Ziel der Arbeit ist es, den komplexen Übergang vom Unendlichen zur fürsichseienden Einheit im Hinblick auf das Verhältnis von Qualität und Quantität in G.W.F. Hegels "Wissenschaft der Logik" (2. Aufl.) näher zu beleuchten.
Nach einer kurzen Einführung in Zielsetzung und Methode der Dialektik in Hegels "Wissenschaft der Logik" werde ich für das Verständnis des Gesamtzusammenhangs den Fortgang der Seinslogik bis zur Kategorie der Unendlichkeit skizzieren.
Ausführlich werden die Kategorien der Unendlichkeit und des Fürsichseins dargestellt mit besonderer Betonung ihres Übergangs. Abschließend erfolgt eine Darstellung der Funktion der fürsichseienden Eins im Übergang von der Qualität zur Quantität.
Inhaltsverzeichnis
1) Einführung
2) Hauptteil
a) Hegels Methodik der Dialektik
b) Fortgang der Seinslogik bis zum Unendlichen
c) Das Unendliche
d) Übergang zum Fürsichsein, der qualitativen Eins
e) Qualitative Eins als Übergang zur Quantität
3) Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die dialektische Weiterentwicklung der Kategorien innerhalb von Hegels Seinslogik. Das primäre Ziel besteht darin, den logischen Fortgang von der Kategorie der Unendlichkeit bis hin zur für sich seienden Einheit zu skizzieren und die funktionale Bedeutung der qualitativen Eins für den Übergang von der Qualität zur Quantität aufzuzeigen.
- Dialektische Methode und Logik der reinen Vernunft bei Hegel
- Struktur und Entwicklung der Seinslogik: Von Sein und Nichts zum Werden
- Die Problematik des schlechten Unendlichen im Vergleich zum wahrhaft Unendlichen
- Der Übergang zum Fürsichsein und die Konstitution der qualitativen Eins
- Das Wechselspiel von Repulsion und Attraktion als notwendige Bedingung des logischen Fortschritts
Auszug aus dem Buch
c) Das Unendliche
Der Begriff Unendlichkeit existiert bei Hegel in zwei verschiedenen Bedeutungen. Einerseits das schlechte oder negative Unendliche, das die Negation des Endlichen darstellt, die durch diese Negation aber nicht aufgehoben wird, sondern nur sich wiederholt, das Endliche erneut entsteht und dieser Prozess setzt sich bis ins Unendliche fort. (5, §§93, 94) Hegel bezeichnet diesen Versuch des Aufhebens des Endlichen als Sollen, das dem Dasein immanent ist. „Der Progreß ins Unendliche bleibt bei dem Aussprechen des Widerspruchs stehen, den das Endliche enthält, daß es sowohl Etwas ist als sein Anderes.“ (5, §94) In der Sphäre der schlechten Unendlichkeit ist das Endlich eine Schranke, die überwunden werden soll und das Sollen ist Voraussetzung der Wandlung der Grenze zur Schranke: „Als Sollen ist somit Etwas über seine Schranke erhaben, umgekehrt aber hat es nur als Sollen seine Schranke.“ (1, S. 144). Das Unendliche bleibt mit dem Endlichen als solchem behaftet, ist dadurch begrenzt und selbst endlich. (1, S. 156) Dieser Progress ins Unendliche, dieser Wechsel der Bestimmungen, dieser Wechsel von Sollen und Schranke immer nur vom Endlichen zum Endlichen, zum Endlichen usf. (12, S. 43) ist nach Hegel „das Schlecht Unendliche, das Endliche des Verstandes zu nennen.“ (1, S.152), das dieser aber als die höchste Wahrheit verkennt. Diese resultierende Einheit von Endlichkeit und Unendlichkeit, die die Endlichkeit zur Bestimmung ihrer selbst benötigt, stellt Hegel als Widerspruch dar, der nicht aufgelöst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einführung: Das Kapitel erläutert die Grundstruktur von Hegels Wissenschaft der Logik und definiert den Fokus der Arbeit auf die Entwicklung der Kategorien der Seinslogik.
2) Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die dialektische Methode, den Fortgang von der Unendlichkeit zum Fürsichsein sowie das Wechselspiel von Repulsion und Attraktion bei der Konstitution der qualitativen Eins.
3) Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert den logischen Progress des qualitativen Seins und bestätigt den vollendeten Übergang zur Quantität als notwendige dialektische Konsequenz.
Schlüsselwörter
Hegel, Wissenschaft der Logik, Seinslogik, Dialektik, Unendlichkeit, Fürsichsein, Qualität, Quantität, Repulsion, Attraktion, Qualitative Eins, Dasein, Logik der Vernunft, Selbstsein, Negation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Logik Georg Wilhelm Friedrich Hegels, speziell mit den Übergängen und Entwicklungen innerhalb der "Wissenschaft der Logik", beginnend bei der Unendlichkeit bis hin zum Übergang zur Quantität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die dialektische Methode, der Status des Seins, die Unterscheidung zwischen dem "schlechten" und dem "wahrhaft" Unendlichen sowie die Konstitution des Fürsichseins als Eins.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die präzise Darstellung der logischen Weiterentwicklung der Kategorien der Seinslogik, um aufzuzeigen, wie das qualitative Sein durch die Vermittlung von Fürsichsein und Eins in die Quantität übergeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt dem dialektischen Prinzip Hegels selbst, indem sie die logischen Bestimmungen als einen autonomen, prozesshaften Vorgang der Selbstanwendung und Selbstaufhebung untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die methodischen Grundlagen der Dialektik, den Fortgang von Sein und Nichts zum Dasein, die Problematik der Unendlichkeit, sowie die spezifische Rolle der Repulsion und Attraktion bei der Formung des qualitativen Eins.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das Fürsichsein, die qualitative Eins, die Repulsion, die Attraktion, das wahrhaft Unendliche sowie die dialektische Negation.
Wie unterscheidet Hegel zwischen schlechtem und wahrhaft Unendlichem?
Das schlechte Unendliche ist ein bloßer, unendlicher Progress, bei dem sich das Endliche ständig wiederholt, ohne den Widerspruch aufzulösen; das wahrhaft Unendliche hingegen begreift die Einheit von Endlichem und Unendlichem als In-sich-zurückgekehrtsein.
Warum ist der Begriff des Fürsichseins für die Arbeit wichtig?
Das Fürsichsein markiert die Vollendung des qualitativen Seins, in dem die Differenz zwischen Sein und Bestimmtheit aufgehoben wird, was wiederum die notwendige Bedingung für den Übergang zur quantitativen Bestimmtheit darstellt.
- Citation du texte
- Dr. med. Jürgen Winter (Auteur), 2012, Der Übergang vom Unendlichen zur fürsichseienden Einheit in Hegels Seinslogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320715