Mary Wollstonecraft - Reisebriefe aus Südskandinavien


Hausarbeit, 2003
8 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung in das Thema

Zur Entstehungsgeschichte

Die Reise

Betrachtung über Norwegen

Nachwort

Literaturverzeichnis

1. Einführung in das Thema

„If ever there was a book calculated to make a man in love with its author, this appears to me to be the book.“[1] Dieses Zitat William Godwins summiert wohl am Besten Mary Wollstonecrafts 1795 verfasste Letters Written During a Short Residence in Sweden, Norway and Denmark[2].

Wollstonecrafts Letters sind dem Genre der Reiseliteratur zuzurechnen, einer für das 18. Jh. durchaus typischen Gattung der Literatur. Dennoch durchbricht sie mehrmals in ihrem Werk die gängigen Konventionen dieses Genres: nicht der oft und gern verwendete Typus des jungen Literaturreisenden wird mitsamt seinem älteren Mentor auf die Reise geschickt, nein, eine junge Frau reist zusammen mit ihrer erst 14 Monate alten Tochter und dem Kindermädchen. Auch die Reiseroute ist eher unüblich, führt nicht durch Europa, sondern durch das dem englischen Lesepublikum noch wenig bekannte Skandinavien. Viele Faktoren sprechen trotzdem für die damalige und noch anhaltende Popularität des Werkes, so dessen Reichweite und inhaltliche Stärke auf doch unbekanntem Terrain, die Naturschilderungen, politischen und philosophischen Darstellungen jener Zeit, vermischt mit persönlichem Kummer und einer Bandbreite an Gefühlen.

Meine Hausarbeit soll sich auf die Frage nach Mary Wollstonecrafts politischer Stellungnahme beziehen. Neben einem kurzen Abriss über Mary Wollstonecrafts Biographie und einer Betrachtung der Entstehungsgeschichte werden insbesondere der 13. und 14. Reisebrief Gegenstand meiner Arbeit sein. Hierbei möchte ich mein Hauptaugenmerk auf ihre Schilderungen der politischen und sozialen Verhältnisse im Norwegen der damaligen Zeit richten.

Dabei muss ihre Skandinavien-Reise unter dem politischen Gesichtspunkt der Zeit gemessen werden. Wollstoncraft stand an der Vorderfront der ideologischen Konflikte ihrer Tage und war darin stark engagiert, ihre politischen Schriften erreichten höchstes Aufsehen. Ehemals Anhängerin der Französischen Revolution verurteilte sie nun deren Terrorherrschaft. Dies schlug sich auch in ihrem Umgang und in Kontakten mit radikalen Kreisen in England nieder. Trotzdem öffneten sich ihr in Skandinavien Tür und Tore, war sie in den höchsten politischen Zirkeln zu Gast, sowohl bei der Familie Anker in Norwegen und dem Premierminister A. P. Bernstorff in Dänemark. Dies ermöglichte ihr die soziokulturellen Verhältnisse in den bereisten Ländern von Innen heraus zu studieren.

Abschließend werde ich meine Ergebnisse kurz zusammenfassen und eigene Eindrücke des Gelesenen mit den Eindrücken der damaligen Leserschaft in Verbindung setzen.

2. Zur Entstehungsgeschichte

Mary Wollstonecraft wurde 1759 geboren und wuchs auf dem Land auf. Ihr Vater, einst ein reicher Mann, verlor sein Vermögen bei dem Versuch, sich als Gutsherr zu betätigen, wodurch er sich in einen tyrannischen Menschen verwandelte, der Frau und Kinder unterdrückte. Mary und ihre Schwestern wurden schon früh dazu angehalten sich selbst zu versorgen, wenn sich auch die damaligen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt in den Bereichen Gesellschafterin oder Erzieherin erschöpften. Mary versuchte sich mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen an diesen Betätigungsfeldern, begann aber schließlich zu schreiben und schaffte es, sich als Übersetzer, Herausgeber und Kritiker zu etablieren, ein Einkommen, von dem sie bereits leben konnte. 1792 erschien ihr aufsehenerregendes Buch A Vindication of the rights of Woman, ein sofortiger Erfolg.

1793 begann sie ein Verhältnis mit dem amerikanischen Geschäftsmann Gilbert Imlay und

bekam ein Kind von ihm. Während ihres Aufenthaltes in Paris heiratete Imlay eine andere

Frau, was zu einem Selbstmordversuch Marys führte. Daraufhin wurde Wollstonecraft im Auftrag Imlays, nach Skandinavien geschickt, um ihn in seinen Geschäften zu vertreten und sich von dem erfolglosen Selbstmordversuch zu erholen. Die Kraft und Energie, die zwischen den Zeilen allseits präsent sind, erwachsen also aus einem Zustand, in dem einerseits ihrem gleichgültigen Geliebten entfliehen möchte, um Körper und Seele wiederherzustellen und sich andererseits nach ihm verzehrt.

Das autobiographisch verfasste Werk in Briefform richtet sich an einen nicht näher benannten Adressaten in England, der sich dem Leser jedoch bald als Auftraggeber dieser Reise und anscheinend auch Auslöser für das seelische Leid der Schreiberin entpuppt. Gleichzeitig führte sie auch ihre private Korrespondenz in über 100 Briefen mit Imlay fort, die sich teilweise stark mit den Letters from Sweden überschneiden und unter dem Titel Letters to Imlay durch William Godwin in ihrer posthumen Sammlung veröffentlicht wurden.

3 Die Reise

Ende Juni 1795 erreichte Mary Wollstonecraft Skandinavien, zuerst besuchte sie Göteborg, von dort aus ging es weiter nach Norwegen, über Burg Fredkriksten, Risör, Kristiana, zurück nach Göteburg, Kopenhagen und wieder nach England über Hamburg.

[...]


[1] Godwin, William: Memoirs and Posthumous Works of Mary Wollstonecraft Godwin, Author of a Vindication of the Rights of Woman. Band 1. Dublin 1798. S. 75.

[2] Wollstonecraft, Mary: Letters Written During a Short Residence in Sweden, Norway and Denmark. London: printed for J.Johnson, St. Paul’s Church-yard. 1796.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Mary Wollstonecraft - Reisebriefe aus Südskandinavien
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Nordeuropa Institut)
Veranstaltung
GK Einführung in die Arbeitsweisen der Skandinavistik
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
8
Katalognummer
V32067
ISBN (eBook)
9783638328920
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mary, Wollstonecraft, Reisebriefe, Südskandinavien, Einführung, Arbeitsweisen, Skandinavistik
Arbeit zitieren
Patricia Patkovszky (Autor), 2003, Mary Wollstonecraft - Reisebriefe aus Südskandinavien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32067

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