Zwischen Romantik und Klassik. Walpurgisnachtszenen in Goethes "Faust"


Bachelorarbeit, 2015
56 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. „Faust“ zwischen Antike und Neuzeit

2. Die „romantische“ Walpurgisnacht
2.1 Entstehung, Struktur und Aufbau
2.2 Funktionen der Szene
2.3 Motivik der Szene

3. Die Klassische Walpurgisnacht
3.1 Entstehung, Struktur und Aufbau
3.2 Prolog auf den Pharsalischen Feldern
3.3 Mephistos Weg durch die Klassische Walpurgisnacht
3.4 Fausts Weg durch die Klassische Walpurgisnacht
3.5 Homunkulus' Weg durch die Klassische Walpurgisnacht

4. Vergleich und Fazit

Literaturverzeichnis

1. „Faust“ zwischen Antike und Neuzeit

Goethes eigener Aussage zufolge erstreckte sich die gesamte Schaffensperiode des „Fausts“ in einem Zeitraum von über 60 Jahren.1 Von 1771 bis zum Jahr seines Todes 1832 arbeitete der Dichter an der Tragödie, die auch aus diesem Grund eine reichliche Fülle an Thematiken umklammert, die zu der immensen Vielschichtigkeit des Weltgedichts beitragen. In seinem umfassenden Lebenswerk webt Goethe Kunst, Religion, Wissenschaft, Philosophie und vor allen Dingen Natur ineinander, wobei alle genannten Elemente im Laufe seines Schaffens mehr und mehr durchdrungen sind von den persönlichen Erfahrungen des Dichters. So ist es nicht überraschend, dass er in einem Brief an Schiller vom 27. Juni 1797 seinen „Faust“ als eine „barbarische(...) Komposition“2 bezeichnete. Denn nach Goethes Italienreise in den Jahren 1786 bis 1788, konnte er den Teil des „Fausts“, den er in den Schaffensphasen zuvor geschrieben hatte, nicht mehr mit seinen neu erworbenen Erfahrungen und Erkenntnissen vereinbaren.

Sein Interesse galt jetzt vorrangig der Antike, die er in das hellste Licht stellte und damit scharf abhob von der ihn so wenig heimatlich anmutenden deutschen Gegenwart. (…) Italien und die Antike - das bedeutete Helligkeit, Klarheit, Plastizität, Größe usw.; Deutschland und die Neuzeit stellten sich ihm dar als Gespenster- und Nebelwelt, Chaos, Symbolik, Formlosigkeit usw. Dieser letzten Sphäre gehörten die frühen „Faust“-Teile an, und so war das fragmentarische Werk, gesehen aus der Optik der Antike, „barbarisch“. Es fortzusetzen, konnte in dieser Situation für Goethe nur bedeuten, die beiden „Welten“ zusammenzuspannen, ohne ihren Unterschied aufzuheben.3

Dergestalt müssen auch die beiden Walpurgisnachtszenen betrachtet werden. Sie bergen durch ihre titelbedingte, direkte Analogie den Vergleichswert zweier Szenen, zwischen deren Entstehungen ungefähr 30 Jahre liegen und damit auf eben zwei unterschiedlichen Stufen in Goethes Leben anzusiedeln sind. Die thematische Rückbesinnung auf eine Geisternacht, die doch aufgrund der verschiedenen Lebensstufen, auf der sich der Dichter befunden hat, so unterschiedlich ausgeführt ist, fordert einen Vergleich.

In der vorliegenden Arbeit werde ich also einen allgemeinen Vergleich zwischen der romantischen Walpurgisnacht im ersten Teil der Faustdichtung und der Klassischen Walpurgisnacht im zweiten Teil ziehen und dabei sowohl an Unterschieden als auch an Parallelen herausarbeiten, inwiefern Goethe jenes „Zusammenspannen“ bewerkstelligt hat. Zu diesem Zweck werde ich mich zuerst der Walpurgis-Szene im ersten Teil des „Fausts“ widmen, wobei ich einen allgemeinen Einblick in die Entstehungsgeschichte, das Strukturprinzip sowie die formalen Charakteristika der Szene gebe, um anschließend in der Interpretation von Funktion und Motivik die wichtigsten Aspekte für die spätere Gegenüberstellung herausarbeite. Im dritten Teil der Arbeit soll die Klassische Walpurgisnacht, ausgehend von den Handlungssträngen der drei Protagonisten, auf ihren symbolischen Gehalt untersucht werden. In einer abschließenden Nebeneinanderstellung werde ich die zwei Szenen miteinander vergleichen und auf ihre Übereinstimmungen und Disparitäten prüfen.

2. Die „romantische“ Walpurgisnacht

2.1 Entstehung, Struktur und Aufbau

Mephisto lenkt Faust durch „die Traum- und Zaubersphäre“ (V. 3871) der Walpurgisnacht. Diese findet alljährlich auf dem höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, statt und zählt mit Auerbachs Keller zu den zwei real existierenden Handlungsorten im ersten Teil des Fauststoffes. Im heidnisch-germanischen Brauchtum wurde in der letzten Aprilnacht der Beginn des Frühlings gefeiert. Der Feiertag erfuhr seit der Mitte des 17. Jahrhunderts eine Abwertung durch die christliche Glaubensgemeinschaft. Seither ging man von einem jährlichen Zusammentreffen aller Hexen auf dem Blocksberg aus, auf dem wilde Orgien, Satanshuldigungen und hemmungslose und sündhafte sexuelle Triebhaftigkeit auf dem Programm standen. Goethe bezieht sich vorrangig bei der Darstellung der Brockenwelt auf die Überlieferung der sinnlich, sündhaften Hexenfeier, „aber zugleich erkannte er hinter ihr auch jenen ursprünglichen Geist, den er wenigstens in Fausts ersten Reden in dieser Szene aufleuchten läßt.“4 Die Bilderwelt der Harzsage nutzte Goethe für sein Faustdrama, wodurch er Mephisto einen angemessenen Schauplatz zur Verfügung stellt, um Faust eine Welt voller Verführung und Maßlosigkeit zu präsentieren.

Die Walpurgisnacht -Szene tritt nicht uneingeleitet in die Fausthandlung ein. Schon in der Szene Hexenküche, die um 1788/89 entstanden ist, greift Mephisto auf das Fest auf dem Blocksberg voraus, wenn er der Hexe zum Dank für den Zaubertrank anbietet: „Und kann ich dir was zu Gefallen tun:/ So darfst du mir's nur auf Walpurgis sagen“ (V. 2589 f.). Darüber hinaus äußert Mephisto in der Szene Nacht seine Vorfreude auf die kurz bevorstehende „herrliche Walpurgisnacht“ (V. 3660). Goethes Tagebüchern und Briefen ist zu entnehmen, dass die Walpurgisnacht zwischen 1797 und 1806 entstanden sein muss. Am 2.1.1799 schreibt Goethe an seinen Verleger Cotta: „Mein Faust ist zwar im vorigen Jahre ziemlich vorgerückt, doch wüßt ich bei diesem Hexenprodukte (…) die Zeit der Reife nicht voraus zu sagen. Wenn die Hoffnung näher rückt sollen Sie davon hören.“5 Es handelte sich um einen langen Schreibprozess, in dem der Autor mehrere Bücher aus dem 17. Jahrhundert, die den Hexenstoff behandeln, zu Rate zog. Dank der Sammlung und Auflistung von Goethes geliehenen Büchern der Weimarer Bibliothek lässt sich nachvollziehen, welche Texte er gelesen und in seine Walpurgishandlung versponnen hat. Darunter waren Werke wie: Francisci, Erasmus: Der Höllische Proteus. Nürnberg 1708, Bekker, Balthasar: Die bezauberte Welt. Amsterdam 1693, Widmann, Georg Rudolf: Das ärgische Leben (...) des Schwarzkünstlers Johannes Fausti. Nürnberg 1684.6

Des Weiteren ist vor allem ein bildlicher Bezug nennenswert. Der „Eigentliche(...) Entwurf und Abbildung deß Gottlosen und verfluchten Zauber Festes“, ein Kupferstich aus der Mitte des 17. Jahrhunderts von Michael Herr zeigt das wilde Hexentreiben zur Walpurgisnacht auf dem Brocken.7 Es gibt bis heute keine Sicherheit darüber, ob Goethe diesen Kupferstich gekannt hat8, jedoch lassen sich zahlreiche Analogien zwischen dem Kunstwerk und der gedruckten Fassung der Walpurgisnacht ausmachen. Mephistos Beschreibung des Getümmels auf dem Brocken-Plateau, „Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt“ (V. 4058), könnte auf eine vorerst entschärfte Version bezüglich der Darstellung auf dem Kupferstich hindeuten. Das Bild zeigt Hexen auf Besen und Böcken, eine Hexe, die als Trödelhexe erkannt werden könnte, preist ihre Waren im rechten unteren Bildrand an. Zudem trommeln Tiergestalten fliegend in der Luft, was auf den Operncharakter der Szene verweist und über dem dämonischen Trubel steht der Halbmond kaum erkennbar und von dunklen Wolken verdeckt.

Die eingehende Beschäftigung mit dem Hexen-Thema wird ferner ersichtlich aus der Gesprächssammlung zwischen Goethe und Johannes Daniel Falk, wenn von einem Walpurgissack die Rede ist.

Falk berichtet, er habe gefragt, was es eigentlich auf sich habe mit diesem ‚Walpurgissack‘; Goethe habe ihn daraufhin beschrieben als »eine Art von infernalischem Schlauch, Behältnis, Sack, oder wie Ihr's sonst nennen wollt, ursprünglich zur Aufnahme einiger Gedichte bestimmt, die auf Hexenscenen im ‚Faust‘, wo nicht auf dem Blocksberg selbst, einen näheren Bezug hatten.«9

Die Walpurgisnacht ist gekennzeichnet als sogenannte Wandelszene, in der die Figuren also nicht an einem Ort verharren, sondern von Station zu Station weiterziehen. Goethe, der selbst eine Brockenbesteigung angetreten ist, verortet die Szene zwar in der Szenenanweisung recht konkret in der „Gegend von Schirke und Elend“ (vor V. 3835), lässt den Wanderern damit aber ebenso genügend Spielraum, um verschiedene sinnlich und geistig erlebbare Eindrücke zu erfahren.

Faust möchte von Beginn an zum Gipfel des Berges und betrachtet diesen, zu dem augenscheinlich alles strebt, als Ziel der Exkursion. Erstaunlicherweise ist es Mephisto, der ihn zurückhält und ihn bemerkenswert zügig von den Vorzügen der „kleinen Welten“ (V. 4045) überzeugen kann, wo sich Faust doch, vom inneren Wissensdrang getrieben, so viel von der Erklimmung des Gipfels, wo „sich manches Rätsel lösen [muß]“ (V. 4040), erhofft. So wandern die beiden Gefährten erst in Begleitung eines sie führenden Irrlichts das Gebirge hinauf, bis sie im Strudel der einprasselnden Impressionen einen Mittelgipfel erreichen, auf dem sich ihnen die Mammon-Erscheinung offenbart. Der darauffolgende Hexensturm vermag es Faust in die Ferne zu zerren, wohl ohne dass es Mephisto gemerkt hätte. Wiedervereint ziehen sie nun auf einem Plateau unterhalb des Gipfels „von Feuer (…) zu Feuer“ (V. 4070).

Darstellungsprinzip der Walpurgisnacht ist wie schon in Auerbachs Keller und in der Hexenküche die Verbindung von Sinnlichkeit und Satire (…). Eine kunstvolle Choreographie wirbelt dialogische Partien mit einem ‚Wechselgesang‘, mit Chören und Einzelstimmen durcheinander, so daß sich das Geschehen in dieser ‚Traum- und Zaubersphäre‘ (V. 3871) entfesselter Triebe schon szenisch zur schwindelerregenden Orgie steigert. Eine obszöne Chaos-Oper umbraust Mephistos und Fausts Gespräche. Schnelle Bewegungen, rasch wechselnde szenische Eindrücke und - schon bei Fausts und Mephistos Aufstieg auf den Brocken - magische Beleuchtungseffekte, schließlich gewaltiger Lärm (V. 3941-3955, V. 4016- 4019) sind wesentliche Elemente einer sich bis in den sprachlichen Ausdruck hinein abzeichnenden Inszenierung und Regie.10

Immer wieder wird bezüglich der Walpurgisnacht von einer Hexenoper gesprochen. Das liegt vor allem an den Szenenanweisungen Goethes, der ursprünglich eine Vertonung des gesamten Fausts vorgesehen hatte.11 Die Anweisung „im Wechselgesang“ (vor 3871) markiert den Beginn des musikalischen Charakters der Szene, wobei Faust, Mephistopheles und das Irrlicht abwechselnd das Terzett singen sollen. Die jeweiligen Strophen wurden zwar durch Absätze markiert, jedoch ist nicht ersichtlich, wem der Dreien diese im Einzelnen zugeteilt sind. Rudolf Steiner weiß hier Abhilfe und schreibt die erste Strophe (V. 3871-3875) Mephisto zu, die zweite (V. 3876-3880) dem Irrlicht und erklärt, da ist sich die Forschung einig, die dritte Strophe (V. 3881-3888) zu Fausts Worten. Das Irrlicht übernimmt (V. 3889-3905); schließlich beendet Faust den Wechselgesang (V. 3906- 3911). Jochen Schmidt ist hier anderer Meinung.12 Er legt die umfassendste vierte Strophe Mephisto in den Mund, welcher Fausts vorherige, romantisch anmutende Verse mittels sexuell konnotierter Tierbilder durchkreuzt. Resenhöfft dagegen merkt an:

Wenn im Terzett des Wechselgesanges die Einzelstimmen nicht angegeben sind, so verrät das keine Unsicherheit des Dichters über sein eigenes Werk, sondern es ist ein versteckter Hinweis darauf, dass die drei Stimmen aus derselben Seele tönen, in deren Bewusstsein sie sich abwechselnd durchsetzen. Es ist erstens die des schlussfolgernden Verstandes Str. 1, zweitens die der verwirrten Wahrnehmung Str. 2 und 4, drittens die des unsicher tastenden Gefühls Str. 3 und 5.13

Fausts und Mephistos Dialoge sind geprägt von der, das ganze Drama fortwährenden, Kontrapunktik, die schon beim Osterspaziergang Vor dem Tor von Faust als zwei gegensätzlich strebende Seelen (vgl. V.1110-1117) benannt wird. In dem Terzett, das das chaotische Element der Nacht und damit das eigentliche Fest eröffnet, offenbaren sich die beiden Gegenpole, die zu Beginn noch in seiner Brust eingesperrt waren, jetzt deutlich greifbarer. „Der ‚Wechselgesang‘, den die beiden gemeinsam mit einem ‚Irrlicht‘ anstimmen (…), vermischt beide Spähren der Sexualität, den sublimierenden Eros und die grobe Sinnlichkeit.“14 Die fehlende Strophenzuteilung, genauso wie das Irrlicht, lassen jene unvollständige Symbiose von faustischen und mephistophelischen Wallungen nie zu einer Einheit verschmelzen. Sie tanzen bildlich gesprochen nur umeinander her, ohne sich zu berühren.

Das Opernhafte der Walpurgisnacht ist ebenso gekennzeichnet durch die Chöre der Hexen und Hexenmeister, welche von Mephisto eingeleitet werden: „Ja, den ganzen Berg entlang/ Strömt ein wütender Zaubergesang“ (V. 3954 f.). Sie stehen durch die Einfachheit der Sprache und dem jambischen Vierheber im Kontrast zum vorherigen trochäischen Terzett. Parallel dazu ist der Inhalt ihrer Chöre gestaltet. Primitivitäten und Obszönitäten, die stellenweise durch Anstandsstriche zensiert wurden, sind vordergründig in den Hexenchören zu finden. Wie etwa wenn sie von dem Flug auf den Brocken singen: „So geht es über Stein und Stock/ Es f[arz]t die Hexe, es st[ink]t der Bock“ (V. 3960 f.). Und weiter erklärt Schöne zu den Versen „Die Gabel sticht, der Besen kratzt,/ Das Kind erstickt, die Mutter platzt“ (V. 3976 f.), die dem gesamten Hexenchor zuzuschreiben sind, es handele sich um die Totgeburten, welche „die Hexen im Gedränge ihres Rittes auf Gabel oder Besen“ zur Welt bringen.15 Gleichermaßen wird durch das jambische Versmaß die rasende Geschwindigkeit der strömenden Hexenmasse vorgegeben.

2.2 Funktionen der Szene

Die Walpurgisnacht ist nicht, wie oft behauptet wurde, zum hauptsächlichen Zwecke der Überbrückung in das Drama aufgenommen worden. Diese Begründung allein würde der inhaltlichen und metaphysischen Komplexität der Szene nicht gerecht werden. Arens sieht drei konkrete Hauptfunktionen der Walpurgisnacht für das Gesamtwerk:

1. Sie entwirft - nach der Vorstufe der HK - ein umfassendes Bild der Gegenwelt, des Bösen, wie G. es versteht, seine Demaskierung und Entzauberung gerade in der ‚Zaubersphäre‘; 2. sie stellt eine weitere Stufe in F.s Programm der Welterfahrung durch ‚Genießen‘ dar; 3. sie bietet die dritte Offenbarung des Erdgeists (nach der ersten Nachtszene und WuH) und somit eine weitere Stufe in F.s Erkenntnis der Natur16

Genannte „Erkenntnis der Natur“ spiegelt sich unter anderem in Fausts Eingangsmonolog (V. 3838-3847) wider, in dem er, ganz zum Unverständnis Mephistos, vom beginnenden Frühling schwärmt. Eben jene Fröhlichkeit wirkt irritierend, da die vorangegangenen Geschehnisse, gemeint ist die Ermordung Valentins, eine solche Gefühlslage Fausts eigentlich nicht zulassen dürften. An dieser Stelle muss auf die Symbolik der Szene hingewiesen werden, die sich am deutlichsten in der Natur offenbart. „Die Landschaftsschilderung (V. 3871-3911) vermischt Subjektives und Objektives, dämonisiert die Natur und wird zum Bilde magischer Welt wie nun die ganze Szene fortan.“17 Faust befindet sich nicht mehr in einer realen, körperlichen Welt, „sondern in Bereichen, die das Bewußtsein nur leibfrei betreten kann.“18 Trotzdem darf nicht von einem irrealen Zustand ausgegangen werden. Rudolf Steiner spricht vom „Wesenhafte[n] der geistigen Welt“19 und meint eine spirituelle Wirklichkeit, in der durchaus sinnliche Erfahrungen vermittelt werden können, wie die Naturbegeisterung Fausts schon von Anfang an verdeutlicht. (V. 3838 ff.) Auch spricht der Faktor des zeitlichen Verlaufs für den Symbolcharakter der Szene, da sich das Geschehen im Drama nicht, wie die historische Walpurgisnacht, auf eben eine Nacht beschränken lässt. Durch die, auf den Walpurgisnachtstraum folgende Handlung kann geschlussfolgert werden, dass es sich um „eine Monate währende Weltund Lebenserfahrung F.s“20 handelt.

Mephisto zieht Faust in die spirituelle Welt hinein und lenkt ihn auf der Handlungsebene durch die „Zaubersphäre“. Gleichzeitig versucht er damit Fausts Bewusstsein von dem Gedanken an Gretchen abzulenken, damit sich dieser voll und ganz den Genüssen des Hexenfestes hingeben und eben die von Arens benannte „Welterfahrung durch Genießen“ erweitern kann. Es stellt sich jedoch heraus, dass Faust auch in der Walpurgisnacht keine Erfüllung im sinnlichen Genuss bei den Hexen findet. Gretchen ist zu Beginn kein Thema in Fausts Wahrnehmung. Mephisto bietet ihm eine Welt ohne Schuld, in der er ohne Rücksicht tun und lassen kann, was er möchte. Im Tanz mit der jungen Hexe gibt er sich vorerst seiner fleischlichen Begierde hin. Schnell muss er aber merken, dass es sich um keine „tiefe, sondern niedere Sinnlichkeit“21 handelt, wenn er, durch „ein rotes Mäuschen“ (V. 4179) gewarnt, den Tanz abrupt beendet und plötzlich sein Gretchen in weiter Ferne erkennt. Trunz meint hierzu: „Aber es folgt die Gretchen-Vision mit Worten der Liebe (4184 bis 4205); eine Umkehr also. Das Ganze ist Spiegelung dessen, was in Faust in seiner Beziehung zu Gretchen lebendig ist, das eine und das andere, beides verbunden.“22 Die „Zaubersphäre“ stellt Faust also das nötige Wirkungsfeld bereit, um schonungslos in den Genuss dieser „niederen Sinnlichkeit“ zu kommen. Der Umstand aber, dass Faust eben nicht bewusstseinsgelöst handelt, lässt ihn erkennen, wie belang- und nutzlos das primitive Vergnügen im Tanz, im Vergleich zur aufrichtigen Liebe Gretchens, ist. Mephistos Worte „Die Müh' ist klein, der Spaß ist groß“ (V. 4049) verweisen schon vor dem Tanz auf die sehr einseitige Art der Zerstreuung. Auch gibt, in Anbetracht der Gesamtszenerie, die gemeinschaftliche (sexuelle) Hingabe des Blocksberg-Gesindels an das Böse Aufschluss über eine Bedrohung der immanenten Verbundenheit, die jedem wahrhaftigen Liebesverhältnis inne wohnt. Das Individuum und damit die Grundlage jeder Liebe wird nichtig und geht dabei verloren. Es liegt nun an Mephisto die neu gewonnene aber nicht ausgesprochene und somit nicht gefestigte Erkenntnis Fausts zu unterbinden und von ihr abzulenken, denn er ist „unentwegt tätig, um das, was in Fausts Bereich sinnvoll gestaltend werden will, sinnlos und böse zu machen und möglichst ganz auszulöschen.“23

Besonders in der Walpurgisnachtszenerie verfügt Mephisto über die nötigen Mittel, Wege und vor allem Mitspieler um genanntes Ziel zu erreichen. Es scheint, als würde er hier das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, denn natürlich verfolgt er primär das Ziel, Fausts Welterfahrung um den Aspekt des sinnlichen Genießens zu erweitern. Gleichzeitig erfreut er sich bei dem Gedanken alsbald in seiner eigenen teuflischen Welt zu wandeln, wenn er in der Szene Nacht sagt: „Da weiß man doch warum man wacht“ (V. 3663). Es ist die Vorfreude auf eine Zusammenkunft mit den Wesen seinesgleichen. Die Dienerschaft des Satans tritt in Form von Hexen, Hexenmeister, Halbhexen, dem Proktophantasmisten und den alten Herren auf. Sie alle vereint ihre fehlende Produktivität und ihr negatives Schaffen in allen Belangen. Es sind „entwicklungslose(...) Halbnaturen, defekter, weil einseitig reduzierter Menschlichkeit - ein Scheinleben ohne Werden“24. Des weiteren handelt es sich bei keinem um durch und durch magische Wesen, sondern sie sind beseelt von der puren Negativität des göttlichen Menschengeschöpfes. Beispielhaft dafür ist Lilith, „Adams erste Frau“ (V. 4119) und weibliche Satansgestalt, die reine Verführung verkörpert. Mephisto warnt „vor ihren schönen Haaren“ (V. 4120), mit welchen sie „die Seelen der Verführten [fesselte]“25. Lilith ist also eine ursprünglich menschliche Gestalt, man kann sagen das erste von Gott geschaffene weibliche Geschöpf, welches nach altrabbinischer Sage „später‚ eine Zauberinn geworden/ ja gar eine Teuffelinn (...)‘“26.

Dergestalt sind auch die Hexen immer mit dem Irdischen verbunden. Sie können nicht frei schweben oder fliegen, sondern bedienen sich an, von Menschen gefertigten, Gerätschaften wie dem Besen, um durch die Luft zu reiten und in diesem Fall zum Gipfel zu gelangen. Ferner sind die Hexen nicht imstande sich ohne Hilfsmittel in die Sphäre des Hexensabbats zu versetzen. Der Vers „Die Salbe gibt den Hexen Mut“ (V. 4008) meint eine Salbe, bestehend aus einer Mischung von Nachtschattengewächsen mit „narkotischer und bewußtseinsverändernder Wirkung“, die, reibt man damit bestimmte Körperstellen ein, „wilde Halluzinationen und rauschhafte Delirien hervor[rufen]“27. Hier ist erneut auf den leibfreien Zustand der Blocksberg-Figuren, welcher sich offensichtlich nicht nur auf Faust beschränkt, hinzuweisen.

Alsdann treten die alten Herren, wie Mephisto sie anspricht, bestehend aus einem General, einem Minister, einem Parvenü und einem Autor in Erscheinung. Sie verkörpern eine stillstehende Lebensform, die ausschließlich im Gestern existiert, worauf schon die „verglimmenden Kohlen“ in der Regieanweisung (vor V. 4072(, um die sie sich niedergelassen haben, aufmerksam machen. Jene bezeugen das Feuer, das einst hier gebrannt hat aber gegenwärtig nicht mehr lodert, geschweige denn wieder Flammen fängt. Die Lektüre des Johannes Praetorius gab Goethe Aufschluss darüber, dass in der Walpurgisnacht nicht nur Hexen, sondern ebenso Personen von hohem Stand anwesend waren. „Diese Stelle hat Goethe vermutlich veranlaßt, ihm mißliche Politiker und Doctores hier zu erwähnen und die Zeitsatire in die Blocksberghandlung einzuflechten.“28 Schließlich erscheint der Proktophantasmist, während Fausts Tanz mit der jungen Hexe, auf dem Brockenplateau. Die von Goethe erschaffene Figur verweist auf den Schriftsteller und Buchhändler Nicolai, der wegen seiner Werther-Verspottung in der Gestalt des, wie Schöne frei übersetzt, „Arsch-Hirn-Gespinstlers“29 seine Revanche erfährt und wohl ebenso zu den „ihm mißliche[n]“ Personen gehört. Zum inhaltlichen Verständnis muss erwähnt werden, dass sich der Aufklärer Nicolai gegen jede Art von Aberglaube ausgesprochen, dann aber selbst Geistervisionen wahrgenommen hat, woraufhin er sich mit Blutegeln, die sich an seinem Hintern festsogen, davon heilen konnte. Dergleichen versucht nun auch der Proktophantasmist das Treiben auf dem Blocksberg zu unterbinden. Weil er nicht an die Geisterwelt glaubt, sich aber trotzdem inmitten dieser befindet, wehrt er sich dagegen: „Verschwindet doch! Wir haben ja aufgeklärt!“ (V. 4159)

Unter Berücksichtigung der grotesk atmosphärischen Gebirgslandschaft (V. 3871-3911) und den eben besprochenen Brocken-Besuchern eröffnet sich dem Leser eben jene von Arens erwähnte demaskierte und entzauberte Gegenwelt. Es stellt sich gewiss kein von Grund auf schlechtes und angsteinflößendes Milieu auf der satanischen Feier dar. Vielmehr vermögen es Erwartungen und der Anschein einer solchen Welt auf den ersten Blick zu täuschen, denn Mephisto weiß, wie er in seinem Reich blenden kann. Erich Trunz fasst zusammen: „Walpurgisnacht ist Sinnlichkeit; nicht an sich böse, sondern durch das was der Mensch daraus macht.“30 Und weiter: „Das Böse in Goethes Dichtung ist unmittelbar in der Menschenwelt, es ist die dauernde zerstörende Macht am Rande des Guten.“31 Arens geht dabei noch weiter und kommt schon fast enttäuscht zu dem Schluss: „[S]ie [die Welt M.s] ist niedrig und gemein, ohne Größe, ohne Fruchtbarkeit (…) eine kläglich-lächerliche Afterwelt, die niemand erschauern läßt, von der sich freizuhalten für jeden nicht eben triebverfallenen Menschen leicht zu sein scheint.“32 Aber Goethe hat angesichts der Darstellung dieser Gegenwelt im Faustroman ein Bild des Bösen geschaffen, das alles Niedere in sich vereint aber eben immer auf den Menschen selbst zurückgeführt werden muss.

Bezüglich des gesamten ersten Teils des Faustromans könnte man die Walpurgisnacht als Höhe- und gleichzeitig Wendepunkt bezeichnen. Die Gretchen-Handlung wird hintergründig weitererzählt und der Leser erahnt ihren Zusammenbruch und ihre Festnahme. So verhält es sich mit den schon oben genannten Versen 3974-3977, aus welchen eine rückblickende Anspielung auf Gretchens Schicksal und ihr totes Kind herausgelesen werden kann. Diesbezüglich darf die Gretchen-Vision am Schluss nicht außer Acht gelassen werden. Als „Idol“ und „Zauberbild“ wird sie von Mephisto abgefertigt. Die Erscheinung, die Faust da als Gretchen zu erkennen glaubt, würde ihn aus den Sphären der Geisterwelt rütteln und damit Mephistos Pläne durchkreuzen, weshalb er alles daran setzt Fausts Blicke umzulenken. Er warnt vor der „Meduse“, die ihn bei direktem Blickkontakt in Stein verwandeln würde. Fausts anfängliches Zögern („Sie scheint“, „mir deucht“ V. 4186 f.) festigt sich in der Erkenntnis, sein Gretchen vor sich zu sehen („Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten,/ Das ist der süße Leib, den ich genoß“ [V. 4197 f.]). Schließlich entdeckt er an ihrem Hals „ein einzig rotes Schnürchen (…),/ Nicht breiter als ein Messerrücken“ (V. 4204 f.), welches sein Gewissen nun anzurühren scheint und nochmal den Bezug zu Gretchens tödlichem und eigentlich unbekanntem Schicksal herstellt. Dadurch entsteht ein dramatischer Bruch im Drama, der verschleiert oder eben verschärft wird von einer Szenerie des Schlechten und Triebhaften. „Goethe verschmilzt Natürliches, ihm aus der Metamorphosenlehre Vertrautes, mit einem säkularisierten christlichen Glaubensinhalt.“33

2.3 Motivik der Szene

Besonders charakteristisch für die Walpurgisnacht ist die auffällige Symbolik vieler wiederkehrender Bilder. Wie schon oben thematisiert zieht sich wohl am offensichtlichsten das Motiv der Sexualität durch die Brocken-Handlung. Schon zu Beginn der Szene, wenn der Wechselgesang in vollem Gange ist (V. 3889-3905), schildert Mephisto verschiedenartige Tiere und Pflanzen, die sofort auf ihre Triebhaftigkeit reduziert werden. Schmidt sieht in der wiederholten Benennung mehrerer Vogelarten (V. 3889 f.) eine „implizite(...) Anspielung auf das ‚Vögeln‘ und die von dieser Vorstellung ausgehende Ikonographie des Obszönen“34. Andererseits könnte die Aufzählung der Vögel, die im Volksglauben eher negativ konnotiert sind, nur dem Zweck dienlich sein, eine unheimliche und düstere Atmosphäre zu schaffen. Jedoch gibt es keinen Zweifel an der Verbindung von Tierischem und der kruden Sexualität, die in ihrer Derbheit eben jene beklemmende Stimmung hervorzurufen vermag.

Am unmissverständlichsten im Zusammenhang mit dem Bild der Geschlechtlichkeit steht wohl der Tanz mit den beiden Hexen. (V. 4128 ff.) Dieser Episode der Walpurgisnacht geht eine Aufforderung Mephistos schon mehrere Verse zuvor voraus: „Komm nur! Von Feuer gehen wir zu Feuer,/ Ich bin der Werber und du bist der Freier“ (V. 4070 f.).

Im allgemeinen Sprachgebrauch der Zeit erscheinen Werber und Freier bei der Brautwerbung, also wenn es um ein Verlöbnis geht und um die Heirat. Aber auch für den Liebhaber ohne ehrenhafte Absicht, den Buhler, Verführer oder Vergewaltiger ist die Bezeichnung Freier geläufig und (...) meint (sie) - noch im heutigen Prostituiertenjargon - den Kunden der Dirne. So halten sie Ausschau im orgiastischen Trubel, der Werber Mephisto in der Rolle des Zuhälters, der Freier Faust in der des Dirnenkunden35.

Und sie begegnen alsbald dem Hexenpaar. Fausts ekstatischer Tanz mit der jungen Schönen und der bildliche Dialog der beiden beinhaltet einen überaus deutlichen sexuellen Gehalt, wenn Faust von seinem Traum erzählt, in dem er der Verführung zwei „schöne[r] Äpfel“ nicht widerstehen konnte. Albrecht Schöne verweist hier auf das Hohelied, dessen Sprache die entsprechenden Bilder aufweist.36 Die junge Hexe entlarvt den mutmaßlich fingierten Traum als reales Verlangen Fausts nach ihren nackten Brüsten, enthüllt seine Schilderungen „als Wiederholungsverlangen nach dem Sündenfall“37 und reduziert damit Fausts intellektuelle Bildsprache auf die Trivialität der primitiven Sinneslust.

Parallel dazu steht Mephistos Tanz mit der alten Hexe, was auf die Personenkonstellation (Faust - Gretchen, Mephisto - Marthe) in der Szene Garten anspielen könnte. Die Bildwelten dieser diabolischen Dialogpartner entsprechen nun einer perversen und noch eindeutigeren Symbolik. Mephisto verwandelt jetzt Fausts „schönen“ Traum in einen „wüsten“ (V. 4136) und erzählt von einem ungeheure[n] Loch, woraufhin die Alte ihn herzlich einlädt, jenes mit einem „rechten Pfropf[en]“ (V. 4142) zu stopfen.

In dem Kontext des sexuellen Motivs ist wie schon erwähnt gleichermaßen Lilith, die verführerische Teufelin, zu nennen. Mit ihr kommt Faust zwar nicht in direkten Kontakt aber sie soll, ganz im Sinne Mephistos, Fausts Wahrnehmung öffnen für die, dem Brockentreiben innewohnende, Erotik, die konkret in Gestalt der jungen Schönen gleich darauf Fausts Aufmerksamkeit erregt.

Ein weiteres Thema der Walpurgisnacht enthüllt sich zuerst beim Aufstieg auf den Brocken. „In Pfitzers Faustbuch [meint Mammon den] Name[n] eines Teufels; bei Milton [ist es] ein Teufel, der Satan einen Palast mit feurigen Goldadern baut.“38 Der Mammon versinnbildlicht in dieser Episode, „Wo man mit Erstaunen sieht,/ Wie im Berg der Mammon glüht“ (V. 3914 f.), den Reichtum respektive das Gold, das sich den Wanderern jetzt eröffnet.

Das Gold-(oder Silber-)Motiv wird hier mit der bergmännischen Kenntnis dargestellt, die Goethe sich erarbeitet hatte, zugleich aber mit der Phantasie des Dichters. Die Metall- Adern (3925) leuchten auf, und so ergibt das Gebirge einen Anblick, wie es ihn nur in der Walpurgisnacht geben kann.39

Anzumerken ist erneut die unterschiedliche Perzeption der Protagonisten. Mephisto ist der Erste, der das Glühen im Berg bemerkt; und es liegt eine gewisse Zelebration und Verehrung in seinen Worten, wenn er fast schon ignorant Fausts Beobachtungen entgegnet: „Erleuchtet nicht zu diesem Feste/ Herr Mammon prächtig den Palast?/ Ein Glück daß du's gesehen hast;/ Ich spüre schon die ungestümen Gäste“ (V. 3932 ff.). Seiner Personifikation des Erdschatzes geht eine detaillierte Naturbeschreibung seitens Fausts voraus. Er versucht mittels einer rationalen Zerlegung der Vorgänge zu begreifen, was sich da vor seinen Augen in der Geisternacht abspielt. Aus Faust spricht aber eine ganz andere Faszination bezüglich der Mammon-Erscheinung, als es bei Mephisto der Fall ist. Es handelt sich nicht um die Faszination für das Gold, die Faust in Ekstase versetzt. Vielmehr ist er angetan von der mächtigen Natur und ihren vielen verborgenen Geheimnissen, von denen sie nun eines preiszugeben scheint. Mephisto dagegen zelebriert das Ereignis regelrecht und lässt nichts unversucht, Fausts Augen für seine kultische Gold-Bewunderung zu öffnen. Für Faust aber und „Für sein unermüdliches Streben nach allem, was die Welt im Innersten zusammenhält, kann dieses Schauspiel wohl wie ein ‚Morgenrot‘ eines aufsteigenden Erkenntnislichtes erscheinen.“40

Es besteht auch in der Walpurgisnacht eine enge Verbindung von Gold und Geschlechtlichkeit, wie sie schon in der Gretchentragödie Einzug hielt. Die Trödelhexe ist es jetzt, die ihre Waren anpreist und damit an Vergangenes erinnert. Die Verse „Kein Schmuck, der nicht ein liebenswürdig Weib/ Verführt“ (V. 4107 f.) exemplifizieren die enorme Macht des Goldes, die selbst „ein liebenswürdig Weib“, in diesem Fall muss hier rückblickend das unschuldige Gretchen gemeint sein, in Versuchung führen kann. Durch die inhaltliche Fusion von den Reichtümern des Berges mit dem Dämonischen, vermittelt die Walpurgisnacht eine Ideologie der Besitzmacht.

Aus Fausts Mammon-Rede (V. 3916-3931) bleibt ein Wortfeld auffällig im Vordergrund. Er spricht von einem glimmernden Schein, leuchtender Glut, sprühenden Funken und einer sich entzündenden Felsenwand. Mephisto erzählt weiter wie Herr Mammon seinen Palast prächtig erleuchtet.

[...]


1 Vgl. Buchwald, Reinhard: Führer durch Goethes Faustdichtung. Erklärung des Werkes und Geschichte seiner Entstehung, Stuttgart 1943, S. 29

2 Staiger, Emil (Hrsg.): Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe, Frankfurt am Main 1966, S. 409

3 Kaufmann, Hans: Goethes »Faust« oder Stirb und werde, Berlin und Weimar 1991, S. 208 f.

4 Buchwald: Führer durch Goethes Faustdichtung, S. 141

5 Goethe, Johann Wolfgang: Faust. Texte, in: Ders. Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche in 40 Bänden, Albrecht Schöne (Hrsg.), Faust. Texte, (Bd. 1) 6. revidierte Aufl. von Bd. 7/I, Frankfurt am Main 2005, folgend zitiert als FA I.7/I S. 778

6 Von Keudell, Elise: Goethe als Benutzer der Weimarer Bibliothek. Ein Verzeichnis der von ihm entliehenen Werke, Weimar 1931, S.43 f.

7 Vgl. FA I. 7/II, S. IV

8 Vgl. Schöne, Albrecht: Götterzeichen Liebeszauber Satanskult. Neue Einblicke in alte Goethetexte, 3. Auflage, München 1993, S. 124 f.

9 Ebd. S. 110

10 Schmidt, Jochen: Goethes Faust. Erster und Zweiter Teil. Grundlagen - Werk - Wirkung, 2. Auflage, München 2001, S. 187

11 Vgl. Arens, Hans: Kommentar zu Goethes Faust II (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte Folge 3, Bd. 86), Heidelberg 1989, S. 407

12 Vgl. Schmidt: Goethes Faust, S. 189

13 Zitiert nach Kobligk, Helmut: Johann Wolfgang Goethe. Faust I, in: Hans-Gert Roloff (Hrsg.), Grundlagen und Gedanken. Drama, Frankfurt am Main 1997, S. 88

14 Schmidt: Goethes Faust, S. 189

15 FA I. 7/II, S. 350

16 Arens, Hans: Kommenrae zu Goethes Faust I (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte Folge 3, Bd. 57), Heidelberg 1982, S. 367

17 HA, S. 569

18 Oberkogler, Friedrich: Faust. I. Teil von Johann Wolfgang von Goethe. Werkbesprechung und geisteswissenschaftliche Erläuterungen, Schaffhausen 1982, S. 331

19 Steiner, Rudolf: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht, in: Edwin Froböse, Dr. Hans Erhard Lauer (Hrsg.), Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust» (Bd. 2), Dornach 1981, S. 47

20 Arens: Faust I, S. 368

21 Ebd. S. 370

22 HA, S. 566

23 Ebd., S. 598

24 Arens: Faust I, S. 369

25 FA I. 7/II, S. 356

26 Ebd.

27 Ebd., S. 351

28 HA, S. 571

29 FA I. 7/II, S. 358

30 HA, S. 668

31 Ebd., S. 566

32 Arens: Faust I, S. 369

33 Zitiert nach Kobligk: Faust I, S. 89

34 Schmidt: Goethes Faust, S. 189

35 Schöne: Götterzeichen, S. 168

36 Vgl. ebd., S. 169

37 Ebd., S. 169

38 HA, S. 569

39 Ebd., S. 569 f.

40 Oberkogler: Faust I, S. 340

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Zwischen Romantik und Klassik. Walpurgisnachtszenen in Goethes "Faust"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
56
Katalognummer
V320493
ISBN (eBook)
9783668207028
ISBN (Buch)
9783668207035
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faust, Walpurgisnacht, Goethe, Klassische Walpurgisnacht, Böse, Mephisto, Faust II, Vergleich, Homunkulus
Arbeit zitieren
Kathrin Stegherr (Autor), 2015, Zwischen Romantik und Klassik. Walpurgisnachtszenen in Goethes "Faust", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320493

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