Ausgangspunkt der Arbeit bildet der Befund, dass im Falle der Romantrilogie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins, sowohl Buch- als auch Filmtrailer als Paratext strukturiert sind. Sie folgen einem einheitlichen Konzept beziehungsweise Konsens von Dramaturgie, Narration und Ästhetik und formen so ein medienübergreifendes ganzheitliches Marketingkonzept.
Folgende These soll daher in der vorliegenden Arbeit untersucht werden: Die epitextuelle Stellung zur Rezeption beider Trailer ist identisch, um die unterschiedlichen Zielgruppen aus dem Medium Literatur und Film zusammenzuführen. Dieses führt zu einer Marketingspirale, bei der die Vermarktung des Produktes, gleich welchen Mediums, im Vordergrund steht.
Im Fokus steht der Vergleich von Buch- und Filmtrailer des zweiten Teils der Trilogie von Suzanne Collins. Dabei zeigen Buch- und Filmtrailer eine sich inhaltlich und ästhetisch ähnelnde, in sich geschlossene Dramaturgie auf und steuern so die Rezeption. Der Trailer als Epitext gibt Informationen über die Produktplatzierung und zur Vermarktung des Produktes.
Zunächst soll in aller Kürze die Bedeutung des Paratext-Konzepts für literatur- und medienwissenschaftliche Arbeiten erörtert werden und den Trailer als Epitextelement klassifizieren. In einer theoretischen Abhandlung erfolgt dann die Herausarbeitung der wesentlichen Elemente des (Film-)Trailers. Dabei geht es inhaltlich um die Definition, den Wert und den Aufbau (Dramaturgie und Narration) des Trailers. Es wird im Folgenden kurz auf die Gemeinsamkeiten von Film- und Buchtrailer hinsichtlich der Funktion des Trailers eingegangen, nämlich das Herstellen von Interesse und Aufmerksamkeit, sowie die Unterschiede bei der Umsetzung von Film- und Buchtrailer, welche beispielsweise dadurch bedingt sind, dass vom Buch zum Buchtrailer ein Wechsel des Mediums stattfindet.
Danach werden Buch- und Filmtrailer vom zweiten Teil der Trilogie getrennt voneinander unter Einbezug des inhaltlichen Kontextes analysiert und mithilfe des angeeigneten theoretischen Teils entschlüsselt. Daraus ergibt sich in der Konklusion, dass Buch- und Filmtrailer in Die Tribute von Panem II ein einheitliches Konzept verfolgen und die Unterschiede zwischen beiden Trailern aufgehoben werden. Auf eine reine Inhaltszusammenfassung der Trailer wird hierbei ebenso verzichtet, wie auf eine inhaltliche Kontextbringung der Trailer durch die Lektüre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Der Trailer als Paratext
2.2 Wesentliche Elemente eines Trailers
2.3 Werbestrategien für Die Tribute von Panem
2.3.1 Der Buchtrailer
2.3.2 Der Filmtrailer
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die funktionale Ähnlichkeit und die medienübergreifende Marketingstrategie von Buch- und Filmtrailern am Beispiel der Romantrilogie Die Tribute von Panem. Dabei wird untersucht, wie durch identische dramaturgische Mittel beide Trailerformate als epitextuelle Elemente die Rezeption steuern und als Marketingspirale fungieren.
- Paratext-Konzepte nach Gérard Genette
- Struktur und Dramaturgie moderner Trailer
- Medienübergreifende Vermarktungsstrategien
- Vergleich von Buch- und Filmtrailer-Ästhetik
- Einsatz von Cliffhangern und Spannungsaufbau
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Trailer als Paratext
Der französische Wissenschaftler Gérard Genette hat in seinem 1989 publiziertem Werk Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches konstituiert, dass ein Text „ausschließlich oder hauptsächlich aus [...]einer mehr oder weniger langen Abfolge mehr oder weniger bedeutungstragender verbaler Äußerungen [besteht].“1 Laut Genette präsentiert sich dieses Werk jedoch selten nackt, sondern wird durch weitere Paratextelemente2 begleitet. Diese haben die Funktion ihn zu präsentieren und somit eine Rezeption des Textes überhaupt erst zu ermöglichen. Diese Begleiter des Textes sind für dessen Existenz so fundamental, dass Genette festhält, dass es „keinen Text ohne Paratext“ gibt oder je gegeben hat, jedoch sehr wohl „Paratexte ohne Text“.3
Weiter bricht Genette sein Gedankengut auf folgende prägnante kurze Formel nieder: „Paratext = Peritext + Epitext.“4 Beide Komponenten sollen im Folgenden kurz erläutert werden.
Laut Genette stellen die Peritexte Paratexte von der „typischsten Kategorie“5 dar, da diese eine unmittelbare Nähe bzw. eine Omnipräsenz bei der Rezeption zum Text aufweisen. Gemeint sind hierbei beispielsweise der Titel oder das Vorwort. Als Epitexte hingegen bezeichnet Genette jene Paratexte, welche in „respektvoller [...] Entfernung“ zum Umfeld des Textes angesiedelt sind und „die des tatsächlichen >Eingebundenseins< in ein buchförmiges Einzelwerk ermangeln.“6 Diese missen zwar im Gegensatz zu Peritexten eine Omnipräsenz bei der Rezeption eines Werkes, gleichwohl können sie diese jedoch je nach Zeitpunkt der Wahrnehmung vorauswirkend oder nachträglich beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, die methodische Vorgehensweise und stellt die These auf, dass Buch- und Filmtrailer bei Die Tribute von Panem ein einheitliches, mediumübergreifendes Marketingkonzept verfolgen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen des Paratextes, klassifiziert die Merkmale moderner Trailer und analysiert detailliert die Werbestrategien sowie die inhaltliche Umsetzung der Buch- und Filmtrailer der Trilogie.
3. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass beide Trailerformate trotz des Mediumwechsels identische dramaturgische Strukturen nutzen, um als wirksame „Sehanleitungen“ eine breite Zielgruppe für das Gesamtprodukt zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Die Tribute von Panem, Paratext, Epitext, Filmtrailer, Buchtrailer, Marketing, Dramaturgie, Dreiaktschema, Cliffhanger, Rezeption, Medienwissenschaft, Literaturverfilmung, Katniss Everdeen, Vermarktung, Zielgruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und die marketingstrategische Funktion von Buch- und Filmtrailern am Beispiel der populären Romantrilogie Die Tribute von Panem.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Paratextes nach Gérard Genette, die theoretische Definition moderner Trailer sowie die praktische Analyse ihrer dramaturgischen Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass sowohl Buch- als auch Filmtrailer als epitextuelle Instrumente ein einheitliches, medienübergreifendes Konzept verfolgen, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf das Gesamtwerk zu lenken.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine medienwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Paratext-Konzept von Genette mit der Dramaturgie moderner Trailer (Dreiakt-Struktur) kombiniert und auf die spezifischen Trailer der Trilogie anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Paratext-Konzept, eine Definition der Elemente des modernen Trailers und eine spezifische Analyse der Buch- und Filmtrailer zum zweiten Teil der Reihe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Paratext, Epitext, Dreiaktschema, Cliffhanger und die medienübergreifende Marketingstrategie geprägt.
Inwiefern beeinflusst der Mediumwechsel die Gestaltung des Buchtrailers?
Da beim Buchtrailer kein fertiges Filmmaterial existiert, muss dieser stärker mit ästhetischen Mitteln, Texteinblendungen und einer spezifischen Tonspur arbeiten, um die Atmosphäre des Werkes zu vermitteln.
Welche Rolle spielt die Synchronstimme von Maria Kroschny?
Die Verwendung der bekannten Synchronstimme, die sowohl in den Hörbüchern als auch in den Verfilmungen zu hören ist, dient als identitätsstiftendes Element, das die medienübergreifende Wahrnehmung des Charakters Katniss Everdeen stärkt.
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- Anonym (Author), 2013, "Die Tribute von Panem". Vergleich von Buch- und Filmtrailer unter Einbezug von Marketingstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320445