In dieser Arbeit wird das KASUMAMA Afrika Festival (rund 5.000 Besucher in 5 Tagen) im Detail von seinem Obmann in seiner Diplomarbeit analysiert. Dankenswerterweise hat der Vorstand von KASUMAMA, der Verein zur Förderung des interkulturellen Austausches, die Erlaubnis gegeben, sämtliche Daten für eine präzise Wertschöpfungsberechnung zu verwenden und zu veröffentlichen. Der Zugang auf jeden einzelnen Beleg der Gesamtausgaben von über 130000 €, die sehr gute Gesprächsbasis mit allen Schlüsselpersonen für diese Studie sowie das langjährig aufgebaute Wissen um die teilweise verschlungenen Zusammenhänge eines erfolgreichen Arbeitens in diesem Bereich fließen in die Arbeit ein und werden weiteren Initiativen helfen, auch ihren erfolgreichen Weg zu finden.
Durch das präzise Datenmaterial des Vereins und zwei weitere quantitative Befragungen ist eine genaue Analyse der Auswirkungen des Festivals möglich.
Eine Befragung versucht die soziologischen Wirkungen auf die Lebensqualität der Gemeindebevölkerung zu erfassen und die zunehmende interkulturelle Offenheit der Menschen als Asset für die zunehmend auch von Migranten geprägten Kurtourismus herauszuarbeiten.
Die zweite Befragung versucht von den Besuchern des Festivals Informationen zu gewinnen, die die Aussagen zu Image- und Werbewirkung für die Gemeinde und
die Region präzisieren können und die Auskunft über die Ausgaben der der Besucher in der Region geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problematik
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Vorgangsweise
1.4. Befragungen
1.4.1. Befragung der Gemeindebürger
1.4.2. Befragung der Festivalbesucher
2. Grundlagen
2.1. Kulturtourismus
2.2. Kulturpublikum
2.3. Autonome Veranstalter
2.4. Der Kulturmarkt
2.5. Events
2.6. Kultur in der endogenen Regionalentwicklung
3. Der Wert von Kunst
3.1. Kunst und Kultur – ein Menschenrecht
3.2. Kunst – ein ökonomischer Sonderfall
3.3. Versuche Kunst zu bewerten
4. Die Effekte von Kulturveranstaltungen
4.1. Organisationsausgaben
4.2. Tourismusausgaben
4.3. Steuerliche Effekte
4.3.1. Die Abzugssteuer für ausländische Künstler
4.3.2. Das Ende der Lustbarkeitsabgabe
4.3.3. Das Ende der Ortstaxe
4.3.4. Der neu gestaltete Interessentenbeitrag
4.4. Enabling
4.5. Werbeeffekt
4.6. Imagewirkung
4.7. Lebensqualität
4.8. Kompetenz- und Netzwerkeffekte
5. Das KASUMAMA Afrika Festival in Moorbad Harbach
5.1. Die Abgrenzung des Untersuchungsraumes
5.2. Analyse der Standortgemeinde
5.3. Die Voraussetzungen
5.4. Entstehungsgeschichte
5.5. Daten und Fakten
5.6. Zielsetzung
6. Involvierte Interessengruppen
6.1. Die Gemeindebürger Moorbad Harbachs
6.2. Die Besucher des KASUMAMA Festivals
7. Auswirkungen des KASUMAMA Afrika Festivals
7.1. Organisations- und Infrastrukturausgaben
7.2. Tourismusausgaben
7.3. Steuerliche Effekte
7.4. Enabling
7.5. Werbeeffekt
7.6. Imagewirkung
7.7. Lebensqualität
7.8. Kompetenz- und Netzwerkeffekte
8. Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die vielfältigen positiven Wirkungen von Kulturveranstaltungen auf das Gemeinwohl von Kommunen und Regionen zu beschreiben und zu berechnen. Angesichts schwindender öffentlicher Fördermittel soll den Kulturinitiativen, insbesondere im ländlichen Raum, eine fundierte Argumentationsbasis für ihre Existenzberechtigung und Förderung geliefert werden, um ihren Kampf ums Überleben nachhaltig zu unterstützen.
- Regionale Wertschöpfungsanalyse von Kulturfestivals
- Messung und Analyse intangibler Effekte (Image, Lebensqualität, Netzwerke)
- Herausforderungen der Kulturförderung in ländlichen Gemeinden
- Integrationsmöglichkeiten von Events in touristische Destinationen
- Methodik der Erhebung von Besucher- und Gemeindeeinstellungen
Auszug aus dem Buch
2.2. Kulturpublikum
Oliver SCHEYTT wies schon im Jahr 2004 darauf hin, dass die Kulturmacher die wichtigste Akteursgruppe, nämlich das Publikum, nicht wirklich im Blickfeld haben, weil sie sich nicht ernsthaft genug mit ihren Erwartungen auseinandersetzen: „Wer geht zur Kultur? Welche Interessen hat das Publikum? Wie erreichen wir neue Publikumsschichten?“.14 Die Frage „Der Zuschauer – wer ist das? ... die große Unbekannte?“15 ist im aktuellen kulturpolitischen Diskurs tatsächlich ernst gemeint und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Kulturszene. Jetzt, wo der Legitimationsdruck durch die wachsende Finanznot der Kommunen wächst, wird plötzlich nach dem Adressaten gefragt. Zu groß sind die Versäumnisse und Fehleinschätzungen der Kulturszene in den letzten Jahren gewesen.16
Wohin diese mangelnde Publikumsfokussierung der Kulturpolitik geführt hat erläutert Opaschowski sehr schlüssig in seinem Beitrag zum 3. Deutschen Kulturpolitischen Bundeskongress im Jahr 2005:
Das Kulturpublikum bleibt gespalten. Groß ist nach wie vor die Kluft zwischen höher gebildeten und bildungsfernen Schichten, wenn es um die Nutzung öffentlicher Kulturangebote geht. Offensichtlich kann die Kulturpolitik Versäumnisse der Bildungspolitik kaum oder gar nicht mehr ausgleichen. In allen Bereichen der Kultur - der Hochkultur genauso wie der Breitenkultur - dominieren die höher gebildeten: Beim Besuch des Theaters (+ 15 Prozentpunkte), des Konzerts (+ 12), der Oper (+ 8), des Balletts (+5) und des Museums (+ 23). Selbst beim Popkonzert (+ 24 Prozentpunkte) oder im Kino (+ 27) sind die Besucher mit höherer Bildung deutlich überrepräsentiert.17 Zwischen Nutzern und Nichtnutzern liegen Welten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation zur Analyse des KASUMAMA Afrika Festivals und Erläuterung der prekären finanziellen Situation von Kulturschaffenden in ländlichen Regionen aufgrund des abgestuften Bevölkerungsschlüssels.
2. Grundlagen: Erläuterung der Konzepte von Kulturtourismus, Eventtourismus, der Rolle von autonomen Veranstaltern und der Bedeutung des Kulturmarktes sowie von Events für die endogene Regionalentwicklung.
3. Der Wert von Kunst: Untersuchung des soziokulturellen Menschenrechts auf Teilhabe an Kunst sowie Analyse von Kunst als ökonomischem Sonderfall und meritorischem Gut.
4. Die Effekte von Kulturveranstaltungen: Systematisierung der tangiblen (quantifizierbaren) und intangiblen Effekte, ergänzt um methodische Ansätze zur Berechnung regionalwirtschaftlicher Auswirkungen.
5. Das KASUMAMA Afrika Festival in Moorbad Harbach: Detaillierte Fallstudie zur Entstehungsgeschichte, den Voraussetzungen und Zielen des Festivals sowie eine Analyse des Standorts.
6. Involvierte Interessengruppen: Untersuchung der verschiedenen Akteursgruppen rund um das Festival, insbesondere der Gemeindebürger und der Festivalbesucher.
7. Auswirkungen des KASUMAMA Afrika Festivals: Konkrete Anwendung der vorher definierten Analysemethoden auf das KASUMAMA Festival, unterteilt in verschiedene Wirkungskategorien wie Finanzen, Enabling und Imagewirkung.
8. Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Zusammenführung der Ergebnisse in konkrete Handlungsanweisungen für die Festivalleitung, den Tourismusverein und die Gemeinde zur Stärkung der regionalen Kulturarbeit.
Schlüsselwörter
KASUMAMA Afrika Festival, Moorbad Harbach, Kulturveranstaltungen, Regionalentwicklung, Kulturtourismus, regionale Wertschöpfung, Eventmanagement, endogene Regionalentwicklung, Kulturförderung, Tourismus, Bildungsarbeit, Interkulturelle Kompetenz, Standortmarketing, Ehrenamtlichkeit, Gemeindeentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Kulturveranstaltungen am Beispiel des KASUMAMA Afrika Festivals in der niederösterreichischen Gemeinde Moorbad Harbach.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die regionale Wertschöpfung durch Events, die Bedeutung von Kultur für die endogene Regionalentwicklung, das Standortmarketing sowie die interkulturelle Bildungsarbeit im ländlichen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen von Kulturveranstaltungen für das Gemeinwohl zu belegen und ein praktikables Instrumentarium zu entwickeln, das Kulturinitiativen hilft, ihre Wirkungskraft gegenüber politischen Entscheidungsträgern argumentativ zu stützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine regionale Wertschöpfungsanalyse in Anlehnung an das Modell von Peter Moser durchgeführt, ergänzt durch quantitative Befragungen von Gemeindebürgern und Festivalbesuchern sowie eine Auswertung von Datenmaterial des Vereins.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kultur- und Eventtourismus, die Analyse des Werts von Kunst, die Darstellung messbarer Effekte von Veranstaltungen sowie die detaillierte Fallstudie zum KASUMAMA Afrika Festival inkl. konkreter Schlussfolgerungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
KASUMAMA Afrika Festival, Regionalentwicklung, Kulturtourismus, regionale Wertschöpfung, Eventmanagement, Standortmarketing, interkulturelle Kompetenz und ehrenamtliches Engagement.
Wie unterscheidet sich die Situation der Kulturfinanzierung in Moorbad Harbach?
Die Gemeinde ist stark durch das Moorheilbad dominiert, was den kurunabhängigen Tourismus vor Herausforderungen stellt. Das Festival versucht hier, durch Nischen besetzung und interkulturelle Angebote neue Impulse zu setzen.
Warum ist das Ehrenamt für das Festival so zentral?
Das Ehrenamt sichert nicht nur die finanzielle Machbarkeit des kleinen Budgets, sondern prägt entscheidend das familiäre Klima und die Identifikation der lokalen Bevölkerung mit dem Festival, was eine wichtige soziale Ressource darstellt.
- Citation du texte
- Markus Müller (Auteur), 2013, Wertschöpfung des KASUMAMA Afrika Festivals in Moorbad Harbach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321079