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Der italienische Futurismus und seine musikalische Seite als künstlerische Avantgarde

Titel: Der italienische Futurismus und seine musikalische Seite als künstlerische Avantgarde

Hausarbeit , 2016 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stanley Baldauf (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich – ausgehend von verschiedenen Manifesten – die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Ästhetik und Ideologie des italienischen Futurismus als avantgardistischer Bewegung. Zu diesem Zwecke versucht die Analyse futuristischer Dokumente immer wieder über sich selbst und die rein ästhetische Betrachtung hinauszuwachsen, indem sie den Versuch unternimmt, die Bewegung in ihren gesellschaftlich-historischen Kontext einzuordnen, ideologische Zusammenhange zu erschließen und ihren politischen Charakter bloßzulegen.

Zielpunkt des Textes ist dabei die musikalische Seite des Futurismus, die aufgrund ihrer eher nebensächlichen Rolle in der futuristischen Kunst- und Textproduktion eine im Sinne dieser Arbeit relativ übersichtliche Quellenlage liefert.

Da jedoch der direkte Einstieg in diesen Zielpunkt der Arbeit hinsichtlich der angestrebten Kontextualisierung unfruchtbar und überhastet erscheint, beginnt die Abhandlung mit einer basalen und zusammenfassenden Ergründung von Peter Burgers Avantgardebegriff (2.), um eine Übersicht über die Charakteristika der Avantgarden des 20. Jahrhunderts zu erlangen. Auf dieser Basis wird mit der historischen Einordnung, sowie der Betrachtung des italienischen Futurismus anhand von einigen Manifesten Filippo Tommaso Marinettis (3.) fortgefahren, die dann in eine versenkende Darstellung des musikalischen Futurismus mithilfe von schriftlichen Dokumenten zweier wichtiger Protagonisten desselben münden. (4.)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Avantgarde

2.1. Peter Bürgers Avantgarde-Begriff

3. Italienischer Futurismus

3.1. Der gesellschaftlich-historische Kontext des italienischen Futurismus

3.2. Marinettis Manifest-Futurismus

4. Francesco Balilla Pratella, Luige Russolo und der musikalische Futurismus

4.1. Francesco Balilla Pratellas gemäßigter Futurismus

4.2. Luige Russolos Bruitismus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Ästhetik und Ideologie innerhalb des italienischen Futurismus als avantgardistische Bewegung. Dabei wird analysiert, inwieweit die Bewegung versucht, die Kunst in die Lebenspraxis zurückzuführen, und inwiefern der explizit politische Charakter, insbesondere die Verbindung zum italienischen Faschismus, als substantiell für das Verständnis der futuristischen Kunst- und Textproduktion anzusehen ist, wobei ein besonderer Fokus auf der musikalischen Seite des Futurismus liegt.

  • Grundlagen des Avantgarde-Begriffs nach Peter Bürger
  • Gesellschaftlich-historische Kontextualisierung des italienischen Futurismus
  • Analyse der Manifeste Filippo Tommaso Marinettis
  • Musikästhetische Positionen von Francesco Balilla Pratella
  • Theorie und Praxis des Bruitismus bei Luige Russolo

Auszug aus dem Buch

3.2 Marinettis Manifest-Futurismus

„Es gilt daher, die unmittelbar bevorstehende Identifikation des Menschen mit der Maschine vorzubereiten, indem man einen ununterbrochenen Austausch von Intuition, Rhythmus, Instinkt und metallischer Disziplin erleichtert und vollendet, wovon die Mehrheit noch keinerlei Begriff hat und nur die erleuchtetsten Köpfe etwas ahnen.“

Um die Beschäftigung mit der futuristischen Ästhetik voranzutreiben und die im vorigen Kapitel bereits angeschnittene inhaltliche Ausrichtung vertiefend darzustellen, werde ich mich im folgenden Abschnitt mit Marinettis Manifest(en) beschäftigen, die stellvertretend für einen regelrechten »Manifestismus« der Bewegungen stehen. Die Betrachtung dieses futuristischen Programms dient der Überleitung zur musikalischen Seite des Futurismus. Dabei bin ich mir durchaus bewusst darüber, vermeintliche Differenzen zwischen verschiedenen futuristischen Autoren und ihren Kommentaren zu diversen Kunst- und Lebensbereichen außen vor zu lassen.

Anhand der von Marinetti verfassten Manifeste kann unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Großteil der in den Manifesten beschriebenen Forderungen ihrer eigentlich künstlerischen Umsetzung vorausging und „erst zögerlich zunächst in Malerei und Bildender Kunst, später auch in Literatur, Theater und Musik“ umgesetzt wurde, von einer Ideologie der Moderne gesprochen werden, die nahezu wahnsinnig und selbstzweckhaft die Symbole dieser Moderne affirmiert. Gleichzeitig besteht gerade im Hinblick auf die Radikalität eine erhebliche Differenz zwischen Theorie und Praxis.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die anhaltende Faszination für den italienischen Futurismus ein und benennt das Forschungsziel: die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ästhetik und Ideologie im Kontext der Bewegung sowie die spezifische Betrachtung der musikalischen Seite.

2. Avantgarde: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Avantgarde anhand von Peter Bürgers Definition, insbesondere im Hinblick auf den Autonomiestatus der Kunst und deren Verhältnis zur Lebenspraxis.

3. Italienischer Futurismus: Hier wird der italienische Futurismus historisch-gesellschaftlich verortet und anhand der Manifeste Filippo Tommaso Marinettis als avantgardistische Bewegung analysiert, die einen radikalen Bruch mit der Tradition vollzieht.

4. Francesco Balilla Pratella, Luige Russolo und der musikalische Futurismus: Die musikalischen Ansätze werden durch die Arbeit von Pratella und Russolo detailliert, wobei die Divergenz zwischen gemäßigten Ansätzen und der extremen Lärm-Ästhetik des Bruitismus herausgearbeitet wird.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Futurismus eine ästhetisierende, aber zugleich faschistoide Avantgarde darstellt, deren geschichtsvergessenes Streben nach dem Neuen ideologisch problematisch ist.

Schlüsselwörter

Italienischer Futurismus, Avantgarde, Filippo Tommaso Marinetti, Francesco Balilla Pratella, Luige Russolo, Ästhetik, Ideologie, Faschismus, Bruitismus, Maschinenkult, Moderne, Kunsttheorie, Peter Bürger, Musikästhetik, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den italienischen Futurismus als avantgardistische Bewegung und untersucht das komplexe Verhältnis zwischen seiner Ästhetik, der Ideologie und seiner politischen Einbindung, insbesondere dem Faschismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Avantgarde nach Peter Bürger, die historische Einordnung des Futurismus in Italien, die Bedeutung von Marinettis Manifesten sowie die Entwicklung einer spezifisch futuristischen Musikästhetik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Ästhetik und Ideologie im italienischen Futurismus zu ergründen und aufzuzeigen, wie die musikalische Produktion der Futuristen diese Ziele widerspiegelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse futuristischer Manifeste und musikästhetischer Schriften durchgeführt, die in den historischen Kontext der Avantgarde-Theorie eingebettet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Avantgarde-Begriffs, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des italienischen Futurismus sowie die spezifischen musikalischen Ansätze von Pratella und Russolo.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Futurismus, Avantgarde, Faschismus, Maschinenkult, Bruitismus, Ästhetik, Ideologie und Moderne.

Inwiefern unterscheidet sich die musikalische Herangehensweise von Pratella und Russolo?

Pratella vertritt einen gemäßigteren Ansatz, der zwar mit der Tradition bricht, aber noch innerhalb eines musikalisch-ästhetischen Rahmens agiert, während Russolos Bruitismus radikal den Lärm und die Geräuschkunst zum zentralen Element erklärt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor über die Verbindung von Futurismus und Faschismus?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Futurismus nicht bloß Reaktion war, sondern eine bewusste und entschiedene Parteinahme, die durch ihren geschichtsvergessenen Radikalismus eine gewisse Nähe zum Faschismus entwickelte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der italienische Futurismus und seine musikalische Seite als künstlerische Avantgarde
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Seminar "Kunst und Gesellschaft"
Note
1,0
Autor
Stanley Baldauf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V320773
ISBN (eBook)
9783668199767
ISBN (Buch)
9783668199774
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Avantgarde Peter Bürger Ästhetik Kunst Italienischer Futurismus Marinetti Russolo Futurismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stanley Baldauf (Autor:in), 2016, Der italienische Futurismus und seine musikalische Seite als künstlerische Avantgarde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320773
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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