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Die Ideenbewertung von Start-ups

Title: Die Ideenbewertung von Start-ups

Diploma Thesis , 2004 , 108 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jochen Leidig (Author)

Business economics - Company formation, Business Plans
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1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Betriebswirtschaftslehre widmete sich bis weit ins letzte Viertel des vergangenen Jahrhunderts vor allem der Welt der Großunternehmen. Dies wird durch einen Vergleich anhand der aktuellen Ausgabe des Handwörterbuchs der Betriebswirtschaftslehre deutlich: Auf 5000 Seiten wird der Entrepreneur einmal erwähnt – genauso oft wie die Personengruppe der Sänger, die Organisationsform des Kibuzzes und die Jagd- und Fischereisteuer. Von etwa 400 Beiträgen widmet sich nur einer dem Thema Gründung.1

So wurden in der klassischen Betriebswirtschaftslehre Prozesse und die Zusammenarbeit von Personen effizient gestaltet, Material- und Finanzströme rationalisiert und versucht, die Beziehungen zwischen Beschaffungs- und vor allem Absatzmärkten zu optimieren.2 Im Vordergrund stand somit die Optimierung, Rationalisierung und die Steigerung der Effektivität des bestehenden Unternehmens.

Bei dieser Betrachtungsweise wurde jedoch unterschlagen, dass Unternehmen und Innovationen nicht einfach aus dem Nichts auftauchen, sondern dass diese aktiv von Entrepreneuren3, die damit „schöpferische Zerstörung“4 begehen, gestaltet werden müssen. Neue Unternehmungen und deren Innovationen stehen außerhalb der betrieblichen Routine und passen nicht zu den optimierten Prozessen von etablierten Unternehmen.5

Die Bedeutung dieser Prozesse nimmt vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland und anderen Ländern zu; denn es sind vor allem die kleinen, neu geschaffenen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen.6 Analysen der Beschäftigung in Europa und den USA bestätigen, dass die Großunternehmen jedes Jahr netto Arbeitsplätze abbauen. In den USA waren dies in den Jahren zwischen 1980 und 2000 mehr als fünf Millionen Stellen, die von den Top-500-Unternehmen gestrichen wurden. Im gleichen Zeitraum wurden im Gegenzug durch schnell wachsende Neugründungen in den USA 34 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Neue Unternehmungen dienen auch noch in anderer Weise dem Wohlstand, indem sie Innovationen schaffen. Die meisten radikalen Innovationen, wie z.B. das elektrische Licht, werden meist nicht von bestehenden Großunternehmen geschaffen, sondern stammen fast immer von neugegründeten, innovativen Start-ups .7 [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Anlass der Ideenbewertung

1.3 Zielsetzung

1.4 Vorgehensweise

2. Definitionen und Zusammenhänge der zentralen Begriffe

2.1 Die Start-up-Idee

2.2 Erfolg und Ideenbewertung

2.3 Start-up und Gründungsunternehmen

2.4 Formen der Unternehmensgründung

3. Die Ideenbewertung im Start-up-Prozess

3.1 Einordnung der Ideenbewertung in den Start-up-Prozess

3.2 Businessplan und Ideenbewertung

3.3 Ideenbewertung im Zusammenhang mit Start-ups und Innovationen

3.4 Determinanten der Ideenbewertung von Start-ups

3.4.1 Prozess der Ideenbewertung

3.4.2 Grenzen und Probleme der Ideenbewertung von Start-ups

3.5 Ideenbewertung und Strategie

3.6 Chancen und Risiken bei der Ideenbewertung und -verwirklichung von Start-ups

3.6.1 Risiken und Unsicherheiten der Ideenbewertung

3.6.2 Risiken und Unsicherheiten der Ideenverwirklichung

4. Bewertungsbereiche und Erfolgsfaktoren

4.1 Bestimmung der relevanten Bewertungsbereiche

4.2 Bewertungsbereich und Erfolgsfaktoren „Gründer“

4.3 Bewertungsbereich und Erfolgsfaktoren „Technologie“

4.4 Bewertungsbereich und Erfolgsfaktoren „Markt“

5. Zusammenführung der Erfolgsfaktoren zu einem ganzheitlichen Bewertungsmodell

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, ein umfassendes, ganzheitliches Bewertungsmodell für Start-up-Ideen zu entwickeln, das Gründern bei der frühen Beurteilung von Marktpotenzial und Erfolgsaussichten unterstützt. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie technologische Ideen bereits in der Vorgründungsphase methodisch strukturiert bewertet werden können, um das hohe unternehmerische Scheiternisiko zu minimieren.

  • Strukturierte Analyse von Erfolgsfaktoren bei innovativen Neugründungen.
  • Identifikation relevanter Bewertungsbereiche: Gründer, Technologie und Markt.
  • Entwicklung eines anwendbaren, phasengerechten Bewertungsmodells.
  • Strategische Bedeutung der Ideenbewertung im Start-up-Prozess.
  • Methoden zur Risikominimierung durch Fehlerbegrenzungsstrategien.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Prozess der Ideenbewertung

WAHREN beschreibt den Prozess der Ideenbewertung als ein ein Durcheinander von rationaler Datenerhebung und -bearbeitung, Fakten abwägen, Emotionalität, Leidenschaft, egoistischer Interessenvertretung, dem Spiele von (Macht-)Spielen und mikropolitischem Taktieren, das – zumindest in viele Fällen – zu kaum nachvollziehbaren Handlungen führt.“

Der Gründer, der die Ideenbewertung vollzieht, muss sich dieser teilweisen Irrationalität bewusst sein und es muss ihm eine Bewertungsschema zur Verfügung gestellt werden, das ihm die Möglichkeit gibt, die Ideenbewertung so zu vollziehen, dass ein höchstmögliches Maß an Rationalität erreicht wird. Die durchzuführende Ideenbewertung ist kein einmaliger, zeitlich-punktueller Akt, sondern vielmehr ein iterativer, mehrstufiger Prozess, an dessen Ende eine wirtschaftlich wie technologisch durchdachte Idee steht, die in einen Prototypen transformiert werden kann. Die erste, „fixe“ Idee ist meist ein einfaches Konzept, das in der Weiterentwicklung durch den Unternehmensgründer immer weiter ausgearbeitet wird und für die Unternehmensgründung von essentieller Bedeutung ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz von Start-ups für das Wirtschaftswachstum und die Notwendigkeit einer frühzeitigen Ideenbewertung zur Risikoreduktion.

2. Definitionen und Zusammenhänge der zentralen Begriffe: Abgrenzung von Begriffen wie Start-up, Gründung und Innovation, um ein einheitliches Verständnis als Basis für das Bewertungsmodell zu schaffen.

3. Die Ideenbewertung im Start-up-Prozess: Einordnung der Bewertung in den zeitlichen Ablauf der Unternehmensentstehung sowie Diskussion von Strategien und Chancen/Risiken.

4. Bewertungsbereiche und Erfolgsfaktoren: Detaillierte Identifikation der drei zentralen Bewertungsfelder: Gründer, Technologie und Markt inklusive deren spezifischer Erfolgsfaktoren.

5. Zusammenführung der Erfolgsfaktoren zu einem ganzheitlichen Bewertungsmodell: Präsentation des entwickelten Modells und der Bewertungsskala zur praktischen Anwendung durch den Gründer.

6. Schlussbemerkung: Kritische Reflexion des Modells und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten zur weiteren Vereinfachung für Gründer.

Schlüsselwörter

Start-up, Ideenbewertung, Gründungsmanagement, Erfolgsfaktoren, Innovationsmanagement, Unternehmensgründung, Technologiemanagement, Marktanalyse, Strategische Planung, Gründerpersönlichkeit, Risikomanagement, Produktinnovation, Businessplan, Fehlerrisiko, Gründungsphasen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Bewertung von Geschäftsideen für technologieorientierte Start-ups in einer sehr frühen Entwicklungsphase, um die Erfolgsaussichten besser einschätzen zu können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Identifikation von Erfolgsfaktoren in den Bereichen Gründer, Technologie und Markt sowie deren Integration in ein anwendbares Bewertungsmodell.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Modells, mit dem Gründer ihre unternehmerischen Ideen strukturiert bewerten können, um fundierte Entscheidungen zur Fortführung oder Anpassung des Gründungsprojekts zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Auswertung bestehender Innovations- und Gründungsforschung, die zu einem prozessualen, iterativen Bewertungsmodell zusammengeführt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die notwendigen Bewertungsbereiche (Gründer, Technologie, Markt) detailliert analysiert und die jeweiligen Erfolgsfaktoren für die praktische Anwendung definiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Start-up, Ideenbewertung, Erfolgsfaktoren, Innovationsmanagement, Technologiemanagement und Gründungsstrategie.

Warum ist die Bewertung der Gründerpersönlichkeit so wichtig?

Da in frühen Phasen oft keine harten Marktdaten vorliegen, fungiert die Eignung und Kompetenz des Gründers als zentraler Indikator für die zukünftige Umsetzungsfähigkeit der Idee.

Kann das Modell auch bei Teamgründungen angewendet werden?

Ja, das Modell berücksichtigt explizit strukturelle Merkmale von Start-up-Teams, wie die Heterogenität und Vollständigkeit der Fähigkeiten, die einen entscheidenden Einfluss auf den Gründungserfolg haben.

Excerpt out of 108 pages  - scroll top

Details

Title
Die Ideenbewertung von Start-ups
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,7
Author
Jochen Leidig (Author)
Publication Year
2004
Pages
108
Catalog Number
V32049
ISBN (eBook)
9783638328838
ISBN (Book)
9783638809979
Language
German
Tags
Ideenbewertung Start-ups
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jochen Leidig (Author), 2004, Die Ideenbewertung von Start-ups, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32049
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