Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Ciencias Culturales - Estudios sobre el Holocausto

Der Autoritätsbegriff des Milgram-Experiments vor dem Hintergrund von Max Horkheimers »Autorität und Familie«

Título: Der Autoritätsbegriff des Milgram-Experiments vor dem Hintergrund von Max Horkheimers »Autorität und Familie«

Trabajo Escrito , 2015 , 23 Páginas , Calificación: 1,1

Autor:in: Stanley Baldauf (Autor)

Ciencias Culturales - Estudios sobre el Holocausto
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit stellt sich die Frage, welcher Autoritätsbegriff dem Milgram-Experiment zugrunde liegt, als wie fundiert er sich erweist und welche Voraussetzungen durch ihn mitschwingen. Um das zu leisten, schien es dem Verfasser am geeignetsten, das Milgram-Experiment vor dem Hintergrund einer ausführlichen theoretischen Abhandlung über das Phänomen der Autorität zu untersuchen, um aus der Konfrontation einer theorie- und einer eher empirie-geleiteten Untersuchung möglichst vielsagende Erkenntnisse ziehen zu können. Die theoretische Schablone für diese Arbeit bildet daher der von Max Horkheimer in den 1930er Jahren entwickelte Autoritätsbegriff, der im ersten Teil der Arbeit erörtert wird. Horkheimer scheint als Vertreter der Kritischen Theorie, die sich als Gegenentwurf zur traditionell-bürgerlichen Theoriekonzeption seit Descartes begreift, besonders geeignet.

Vor diesem Hintergrund wird im zweiten Teil der Arbeit das Milgram-Experiment auf Basis des von Milgram verfassten Werkes »Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten« betrachtet, um Differenzen zwischen beiden Ansätzen und eventuelle Probleme des milgramschen Autoritätsbegriffs offenzulegen, die eventuell auch Auswirkungen auf die Erkenntnisse der auf ihm basierenden Täterforschung erahnen lassen.

In den verschiedenen Phasen der bisherigen Forschung über die Täter des Nationalsozialismus ergaben sich zahlreiche Erklärungsansätze, die das Verhalten der in die Massenverbrechen der Shoah Involvierten ergründen sollten. Einer der weit verbreiteten und oft genannten Begründungszusammenhänge hängt mit der Rolle der Autorität sowie der Autoritätshörigkeit der Täter zusammen. Die über weite Strecken übereinstimmende Heranziehung dieses Ansatzes dürfte nicht zuletzt auf den Einfluss des vom US-amerikanischen Sozialpsychologen Stanley Milgram realisierten Milgram-Experiment zurückgehen. Selbiges fand in den 1960er Jahren zu einer Zeit statt, in der es zumindest in Deutschland noch kein allzu großes Interesse an der NS-Täterforschung gab, die wenn sie überhaupt praktiziert wurde, von Kriminalisierung, Diabolisierung oder Entpersonalisierung geprägt war.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Max Horkheimers Autoritätsbegriff am Beispiel der Studien über Autorität und Familie

2.1. Autorität und Familie

2.1.1. Der theoretische Rahmen

2.1.2. Der Autoritätsbegriff

2.1.3. Exkurs I: Die Sehnsucht nach traditioneller Autorität

2.1.4. Exkurs II: Das Spannungsfeld zwischen Empirie und Theorie

2.1.5. Familie: Zum Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem

2.1.6. Anmerkungen zum Übergang von Horkheimer zu Milgram

3. Das Milgram-Experiment

3.1. Milgrams Autoritätsbegriff

3.2. Die kybernetische Basis

3.3. Defizite der Abstraktion

4. Ende

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den theoretischen Autoritätsbegriff des Milgram-Experiments durch eine kritische Konfrontation mit Max Horkheimers Kritischer Theorie, um die Validität und die soziohistorischen Voraussetzungen von Milgrams empirischen Ergebnissen zu hinterfragen.

  • Vergleich der Autoritätskonzepte von Horkheimer und Milgram
  • Kritik an der Enthistorisierung des Begriffs der Autorität
  • Die Rolle der Familie und Erziehung in der Entstehung autoritärer Strukturen
  • Interdependenz von Theorie und Empirie in der Sozialforschung
  • Grenzen der Übertragbarkeit von Laborexperimenten auf historische Massenverbrechen

Auszug aus dem Buch

3.1 Milgrams Autoritätsbegriff

Bevor ich mit der eigentlichen Erörterung des dem Experiment zugrundeliegenden Autoritätsbegriff beginne, ist festzuhalten, dass es im die Voraussetzungen, Methoden, Resultate und Interpretationen des Experiments beschreibenden Buch Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität keine dezidierte Beschäftigung mit dem bzw. keine eindeutigen Bestimmung des Autoritätsbegriffs gibt. Vielmehr muss dieser aus verschiedenen Passagen herausdestilliert werden und bleibt daher an manchen Stellen auf eine spekulative Interpretation angewiesen.

Schon aus der eben gelieferten Schilderung des Versuchsaufbaus wird ersichtlich, dass sich im Experiment, sowie damit einhergehend auch in Milgrams nachträglicher theoretischer Verarbeitung desselben lediglich auf eine bestimmte Art der Autorität konzentriert wird. Im Gegensatz zu Horkheimers Ausarbeitung beschränkt sich Milgram’s Experiment auf etwas, was man wissenschaftliche Autorität nennen könnte. Denn das, was dem Versuchsleiter vermeintlich legitim das Recht verleiht, über Versuchspersonen zu bestimmen, ist die Tatsache, dass er im Namen des wissenschaftlichen Fortschritts - der Versuchsperson an wissenschaftlichen Kenntnissen überlegen - handelt. Milgram verzichtet jedoch darauf, diese bestimmte Qualität der Autorität gesellschaftlich und historisch zu verorten. Von Horkheimers Aufsatz ausgehend müsste ihm dieses Versäumnis als illegitim angekreidet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung kontextualisiert die NS-Täterforschung und begründet die Notwendigkeit, das Milgram-Experiment vor dem Hintergrund der Kritischen Theorie von Max Horkheimer zu untersuchen.

2. Max Horkheimers Autoritätsbegriff am Beispiel der Studien über Autorität und Familie: Dieses Kapitel erläutert Horkheimers Verständnis von Autorität als historisch gewandeltes, gesellschaftliches Phänomen, eingebettet in die dialektische Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft.

3. Das Milgram-Experiment: Das Kapitel analysiert den Aufbau und die theoretischen Grundlagen des Milgram-Experiments sowie dessen Defizite im Hinblick auf eine fehlende soziohistorische Verankerung des Autoritätsbegriffs.

4. Ende: Das abschließende Kapitel fasst die grundlegenden Differenzen zusammen und plädiert für eine Verbindung von empirischer und theoretischer Forschung, um eine tiefere Aussagekraft zu erzielen.

Schlüsselwörter

Autorität, Horkheimer, Milgram-Experiment, Kritische Theorie, Gehorsam, Sozialpsychologie, Historisierung, Gesellschaftstheorie, Verdinglichung, Nationalsozialismus, Empirie, Theorie, NS-Täterforschung, Kybernetik, Individuum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das Milgram-Experiment und dessen Autoritätsbegriff durch eine theoretische Gegenüberstellung mit der Kritischen Theorie von Max Horkheimer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Autorität und Gesellschaft, die Problematik von Laborexperimenten bei der Erklärung historischer Ereignisse sowie die Bedeutung historischer Kontextualisierung in der Sozialforschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Schwächen des milgramschen, abstrakt-psychologischen Autoritätsverständnisses aufzudecken und zu zeigen, warum eine soziohistorische Einbettung für das Verständnis von Autorität unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische und sozialphilosophische Analyse angewandt, die Horkheimers Theorie als Maßstab nutzt, um die impliziten Voraussetzungen des Milgram-Experiments offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung durch Horkheimer, die Beschreibung und Analyse des Milgram-Experiments sowie die methodologische Auseinandersetzung mit der "kybernetischen Basis" und der "Defizite der Abstraktion".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Autorität, Kritische Theorie, Enthistorisierung, Gehorsam und die Dialektik zwischen Individuum und Gesellschaft geprägt.

Warum kritisiert der Autor Milgrams "kybernetische Basis"?

Die Kritik richtet sich dagegen, dass Milgram den Menschen formal-logisch als Teil eines Systems betrachtet, wodurch gesellschaftliche und historische Dynamiken ausgeblendet und der Autoritätsbegriff entleert wird.

Inwiefern spielt der Nationalsozialismus eine Rolle?

Der Nationalsozialismus dient als historischer Referenzpunkt, anhand dessen der Autor aufzeigt, dass Milgrams ahistorische Interpretation die qualitativen Unterschiede totalitärer Herrschaftsformen nicht angemessen erfassen kann.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Autoritätsbegriff des Milgram-Experiments vor dem Hintergrund von Max Horkheimers »Autorität und Familie«
Universidad
University of Leipzig  (Institut für Kulturwissenschaften)
Curso
Seminar "NS-Täterforschung"
Calificación
1,1
Autor
Stanley Baldauf (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
23
No. de catálogo
V320774
ISBN (Ebook)
9783668199743
ISBN (Libro)
9783668199750
Idioma
Alemán
Etiqueta
Milgram Autorität Experiment Horkheimer NS-Täterforschung NS
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stanley Baldauf (Autor), 2015, Der Autoritätsbegriff des Milgram-Experiments vor dem Hintergrund von Max Horkheimers »Autorität und Familie«, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320774
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  23  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint