Im Folgenden wird die Wirtschaftsgeschichte von 1939 an reflektiert. Es soll ein Überblick über die zunehmende Bedeutung der Ökonomen über den Keynesianismus und Monetarismus gegeben werden, um die Bedeutung des Wirtschaftsberufs und die Entwicklung der Wirtschaft aufzuzeigen.
Seit dem zweiten Weltkrieg hat der Wirtschaftsberuf in seiner Bekanntheit extrem zugenommen. Seit dieser Zeit gab es immer mehr Abschlüsse in den Wirtschaftsberufen und ansteigende Anzahl der Aufbaustudiengänge. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Leute eine höhere Bildung erreichten und eine allgemeine Expansion in den Sozialwissenschaften zu erkennen war. Die Nachfrage nach dem steigenden Angebot der Hochschulabsolventen gab es nicht nur aus der Wissenschaft, sondern zunehmend aus der Wirtschaft, Politik und den internationalen Organisationen.
Inhaltsverzeichnis
1 Die zunehmende Bedeutung des Berufes als Ökonom
2 Entwicklung - Keynesianismus und Makroökonomie
2.1 Einführung in den Keynesianismus
2.2 Wer war John Maynard Keynes?
2.3 Veränderungen durch den Keynesianismus
2.4 Das Ende der großen Depression
2.5 Die Phillips-Kurve
3 Inflation und der Monetarismus
3.1 Milton Friedman
3.2 Die Rolle des Geldes
3.3 Die Inflationsentwicklung
3.4 Exkurs Fallbeispiel: Wirkung der Fiskalpolitik
4 Die neue klassische Makroökonomie
5 Die Entwicklungsökonomie
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Transformation des Berufsstandes der Ökonomen sowie die Entwicklung makroökonomischer Theorien im 20. Jahrhundert, mit einem Fokus auf das Spannungsfeld zwischen Keynesianismus, Monetarismus und neuer klassischer Makroökonomie.
- Wachsender Einfluss von Ökonomen in Politik und internationalen Organisationen nach 1945.
- Wandel von der keynesianischen Nachfragesteuerung hin zu monetaristischen und neuen klassischen Ansätzen.
- Theoretische Bedeutung der Phillips-Kurve und ihre empirische sowie modelltheoretische Weiterentwicklung.
- Die Rolle der quantitativen Modellierung und der Umgang mit ökonomischen Schocks (z.B. Ölkrise).
- Die Entstehung und Wandlung der Entwicklungsökonomie im Kontext globaler wirtschaftspolitischer Strategien.
Auszug aus dem Buch
2.1 Einführung in den Keynesianismus
Zu jener Zeit bedrohten Krisen ganze Gesellschaften mit Destabilisierung und gefährdeten politische Systeme. Alle Welt wollte wissen wie es zu solch einer Katastrophe kommen konnte und was man dagegen tun konnte. Doch wegen der noch fehlenden einheitlichen Konjunkturtheorie, erteilten Ökonomen widersprüchliche Ratschläge und mit heutigem Wissensstand schädliche Empfehlungen. Die Meinungen reichten von tiefgreifenden Systemveränderungen mit Verstaatlichungen und Zuteilungen anstatt von Märkten und andere waren der Auffassung, dass Abschwünge ganz natürlich und nützlich seien und man müsste nichts dagegen unternehmen. Der britische Ökonomen John Maynard Keynes verglich 1930 die Problemlage der US-Volkswirtschaft und der britischen Wirtschaft mit defekten Autos, bei welchen die Lichtmaschine kaputt war. Laut Keynes ließ sich dieser Metapher auf die Volkswirtschaft der damaligen Zeit übertragen. Im Jahr 1936 brachte Keynes ein Buch auf den Markt mit dem Titel „The General Theory“, das jedoch Kritiker als sehr ermüdend und komplex beschrieben.
Die keynesianische Makroökonomie brachte jedoch zwei Neuerungen mit sich. Als erstes betonte Keynes die kurzfristigen Auswirkungen von Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage auf das Produktionsniveau, anstatt den Blick ausschließlich auf die langfristige Bestimmung des Preisniveaus zu richten. Zuvor wurde die kurzfristige Sicht als nachrangig angesehen und damit vernachlässigt. Er richtete die Aufmerksamkeit der Ökonomen auf Situationen, in welchen die kurzfristige gesamtwirtschaftliche Angebotskurve eine positive Steigung auswies und Verschiebungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve sowohl das Produktionsniveau als auch Beschäftigung und Preisniveau beeinflussten. Die Abbildung 1 zeigt deutlich den Unterschied zwischen der keynesianischen und klassischen Makroökonomie.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die zunehmende Bedeutung des Berufes als Ökonom: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Aufstieg der Wirtschaftswissenschaftler zu technisch-politischen Experten, insbesondere getrieben durch die Anforderungen des Zweiten Weltkriegs.
2 Entwicklung - Keynesianismus und Makroökonomie: Fokus auf die Entstehung der keynesianischen Theorie, die Abkehr von rein langfristigen Betrachtungen und die Etablierung aktiver Fiskalpolitik.
2.1 Einführung in den Keynesianismus: Erläutert die theoretischen Neuerungen durch Keynes, insbesondere die Bedeutung der kurzfristigen Gesamtnachfrage.
2.2 Wer war John Maynard Keynes?: Ein kurzes Porträt über das Leben und Wirken des britischen Ökonomen sowie den nachhaltigen Einfluss seiner Theoreme.
2.3 Veränderungen durch den Keynesianismus: Analysiert, wie staatliche Wirtschaftsplanung und Vollbeschäftigungsziele nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien und den USA Einzug hielten.
2.4 Das Ende der großen Depression: Untersucht die Rolle der Fiskalpolitik und hinterfragt die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Überwindung der wirtschaftlichen Krise.
2.5 Die Phillips-Kurve: Behandelt die empirische Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sowie deren Interpretation in der makroökonomischen Modellbildung.
3 Inflation und der Monetarismus: Diskutiert das Scheitern des keynesianischen Konsenses in den 1970er Jahren und den Aufstieg des Monetarismus.
3.1 Milton Friedman: Stellt den einflussreichsten Vertreter des Monetarismus vor und dessen Plädoyer für freie Märkte und stabile Geldmengensteuerung.
3.2 Die Rolle des Geldes: Vertieft die Bedeutung der Geldmenge zur Inflationsbekämpfung und kritisiert die vorangegangene Fokussierung auf Fiskalpolitik.
3.3 Die Inflationsentwicklung: Analysiert die Zusammenhänge zwischen Geldmengenwachstum, Ölpreisschocks und dem Anstieg der Inflation in den 1970er Jahren.
3.4 Exkurs Fallbeispiel: Wirkung der Fiskalpolitik: Zeigt an einem konkreten Modell, wie die Wirksamkeit fiskalischer Maßnahmen bei konstantem Geldangebot begrenzt ist.
4 Die neue klassische Makroökonomie: Erläutert die Kritik von Robert E. Lucas an Prognosemodellen und die neue Betonung rationaler Erwartungen.
5 Die Entwicklungsökonomie: Beschreibt die Entstehung dieses Fachgebiets nach 1945 und den Wandel von Strukturtheorien hin zur marktorientierten Analyse.
6 Zusammenfassung: Fasst die mathematische Transformation der Volkswirtschaft und die zunehmende Internationalisierung des Fachgebiets unter US-amerikanischem Einfluss zusammen.
Schlüsselwörter
Keynesianismus, Monetarismus, Makroökonomie, Inflation, Fiskalpolitik, Phillips-Kurve, Geldpolitik, Weltbank, Arbeitslosigkeit, rationale Erwartungen, Entwicklungsökonomie, Wirtschaftswachstum, ökonometrische Modelle, John Maynard Keynes, Milton Friedman.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen historischen und theoretischen Überblick über die Entwicklung der modernen Makroökonomie, vom Aufstieg des Keynesianismus über den Monetarismus bis hin zu neuen klassischen Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der wachsenden Einfluss von Ökonomen, die Theorie der Gesamtnachfrage, die Geldmengensteuerung, die Dynamik von Inflation und Arbeitslosigkeit sowie Fragen der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Wandel ökonomischer Denkschulen im 20. Jahrhundert aufzuzeigen und zu erklären, warum sich bestimmte Theorien in der Politikberatung und in internationalen Organisationen durchgesetzt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftshistorische und theoretische Analyse, die Fachliteratur, historische Dokumente sowie ökonomische Standardmodelle (z.B. IS-LM-Modell, AS-AD-Modell) einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die keynesianische Ära, die monetaristische Wende unter Milton Friedman, die Kritik durch Robert E. Lucas sowie die Herausforderungen der Entwicklungsökonomie im internationalen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Keynesianismus, Monetarismus, Phillips-Kurve, Geldpolitik, Inflation und Wirtschaftsentwicklung sind maßgebliche Begriffe, die den roten Faden der Arbeit bilden.
Warum wird Keynes mit einem defekten Auto verglichen?
Keynes nutzte die Metapher eines Autos mit defekter Lichtmaschine, um zu illustrieren, dass bei einem Marktversagen nicht auf eine natürliche Heilung gewartet werden kann, sondern ein technischer Eingriff erforderlich ist.
Was besagt die "Lucas-Kritik"?
Die Kritik besagt, dass ökonomische Modelle ihre Gültigkeit verlieren, wenn sich die zugrundeliegende Politik ändert, da Menschen ihr Verhalten rational an diese Erwartungen anpassen.
Wie veränderte sich die Rolle der Ökonomen nach 1945?
Ökonomen wandelten sich von eher akademischen Beobachtern zu technischen Experten, deren Rat in Regierungen und internationalen Organisationen bei der aktiven Gestaltung der Wirtschaftspolitik unerlässlich wurde.
Welche Rolle spielte die Ölkrise für die Wirtschaftstheorie?
Die Ölkrise führte zu einer gleichzeitigen Steigerung von Inflation und Arbeitslosigkeit, was die bisherigen keynesianischen Vorhersagemodelle entwertete und den Weg für den Monetarismus ebnete.
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- Anonym (Autor), 2015, Wirtschaftsgeschichte. Von 1939 bis heute, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320717