Der Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Rechte und Pflichten der Asylsuchenden


Essay, 2016
9 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Ablauf des Asylverfahrens – Rechte, Pflichten, Möglichkeiten

Ich werde zuerst auf den Begriff des Asyls, danach auf den Ablauf des Asylverfahrens und dann auf die Rechte und Pflichten der Asylsuchenden eingehen sowie auf die Möglichkeit, zu arbeiten sowie die Kita und die Schule zu besuchen. Ausnahmefälle werde ich nicht erläutern und ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, da die Gesetzeslage aufgrund der aktuellen Entwicklungen viel diskutiert/reformiert wird und die Informationen schwammig sind

Unter „Asyl“ wird laut Duden Aufnahme und Schutz für Verfolgte bzw. ein Zufluchtsort verstanden (vgl. Duden: Asyl, 2016). Im weiteren Sinne meint das Asylrecht jedoch auch die Anerkennung als Flüchtling laut Genfer Flüchtlingskonvention und die Feststellung von bestimmten Abschiebeverboten für subsidiär Schutzberechtigte (vgl. Wikipedia: Asylrecht, 2016). Das werde ich kurz erläutern: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ (Art. 16a, Abs. 1, GG) Das Recht auf Asyl ist im Grundgesetz unter Paragraph 16a verankert. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um politisches Asyl, von dem laut Gesetz Personen, die über einen sogenannten sicheren Drittstaat einreisen, ausgeschlossen sind – das sind i.d.R. alle Asylsuchenden, da alle Staaten um Deutschland als sicher gelten. Daher geht es bei Asylanträgen eher um die Frage, ob Asylsuchende Anspruch auf eine andere Art von Schutz haben und es wird meist nicht nur Asyl, sondern auch internationaler Schutz beantragt, was den Flüchtlingsschutz (§ 3 AsylVfG) und den subsidiären Schutz (§ 4 AsylVfG) beinhaltet (vgl. Kalkmann, 2015, S.4). Diese Begriffe werde ich später noch näher erklären

Personen, die sich in Deutschland als asylsuchend melden, durchlaufen mehrere Schritte von der Stellung des Antrags bis zu dessen Bestätigung oder Ablehnung. Der Asylbewerbungsprozess beinhaltet folgende sechs bzw. sieben Schritte: 1. Meldung als Asylsuchender und Verteilung 2. Der Antrag auf Asyl 3. „Dublinverfahren“/ Dublinbescheid 4. Prüfung des Schutzbedarfs 5. Befragung und/oder Anhörung 6. Entscheidung 7. Evtl. Rechtsschutz

1. Meldung als Asylsuchender und Verteilung:

Der erste Schritt ist, sich bei einer Behörde als asylsuchend zu melden („Asylgesuch“)

Der Asylsuchende wird an eine Anlaufstelle für Asylbewerber verwiesen und nachdem er sich dort gemeldet hat, wird mit dem bundesweiten Verteilungssystem „EASY“ („Erstverteilung für Asylsuchende“) festgestellt, welches Bundesland und somit welche Außenstelle des „Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF) für ihn zuständig ist. Dann erhält der Asylsuchende die sog. „BÜMA“ (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender) und falls ein anderes Bundesland für seine Aufnahme verantwortlich ist, ein Zugticket dorthin

Innerhalb eines festgelegten Zeitraumes muss sich der Asylsuchende in der zuständigen Außenstelle des BAMF melden und kann seinen Antrag auf Asyl dort stellen. Bei unbegleitet reisenden Minderjährigen findet i.d.R. keine Verteilung statt

2. Der Antrag auf Asyl:

Der Asylsuchende muss im zweiten Schritt seinen Antrag persönlich stellen und erhält nach dessen Registrierung eine Aufenthaltsgestattung. Bei der Antragstellung werden Fotos vom Asylsuchenden gemacht und Fingerabdrücke genommen, die mit Abdrücken aus ganz Europa verglichen werden, um festzustellen, ob schon in einem anderen europäischen Staat ein Asylantrag gestellt wurde oder aus anderen Gründen Fingerabdrücke vorliegen

In einigen Fällen werden dem Antragsteller schon jetzt Fragen zur Person und dem Reiseweg gestellt, wozu ein 25 festgelegte Fragen umfassender Katalog existiert. Das soll helfen, herauszufinden, ob ein anderer Staat für den Antrag zuständig ist und dem Befragten die Möglichkeit einräumen, zu begründen, warum er nicht abgeschoben werden soll. Diese Befragung kann aber auch später stattfinden (s. Punkt 5)

3. Das Dublin-Verfahren:

Das Dublin-Verfahren ist Teil des Asylantrags und hängt zusammen mit der Dublin- Verordnung. In ihr wurden von der EU Kriterien und Verfahren festgelegt, nach denen ein EU-Staat bestimmt, welcher Staat für die Bearbeitung eines Asylantrages (z.B. eines Drittstaatsangehören) zuständig ist (vgl. Wikipedia, 2016). Das BAMF prüft in diesem Schritt also, ob Deutschland für den jeweiligen Asylantrag bzw. das Verfahren zuständig ist.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Rechte und Pflichten der Asylsuchenden
Note
1
Autor
Jahr
2016
Seiten
9
Katalognummer
V320993
ISBN (eBook)
9783668202443
ISBN (Buch)
9783668202450
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asylverfahren, Deutschland, Rechte, Pflichten, Möglichkeiten, Asyl, Flüchtling, Flüchtlingskrise, Integration, Ablauf
Arbeit zitieren
Katharina Ihme (Autor), 2016, Der Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Rechte und Pflichten der Asylsuchenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320993

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Rechte und Pflichten der Asylsuchenden


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden