Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Probleme und Möglichkeiten der Integration


Hausarbeit, 2016

35 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.2 Integration

3 Gründe der Flucht

4 Abläufe und Verfahren
4.1 Gesetzliche Grundlagen
4.2 Genfer Flüchtlingskonvention (GFK)
4.2.1 Haager Minderjährigenschutzabkommen (MSA)
4.2.2 UN-Kinderechtskonvention (KRK)
4.2.3 Entschließung des Rates der Europäischen Union
4.2.4 Einreise
4.3 Altersfestsetzung
4.4 Inobhutnahme
4.5 Clearingverfahren

5 Formen der Jugendhilfe
5.1 Vollzeitpflege
5.2 Heimerziehung
5.3 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE)
5.4 Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
5.5 Jugendsozialarbeit
5.6 Gemeinsame Wohnformen für Mütter, Väter und Kinder

6 Besonderheiten der sozialpädagogischen Arbeit mit UMFs

7 Probleme der Integration
7.1 Mangelnde Schulbildung
7.2 Sprache
7.3 Kultur / Religion
7.4 Ausgrenzung und Diskriminierung

8 Möglichkeiten der Integration
8.1 Bildung
8.1.1 Schulbildung
8.1.2 Ausbildung
8.2 Freizeitangebote
8.3 Projekte

9 Fazit, Ausblick

10 Literaturverzeichnis

11 Abbildungsverzeichnis

12 Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

Blickt man auf das Jahr 2015 zurück, ist die Flüchtlingskrise eines der Hauptthemen in den Medien. Das Jahr 2015 wird deshalb auch als das ,,Flüchtlingsjahr‘‘ bezeichnet. Denn täglich berichten Medien in allen Formen über den steigenden Flüchtlingszuwachs in Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

Ursachen dafür sind die drastisch steigenden Zahlen der Asylsuchenden und die darauffolgenden Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Im Jahre 2014 befanden sich mehr als 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. 2015 war das Jahr in dem mehr Menschen als je zuvor Asyl in Deutschland suchten. Rund 476 Tausend Asylerstanträge wurden laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im letzten Jahr gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies rund 273 Tausend (135 Prozent) Asylanträge mehr. In einem Zitat des Bundesinnenministers Dr. Thomas de Maizière heißt es:"Mit über 476.649 Asylanträgen haben wir im vergangenen Jahr die bislang höchste Zahl von Asylbewerberzugängen erreicht, die je in Deutschland verzeichnet worden ist. Die tatsächliche Zahl der zum Zwecke der Asylantragstellung eingereisten Personen liegt deutlich höher. Dieser enorme Zustrom hat uns vor Herausforderungen gestellt, wie es sie seit der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht mehr gegeben hat. […]‘‘ (Dr. de Maizière, Thomas, 2016); (Bundesministerium des Innern - Referat Presse; Öffentlichkeitsarbeit; Internet (Hrsg.): ,,2015: Mehr Asylanträge in Deutschland als jemals zuvor‘, unter https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemit-teilungen/DE/2016/01/asylantraege-dezember-2015.html (abgerufen am 10.01.2016)

Für Erzieher und Erzieherinnen ergibt sich daraus ein Arbeitsfeld, welches noch nie von einer so großen Bedeutung war. Denn unter den Familien und den erwachsenen, volljährigen Asylsuchenden gibt es auch die Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die ohne Eltern oder andere Bezugspersonen nach Deutschland gereist sind und nach Asyl suchen. Diese haben einen besonderen Status des Flüchtlings, da diese Gruppe unter das Kinder- und Jugendhilfegesetz fällt.

Das Thema meiner Facharbeit lautet: ,,Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – Probleme und Möglichkeiten der Integration‘‘. Bei der Auswahl dieses Themas, hatte ich folgende Beweggründe. Seit der großen Medienpräsens wurde mein Interesse am Thema Flucht und Asyl im Allgemeinen geweckt. Seitdem verfolge ich die aktuellen Geschehnisse. Im Rahmen einer Projektwoche an meiner Schule wurde ich auf die Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aufmerksam. In der Projektwoche gab es die Möglichkeit eine Einrichtung für diese zu besuchen. Der Besuch hat mir sehr gefallen und mein Interesse für dieses Arbeitsfeld geweckt. Die Entscheidung fiel mir sehr leicht, als meine Praxisstelle für den Oberkurs fragte, ob ich mir auch die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen vorstellen könnte. Mit dieser Entscheidung stand auch das Thema meiner Facharbeit fest. Durch die Praxiserfahrungen im 1. Praktikumsblock und die theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema, wurde mir klar, dass Integration das ,,A und O‘‘ für die pädagogische Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist. Ich stelle mir die folgende Frage: ,,Welche Möglichkeiten gibt es, die Integration bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als Erzieherin zu fördern?‘‘

Auf dieser Forschungsfrage baut sich meine Facharbeit auf. Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema stellt das Fundament der pädagogischen Integrationsarbeit dar. Als erstes habe ich die zentralen Begriffe ,,unbegleitete minderjährige Flüchtlinge‘‘ und ,,Integration‘‘ definiert. Danach nehme ich Bezug auf die Gründe der Flucht der Jugendlichen. Diese sind sehr vielfältig, weshalb ich ebenfalls Bezug auf die jeweiligen Herkunftsländer der Jugendlichen nehme. Der Verlauf der Arbeit mit diesen Jugendlichen, wird durch gesetzliche Regelungen festgelegt. Auf diese nehme ich im nächsten Gliederungspunkt Bezug. Aufbauend ergeben sich dadurch bestimmte Verfahren und Abläufe, die ich folglich beschreiben werde. Nach diesem Punkt geht die Theorie und Praxis ineinander über und lässt sich schwer trennen. Zunächst führe ich die verschiedenen Formen der Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf. Dieser Punkt beinhaltet die unterschiedlichen Einrichtungsformen der Unterbringung, in denen auch Erzieher und Erzieherinnen tätig sein können. Des Weiteren gehe ich auf die Besonderheiten der sozialpädagogischen Arbeit ein, gefolgt von den Problemen, sowie der Möglichkeiten der Integration. In meinem Fazit werde ich kurz auf die Perspektiven der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eingehen, ebenso auf die Bedeutung in der Gesellschaft, falls Integration gelingt.

Meine Facharbeit beschränkt sich im Wesentlichen auf die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, da diese Gruppe von Jugendlichen von Bedeutung für die erzieherische Arbeit ist. Auf die Flüchtlinge allgemein, gehe ich in wenigen Punkten dennoch ein, da Einzelnes nicht zu trennen ist. Das Arbeitsfeld dieses Bereiches ist sehr vielfältig. Für den Praxisbezug nehme ich in erster Linie Bezug auf den Beruf des Erziehers. In der theoretischen Auseinandersetzung werde ich kurz auf das Dublin-III-Verfahren eingehen. Dieses habe ich eingegrenzt da es meiner Meinung zu tiefgründig und für die Integration nicht von Bedeutung ist. Die unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen sind überwiegend männliche Jugendliche im Alter von 16-17 Jahren. Ich nehme hauptsächlich Bezug auf die Arbeit mit männlichen unbegleiteten Flüchtlingen, da diese sehr ausschlaggebend für Erzieher und Erzieherinnen ist. Ich nehme nur zum Teil Bezug auf die weiblichen Jugendlichen, da dieses tendenziell eine Seltenheit ist und den Rahmen meiner Facharbeit überschreiten würde.

In meinen weiteren Ausführungen verwende ich die Abkürzung UMF/UMFs. Dies ist die offizielle Abkürzung für den Begriff: ,,unbegleiteter minderjähriger Flüchtling/unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. Die offizielle Bezeichnung für diese Gruppe hat sich im Laufe meiner Arbeit geändert. Die neue Bezeichnung lautet ,,Unbegleitete minderjährige Ausländer‘‘ (UMAs). Da die Änderung erst nach Beginn meiner Ausarbeitung stattfand behalte ich die ursprüngliche Bezeichnung bei.

2 Definitionen

2.1 Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Der Begriff ,,Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge‘‘ setzt sich aus drei Charakteristiken zusammen.

Der Begriff ,,unbegleitet‘‘ weist darauf hin, dass die Kinder und Jugendlichen von ihren Eltern oder Bezugspersonen getrennt sind. Der Begriff umfasst Minderjährige, die ohne Eltern oder andere verantwortliche Personen, in das Bundesgebiet eingereist sind oder ohne Begleitung zurückgelassen wurden.

Der zweite Begriff ,,Minderjährige‘‘ bezieht sich auf internationales und nationales Recht. ,,Minderjährig‘‘ ist, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.(vgl. UN-Kinderrechts-konvention Art.1; § 7 SGB VIII, 1992)

Als letztes verweist der Begriff auf den Status des ,,Flüchtlings‘‘.,,Flüchtling ist, wer ,,aus der begründeten Furcht vor Verfolgung, aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz des Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder sich als staatenlos infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.‘‘ (UNO: Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) bzw. Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, Genf, 1951)

2.2 Integration

Der Begriff Integration stammt aus dem lateinischen Wort ,,integratio‘‘, die Wiederherstellung einer Einheit. Laut Duden ist Integration die„Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit“. (Bibliographisches Institut GmbH, Dudenverlag,(Hrsg.): ,,Integration‘‘, unter: http://www.duden.de/rechtschreibung/Integration (abgerufen am 04.11.2015))

3 Gründe der Flucht

Die UMFs kommen überwiegen aus Afghanistan (23,9%), Eritrea (21,0%) und Syrien (14,9%). Somit kommen mehr als die Hälfte der Jugendlichen (59,8%) aus diesen drei Herkunftsländern. 12,9 % der UMF kommen aus Somalia. 27,3 % der Minderjährigen kommen aus anderen Herkunftsländern, wie Irak, Sudan, Kongo und Indien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : ,,Unbegleitete minderjährige Asylantragsteller nach Herkunftsländern im Jahr 2014‘‘

Die UMFs kommen nach Deutschland, ebenso wie Erwachsene, weil sie vor Krieg, Bürgerkriegen, Unruhen, Krisen, Konflikten, Armut und Naturkatastrophen in ihren Herkunftsländern fliehen und Schutz suchen. Weitere Ursachen zur Flucht können Verfolgung und Gefahren aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit sein. So fliehen Menschen aus Afghanistan vor Terror und Gewalt. Über 6.800 Menschen wurden 2014 verletzt, fast 3700 wurden getötet. Eritrea ist das Land mit dem repressivsten Regime der Welt. Dort fliehen Menschen vor der Militärdiktatur. Syrien ist mit Abstand das Hauptherkunftsland aller Asylsuchenden. Im Jahr 2016 entsprach dies 23 % aller Asylsuchenden in Deutschland.(PRO ASYL, Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge (Hrsg.), 2015: Aus Krieg, Gewalt und blanker Not – Asylsuchende. In Tag des Flüchtlings 2015, S. 27)

Kinder und Jugendliche treffen die Menschenrechtsverletzungen aufgrund der soeben genannten Gründe, besonders hart. Kinder und Jugendliche sind psychisch und physisch am verletzlichsten. In einem Zitat Jordans heißt es, es ist unumstritten, dass UMFs zu den verletzlichsten Opfern der Umstände in ihrem Herkunftsland zu zählen. Als Minderjährige haben diese spezifische physische, psychische und soziale Bedürfnisse. Sie leiden am stärksten unter Gewalt und Misshandlung, Armut und Hunger, unter politischem und sozialem Druck, unter der Auflösung von traditionellen Familien-, Stammes- oder Gemeinschaftsstrukturen und mangelnden Bildungsmöglichkeiten. (vgl.Jordan, Silke: Fluchtkinder, Allein in Deutschland. Karlsruhe 2000, S. 19)

Ebenso wie die erwachsenen Flüchtlinge fliehen die UMFs vor den sogenannten ,,Push-Faktoren‘‘. Als Push-Faktoren werden Umstände im Herkunftsland bezeichnet, die Migrationsdruck hervorrufen lassen, wie z.B. Krieg, Verfolgung, instabile politische Verhältnisse, Umweltzerstörungen, widrige Lebensbedingungen sowie schlechte Arbeitsmarktchancen. Desgleichen lassen sich auch kinder- und jugendspezifische Gründe einer Flucht aus dem Heimatland feststellen.

In Asylanhörungen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden unteranderem folgende Gründe angegeben. Die Minderjährigen haben ihre Eltern verloren durch Verschleppungen, Tod in Kriegshandlungen oder Krankheiten wie HIV/AIDS. Ebenso wurden fehlende oder unzureichende Möglichkeiten der Schul- oder Ausbildung und allgemein fehlende Zukunftsperspektiven genannt.

Laut BAMF zählen Angst vor drohenden Genitalverstümmelungen von Mädchen und jungen Frauen in afrikanischen Ländern, Zwangsheirat, sexueller Missbrauch oder Zwangsprostitution von Mädchen und jungen Frauen, zu häufigen Fluchtgründen. Gelegentlich nannten die minderjährigen Asylsuchenden Sklaverei und Kinderarbeit (Afghanistan, Kenia), Verfolgung wegen Wehrdienstverweigerung und Angst vor Einberufung (Russische Förderation) oder Zwangsrekrutierung als Kindersoldat (afrikanische Länder).(vgl. Riedelsheimer, Albert: Die Rechte von Flüchtlingskindern stärken, in: Deutsches Institut für Menschenrechte, Die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen stärken: Dokumentation eines Fachgesprächs über die Umsetzung der Kinderrechts-konvention in Deutschland. Berlin 2006, S. 4; Liebel, Manfred: Wozu Kinderrechte? Grundlagen und Perspektiven. Weinheim/München 2007, S.160)

Neben diesen Fluchtgründen kommt es vor, dass die UMFs von ihren Eltern nach Europa geschickt werden, damit ihre Kinder dort sicherer leben, eine Ausbildung machen können oder in Europa arbeiten können um somit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen können. 75% kommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben und größere Zukunftschancen nach Deutschland und nur 25% aufgrund von Flucht vor Krieg oder politischer Verfolgung im Herkunftsland. Diese Angabe ist nicht wissenschaftlich überprüfbar. Der Grund dafür ist, dass die UMFs einen gewissen Reifegrad erreicht haben müssen, um die Fluchtumstände glaubhaft zu schildern. Ihnen kann es schwer fallen, den genauen Fluchtgrund darzulegen.(vgl. Abgeordnetenhaus Berlin: Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Margit Barth (Die Linke) vom 12. Juli 2007 und Antwort, „Minderjährige unbegleitete Asylsuchende“. Berlin 2007, S.1)

4 Abläufe und Verfahren

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf das Working Paper 26, welches vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben wurde. Ich verweise im Folgenden deshalb nur auf die entsprechende Seitenzahl.(Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Parusel Bernd: Unbegleitete minderjährige Migranten in Deutschland - Aufnahme, Rückkehr und Integration, Working Paper 26, Studie 2, 2008)

4.1 Gesetzliche Grundlagen

Die jeweiligen Vertragsstaaten, so auch Deutschland, verpflichten sich in vier internationalen Abkommen den Schutz von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu garantieren. Diese werden im Folgenden kurz benannt.(S. 14)

4.2 Genfer Flüchtlingskonvention (GFK)

Das internationale Flüchtlingsrecht beruht auf dieser Konvention aus dem Jahre 1951. Die GFK enthält keine besonderen Regelungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der allgemeine rechtliche Schutz bezieht sich aber ebenso auf Kinder und Jugendliche, da diese Konvention keine Altersgrenzen aufführt. Sinn und Zweck dieser Konvention ist das Erfordernis einer kindgerechten Auslegung daraus zu schließen.(ebenda)

4.2.1 Haager Minderjährigenschutzabkommen (MSA)

Der Staat, in dem ein Minderjähriger seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist grundsätzlich für den Schutz des Minderjährigen und dessen Vermögen zuständig. Dies hält das MSA von 1961 in Artikel 1 fest. Ein gewöhnlicher Aufenthalt liegt dann vor, wenn sich ein Minderjähriger seit sechs Monaten im Land aufhält oder wenn zu Beginn schon festgestellt wurde, dass sein Lebensmittelpunkt künftig in diesem Land liegen soll. Die zuständigen Behörden und Gerichte sind nach Artikel 2 verpflichtet die nach innerstaatlichem Recht für Minderjährige vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu treffen. Zu diesen Schutzmaßnahmen zählen z.B. die Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung, die Einsetzung eines Vormundes oder Pflegers und die Regelung des Aufenthalts.(S. 15)

[...]

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Probleme und Möglichkeiten der Integration
Veranstaltung
Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
35
Katalognummer
V320447
ISBN (eBook)
9783668199224
ISBN (Buch)
9783668199231
Dateigröße
914 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unbegleitete, flüchtlinge, probleme, möglichkeiten, integration
Arbeit zitieren
Maria Dietl (Autor), 2016, Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Probleme und Möglichkeiten der Integration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320447

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