Im vorliegenden Beitrag wird versucht, eine allgemeine Darstellung wichtiger Elemente der ökonomischen Integrationstheorie zu skizzieren. Im einzelnen soll folgendermaßen vorgegangen werden: Das erste Kapitel widmet sich dem Begriff der ökonomischen Integration. Im weiteren Kapitel ( II ) werden die wichtigsten Formen ökonomischer Integration erörtert und zum Teil analysiert; im Anschluss werden die Motiven dieses ökonomischen Prozesses erwähnt. Dabei lässt sich feststellen, dass sich aus diesem Prozess sowohl Vor- als auch Nachteile ergeben. Im vierten Kapitel werden die wichtigsten ökonomisch-integrationstheoretischen Ansätze in Betracht kommen. Ein weiterer Ansatz der ökonomischen Integration ist eine Währungsunion, die eine vollständige Währungskonvertibilität, Beseitigung oder Begrenzung der Wechselkursschwankungen und vollständige Liberalisierung des Kapitalverkehrs innerhalb der Union fordert, oder sogar eine gemeinsame Währung schafft. Dieser Ansatz bildet einen eigenständigen Teil (Teil II ), in dem er ausführlich diskutiert wird. Am Schluss dieser Arbeit werde ich zu einigen Schwächen der erwähnten integrationstheoretischen Ansätze Stellung nehmen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Zum Begriff „ökonomische Integration“
II. Formen und Ziele ökonomischer Integration
1. Formen ökonomischer Integration
1.1 Präferenzzone
1.2 Handelszone
1.3 Zollunion
1.4 Gemeinsame Märkte
1.5 Von der Wirtschaftsunion zur vollständigen Wirtschaftsunion
1.6 Politische Union
2. Ziele und Motive der ökonomischen Integration
III. Reale Integrationstheorie
1. Traditionelle und Neue Außenhandelstheorie
1.1 Die Traditionelle Außenhandelstheorie
1.2 Die Neue Außenhandelstheorie
2. Traditionelle Zollunionstheorie
3. Integration zu Protektionszwecken
4. Theorie des gemeinsamen Marktes
4.1. Faktormobilität im Zwei-Länder-Modell
4.2. Faktormobilität im Drei-Länder-Modell
5. Langfristige Wachstumseffekte
5.1 Die Neoklassische Wachstumstheorie
5.2 Die Neue Wachstumstheorie
Stellungnahme
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die wesentlichen Elemente der ökonomischen Integrationstheorie und analysiert deren verschiedene Formen, Motive sowie die daraus resultierenden Wohlfahrts- und Wachstumseffekte unter Berücksichtigung sowohl klassischer als auch moderner theoretischer Ansätze.
- Begriffliche Definition und Systematisierung ökonomischer Integration.
- Analyse verschiedener Integrationsformen von der Präferenzzone bis zur vollständigen Wirtschaftsunion.
- Untersuchung wohlfahrtstheoretischer Auswirkungen anhand traditioneller und neuer Außenhandelstheorien.
- Diskussion langfristiger Wachstumseffekte durch neoklassische und neue Wachstumstheorien.
- Kritische Stellungnahme zu den theoretischen Grundlagen und deren praktischen Konsequenzen für die globale wirtschaftliche Entwicklung.
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Neue Außenhandelstheorie
Während die Klassische Außenhandelstheorie davon ausgeht, dass freier Welthandel unter konstanten Skalenerträgen und vollkommen am Wettbewerb auf allen Märkten der an der Wohlfahrt beteiligten Länder maximiert wird und dass protektionistische Staatseingriffe zu Wohlfahrtsverlusten nicht nur in den davon betroffenen Ländern, sondern auch in dem Land, dass diese Maßnahmen ergreift, führen, werden in der neuen Außenhandelstheorie „steigende Skalenerträge“ als eigenständige und ebenso fundamentale Ursache des internationalen Handels angesehen. Aus steigenden Skalenerträge ergeben sich gewisse Vorteile bei der Bildung einer Zollunion. Bereits Coroden analysierte den Einfluss solcher Vorteile der Massenproduktion. Er geht davon aus, dass steigende Kapazitäten eines Unternehmens zur Degression der Durchschnittkosten führen. Da die Kapazität eines Unternehmens von der Größe des Absatzmarktes abhängig ist, führt die Erweiterung des Marktes (etwa durch die Bildung der Zollunion ) zu größeren Produktionseinheiten und damit zur größeren Auswahl sowohl bei Konsum- als auch bei Kapitalgütern innerhalb der integralen Staaten, was ja direkt wohlfahrtssteigernd wirkt.
Die Neue Außenhandelstheorie rückt v.a. von der Annahme ab, dass vollständiger Wettbewerb mit steigenden Skalenerträgen nicht vereinbar ist und beschäftigt sich mit der Tatsache, dass im Welthandel größtenteils Produkte aus Branchen mit oligopolistischer, nicht polypolistischer Marktstruktur eine Rolle spielen. Berücksichtigen wir diese Tatsache im Rahmen der Zollunionstheorie, so kommen wir zur Schlussfolgerung, dass aus nationalen Monopolen in der Zollunion Oligopole und aus Oligopolen monopolistische Konkurrenzen werden. Die Folge wäre, dass die Monopol- und Oligopolrenten abnehmen, der Preis sinkt, die Marktversorgung, der Output und die Beschäftigung steigen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme regionaler Integrationsräume nach dem Zweiten Weltkrieg und führt in die zentralen ökonomischen Fragestellungen des neuen Wissenschaftszweiges ein.
I. Zum Begriff „ökonomische Integration“: Dieses Kapitel definiert ökonomische Integration sowohl als statischen Zustand als auch als dynamischen Prozess des Abbaus von Marktbarrieren.
II. Formen und Ziele ökonomischer Integration: Hier werden die verschiedenen Integrationsstufen (z.B. Zollunion, Gemeinsamer Markt) sowie die zugrunde liegenden Motive und Ziele systematischer Integrationsbemühungen erläutert.
III. Reale Integrationstheorie: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Modelle zur Erklärung von Integrationswirkungen, darunter Außenhandelstheorien, Zollunionstheorien, Konzepte zu Gemeinsamen Märkten sowie langfristige Wachstumseffekte.
Stellungnahme: Das abschließende Kapitel kritisiert klassische theoretische Modelle unter Einbeziehung historischer und politischer Hintergründe sowie realer Auswirkungen auf Entwicklungsländer.
Schlüsselwörter
Ökonomische Integration, Zollunion, Freihandelszone, Gemeinsamer Markt, Außenhandelstheorie, Skalenerträge, Wohlfahrtseffekte, Wirtschaftswachstum, Faktormobilität, Protektionismus, Binnenmarkt, Strukturwandel, Handelsumlenkung, Handelsumschaffung, Wettbewerbspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Integrationstheorie, analysiert deren Formen, Ziele sowie die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Wohlfahrts- und Wachstumswirkungen bei zwischenstaatlichen Zusammenschlüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die Typologie ökonomischer Integrationsformen, die wohlfahrtstheoretische Analyse von Zollunionen und gemeinsamen Märkten sowie die langfristigen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den beteiligten Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine allgemeine Darstellung wichtiger Elemente der ökonomischen Integrationstheorie zu skizzieren und diese einer kritischen Reflexion hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit und Konsequenzen zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturstudie basiert, um verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Konzepte zur Integration kritisch zu erörtern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden reale Integrationstheorien diskutiert, angefangen bei der traditionellen und neuen Außenhandelstheorie über Zollunionstheorien bis hin zu Modellen über Faktormobilität und langfristige Wachstumseffekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ökonomische Integration, Wohlfahrtseffekte, Skalenerträge, Zollunion und Wirtschaftswachstum charakterisiert.
Inwiefern unterscheidet sich die "Neue Außenhandelstheorie" von der klassischen Sichtweise?
Im Gegensatz zur klassischen Theorie, die von vollständiger Konkurrenz und konstanten Skalenerträgen ausgeht, betrachtet die neue Außenhandelstheorie steigende Skalenerträge und oligopolistische Marktstrukturen als wesentliche Triebkräfte des internationalen Handels.
Welche Kritik äußert der Autor an der klassischen Außenhandelstheorie?
Der Autor kritisiert, dass bei der Anwendung dieser Theorie historische und politische Kontexte oft ausgeklammert werden, wodurch Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung von Schwellen- und Entwicklungsländern ignoriert oder verschleiert werden könnten.
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- Abdelmajid Layadi (Author), 2002, Die Elemente der ökonomischen Integrationstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32056