Mögliche Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf vier Einstellungsmerkmale

Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein


Hausarbeit, 2014
26 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung / Abstract

1 Einleitung und Hypothesen
1.1 Einleitung: Was sind Einstellungen?
1.2 Fragestellung
1.3 Nullhypothesen
1.4 Alternativhypothesen

2 Methoden
2.1 Fragebogen
2.2 Skalenniveau der Items
2.3 Umfrage
2.4 Analysemethoden

3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Datenanalyse
3.1.1 Verteilung nach Alter
3.1.2 Verteilung nach Geschlecht
3.2 Hypothesenprüfung (deskriptiv)
3.3 Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter
3.4 Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht
3.5 Interkorrelation der Merkmale

4 Diskussion der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Studie widmet sich der Erforschung möglicher Unterschiede zwischen den beiden Personengruppen „Eltern“ und „Kinderlose“ in Bezug auf die vier Einstellungsmerkmale Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein.

Für die Erforschung wurden jeweils 20 Eltern (Mütter und Väter) und 20 Kinderlose (männlich und weiblich) befragt. Die Befragung wurde in Form eines Fragebogens vorgenommen. Die Stichprobe setzte sich hierbei aus Kommilitonen, Arbeitskollegen, Freunden und Verwandten zusammen. Die Fragen konnten online (via Umfragetool) oder offline (ausgedruckt) beantwortet werden.

Der Fragenkatalog besteht aus 23 Items: jeweils fünf Fragen wurden zu den o.g. Einstellungsmerkmalen gestellt sowie je eine zu Alter, Geschlecht sowie Elternschaft.

Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte mit Methoden der deskriptiven und explorativen Datenanalyse. Im Weiteren wurden Methoden der Inferenzstatistik eingesetzt.

Die aufgestellten Hypothesen wurden mit den Kennwerten Mittelwert und Korrelation bewertet. Darüber hinaus gehende Signifikanztests wären erforderlich, sind aber im Rahmen dieser Arbeit nicht abbildbar.

Die Ergebnisse deuten auf eine Bestätigung der Nullhypothesen in den Einstellungsmerkmalen Zukunftsangst und Hygienebewusstsein hin. Bei den Einstellungsmerkmalen Verantwortungsbewusstsein und Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation sind eher die Alternativhypothesen bestätigt worden.

1 Einleitung und Hypothesen

1.1 Einleitung: Was sind Einstellungen?

Ob wir gerne ins Kino gehen, wie wir zu Politik stehen, ob wir bei der Arbeit offene Schuhe tragen würden - wir haben zu unterschiedlichen Themen eine Einstellung. Zu Einigen bilden wir uns schnell eine Meinung, zu anderen gelingt uns dies nur, wenn wir darüber nachdenken. Sie sind uns bewusst oder unbewusst.

Einstellungen sind psychologische Tendenzen, die einen positiven oder negativen Bewertungsprozess gegenüber Objekten ausdrücken (vgl. Eagly und Chaiken, S.1). Objekte können hier Personen, Sachverhalte, Situationen oder Verhaltensweisen sein.

Der Bewertungsprozess kann auf drei Arten geschehen:

- kognitiv: bewusste Bewertung eines Objektes
- affektiv: Gefühle gegenüber eines Objektes
- verhaltensmäßig: Verhalten gegenüber einem Objekt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Drei Faktoren der Einstellung (nach Eagy & Chaiken, 1993)

Das Verhalten gegenüber Objekten ist beobachtbar. Kognitive und affektive Einstellungen sind unsichtbar, sofern wir sie nicht mitteilen. Wir sind stets bemüht, vom Verhalten anderer

Rückschlüsse auf deren Einstellungen zu schließen (vgl. Fischer et al., 2013, S. 81). Doch entsprechen sich Verhalten und Einstellungen zwangsläufig?

Vielen Menschen ist bewusst, dass Radfahren umweltschonender und gesünder ist als Autofahren. Trotzdem nutzen die meisten vornehmlich das Auto. Ihr Verhalten entspricht demnach nicht ihren Einstellungen. In einer Studie bewies LaPiere (1934) dies: er reiste in den 1930er Jahren durch die USA und versuchte in 200 Hotels ein Zimmer für ein chinesisches Ehepaar zu reservieren. Damals herrschten gegenüber Chinesen Vorurteile und er fürchtete, dass er kein Zimmer bekomme. Das Gegenteil war der Fall: 199 Hotels stimmten einer Reservierung zu. In einem Zweitversuch verweigerten 92% der Hotels eine Reservierung.

Daraufhin statuierte Ajzen (1985) die Theorie des geplanten Verhaltens (vgl. Ajzen & Madden, 1986): je stärker die Motivation oder Intention, desto wahrscheinlicher ist ein entsprechendes Verhalten (vgl. Fischer et al., 2013, S. 82). Die Absicht wird durch drei Faktoren bestimmt: die Einstellung (positiv/negativ) gegenüber dem Verhalten, die soziale Norm gegenüber dem Verhalten (Personen aus dem Umfeld) sowie die subjektiv wahrgenommene Verhaltenskontrolle (Fähigkeit ein bestimmtes Verhalten ausführen zu können, über die Kompetenzen zu verfügen). Die Einstellung wandelt sich in ein bestimmtes Verhalten, wenn man eine positive Einstellung zum Verhalten hat, Personen aus dem Umfeld eine positive Einstellung dazu haben oder man sich in der Lage fühlt, das Verhalten ausführen zu können. Je mehr Faktoren erfüllt sind, desto wahrscheinlicher.

Grundsätzlich geht die Forschung auseinander: einige Studien weisen einen positiven, andere einen negativen Zusammenhang zwischen Einstellungen und Verhalten auf. Ajzen (1987) sieht den Grund in unterschiedlichen Methodiken, z.B. eine Untersuchung via direktem (explizite Befragung, etwa durch Fragebögen) oder indirektem (z.B. durch Beobachtungen oder biologischen Messungen) Verfahren (vgl. Werth & Mayer, 2008, S. 265f.).

Einstellungen können vererbt und erlernt werden (vgl. Olson, Vernon, Harris & Jang, 2001). Einen hohen Einfluss auf deren Ausbildung haben soziale Lernprozesse und Erfahrungen.

Genauso ist es möglich, Einstellungen zu ändern oder gezielt zu beeinflussen. Eine Methode ist die „Foot in the door“-Technik. Der „Manipulierende“ bittet zunächst um einen kleinen Gefallen, der kaum abschlagbar ist. Der Angesprochene tut ihm diesen. Bittet der Manipulierende anschließend um einen größeren Gefallen, so ist der Angesprochene mit hoher Wahrscheinlichkeit bereit, ihm diesen zu tun (Original-Studie von Freedmann und Frasers, 1966). Einstellungen folgen hier dem Verhalten.

Eine weitere Theorie zur Erklärung von Einstellungsänderungen ist die der kognitiven Dissonanz (Festinger, 1957): wenn das ausgeübte Verhalten nicht mit unseren Einstellungen vereinbar ist, so herrscht ein Spannungszustand, den wir reduzieren wollen. Wir ändern unsere Einstellungen also entsprechend unserem Verhalten. Dissonanzreduktion ist in der Regel dauerhaft.

1.2 Fragestellung

Das Thema des Forschungsberichtes ist die Überprüfung von Unterschieden zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf die vier Einstellungsmerkmale Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Situation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein (später abgekürzt: VB, ZP, ZA, HB). Grundlage der Untersuchung ist eine empirische Erhebung.

Alle vier Merkmale beziehen sich auf das Privatleben - finden aber auch berufliche Ansatzpunkte, wie Verantwortungsbewusstsein und Zukunftsangst. Während Verantwortungsbewusstsein und Hygienebewusstsein vermutlich eher grundlegende, überdauernde Einstellungen sind, sind die Einstellungen zur Zukunftsangst und zur privaten Zufriedenheit vermutlich öfter änderbar.

Die Ergebnisse der Studie könnten von Interesse für Versicherungsgesellschaften sein: haben Eltern oder Kinderlose eher Zukunftsängste und Verantwortungsbewusstsein? Entsprechend individuelle Versicherungspakete könnten angeboten werden. Oder aber die Ergebnisse der Merkmale Zukunftsangst und private Zufriedenheit für die individuelle Ansprache durch Kreditinstitute. Verantwortungs- und Hygienebewusstsein könnte möglicherweise im Bereich Handel und Gastgewerbe von Interesse sein.

1.3 Nullhypothesen

Es besteht kein Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Verantwortungsbewusstsein.

Es besteht kein Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Zufriedenheit in der privaten Lebenssituation.

Es besteht kein Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Zukunftsangst.

Es besteht kein Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Hygienebewusstsein.

1.4 Alternativhypothesen

Es bestehen Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Verantwortungsbewusstsein.

Mögliche Erklärung: Eltern sind verantwortungsbewusster, weil sie Vorbild sein möchten und/oder weil sie ihren Kindern eine sorgenfreie Zukunft ermöglichen wollen und so verantwortungsvoller mit ihrer Umwelt umgehen.

Es bestehen Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Zufriedenheit in der privaten Lebenssituation. Mögliche Erklärungen: Eltern sind zufriedener mit ihrer privaten Situation, weil die Elternschaft sie erfüllt. Oder: Kinderlose sind zufriedener mit ihrer privaten Situation, weil sie keine Rücksicht auf die Ansprüche von Kindern nehmen müssen, sie sind entscheidungsfreier und spontaner.

Es bestehen Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Zukunftsangst.

Mögliche Erklärungen: Eltern blicken ängstlicher in die Zukunft, weil sie nicht wissen, ob deren Kinder eine sorgenfreie Zukunft haben werden. Oder: Kinderlose weisen größere Zukunftsängste auf, weil sie ggf. Angst vor Einsamkeit im Alter haben oder ob sie den richtigen Partner für die Familienplanung finden.

Es bestehen Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf deren Hygienebewusstsein.

Mögliche Erklärung: Eltern sind hygienebewusster, aus Angst ihre Kinder könnten erkranken. Oder: Kinderlose sind hygienebewusster als Eltern, weil Eltern schnell „gelassener“ werden, was Reinlichkeit angeht - da viele Dinge schlichtweg sind permanent sauber zu halten sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Mögliche Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf vier Einstellungsmerkmale
Untertitel
Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,2
Autor
Jahr
2014
Seiten
26
Katalognummer
V320739
ISBN (eBook)
9783668199927
ISBN (Buch)
9783668199934
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mögliche, unterschiede, eltern, kinderlosen, bezug, einstellungsmerkmale, verantwortungsbewusstsein, zufriedenheit, lebenssituation, zukunftsangst, hygienebewusstsein
Arbeit zitieren
Lena Küssner (Autor), 2014, Mögliche Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf vier Einstellungsmerkmale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320739

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