Gewalt im Fußball. Ausmaße und Prävention


Seminararbeit, 2013

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie
2.1 Gewalt- und Aggressionsbegriff
2.2 Formen der Gewalt
2.3 Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt
2.4 Gewalt und Aggression im Sport

3 Gewalt im Fußball
3.1 Gewalt gegen Schiedsrichter
3.2 Gewalt auf dem Platz
3.3 Zuschauergewalt

4 Präventionsmaßnaßnahmen

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wir haben uns vorgenommen im Leben zu nichts zu kommen

Was uns auch Gott sei Dank bisher gelang

Trinkfest und arbeitsscheu

Doch sind wir United treu.[1]

Dieser aus dem im Jahr 2005 von OddLot Entertainment produzierte Spielfilm „Hooligans- Stand your ground“ stammende Trinkspruch führt bereits in das Zentrum der vorliegenden Betrachtung. „Aggressive Handlungen und Gewalttaten wurden zwar seit dem Bestehen des Fußballsports und vor Gründung der Fanclubs, sowie Abspaltung der Hooligans, verzeichnet“ (Kraft 2001, S. 185). Bei Verfolgen der Berichterstattungen über den nationalen und europäischen Fußball, spielen Gewalt und Gewalttaten immer wieder eine Rolle. Diese treten nicht nur bei Zuschauern auf, sondern auch bei den Akteuren auf dem Platz oder sind sogar gegen die Schiedsrichter gerichtet. Auch außerhalb des Spielfelds kommt es in und außerhalb der Stadien zu randalierenden und gewalttätigen Zuschauern. Was dabei zu Tage tritt, sind die Häufigkeit und die immer massiver werdenden Dimensionen der Gewalt.

In der vorliegenden Arbeit soll den Fragen nachgegangen werden, inwiefern Männlichkeit und Gewalt miteinander korrelieren. Weiterhin ist von Interesse, worin mögliche Ursachen für Gewalt, insbesondere im Fußball liegen und welche Maßnahmen dagegen getroffen werden können.

Zunächst erfolgt eine sukzessive Annäherung an das Thema „Fußball und Gewalt“. Dazu werden Begriffsdefinitionen der Begriffe Gewalt und Aggression, sowie der für diese Hausarbeit relevanten Formen physischer, psychischer und struktureller Gewalt betrachtet. Im Weiteren folgt ein theoretischer Bezug zum Thema Männlichkeit und Gewalt. Weiterhin wird dargestellt, inwieweit Gewalt und Aggression in den Sport gehören. In Kapitel 3 folgt schließlich die Darstellung der Gründe und Erscheinungsformen von Gewalt gegenüber Schiedsrichtern, unter Spielern und unter Zuschauern. Zuletzt soll betrachtet werden, welche Maßnahmen getroffen werden können, um der Gewalt vorzubeugen.

2 Theorie

2.1 Gewalt- und Aggressionsbegriff

Zunächst soll die Etymologie des Begriffs Gewalt auf Grundlage Wilfried Gottschalchs Werk „Männlichkeit und Gewalt“ dargestellt werden.

Zur Klärung des Begriffes Gewalt zitiert Gottschalch aus dem von Wolfgang Pfeifer herausgegebenen ´Etymologischen Wörterbuch des Deutschen´. Hier wird Gewalt als „rohe Kraft, Wucht, Macht, Zwang“ definiert (Gottschalch 1997, S. 15). Gottschalch (1997, S.15) verweist darauf, dass sich der Begriff Gewalt mit dem Begriff Macht überschneidet. Macht bedeutet „Vermögen, Herrschaft, Gewalt, Kraft, Stärke“. Für Gottschalch (1997, S. 15 f.) ist es unerlässlich, zunächst die Wortherkunft von Begriffen zu klären, bevor sich einem wissenschaftlichen Anstoß genähert werden sollte. Zudem müsse eine Präzisierung der so weitgefassten Begriffe Gewalt und Macht erfolgen.

Gewalt ist ein mehrdimensionaler Begriff und es kann daher keine eindeutige Definition des Wortes getroffen werden. Gleiches gilt für den Begriff der Aggression. Im Lateinischen bedeutet das Verb „aggredior“ zum einen „herangehen, sich nähern, jemand zu gewinnen versuchen“, zum anderen „angreifen, anfallen und überfallen“. Demzufolge beinhaltet es sowohl eine normale, zielgerichtete Handlung als auch feindselige Aktion (vgl. Kraft 2001, S. 10). „Aggressives Verhalten intendiert definitionsgemäß die Schädigung oder Verletzung eines anderen und sendet somit einen massiv negativen Beziehungsaspekt aus“ (Nolting 1997, S. 141).

2.2 Formen der Gewalt

Zur Präzisierung des Begriffes Gewalt sollen im Folgenden die physische, psychische und strukturelle Dimension von Gewalt vorgestellt werden.

Nach Nunner-Winkler (2004, S. 21) ist physische Gewalt „die zielgerichtete direkte physische Schädigung von Menschen“. Von dieser Form von Gewalt ist also die Rede, wenn die Absicht verfolgt wird, jemanden zu verletzten. Geschieht etwas ohne Absicht, spricht man von einem Unfall. Bei diesem Typus von Gewalt treten die Folgen am sichtbarsten und schnellsten ein (vgl. Fath 2011, S. 54). Gleichwohl hat physische Gewalt auch Auswirkungen auf die Psyche des Opfers.

„Psychische Gewalt umfasst sowohl verbale (Spott, Beleidigungen, Demütigungen, Aggressionen etc.) als auch nonverbale (durch Ignorieren, den Ausschluss aus einer Gruppe, abschätzige Mimik und Gestik) Verletzung eines Menschen“ (Fath 2011, S. 55). Problematisch hierbei ist, dass diese „inneren Verletzungen“ schwer zu erkennen sind. Die Opfer merken oftmals selbst nicht, was beispielsweise Mobbingattacken in ihnen auslösen.

Der Begriff der strukturellen Gewalt geht zurück auf den norwegischen Sozialforscher Johan Galtung. „[Strukturelle] Gewalt liegt vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potenzielle Verwirklichung“ (Galtung 1975 zit. nach Gahleitner/Lenz 2007, S. 39). Da die Gesellschaft durch Normen, Strukturen und Werte aufrechterhalten wird, ist es streng genommen den Menschen nicht möglich, sich frei zu entfalten. Wie die psychische Gewalt ist die strukturelle Gewalt nicht direkt wahrnehmbar „und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich in ungleichen Lebenschancen“ (ebd., S.40).

2.3 Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt

„Männliche Herrschaft wird durch Gewalt abgesichert; Unterdrückungsverhältnisse finden ihren Ausdruck in Gestalt direkter wie symbolischer Gewalt“ (Bereswill 2007, S. 101). Es ist daher nicht verwunderlich, dass hauptsächlich Männer Gewalttäter, aber gleichzeitig auch vor allem Männer Gewaltopfer sind.

Mechthild Bereswill (2007, S.106 f.) stellt den Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt in der Institution Gefängnis dar. Das Eingeschlossensein und der damit einhergehende Autonomieverlust mündet in Krisen der Männlichkeit. Diese Dynamik wird von ausgeübter und angedrohter Gewalt angetrieben. Weiterhin wird oft darauf eingegangen, dass es an den Rahmenbedingungen des Gefängnisses liegt, warum Gewalt entsteht. Dabei kommt die Frage und gleichzeitig Kritik auf, warum es dann bei in Freiheit lebenden Männern zu Gewalt kommt. Hinsichtlich der Gründe für angedrohte und ausgeübte Gewalt erscheint der Aufsatz geeignet. Gewalt wird demnach zur Verteidigung der Heterosexualität, zur Verteidigung der Ehre, zur Absicherung der eigenen Position und zur Beteiligung an Geschäften des illegalen Marktes ausgeübt. Zudem gibt sie Erklärungsversuche, die männliche Verhaltensweisen nachvollziehen lassen. Sei es bei einem Geschäftstermin oder bei einer Verabredung mit einer jungen Dame: es zählt wie so oft im Leben der erste Eindruck. Er gibt oft den Ausschlag über Erfolg und Misserfolg. Gleiches gilt unter Männern. Nach Bereswill (2007, S. 110) mimen Männer nach außen lediglich den starken Mann, um ihre Verletzungsoffenheit zu verbergen. „Männliche Gewalt ist Ausdruck dafür, dass dem Mann (mehr als der Frau) gesellschaftlich verwehrt ist, zu seiner Hilflosigkeit zu stehen, dass er den daraus resultierenden Hass auf sich selbst externalisieren und auf andere projizieren muss“ (Böhnisch/Winter, 1993, S. 195).

[...]


[1] Dieser Trinkspruch stammt aus dem Film Hooligans, Min. 98.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Gewalt im Fußball. Ausmaße und Prävention
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V320520
ISBN (eBook)
9783668196803
ISBN (Buch)
9783668196810
Dateigröße
696 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball, Gewalt, Fußballfans, Fans, Zuschauer, Männlichkeit, Männer, Berichterstattung
Arbeit zitieren
Fabian Weber (Autor), 2013, Gewalt im Fußball. Ausmaße und Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320520

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