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Gewalt gegen Kinder in der Familie

Titel: Gewalt gegen Kinder in der Familie

Diplomarbeit , 2004 , 65 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Rebecca Diezmann (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit thematisiert einen Teilbereich aus dem Komplex Gewalt und Familie. Insbesondere soll das Augenmerk auf Gewalt gegen Kinder gerichtet werden.
In dieser Arbeit wird darlegt, wie es zu Aggression und Gewalt gegen Kinder kommen kann, und wie man sie verhindern bzw. wie man den Betroffenen helfen kann.
Familie ist eine Institution in der Menschen einen wesentlichen Teil ihrer Sozialisation erfahren, nicht aber nur in der Familie in die sie geboren wurden. Kinder lernen auch in anderen Formen von Familie soziale Kommpetzen, wie z.B. der Stieffamilie , der Adoptionsfamilie oder der Pflegefamilie.
Die Familie ist kein feststehendes Gebilde, sondern sie unterliegt einem stetigen Wandel. So ist es angemessener von familiären Lebensformen zu sprechen, die eine differenziertere Umschreibung der Sozialisationsinstitution Familie unter heutigen Bedingungen ermöglicht. Da sich in der Entwicklung der Familie im Laufe der Jahre viel verändert hat, wird die Arbeit in zwei Punkten auf einen kleinen historischen Abriss und auf grundsätzliche Wandlungen der Familie eingehen.
Das Kind, dass geschlagen wird, entwickelt Ängste vor Bestrafung durch die Eltern, wenn sie beispielsweise "ungehorsam" waren oder den Erwartungshaltung der Eltern nicht entsprochen haben. Um etwas gegen die Gewalt gegen Kinder tun zu können, muss man die Struktur und Wirkungsmechanismen kennen. Verurteilungen und Skandalisierung helfen oft nicht, sondern verstärken eher die Aggressions- und Versagensgefühle der Eltern. In vielen Einzelfällen, bei denen psychologisch sozialarbeiterisch/ sozialpädagogisch interveniert wird, spielen Aggressionen und Gewalt eine wesentliche Rolle. Sozialarbeiterische Intervention, also Hilfe, kann nur dann wirksam sein, wenn sie nicht nur an den Symptomen ansetzt, sondern auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge zwischen Gewalt und individuellen Notlagen ins Blickfeld rückt.
Insbesondere der Frauenbewegung und des Kinderschutzes ist es zu danken, dass Gewalt in der Familie enttabuisiert und in die öffentliche Diskussion gebracht wurde. Familie und Gewalt ist vor dem Hintergrund des Funktionierens einer modernen Gesellschaft, die eine Risikogesellschaft ist und in der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik einen ihr zugewiesenen Platz hat, auch ein wichtiger Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Aspekte

2.1 Ein kurzer historischer Überblick zur Entwicklung in der Familie

2.2 Ein kurzer historischer Überblick zur Entwicklung der Gewalt gegen Kinder

3. Gesellschaft und Familie

3.1. Die Familie als analytische Kategorie

3.2. Die Familie als Institution

3.3. Rechtliche Standpunkte der Familie

3.4. Rechtliche Lage des Kindes im Rahmen der Jugendhilfe

4. Zum Problem elterlicher Gewalt und Aggressionen

4.1. Definition von Aggressionen

4.2. Definition von Gewalt

4.3. Zusammenfassung der Begriffe Aggressionen und Gewalt

4.4. Misshandlung und Familie

5. Formen der Gewalt gegen Kinder

5.1 Körperliche (Physische) Misshandlung

5.2 Vernachlässigung

5.3 Seelische (Psychische) Gewalt

5.4 Sexueller Missbrauch

6. Misshandlung und die Familienstruktur

7. Zusammenhang von Familie und Gewalt

8. Symptome und Folgen gewaltsamer Handlungen an Kindern

8.1 Faktoren die Einfluss auf das Ausmaß der Folgen nehmen

8.2 Folgen von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt

8.2.1 Körperliche und kognitive Beeinträchtigungen

8.2.2 Soziale- emotionale Störungen

8.2.3 Altersabhängige Folgen

9. Erklärungsansätze zur Gewalt gegen Kinder

9.1 Das psychopathologische Erklärungsmodell

9.2 Das sozial – situative Erklärungsmodell

9.3 Das soziologische Erklärungsmodell

10. Hilfen für betroffene Kinder

11. Prävention und Intervention

11.1 Prävention

11.2 Intervention

11.3 Ziele von Prävention und Intervention

11.4 Grundlagen von Prävention und Intervention bei Gewalt

11.4.1 Gesellschaft

11.4.2 Bezugspersonen

11.4.3 Kinder

11.4.4 Potenzielle TäterInnen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Gewalt gegen Kinder innerhalb der Familie. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsbedingungen von Aggressionen und Gewalt zu beleuchten, die Auswirkungen auf die betroffenen Kinder zu analysieren sowie wirksame Interventions- und Präventionsstrategien aus sozialpädagogischer Sicht aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Familie und des Kinderschutzes
  • Strukturmerkmale und psychologische Dynamiken in der Familie
  • Klassifizierung und Formen von Gewalt gegen Kinder (physisch, psychisch, sexuell)
  • Theoretische Erklärungsmodelle zur Gewaltentstehung
  • Präventionsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten durch Jugendhilfe und soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

4.1 Definition von Aggressionen

Generell wird die Bedeutung von Aggressionen und Gewalt innerhalb einer Familie häufig unterschätzt. Ein Grund dafür liegt im privatem Charakter solcher Aggressionen und gewalttätigen Handlungen.

Bei der Suche nach einer Definition für Aggression habe ich festgestellt, dass eine exaktes Eingrenzen kaum möglich ist. Möglich ist allenfalls eine Umschreibung. Aggression wird als schädigendes und destruktives Verhalten charakterisiert, das im sozialen Bereich auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren als aggressiv definiert wird, von denen einige eher beim Beurteiler als beim Handelnden liegen.

Eine sehr umfassende Definition stellt Zillmann vor: Danach ist eine Aktivität dann als Aggression zu definieren, wenn von der handelnden Person versucht wird, einer anderen Person körperlichen Schaden oder physischen Schmerz zuzuführen, und wenn gleichzeitig das Opfer danach strebt, eine solche Handlung zu vermeiden. Damit wird gleichzeitig ausgeschlossen, dass beispielsweise sexuelle Praktiken im Einverständnis der Partner als Aggressionen anzusehen sind.25

Eine wichtige Unterscheidung bezieht sich darauf, ob die Aggression offensiv oder defensiv ausgeführt wird.26 Aggression kann man als Verteidigung oder als Angriff einsetzen. Weiterhin kann man unterscheiden, ob eine Aggression unprovoziert oder provoziert erfolgt. In letzterem Fall liegt Vergeltung vor.27

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themenstellung, die Relevanz der Familie als Sozialisationsinstanz und die Rolle der Sozialarbeit bei Gewaltproblematiken.

2. Historische Aspekte: Kurzer Abriss über den Wandel familiärer Strukturen und die historische Entwicklung der Gewaltanwendung gegenüber Kindern.

3. Gesellschaft und Familie: Analyse der Familie als Institution, ihre rechtliche Stellung und die rechtliche Lage des Kindes im Kontext der Jugendhilfe.

4. Zum Problem elterlicher Gewalt und Aggressionen: Theoretische Definition und Differenzierung der Begriffe Aggression und Gewalt sowie deren Bedeutung in der Familienstruktur.

5. Formen der Gewalt gegen Kinder: Systematisierung der verschiedenen Gewaltformen, von körperlicher Misshandlung bis hin zu Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch.

6. Misshandlung und die Familienstruktur: Untersuchung der sozioökonomischen und strukturellen Bedingungen, die in der modernen Familie Stress erzeugen und Gewalt begünstigen.

7. Zusammenhang von Familie und Gewalt: Reflexion über die Ambivalenz von Intimität, Nähe und Gewaltpotenzial in der Kleinfamilie.

8. Symptome und Folgen gewaltsamer Handlungen an Kindern: Detaillierte Darstellung der physischen, psychischen und kognitiven Folgen sowie der Einflussfaktoren auf das Ausmaß dieser Schädigungen.

9. Erklärungsansätze zur Gewalt gegen Kinder: Diskussion klinischer, sozial-situativer und soziologischer Modelle zur Begründung von Kindesmisshandlung.

10. Hilfen für betroffene Kinder: Darstellung von Unterstützungsmöglichkeiten, Beratungsangeboten und der Rolle der professionellen sozialen Arbeit im Kinderschutz.

11. Prävention und Intervention: Theoretische Grundlegung von Präventionskonzepten (primär, sekundär, tertiär) und deren Umsetzung auf gesellschaftlicher, familiärer und individueller Ebene.

Schlüsselwörter

Gewalt gegen Kinder, Familie, Kindesmisshandlung, Sozialpädagogik, Aggression, Prävention, Intervention, Kinderschutz, Vernachlässigung, Sexueller Missbrauch, Sozialisation, Psychische Folgen, Familienstruktur, Jugendhilfe, Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Gewalt gegen Kinder innerhalb der Familie aus einer sozialpädagogischen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der historische Wandel der Familie, die Definition von Gewalt und Aggression, die Folgen für betroffene Kinder sowie Strategien zur Prävention und Intervention.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehungsmechanismen familiärer Gewalt zu verstehen, um effektive Hilfen für betroffene Kinder und Familien zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse soziologischer, psychologischer und pädagogischer Theorien zur Gewalt- und Familienforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Formen der Gewalt, Erklärungsmodelle für Misshandlung, Symptome bei den Opfern sowie konkrete Möglichkeiten der professionellen Hilfeleistung.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindeswohl, Gewaltprävention, soziale Netzwerke, familiäre Belastungsfaktoren und Interventionsmodelle charakterisiert.

Warum ist die rechtliche Lage des Kindes ein wichtiges Thema?

Die rechtliche Verankerung des Kindes als Rechtssubjekt ist grundlegend, um staatliches Handeln und den Kinderschutz gegenüber elterlicher Erziehungsverantwortung zu rechtfertigen.

Wie lässt sich laut Arbeit die Zunahme von Gewalt in Familien erklären?

Die Arbeit führt dies auf den hohen Erwartungsdruck, die Überemotionalisierung der modernen Kleinfamilie und sozioökonomische Stressoren wie Armut oder Arbeitslosigkeit zurück.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt gegen Kinder in der Familie
Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
2,0
Autor
Rebecca Diezmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
65
Katalognummer
V32047
ISBN (eBook)
9783638328814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt Kinder Familie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Diezmann (Autor:in), 2004, Gewalt gegen Kinder in der Familie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32047
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Leseprobe aus  65  Seiten
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