Bei dieser Arbeit handelt es sich um einen Entwurf einer Unterrichtsstunde in Religion in einer 2. Klasse zum Thema Abraham und Sara. In der Klasse unterrichte ich seit Beginn des Schuljahres. Es ist meine einzige Klasse im Grundschulbereich. Anfangs gewöhnten sich die SuS nur schwer an eine neue Lehrperson im Religionsunterricht. Mir wurde oft gesagt, dass die vorige Lehrerin manches aber ganz anders gemacht hätte. Mittlerweile haben sich die SuS aber an mich gewöhnt, auch wenn ich nur Religion mit zwei Wochenstunden in dieser Klasse unterrichte. Trotz der wenigen Unterrichtsstunden, fühle ich mich als Lehrkraft äußerst wohl und vertraut mit den SuS.
Inhaltsverzeichnis
1. Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Lernort
1.2 Klasse
1.3 Lehrperson
2. Exegetische Überlegungen / Elementare Strukturen
2.1 Persönliche Annäherung
2.2 Textkritik
2.3 Literarkritik
2.3.1 Äußere Abgrenzung / Kohärenz
2.3.2 Innerer Aufbau
2.4 Form- und Gattungskritik
2.5 Sozial- , traditions- und zeitgeschichtliche Analyse
2.6 Einzelexegese
2.7 Elementare Wahrheiten
3.Didaktische Analyse
3.1 Bildungsplanbezug
3.1.1 Evangelisch
3.1.2 Katholisch
3.2 Kompetenzen
3.2.1 Leitgedanken zum Kompetenzerwerb
3.2.2 Aufgaben und Ziele des Religionsunterrichts
3.2.3 Angebahnte Kompetenzen
3.2.4 Unterrichtsziele
3.3 Einbettung der Stunde in die Gesamteinheit
3.4 Elementare Erfahrungen
3.5 Elementare Zugänge
4. Methodische Analyse
4.1 Rituale und Regeln
4.2 Elementare Lernformen
4.3 Aufgaben, Ergebnissicherung, Arbeitsformen und Medieneinsatz
4.4 Planungsalternativen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine fundierte Unterrichtseinheit zum Thema „Abraham und Sara“ für eine zweite Grundschulklasse zu planen, wobei der Fokus auf dem Übergang von der eigenen Lebenswelt zur biblischen Erzählung und der Zusage Gottes als stärkende Kraft in unsicheren Zeiten liegt.
- Exegetische Analyse der Berufungsgeschichte Abrahams (1. Mose 12,1-6)
- Didaktische Einbettung in den Religionsunterricht der Grundschule
- Entwicklung kompetenzorientierter Lernziele für den Religionsunterricht
- Konzeption methodischer Zugänge unter Berücksichtigung der kindlichen Glaubensentwicklung
- Praktische Gestaltung von Ritualen und Medieneinsatz im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.5 Sozial- , traditions- und zeitgeschichtliche Analyse
Abraham soll etwa im zweiten Jahrtausend vor Christus gelebt haben. „Die Überlieferungen über Abraham sind jedoch sämtlich erst in viel späterer Zeit entstanden bzw. verschriftlicht worden. Daher ist es aufgrund der Quellenlage unmöglich, Aussagen über die historische Faktizität Abrahams zu treffen.“ Abrahams Vater Terach stammte aus Ur, einer Stadt in Babylonien, die im heutigen Irak liegt. Abrahams Familie musste fliehen, da die Stadt besetzt wurde. Sie flohen nach Haran, in der heutigen Türkei. Hier wurde Abraham von Gott in der Bibel befohlen, das Land zu verlassen. Er zog nach Kanaan, im heutigen Israel bzw. Palästina.
Die Bevölkerung in und um Palästina lebte „bis vor einem halben Jahrhundert nahezu ausschließlich von Ackerbau und Viehzucht“. Es gab Handwerker, Beamte, Angestellte, aber im Großen und Ganzen lassen sich „zwei Bevölkerungsgruppen unterscheiden: die seßhaften (Sic!) Bauern und die nichtseßhaften (Sic!) Nomaden.“
Die nichtsesshaften Bauern, die Nomaden, als die die Erzeltern überwiegend erscheinen, lebten in Zelten mit ihren Viehherden oft in den „Steppengürteln und Wüstenrändern des Fruchtbaren Halbmondes.“ Sie konnten dort allerdings nur in der Winterhälfte leben, da die Gebiete zu der Zeit noch Regen bekamen, der ausreichte für die Art von Weidewirtschaft, die ein Nomade betreibt. In diesem Halbsteppen- oder Steppengebiet herrschen jahrelange Dürren, dann gibt es Regenphasen. Diese mikroklimatischen Schwankungen führen dazu, dass man oft nur prekären Regenfeldbau betreiben kann. Dies nennt man Risikofeldbau. Die Nomaden zogen in der Sommerhälfte näher an den Rand oder sogar in das Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes, was zu Konflikten mit den dort ansässigen Bauern führte, die ihr Land nicht teilen wollten. Diese Transhumanz herrschte jedes Jahr. Abraham war vermutlich ein Stammesführer eines Nomadenverbandes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehr- und Lernvoraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt den Lernort, die Zusammensetzung der Schulklasse sowie die Rolle der Lehrperson im spezifischen schulischen Kontext.
2. Exegetische Überlegungen / Elementare Strukturen: Hier wird der Bibeltext 1. Mose 12,1-6 textkritisch, literarkritisch und sozialgeschichtlich untersucht, um die theologische Grundlage für den Unterricht zu legen.
3.Didaktische Analyse: Dieses Kapitel verknüpft die biblische Geschichte mit den Anforderungen des Bildungsplans und leitet daraus konkrete Kompetenzen und Unterrichtsziele für die Grundschüler ab.
4. Methodische Analyse: Hier wird der konkrete Unterrichtsverlauf geplant, einschließlich der Rituale, Lernformen und des Einsatzes von Medien, um die Inhalte altersgerecht zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Abraham, Sara, Religionsunterricht, Grundschule, Berufungsgeschichte, Exegese, Didaktik, Elementarisierung, Glaubensentwicklung, Gottesvertrauen, Verheißung, Ritual, Unterrichtsplanung, Nomaden, Lebensweltbezug.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen und methodischen Vorbereitung einer Religionsunterrichtsstunde zum Thema „Berufung Abrahams“ für eine zweite Grundschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die wissenschaftliche Exegese der Abraham-Erzählung, die kindgerechte Didaktik im Religionsunterricht sowie die Verbindung von biblischen Inhalten zur Lebenswelt der Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülern die biblische Erzählung von Abraham näherzubringen und ihnen zu helfen, Vertrauen auf Gott als eine Kraft für ihren eigenen Lebensweg und bei Übergängen im Leben zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden methodisch-didaktische Analysen sowie exegetische Auslegungen biblischer Texte angewandt, ergänzt durch entwicklungspsychologische Erkenntnisse (Piaget, Fowler).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte bibelwissenschaftliche Exegese, die didaktische Einbettung in den Lehrplan und die methodische Konzeption der konkreten Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Abraham, Religionsdidaktik, Elementarisierung, Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung und Glaubensentwicklung.
Wie geht die Autorin mit der kindlichen Vorstellung von Gott um?
Die Autorin betont, dass in der zweiten Klasse Gott als Sicherheit gebender und liebender Begleiter dargestellt werden sollte, während komplexe theologische Fragen oder Gottesbilder erst bei Bedarf durch die Kinder selbst thematisiert werden.
Welche Rolle spielen Rituale in der Unterrichtsplanung?
Rituale wie das Anfangs- und Endritual (z.B. Kerze anzünden, Gebetsrunde, Kinositz) dienen dazu, Ruhe in die Klasse zu bringen und den Kindern Struktur sowie einen geschützten Raum für ihre Gedanken zu bieten.
- Arbeit zitieren
- Sina Leidig (Autor:in), 2016, Abraham und Sara im Religionsunterricht einer 2. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321104