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Der Unterricht mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Individuelle Bezugsnormorientierung und ihre Auswirkungen auf die Schülermotivation

Title: Der Unterricht mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Individuelle Bezugsnormorientierung und ihre Auswirkungen auf die Schülermotivation

Examination Thesis , 2016 , 73 Pages , Grade: 8

Autor:in: Mahsa Haddadi (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Ziel der Arbeit ist es, die besonderen schulischen Bedürfnisse der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge herauszukristallisieren und diese insbesondere im Hinblick auf die Leistungsbeurteilung zu durchleuchten und das zwingend notwendige Umdenken der Lehrkraft zu verdeutlichen, um die sogenannten Bildungsverlierer besser auffangen zu können.

Am Ende der Arbeit möchte ich aufzeigen, dass die individuelle Bezugsnormorientierung bei der Leistungsbeurteilung Lernleistungen besser widerspiegelt als die herkömmliche Benotung. Weiterhin möchte ich zeigen, dass diese Form der Leistungsbeurteilung, einhergehend mit einer kommentierten Leistungsbeurteilung, erheblich zur Lernmotivation der Schüler beiträgt und zu einer Verbesserung des Lern- und Lehrklimas führt. Ich möchte mit dieser Arbeit zeigen, dass ein motiviertes und selbstbestimmtes Lernen nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrkraft ein enormer Gewinn sein kann.

So ergeben sich für diese Ausarbeitung nachstehende Fragen, die näher zu betrachten sind:

Welche Vergleichskategorien können für den Lehrenden bei Jugendlichen von Bedeutung sein, die die Sprache erst erlernen?
Wie beeinflusst die individuelle Leistungsrückmeldung die Motivation von Jugendlichen mit Deutsch als Fremdsprache?
Sind alternative Leistungsrückmeldungen motivationsstärkender als herkömmliche Benotungen?

Um die vorangegangenen Fragen näher zu beleuchten und ggf. eine entsprechende Beantwortung zu finden, muss die Schülermotivation aus der Sicht der Motivationspsychologie kurz betrachtet werden.

Im zweiten Kapitel dieser Arbeit werde ich speziell auf die Lernmotivation eingehen und deren Bedeutung im Bildungskontext durchleuchten. Im dritten Kapitel wird die Bezugsnormorientierung näher erläutert. Die vorangegangen erarbeiteten Informationen werden sodann im vierten Kapitel miteinander verknüpft und es wird untersucht, welche Auswirkungen die individuelle Bezugsnormorientierung auf die Schülermotivation haben kann, insbesondere für Schüler, die sich in einem Aneignungsprozess in Bezug auf die Sprache befinden.

Im vorletzten Kapitel werde ich die Zielgruppe dieser Arbeit genauer definieren und vorstellen.

Als Resümee werde ich im letzten Kapitel der Arbeit die alternativen Beurteilungsmethoden diskutieren und der herkömmlichen Leistungsbeurteilung gegenüberstellen, sodass die Vor- und Nachteile im Hinblick auf die Motivation erarbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. MOTIV UND MOTIVATION

1.1. MOTIV

1.2. MOTIVATION

1.2.1. Intrinsische Motivation

1.2.2. Extrinsische Motivation

2. LEISTUNGS- UND LERNMOTIVATION

2.1 LEISTUNGSMOTIVATION

2.1.1. Risiko-Wahl-Modell

2.1.2. Attributionstheorie

2.1.3. Selbstbewertungsmodell

2.2 LERNMOTIVATION

2.2.1. intrinsische Lernmotivation

2.2.2. Extrinsische Lernmotivation

2.2.3. Gegenüberstellung der extrinsischen und der intrinsischen Lernmotivation

2.2.4. Selbstbestimmungstheorie

3. BEZUGSNORMORIENTIERUNG

3.1 KRITERIALE BZW. SACHLICHE BEZUGSNORM

3.2 SOZIALE BEZUGSNORM

3.3 INDIVIDUELLE BEZUGSNORM

4. AUSWIRKUNGEN DER INDIVIDUELLEN BEZUGSNORMORIENTIERUNG AUF DIE SCHÜLERMOTIVATION

5. VERBALE BEURTEILUNG

5.1. LEHRERKOMMENTARE ZU NOTEN

5.2. SCHÜLERSELBSTBEWERTUNG

6. UNBEGLEITETE MINDERJÄHRIGE FLÜCHTLINGE

6.1. DEFINITION

6.2. HERKUNFTSLAND AFGHANISTAN

6.3. AUFNAHMELAND DEUTSCHLAND

6.4. PSYCHOSOZIALE ENTWICKLUNG

7. SCHLUSSBETRACHTUNG

8. ANHANG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der individuellen Bezugsnormorientierung auf die Schülermotivation, insbesondere im Kontext des Unterrichts mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, um alternative, motivierende Leistungsrückmeldeformen zur traditionellen Notengebung zu identifizieren.

  • Grundlagen der Motivationspsychologie
  • Leistungs- und Lernmotivation im Bildungskontext
  • Vergleich verschiedener Bezugsnormen (kriterial, sozial, individuell)
  • Besondere pädagogische Anforderungen bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
  • Alternative Leistungsrückmeldung (verbale Beurteilung & Selbstbewertung)

Auszug aus dem Buch

3.3 INDIVIDUELLE BEZUGSNORM

Diese Bezugsnorm bezieht sich auf die individuellen Leistungen eines Individuums im Vergleich zu früheren Leistungen derselben Person.

Dabei stellt der bereits zu einem früheren Zeitpunkt erbrachte Leistungshöhepunkt den Nullpunkt dar (vgl. Rheinberg, 1982, S. 28).

In der Schule beurteilt der Lehrende die Lernfort- und Lernrückschritte jedes Schülers. Der Klassendurchschnitt oder die Lernziele werden hierbei für die Beurteilung außer Acht gelassen.

Der Grundgedanke ist, durch das Vergleichen mit sich selbst die Veränderung der eigenen Leistung zu messen. Dabei sollen Verbesserungen, Stagnation oder Verschlechterungen der eigenen Leistung sichtbar gemacht werden (vgl. Klauer, 1987, S. 186). Es ist also notwendig, vorab festgelegte Lernziele oder Kriterien für die Messung des Einzelnen heranzuziehen. Arnold & Jürgens (2001) sprechen hier von einer „sachnormorientierten Einzelmessung“, die notwendig ist, um „persönliche Lernfortschritte zu interpretieren“ (a.a.O., S. 64).

Diese Bezugsnorm lässt den Schüler den Zusammenhang zwischen Lernbemühungen sowie Anstrengung und Erfolg gut erkennen, was eine positive Auswirkung auf seine Lern- und Leistungsmotivation hat (vgl. Jürgens & Sacher, 2008, S. 67) und hilft, Konkurrenzgedanken zu vermeiden (vgl. Sacher, 2014, S. 90). So kann ein Schüler seinen Lernverlauf gut erkennen. Die Veränderung der eigenen Fähigkeiten und des Könnens werden bei der Beurteilung berücksichtigt und kommen in der Leistungsbeurteilung direkt zum Vorschein (vgl. Rheinberg, 2006, S. 65).

Denn hierbei entfällt der Einfluss von außen. Der einzige Maßstab, der zugrunde gelegt wird, ist die Leistung der Person selbst (ebd.). Bei dieser Art der Bewertung konnte die Forschung zeigen, dass die Schüler mehr Freude am Lernen und weniger Angst vor Misserfolgen hatten (Rheinberg, 1980, S. 55 f.; Trudewind & Kohne, 1982, S. 127f.).

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die fundamentale Bedeutung der Motivation für den Lernerfolg und problematisiert die traditionelle Benotungspraxis hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Schülermotivation.

1. MOTIV UND MOTIVATION: Dieses Kapitel differenziert die psychologischen Begriffe Motiv und Motivation und erläutert deren Bedeutung für das menschliche Handeln.

2. LEISTUNGS- UND LERNMOTIVATION: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Leistungs- und Lernmotivation sowie deren theoretischen Grundlagen, wie dem Risiko-Wahl-Modell und der Selbstbestimmungstheorie.

3. BEZUGSNORMORIENTIERUNG: Das Kapitel definiert und vergleicht die sachliche, soziale und individuelle Bezugsnorm als Basis für schulische Leistungsbewertungen.

4. AUSWIRKUNGEN DER INDIVIDUELLEN BEZUGSNORMORIENTIERUNG AUF DIE SCHÜLERMOTIVATION: Hier wird der Zusammenhang zwischen individueller Bezugsnormorientierung und der Steigerung der Schülermotivation theoretisch und empirisch erörtert.

5. VERBALE BEURTEILUNG: Dieser Teil stellt alternative Beurteilungsformen wie Lehrerkommentare und Schülerselbstbewertung als motivationsfördernde Instrumente vor.

6. UNBEGLEITETE MINDERJÄHRIGE FLÜCHTLINGE: Das Kapitel definiert die Zielgruppe und analysiert deren Lebenssituation, Fluchtursachen und die Herausforderungen im deutschen Bildungssystem.

7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Abschlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Praxisanwendung einer individualisierten Leistungsbeurteilung im Unterricht mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

8. ANHANG: Der Anhang bietet ergänzende Materialien, wie Beispiele für gemeinsam erstellte Lernzielkataloge.

Schlüsselwörter

Motivation, Leistungsmotivation, Lernmotivation, Bezugsnormorientierung, individuelle Bezugsnorm, Leistungsbeurteilung, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Selbstbestimmungstheorie, verbale Beurteilung, Schülerselbstbewertung, Lernklima, Schulerfolg, Bildungsverlierer, Selbstkonzept, pädagogische Diagnostik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Motivation für den schulischen Erfolg und untersucht, wie eine individuelle Bezugsnormorientierung und alternative Beurteilungsmethoden, wie verbale Rückmeldungen, die Lernmotivation von Schülern positiv beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Motivationspsychologie, die verschiedenen Arten der Leistungsbewertung (Bezugsnormen) sowie die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die positiven Auswirkungen einer individuellen Bezugsnormorientierung auf die Schülermotivation aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Lehrkräfte insbesondere benachteiligte Gruppen wie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge durch alternative Leistungsbeurteilungen motivieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch motivationspsychologische Ansätze sowie einer praxisorientierten Reflexion der Autorin, die als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache arbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung von Motivationsmodellen, eine Analyse verschiedener Bezugsnormen in der Schule, die Darstellung alternativer Leistungsbeurteilungsformen sowie eine detaillierte Betrachtung der Lebenssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Motivation, Bezugsnormorientierung, Leistungsbeurteilung, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Selbstbestimmungstheorie und alternative Beurteilungspraxis.

Warum ist die individuelle Bezugsnorm für minderjährige Flüchtlinge besonders wichtig?

Da diese Schüler oft traumatisiert sind und unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen, ermöglicht die individuelle Bezugsnorm ein Erfolgserlebnis durch den Vergleich mit dem eigenen Lernzuwachs, anstatt durch einen frustrierenden Vergleich mit einer normativen Leistungsgruppe.

Was sind die Herausforderungen bei der Schülerselbstbewertung in der Praxis?

Herausforderungen liegen in der notwendigen Aufbauarbeit der Beobachtungsfähigkeit, dem hohen Mehraufwand für Lehrkräfte, einer möglichen Skepsis der Schüler gegenüber neuen Verfahren sowie dem Ziel, dass Selbstbewertung die Fremdbeurteilung ergänzen und nicht isoliert stehen sollte.

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Details

Title
Der Unterricht mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Individuelle Bezugsnormorientierung und ihre Auswirkungen auf die Schülermotivation
College
University of Frankfurt (Main)  (Pädagogische Psychologie)
Grade
8
Author
Mahsa Haddadi (Author)
Publication Year
2016
Pages
73
Catalog Number
V321051
ISBN (eBook)
9783668203501
ISBN (Book)
9783668203518
Language
German
Tags
Bezugsnormorientierung Motivation Leistungsbewertung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mahsa Haddadi (Author), 2016, Der Unterricht mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Individuelle Bezugsnormorientierung und ihre Auswirkungen auf die Schülermotivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321051
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