Sucht verschlingt Menschen, besetzt und besitzt sie. Insbesondere Jugendliche können sich, einmal im Abhängigkeitskreislauf gefangen, oft ohne Unterstützung nicht mehr von ihr lösen. Drogensucht bei Jugendlichen ist als missglücktes Ergebnis einer Auseinandersetzung eines Individuums mit sich selbst und seinen individuellen Lebensumständen zu betrachten. Denn sie sollte meines Erachtens verstanden werden als Konsequenz einer aus den Fugen geratenen, entgleisten Suche nach Rauscherfahrungen und damit nach den eigenen Grenzen, nach Autonomie und der eigenen Identität. Das Jugendalter ist von dieser Suche durchzogen und, radikal formuliert, kann ohne sie keine Ablösung vom Elternhaus, keine Weiterentwicklung geschehen und somit wäre kein selbstständiges Leben denkbar. Es stellt sich jedoch die Frage, welche Faktoren dazu führen können, dass sich aus gelegentlichem Drogenkonsum eine Abhängigkeit entwickelt und wie mit jugendlichem Konsum umgegangen werden sollte, um das Abrutschen in die Sucht zu verhindern. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Die Sehnsucht nach außeralltäglichen Erfahrungen
- Rausch, Kick und Flow
- Rauschfähigkeit und das Absturzrisiko
- Sucht als Kontrollverlust
- Überforderung und die Funktionen des Drogenkonsums im Jugendalter
- Jugendliche Entwicklungsaufgaben und das Erleben von Jugendlichen
- Die Rolle des Prunings und die Überforderung des Gehirns
- Das „Nein-Sagen“ zum Leben und die Selbstmedikation
- Kurzzeitig Rückzug und die Notwendigkeit von Unterstützung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay befasst sich mit dem Phänomen der Drogensucht bei Jugendlichen und versucht, diese als ein missglücktes Ergebnis der Suche nach Rauscherfahrungen und der eigenen Identität zu erklären. Der Fokus liegt auf dem Verständnis der Entgleisung dieser Suche und den Faktoren, die dazu führen können, dass aus gelegentlichem Drogenkonsum eine Abhängigkeit entsteht.
- Die Bedeutung von Rausch, Kick und Flow im Kontext jugendlicher Entwicklung
- Die Rolle der Rauschfähigkeit und des Absturzrisikos im Umgang mit Rauschmitteln
- Die Herausforderungen und Überforderungen des Jugendalters, die zu einem unreflektierten Umgang mit Drogen führen können
- Die Funktionen des Drogenkonsums im Jugendalter als Mittel zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
- Die Bedeutung von Unterstützung und die Notwendigkeit, dass Jugendliche in der Auseinandersetzung mit Herausforderungen nicht allein gelassen werden
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Sehnsucht nach außeralltäglichen Erfahrungen: Der Essay beginnt mit einer Einleitung, die den Begriff Rausch im Kontext verschiedener menschlicher Erfahrungen einführt, von religiösen Ritualen bis hin zu Extremsportarten und Alltagsaktivitäten.
- Rausch, Kick und Flow: Der Autor differenziert zwischen Rausch, Kick und Flow als Bewusstseinsveränderungen und beschreibt ihre jeweiligen Eigenschaften und Wirkungen.
- Rauschfähigkeit und das Absturzrisiko: Der Begriff der Rauschfähigkeit wird eingeführt und mit dem Risiko des Absturzes in Verbindung gebracht. Die Notwendigkeit, das Risiko abzuwägen, insbesondere für Jugendliche, wird betont.
- Sucht als Kontrollverlust: Der Essay definiert Sucht als Kontrollverlust und beschreibt die Merkmale der Abhängigkeit.
- Überforderung und die Funktionen des Drogenkonsums im Jugendalter: Der Autor erläutert, wie Überforderung im Jugendalter zu einem unreflektierten Umgang mit Drogen führen kann und welche Funktionen Drogenkonsum für Jugendliche haben kann.
- Jugendliche Entwicklungsaufgaben und das Erleben von Jugendlichen: Es wird auf die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters eingegangen und erläutert, wie Substanzkonsum diese Aufgaben beeinflussen kann.
- Die Rolle des Prunings und die Überforderung des Gehirns: Der Essay erklärt den Prozess des Prunings im Gehirn und wie dieser durch Überforderung und Umwelteinflüsse beeinflusst werden kann.
- Das „Nein-Sagen“ zum Leben und die Selbstmedikation: Der Autor beschreibt, wie Jugendliche mit schwierigen Situationen umgehen und warum sie möglicherweise zur Droge greifen, um diese zu vermeiden.
- Kurzzeitig Rückzug und die Notwendigkeit von Unterstützung: Der Essay betont die Notwendigkeit von Unterstützung für Jugendliche und unterscheidet zwischen kurzfristigem Rückzug und dem „Verharren im Ausweichmanöver“.
Schlüsselwörter
Der Essay befasst sich mit den Themen Rausch, Sucht, Jugend, Entwicklungsaufgaben, Überforderung, Rauschfähigkeit, Absturzrisiko, Selbstmedikation und Unterstützung. Er untersucht die Entgleisung der Suche nach Rauscherfahrungen als Ursache für Drogensucht und betont die Bedeutung von Unterstützung für Jugendliche in ihrer Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Lebens.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist das Jugendalter besonders anfällig für Drogensucht?
Das Jugendalter ist geprägt von der Suche nach Identität, Autonomie und Grenzerfahrungen. Drogensucht kann als „entgleiste“ Suche nach diesen Erfahrungen verstanden werden, wenn Jugendliche mit ihren Lebensumständen überfordert sind.
Was versteht man unter „Rauschfähigkeit“?
Rauschfähigkeit bezeichnet die Kompetenz, Grenzerfahrungen und Bewusstseinsveränderungen (Rausch) kontrolliert zu erleben, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren oder in eine Abhängigkeit abzurutschen.
Welche Funktion hat Drogenkonsum oft für Jugendliche?
Drogen dienen oft als Mittel zur Selbstmedikation, um mit Überforderung, Ängsten oder dem Druck bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben umzugehen.
Was bedeutet „Pruning“ im Gehirn von Jugendlichen?
Pruning ist ein biologischer Prozess, bei dem nicht genutzte Nervenverbindungen im Gehirn abgebaut werden. Starker Drogenkonsum während dieser Phase kann die Gehirnentwicklung massiv stören.
Wie kann man das Abrutschen in die Sucht verhindern?
Wichtig ist eine frühzeitige Unterstützung, die Förderung der Rauschfähigkeit und ein reflektierter Umgang mit den Herausforderungen des Jugendalters, damit Jugendliche nicht allein gelassen werden.
- Arbeit zitieren
- Joy Baruna (Autor:in), 2016, Die entgleiste Suche nach dem Rausch. Erklärungsversuche für Drogensucht bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320547