Bausparkassen bieten Sparwilligen nicht nur eine sichere Geldanlage, sondern tragen auch zur Verwirklichung des Traums von den „eigenen vier Wänden“ bei. In Österreich tun sie dies seit 1925. Ob sie es zum 100. Jubiläum auch noch tun können, damit setzt sich diese Arbeit auseinander. Es wird die Entwicklung des Bausparens und seiner wesentlichen Komponenten analysiert, um daraus Schlüsse auf die Zukunft der Bausparkassen zu ziehen.
Im Zuge von Sparprogrammen hat die österreichische Bundesregierung immer wieder einmal überlegt, die Bausparprämie abzuschaffen. Es ist zwar nie dazu gekommen, aber die Prämie schrumpfte von 1973 bis heute von 33 1/3 % der Einzahlung auf 1,5 %! Welche Auswirkungen hat die jüngste Kürzung der Bausparprämie auf die Bausparkassen und in weiterer Folge auf die österreichische Wirtschaft und was geschieht, wenn die Bausparprämie zur Gänze gestrichen wird?
Inhaltsverzeichnis
1 VORWORT
2 FRAGESTELLUNG
3 DEFINITION „BAUSPARKASSE“
4 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
4.1 BAUSPAREN IN ENGLAND
4.2 BAUSPAREN AUF DEM EUROPÄISCHEN KONTINENT
4.3 BAUSPAREN IN ÖSTERREICH
5 DAS BAUSPARSYSTEM
5.1 DIE TARIFE
5.1.1 Spartarife
5.1.2 Finanzierungstarif
5.2 DIE VERTRAGSSUMME
5.2.1 Teilung
5.2.2 Zusammenlegung
5.2.3 Erhöhung
5.2.4 Ermäßigung
5.3 ANSPARZINSEN
5.4 ZWISCHENDARLEHEN
5.5 MINDESTWARTEZEIT/MINDESTSPARRATE/ZUTEILUNG
5.5.1 Mindestwartezeit
5.5.2 Höchstwartezeit
5.5.3 Mindestsparguthaben
5.5.4 Bewertungsziffer
5.5.5 Zuteilung
5.6 DARLEHEN/DARLEHENSZINSEN/TILGUNG
5.6.1 Darlehen
5.6.2 Darlehenszinsen
5.6.3 Tilgung
6 DIE BAUSPARFÖRDERUNG
6.1 GESETZESLAGE
6.2 ENTWICKLUNG
6.3 STATUS QUO
7 DER MARKT
7.1 DER FINANZMARKT
7.1.1 Finanzvermögen
7.1.2 Immobilienvermögen und Grundbesitz
7.2 DIE BAUSPARKASSEN
7.2.1 Allgemeine Bausparkasse der Volksbanken seit 1929
7.2.2 Bausparkasse Wüstenrot seit 1930
7.2.3 Bausparkasse der österreichischen Sparkassen seit 1941
7.2.4 Raiffeisen-Bausparkasse seit 1960
7.2.5 Die Einlagenentwicklung seit 2001
7.2.6 Die Entwicklung der Bauspardarlehen seit 2001
7.3 DER WOHNUNGSMARKT
7.3.1 Fertiggestellte Wohnungen
7.3.2 Finanzierung des Wohnbaus
7.4 BAUSPAREN IN VERSCHIEDENEN LEBENSPHASEN
7.4.1 Aufbauphase
7.4.2 Etablierung
7.4.3 Ruhestand
8 BAUSPAREN IN EUROPA
9 WEN TRIFFT EIN ENTFALL DER BAUSPARPRÄMIE?
10 DIE ZUKUNFT DER BAUSPARKASSEN
10.1 NACHHALTIGE REFINANZIERUNG
10.1.1 Erhöhung der Bemessungsgrundlage
10.1.2 Verlängerung der Mindestbindungsfrist
10.1.3 Begebung von Pfandbriefen
10.1.4 Begebung oder Vermittlung von Wohnbauanleihen
10.2 NACHHALTIGER ERTRAG
10.2.1 Wiedereinführung der Abschlussgebühr (=VKB)
10.2.2 Erhöhung der Zinsspanne
10.2.3 Vierteljährliche Zinsanpassung
10.2.4 Limitieren von Provisionen
10.2.5 Reduktion
10.2.6 Neue Produkte
10.2.7 Abschaffung der Höchstvertragssumme
10.3 WAS TUN, WENN 10.1. UND 10.2. NICHT GELINGEN?
10.3.1 Zusammenarbeit mit oder Gründung einer Wohnbaubank
10.3.2 Fusionen
10.3.3 Bausparen ohne Bausparkassen
11 SCHLUSSBETRACHTUNG
12 NACHWORT
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit analysiert die historische und aktuelle Bedeutung des Bausparsystems in Österreich vor dem Hintergrund staatlicher Förderungen. Ziel ist es, die Auswirkungen reduzierter Bausparprämien auf Bausparkassen und deren Geschäftsmodell zu untersuchen und Zukunftsstrategien zu entwickeln, um die Refinanzierung und Wirtschaftlichkeit des Bausparens langfristig zu sichern.
- Historische Entwicklung und regulatorische Rahmenbedingungen
- Mechanismen des Bausparsystems und aktuelle Produktvarianten
- Analyse der Bausparförderung und des Marktumfelds
- Strategische Ansätze für eine nachhaltige Refinanzierung und Ertragssteigerung
Auszug aus dem Buch
4.2 Bausparen auf dem europäischen Kontinent
Die Grundidee war ein geschlossenes Bausparsystem, in dem von z.B. zehn Bauwilligen jeder in der Lage sein musste, pro Jahr ein Zehntel der erforderlichen Baukosten anzusparen. Alleine hätte jeder zehn Jahre sparen müssen, um das Ziel zu erreichen. Legten aber zehn Bauwillige ihre Zehntel zusammen, so konnte der Erste schon nach einem Jahr bauen. Wer der Glückliche war, entschied das Los. Im darauffolgenden Jahr legten neun Bauwillige wiederum ihr Zehntel ein, während der „Zugeteilte“ ein Zehntel seines Darlehens zurückzahlte usw. Nach zehn Jahren hatten alle ihr Haus ausfinanziert. Für den 10. Bausparer hatte das kollektive Bausparen keinen Vorteil, weil er kein Darlehen erhielt und seine Bausparsumme selbst voll ansparen musste. Im Durchschnitt dauerte aber die Ansparzeit bis zur Zuteilung statt zehn nur (1+2+3+4 .....+10 Jahre): 10 =55:10 = 5,5 Jahre, also nur halb so lange.
So einfach wie eben dargestellt, ist das Zuteilungssystem heute nicht mehr. Nachdem die Anzahl der Bausparer und Darlehensnehmer Schwankungen unterworfen ist, musste die Verlosung durch ein Zeit x Geld-System (= Bewertungsziffern-System) ersetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 VORWORT: Einleitung in die Thematik des Bausparens und die Motivation des Autors zur Untersuchung der Zukunftsfähigkeit der Bausparkassen.
2 FRAGESTELLUNG: Darstellung der Problematik durch die Reduktion der Bausparprämie und deren Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft.
3 DEFINITION „BAUSPARKASSE“: Rechtliche Einordnung der Bausparkassen gemäß Bankwesengesetz und Bausparkassengesetz.
4 HISTORISCHE ENTWICKLUNG: Überblick über die Entstehung des Bausparens, angefangen in England bis hin zur Etablierung auf dem europäischen Kontinent und in Österreich.
5 DAS BAUSPARSYSTEM: Detaillierte Erläuterung der funktionalen Komponenten wie Tarife, Vertragssummen, Zuteilungskriterien und Tilgungsmodalitäten.
6 DIE BAUSPARFÖRDERUNG: Analyse der gesetzlichen Grundlagen und der Entwicklung der staatlichen Förderungsmechanismen über die Jahrzehnte.
7 DER MARKT: Untersuchung der Marktsituation für Bausparkassen, inklusive Finanzvermögen, Wohnungsmarktdaten und Wettbewerbsumfeld.
8 BAUSPAREN IN EUROPA: Vergleichende Darstellung der staatlichen Förderungen und Bausparmodelle in verschiedenen europäischen Ländern.
9 WEN TRIFFT EIN ENTFALL DER BAUSPARPRÄMIE?: Analyse der Auswirkungen eines möglichen Wegfalls der Bausparprämie auf Bausparer, Bausparkassen, den Staat und die Wirtschaft.
10 DIE ZUKUNFT DER BAUSPARKASSEN: Diskussionsforum für Strategien zur nachhaltigen Refinanzierung, Ertragsoptimierung und zukünftige Geschäftsmodellanpassungen.
11 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Lage und Ausblick auf die Notwendigkeit von Innovationen im Bauspargeschäft.
Schlüsselwörter
Bausparkasse, Bausparen, Bausparprämie, Bauspardarlehen, Wohneigentum, Refinanzierung, Wohnbaufinanzierung, Zuteilung, Ansparphase, Bewertungsziffer, Zinssatz, Wohnbauanleihen, Eigenkapital, Bausparkassengesetz, Österreich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Zukunft der Bausparkassen in Österreich unter dem Einfluss sich verändernder staatlicher Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Bausparens, die Funktionsweise des Bausparsystems, die staatliche Förderung sowie Strategien zur zukünftigen Marktanpassung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der Zukunftsfähigkeit der Bausparkassen, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen der reduzierten Bausparprämie und die Sicherung einer nachhaltigen Refinanzierung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die historische Daten, aktuelle Marktstatistiken und gesetzliche Rahmenbedingungen auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technischen Details des Bausparsystems, die Entwicklung der staatlichen Förderung, die Analyse des Marktes sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Bausparkassen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Bausparen, Bausparprämie, Wohnbaufinanzierung, Refinanzierung und Bausparkassengesetz.
Wie beeinflussen Zinsänderungen das Bausparsystem?
Zinsänderungen, insbesondere durch den 12-Monats-EURIBOR, wirken sich direkt auf die Zinssätze der Bauspardarlehen und somit auf die Attraktivität des Produkts aus.
Welche neuen Produktansätze werden für Bausparkassen diskutiert?
Diskutiert werden unter anderem Produkte für altersgerechtes Wohnen, Zusatzpensionen und die Einbeziehung von Wohnbauanleihen zur Diversifizierung des Refinanzierungsgeschäfts.
- Citar trabajo
- Gabriele Zwein (Autor), 2012, Die Zukunft der österreichischen Bausparkassen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320661