Die nachfolgende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Finanzierbarkeit einer Ferienimmobilie im Rahmen einer Projektfinanzierung mit Hilfe von Teilzeitnutzungsrechtverträgen. Im Rahmen dessen werden zunächst die Rechtsgrundlage der Teilzeitnutzungsrechte, speziell die EU-Richtlinie 2008/122/EG, sowie die Spezifika einer Projektfinanzierung näher betrachtet.
Die darauf gestützte Ausformulierung einer Projektstruktur und die Formulierung verschiedener Prämissen, welche sowohl auf Literaturrecherche als auch auf den Ergebnissen dreier Interviews mit Finanz- und Finanzierungsexperten beruhen, münden in einem Fallbeispiel, welches die Preisersparnis des Inhabers eines Teilzeitnutzungsrechtes an einer exemplarisch ausgewählten Ferienimmobilie gegenüber der jährlichen Buchung einer Ferienwohnung über das deutschlandweit marktführende Reiseportal TUI.com nachweist.
Trotz der im Rahmen einer Marktumfrage festgestellten grundsätzlichen Nachfrage nach dem entwickelten Konzept, fällt die finale Würdigung des Projektes hinsichtlich des Einsatzes in der Realität nach Auswertung der geführten Interviews aufgrund der im Verhältnis zum Projektvolumen unverhältnismäßig hohen Finanzierungsnebenkosten negativ aus.
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1. Teilzeitnutzungsrecht
2.1.1. Teilbare Güter
2.1.2. Historische Entwicklung
2.1.3. Die Teilzeitferienimmobilie
2.1.4. Modellprämisse
2.2. Rechtsgrundlage des Teilzeitnutzungsrechtevertrages
2.2.1. Regulierung auf europäischer Ebene
2.2.1.1. Anwendbarkeit
2.2.1.2. Mindestvertragslaufzeit
2.2.1.3. Werbung und Verbraucherinformation
2.2.1.4. Vorvertragliche Informationen
2.2.1.5. Widerrufrecht
2.2.1.6. Folgen des Widerrufs
2.2.2. Fazit
2.3. Finanzierung
2.3.1. Kreditfinanzierung
2.3.2. Projektfinanzierung
2.3.3. Die beteiligten Parteien
2.3.3.1. Die Eigenkapitalgeber
2.3.3.2. Die Fremdkapitalgeber
2.3.3.3. Die Abnehmer der Projektleistung
2.3.3.4. Der unparteiische Dritte
2.4. Due Diligence
2.4.1. Begriffsherkunft und –klärung
2.4.2. Arten der Due Diligence
2.4.2.1. Buyer Pre-Due Diligence
2.4.2.2. Commercial Due Diligence
2.4.2.3. Financial Due Diligence
3. Teilzeitnutzungsrechte als Finanzierungsmöglichkeit für Ferienimmobilien
3.1. Das Projektkonzept
3.1.1. Die Projektgesellschaft
3.1.2. Der Fremdkapitalgeber
3.1.3. Die Endverbraucher Teil I
3.1.4. Exkurs Darlehensformen
3.1.5. Die Endverbraucher Teil II
3.1.6. Die Ferienimmobilie
3.1.7. Der Immobilienmakler
3.1.8. Facility Manager
3.1.9. Fazit
3.2. Marktanforderungen
3.2.1. Konkurrenzanalyse
3.2.1.1. Hapimag AG
3.2.1.2. TUI Deutschland
3.2.2. Nachfrage auf dem lokalen Markt
3.2.3. SWOT / Strategische Ausrichtung
4. Fallstudie
4.1. Prämissen
4.2. Berechnung der Schulddienstfähigkeit
4.3. Schlussfolgerung
5. Praktische Umsetzung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretische Machbarkeit der Finanzierung einer Ferienimmobilie durch ein Projektfinanzierungskonzept, bei dem die Refinanzierung über langfristige Teilzeitnutzungsrechtsverträge sichergestellt wird, um Banken als Fremdkapitalgeber zu gewinnen.
- Grundlagen von Teilzeitnutzungsrechten (Timesharing) und deren rechtliche Rahmenbedingungen (EU-Richtlinien).
- Mechanismen der Projektfinanzierung im Vergleich zu herkömmlichen Kreditfinanzierungen.
- Entwicklung eines Projektkonzepts zur Überzeugung von Fremdkapitalgebern.
- Konkurrenzanalyse relevanter Marktteilnehmer wie der Hapimag AG und TUI.
- Empirische Untersuchung der Nachfrage durch eine Marktumfrage.
- Fallstudie zur Berechnung der Schulddienstfähigkeit und praktischen Implementierbarkeit.
Auszug aus dem Buch
2.1. Teilzeitnutzungsrecht
Der Begriff Teilzeitnutzungsrecht definiert sich anhand der im Begriff selbst inbegriffenen Begriffe grundsätzlich selbst (Hellmann 1989, S. 1). Mehrere Personen teilen sich das Nutzungsrecht an einem Gebrauchsgegenstand so, dass der zeitliche Gebrauch des Gegenstandes so aufgeteilt wird, „dass den einzelnen Berechtigten nacheinander, in gleicher Art und Weise der vollumfängliche und ausschließliche Gebrauch entweder des gesamten Gegenstandes oder einer Gebrauchseinheit davon zusteht“ (Schalch 1990, S. 7f). Grundsätzlich kehrt die Gebrauchsbefugnis jährlich wieder (Schalch 1990, S. 11). Hierbei kann der Zeitpunkt der Inanspruchnahme des Nutzungsrechts des einzelnen Vertragspartners entweder festgelegt oder frei wählbar sein (Hellmann 1989, S. 1).
Die Nutzung in der dem jeweiligen Vertragspartner zugestandenen Nutzungsperiode erfolgt ungeachtet der anderen Nutzungsrechtinhaber, so als ob der jeweilige Nutzer der Eigentümer wäre (Hellmann 1989, S. 1). In dieser Zeit ist er „zur ausschließlichen Nutzung des Gegenstands berechtigt“ (Böhmer 1993, S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob eine Ferienimmobilie mittels einer Projektfinanzierung und langfristigen Teilzeitnutzungsverträgen finanziert werden kann.
2. Begriffsklärungen: Definition von Teilzeitnutzungsrechten, Erläuterung von Projektfinanzierung und Due Diligence-Prüfprozessen.
3. Teilzeitnutzungsrechte als Finanzierungsmöglichkeit für Ferienimmobilien: Entwicklung eines konkreten Projektkonzepts inklusive der Rollen von Projektgesellschaft, Fremdkapitalgebern und Endverbrauchern sowie Analyse von Marktanforderungen.
4. Fallstudie: Anwendung des theoretischen Konzepts in einer Beispielkalkulation zur Bestimmung der Schulddienstfähigkeit und eines Preismodells.
5. Praktische Umsetzung: Kritische Würdigung der Finanzierbarkeit unter Einbeziehung von Experteninterviews mit Finanzierungsspezialisten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Arbeitshypothese und Ausblick auf die praktische Umsetzbarkeit des Modells.
Schlüsselwörter
Teilzeitnutzungsrecht, Teilzeitwohnrecht, Timesharing, Ferienimmobilie, Ferienwohnung, Projektfinanzierung, Immobilienfinanzierung, Due Diligence, Schulddienstfähigkeit, Marktanalyse, Investition, Barwert, Fremdkapital, Eigenkapital, Konsortialfinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob sich eine Ferienimmobilie durch eine Projektfinanzierung finanzieren lässt, indem zukünftige Einnahmen aus langfristigen Teilzeitnutzungsrechtsverträgen als Sicherheit für Banken genutzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Timesharing-Modell, die Strukturierung von Projektfinanzierungen, rechtliche Aspekte nach EU-Recht sowie die ökonomische Analyse der Marktfähigkeit von Ferienimmobilien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch die Bindung von Endverbrauchern an langfristige Nutzungsverträge stabile Cashflows generiert werden können, die als Grundlage für eine fremdfinanzierte Immobilieninvestition dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche, eine Marktumfrage zur Nachfrageermittlung sowie die Auswertung von Experteninterviews mit Fachleuten aus der Finanz- und Immobilienbranche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Begriffe, die Ausarbeitung eines Projektkonzepts (Projektstruktur, Rollenverteilung), eine Konkurrenzanalyse und eine mathematisch fundierte Fallstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Projektfinanzierung, Teilzeitnutzungsrechte (Timesharing), Immobilienökonomie, Due Diligence und Schulddienstfähigkeit klassifizieren.
Warum ist das Widerrufsrecht für das Finanzierungsmodell so kritisch?
Ein verlängertes Widerrufsrecht gemäß der EU-Richtlinie 2008/122/EG kann die Modellprämisse der Nicht-Auflösbarkeit des Vertrages untergraben und damit die Planungssicherheit der Cashflows für die finanzierende Bank gefährden.
Welche Rolle spielt die Projektgesellschaft im Modell?
Die Projektgesellschaft dient als zentrale Wirtschaftseinheit, die Eigenkapital bündelt, die Immobilie erwirbt und durch den Verkauf von Teilzeitnutzungsrechten die langfristigen Einnahmen zur Kredittilgung generiert.
- Citation du texte
- Daniel Hofmann (Auteur), 2014, Finanzierung von Ferienimmobilien. Möglichkeiten und Rechtsgrundlagen von Teilzeitwohnrechten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320456