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Die Demaskierung der Dekadenz. Der Verfall der Protagonisten im Frühwerk Thomas Manns als Konsequenz der Lebensunfähigkeit des sensiblen Künstlers im vitalen Bürgertum

Titre: Die Demaskierung der Dekadenz. Der Verfall der Protagonisten im Frühwerk Thomas Manns als Konsequenz der Lebensunfähigkeit des sensiblen Künstlers im vitalen Bürgertum

Thèse de Bachelor , 2013 , 21 Pages , Note: 12 (Bestnote in Dänemark)

Autor:in: Sina Eck (Auteur)

Philologie Allemande - Divers
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In dieser Arbeit wird eine Analyse des Verfalls der Protagonisten aus dem Frühwerk Thomas Manns vorgenommen; hierbei handelt es sich um die Erzählungen "Der kleine Herr Friedemann", "Tristan" und "Der Tod in Venedig". Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu untersuchen, weshalb die Figuren zugrunde gehen und ob eben dieser Verfall bereits vor dem Eintreten dieses Prozesses vorhersehbar ist. In diesem Zusammenhang wird zudem diskutiert, welche Verfallsmotive erkennbar sind, welchen Einfluss die Unterdrückung des ursprünglichen Naturells der Protagonisten auf ihren Verfallsprozess haben und was es für die sensiblen Künstler bedeutet, inmitten eines vitalen Bürgertums zu leben.
Die angewandte Methode in dieser Aufgabe ist eine hermeneutische; die Erzählungen wurden mithilfe der eigenen Erkenntnisfähigkeit analysiert und interpretiert, zudem wurden selbstverständlich ausgewählte Texte von z.T führenden Wissenschaftlern innerhalb der Thomas-Mann-Forschung hinzugezogen. Anspruch dieser Arbeit war es stets eine textnahe ("close reading") Analyse zu tätigen und auf autobiographische Interpretationsansätze zu verzichten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

1.1 Introduktion und These

1.2 Kommentar zur Themeneingrenzung und Werkauswahl

2. Analyse des Verfallsprozesses in Der kleine Herr Friedemann

2.1 Verfallsmotivik in Bezug auf Johannes Friedemann

2.2 Die Übermacht des dionysischen Ichs

2.3 Demaskierung: Lebensunfähigkeit als Verfallursprung – das Fazit

3. Parallelen zwischen Der kleine Herr Friedemann und anderen Texten aus dem Frühwerk Thomas Manns

3.1 Verfallsmotivik in Tristan – Warum Gabriele wirklich zerbricht

3.2 Der dionysische Einbruch in Gustav von Aschenbach

4. Komprimierte Darstellung forschungsperspektivischer Divergenzen

5. Abschluss

5.1 Zusammenfassung der Analyseergebnisse

5.2 Werkübergreifendes Grundmuster? – Eine Perspektivierung.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Verfall von Protagonisten im Frühwerk von Thomas Mann, um zu untersuchen, ob dieser Prozess einer logischen Notwendigkeit folgt und wie das sensible Künstlertum im Kontrast zum vitalen Bürgertum scheitert. Dabei wird die These geprüft, dass der Untergang bereits durch eine determinierte Lebensunfähigkeit angelegt ist.

  • Analyse der Verfallsmotivik in Thomas Manns frühen Erzählungen
  • Die Dichotomie zwischen apollinischer Ordnung und dionysischem Rausch
  • Kritische Auseinandersetzung mit Forschungsperspektiven zur Dekadenz
  • Untersuchung der Rolle von Antagonisten als Auslöser für den Verfall
  • Nachweis eines werkübergreifenden Grundmusters des Scheiterns

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Übermacht des dionysischen Ichs

Das Begriffspaar „apollinisch-dionysisch“ wird in dieser Aufgabe die Ambivalenz zwischen Ordnung und Chaos zum Ausdruck bringen. Das Apollinische soll hierbei Disziplin, Formstrenge, Tugendhaftigkeit und das gesittete Bürgertum widerspiegeln, wohingegen Formlosigkeit, Leidenschaft, Triebhaftigkeit und das freigeistige Künstlertum Charakteristika der dionysischen Lebensweise darstellen. In welche dieser Entitäten ist Johannes Friedemann einzuordnen und welche Rolle spielt Gerda von Rinnlingen bei alledem? Diese Fragen gilt es nun unter Berücksichtigung der Verfallsentwicklung zu beantworten.

Es war eine bewusste Entscheidung des kleinen Herrn Friedemanns, sich von der emotionalen Welt der Liebe zu distanzieren, ja ihr völlig zu entsagen, nachdem seine erste Passionserfahrung unerwidert geblieben ist. Hierzu heißt es: „Gut, sagte er (Friedemann) zu sich, das ist das Ende. Ich will mich niemals wieder um dies alles bekümmern. Den anderen gewährt es Glück und Freude, mir aber vermag es immer nur Gram und Leid zu bringen. Ich bin fertig damit. Es ist für mich abgethan. Nie wieder.“ An dieser Stelle wird ein Wendepunkt in Friedemanns Leben markiert, er will diesen intensiv erlebten, leidenschaftlichen Schmerz nie wieder zulassen und möchte sich stattdessen selbstschützend in eine apollinische Welt zurückziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Vorstellung der Thematik des Verfalls im Frühwerk Thomas Manns sowie methodische Hinführung zur Fragestellung.

2. Analyse des Verfallsprozesses in Der kleine Herr Friedemann: Detaillierte Untersuchung der Dekadenzmotive und des Einbruchs dionysischer Kräfte in der Titelerzählung.

3. Parallelen zwischen Der kleine Herr Friedemann und anderen Texten aus dem Frühwerk Thomas Manns: Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf Tristan und Der Tod in Venedig zur Identifikation eines gemeinsamen Musters.

4. Komprimierte Darstellung forschungsperspektivischer Divergenzen: Kritische Diskussion bestehender Forschungsmeinungen zur Rolle von Antagonisten wie Gerda von Rinnlingen.

5. Abschluss: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung des werkübergreifenden Grundmusters der Lebensunfähigkeit.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Frühwerk, Dekadenz, Verfall, Apollinisch, Dionysisch, Johannes Friedemann, Tristan, Gabriele Klöterjahn, Gustav von Aschenbach, Lebensunfähigkeit, Künstlertum, Bürgertum, Literaturanalyse, Determinismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse des Verfallsprozesses von Protagonisten in den frühen Werken von Thomas Mann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Dekadenzthematik, das Spannungsfeld zwischen dem apollinischen Bürgertum und dem dionysischen Künstlertum sowie die Unausweichlichkeit des Untergangs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass der Untergang der Figuren in diesen Erzählungen keine zufällige Entwicklung ist, sondern eine logische Konsequenz ihrer bereits zu Beginn manifestierten Lebensunfähigkeit.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische, textbasierte Analyse, wobei gezielt auf autobiografische Interpretationen verzichtet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird primär die Erzählung Der kleine Herr Friedemann analysiert, gefolgt von einem Vergleich mit Tristan und Der Tod in Venedig.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dekadenz, Verfall, Apollinisch-Dionysisch und Lebensunfähigkeit definieren.

Warum spielt der "Sturz vom Wickeltisch" eine so zentrale Rolle für die Argumentation?

Dieser Sturz dient als symbolisches Initialereignis, das die physische und psychische Schwäche Friedemanns begründet und somit den Grundstein für seine spätere Unfähigkeit zur Teilhabe am vitalen Leben legt.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung der Autorin zur Figur Gerda von Rinnlingen von der von Fred Müller?

Während Fred Müller Gerda als bloße Kontrastfigur zu Friedemann sieht, argumentiert die Autorin, dass Gerda selbst dekadent ist und ihre Erniedrigung Friedemanns lediglich als Spiegel ihrer eigenen inneren Morbidität dient.

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Résumé des informations

Titre
Die Demaskierung der Dekadenz. Der Verfall der Protagonisten im Frühwerk Thomas Manns als Konsequenz der Lebensunfähigkeit des sensiblen Künstlers im vitalen Bürgertum
Université
University of Aarhus  (Ästhetik und Kommunikation)
Note
12 (Bestnote in Dänemark)
Auteur
Sina Eck (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
21
N° de catalogue
V320404
ISBN (ebook)
9783668193208
ISBN (Livre)
9783668193215
Langue
allemand
mots-clé
demaskierung dekadenz verfall protagonisten frühwerk thomas manns konsequenz lebensunfähigkeit künstlers bürgertum
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sina Eck (Auteur), 2013, Die Demaskierung der Dekadenz. Der Verfall der Protagonisten im Frühwerk Thomas Manns als Konsequenz der Lebensunfähigkeit des sensiblen Künstlers im vitalen Bürgertum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320404
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Extrait de  21  pages
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