Brasilien konnte in den letzten zwanzig Jahren einen rasanten Aufstieg hinlegen. 1990 nahezu bankrott, „gilt Lateinamerika größter Staat [heute] als energische Supermacht, die sich anschickt einen Platz im Olymp der Industrienationen zu erkämpfen.“ Doch dabei bleiben die wirtschaftlichen Aspirationen weiterhin hinter den politischen zurück. Denn Brasilien gehört immer noch zu den Schlusslichtern in Bezug auf die Verteilung des Volkseinkommens. So lebten allein 2005 22 % unter der nationalen Armutsgrenze, 11 % waren Analphabeten und in etwa 600.000 Kinder im schulpflichtigen Alter besuchten keine Schule.
Diese Zustände belasten insbesondere Kinder und Jugendliche. Gerade sie haben es nicht leicht in den, von Armut, Gewalt und Kriminalität geprägten Favelas. Doch viele Heranwachsende können nicht einmal die brasilianischen Slums ihr Zuhause nennen. So leben Millionen von Kindern ohne festen Wohnsitz und Unterstützung auf den Straßen Brasiliens.
Eben diese meninos de rua sollen im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Ein Leben geprägt von Gewalt und Aussichtslosigkeit. Zwar kann jeder sich etwas unter dem Begriff Straßenkind vorstellen, doch die Beschreibungen reichen von gefährlichen Kriminellen über hilflose Opfer hinzu heldenhaften Überlebenskünstlern. Um den Begriff des Straßenkindes zu klären, werde ich zunächst auf die sogenannten meninos de rua und ihre Herkunft eingehen. Dabei wird die Analyse nicht nur in schriftlicher Form stattfinden, sondern ebenfalls in Form von Bildern.
Copacabana, Zuckerhut, Samba – und natürlich Fußball. Vielen fällt dies spontan zum Thema Brasilien ein. Doch neben den Bildern von stimmungsvollen Stadien und tanzenden Sambaschönheiten, gehören auch andere Eindrücke zum Alltag der bald 200-millionenköpfigen brasilianischen Bevölkerung : Favelas, die Armenviertel, in denen allein in Rio de Janeiro rund ein Viertel der Menschen der brasilianischen Metropole leben.
Eine besondere Rolle im Leben der Straßenkinder spielt der Fußball. Für Viele ist die Leidenschaft zum runden Leder die Chance auf ein besseres Leben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Straßenkinder in Brasilien
- Historischer und sozio-ökonomischer Hintergrund
- Meninos de Rua
- Fußball - Chance auf ein besseres Leben?
- WM der Straßenkinder
- „This is more than a game“
- Die WM 2014 in Brasilien und ihre Folgen
- Die Juni- Demonstrationen 2013
- Brasiliens Jugend erwacht
- Nur schöne Fassade – Brasiliens verschleppte Kinder
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Straßenkinder in Brasilien. Ziel ist es, die Lebensrealität dieser Kinder und Jugendlichen zu beleuchten und die Ursachen ihrer Situation zu analysieren. Der Fokus liegt dabei auf den sozio-ökonomischen und historischen Hintergründen der Straßenkinderproblematik sowie auf dem Einfluss des Fußballs auf das Leben dieser jungen Menschen.
- Sozio-ökonomische und historische Hintergründe der Straßenkinderproblematik in Brasilien
- Die Lebensrealität von Straßenkindern: Herausforderungen und Chancen
- Der Fußball als Hoffnung und Fluchtpunkt für Straßenkinder
- Die Rolle der Fußball-WM 2014 in Brasilien und ihre Auswirkungen auf die Situation der Straßenkinder
- Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten für die Verbesserung der Situation von Straßenkindern
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt Brasilien mit seinen sozialen Problemen vor. Die folgenden Kapitel befassen sich mit den Straßenkindern in Brasilien, ihren sozio-ökonomischen Hintergründen und dem Einfluss des Fußballs auf ihr Leben. Die Analyse der Juni-Demonstrationen 2013 und der Folgen der WM 2014 für Brasilien soll die soziale Situation des Landes beleuchten.
Schlüsselwörter
Straßenkinder, Brasilien, Fußball, Armut, soziale Ungleichheit, Favelas, WM 2014, Meninos de Rua, Hoffnung, Chancen, Herausforderungen, soziale Situation, Jugendschutzgesetz, Todesschwadronen.
Häufig gestellte Fragen
Wer sind die „meninos de rua“ in Brasilien?
Es handelt sich um Millionen von Kindern, die ohne festen Wohnsitz auf den Straßen Brasiliens leben, oft geprägt von Armut, Gewalt und Ausweglosigkeit.
Welche Rolle spielt der Fußball für Straßenkinder?
Für viele Kinder ist Fußball nicht nur eine Leidenschaft, sondern die einzige Hoffnung und Chance auf ein besseres Leben außerhalb der Favelas.
Welche Auswirkungen hatte die WM 2014 auf die soziale Situation?
Die Arbeit beleuchtet die Juni-Demonstrationen 2013 und kritisiert die „schöne Fassade“ der WM, während grundlegende Probleme wie Kinderarmut bestehen blieben.
Wie ist die wirtschaftliche Lage der Kinder in Brasilien?
Trotz des Aufstiegs Brasiliens zur Supermacht leben viele unter der Armutsgrenze; 2005 besuchten etwa 600.000 Kinder im schulpflichtigen Alter keine Schule.
Was wird unter der „WM der Straßenkinder“ verstanden?
Es ist ein Projekt, das zeigt, dass Fußball „mehr als nur ein Spiel“ ist und den Kindern eine Plattform für Aufmerksamkeit und soziale Integration bietet.
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- Sabrina Junge (Author), 2014, Ankunft oder Endstation? Brasiliens Straßenkinder und der Fußball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320895