließt.29 Daher gelingt es einem Unternehmen, welches sich in solch einer Situation befindet, nicht, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erwirtschaften. Ebenso begründet Porter mit dem konvexen Verlauf der ROI-Kurve die Unvereinbarkeit von Kostenführerschaft und Differenzierung, da die grundlegende Bedeutung des Marktanteils der beiden Strategien komplett unterschiedlich ausgelegt wird.30
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den härter werdenden Wettbewerb durch die Globalisierung und führt in die Fragestellung ein, ob hybride Wettbewerbsstrategien im Vergleich zu Porters generischen Ansätzen einen Profitvorteil bieten können.
2 Erreichen von Wettbewerbsvorteilen: In diesem Kapitel werden Wettbewerbsvorteile definiert und das PIMS-Forschungsprogramm vorgestellt, welches den Zusammenhang zwischen Marktanteil und Rentabilität (ROI) thematisiert.
3 Wettbewerbsstrategien: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Strategien, stellt Porters generische Wettbewerbsstrategien detailliert vor und führt die hybriden Strategiekonzepte ein.
4 Literaturanalyse: Hier werden verschiedene empirische Studien herangezogen, um die Performance hybrider Strategieansätze gegenüber rein generischen Modellen kritisch zu bewerten.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass hybride Strategien oft einen deutlichen Performancevorsprung gegenüber rein generischen Ansätzen aufweisen und stellt damit Porters Hypothese der Unvereinbarkeit in Frage.
Schlüsselwörter
Wettbewerbsstrategie, Wettbewerbsvorteil, Kostenführerschaft, Differenzierung, hybride Strategien, ROI, PIMS, Marktanteil, Stuck in the middle, Unternehmensperformance, Strategietypologie, Outpacing, Performancevergleich, Rentabilität, Wettbewerbsdruck.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Effektivität von generischen Wettbewerbsstrategien nach Porter mit hybriden Wettbewerbsstrategien hinsichtlich der Erzielung überdurchschnittlicher Unternehmensrenditen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Definition von Wettbewerbsvorteilen, die PIMS-Studie, Porter's generische Strategien, die „Stuck in the middle“-Problematik sowie verschiedene hybride Strategieformen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Forschungsfrage lautet, ob hybride Wettbewerbsstrategien tatsächlich zu einem überdurchschnittlichen Unternehmenserfolg führen können, wenn sie als Mischformen bestehender Konzepte eingesetzt werden.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der bestehende empirische Studien und Fachliteratur herangezogen wurden, um die Performance verschiedener Strategieansätze miteinander zu vergleichen.
Was ist das wesentliche Ergebnis des Hauptteils?
Der Hauptteil zeigt auf Basis empirischer Studien, dass hybride Strategien in der Praxis häufiger zu einer überdurchschnittlichen Performance führen als eine strikte, isolierte Anwendung der generischen Porter-Strategien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Wettbewerbsvorteil, hybride Strategie, Kostenführerschaft, Differenzierung, Marktanteil und Return on Investment charakterisieren.
Was versteht Porter unter dem Begriff „Stuck in the middle“?
Porter bezeichnet damit Unternehmen, die keine der generischen Strategien konsequent umsetzen oder versuchen, inkompatible Strategien gleichzeitig zu verfolgen, was oft zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen führt.
Können hybride Strategien die „Stuck in the middle“-Hypothese entkräften?
Ja, die Literaturanalyse in der Arbeit legt nahe, dass gut implementierte hybride Strategien einen Performancevorteil bieten können, was Porters These der Unvereinbarkeit der beiden Strategietypen relativiert.
- Citation du texte
- Tim Borneck (Auteur), 2015, Wie erhalten Unternehmen Wettbewerbsvorteile? Generische versus hybride Wettbewerbsstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320271