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Die Entwicklung und aktuelle Strömungen zum Thema "Geschichte der Mathematik in der Primarstufe"

Título: Die Entwicklung und aktuelle Strömungen zum Thema "Geschichte der Mathematik in der Primarstufe"

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2013 , 73 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christian Németh (Autor)

Didáctica - Matemática
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Ambition der vorliegenden Arbeit ist dem vermeintlich kulturhistorischen Losgelöstsein der Disziplin Mathematik, vornehmlich als Grundschulfach betrachtet, entgegenzuarbeiten. Hierbei spielt primär der Gedanke eine wichtige Rolle, dass das Integrieren von Mathematikgeschichte bereits im Mathematikunterricht der Grundschule einen durchaus sinnvollen und schlüssigen Weg darstellt, um Schülerinnen und Schülern nachhaltig die Angst vor der Materie zu nehmen oder sie vielmehr dahingehend zu ermutigen, die Mathematik als etwas "Menschliches" zu betrachten: Als etwas Geschichtliches und Entstandenes – nicht als ein scheinbar schon immer bestehendes und nicht veränderbares Produkt geistiger Auseinandersetzungen, als eine rein a priorische Wissenschaft, ohne historisch-genetischen Zugang.
Um dieses Ziel zu erreichen besteht die eigentliche Aufgabe dieser Arbeit, wie bereits durch das Thema Die Entwicklung und aktuelle Strömungen zum Thema "Geschichte der Mathematik in der Primarstufe" vorweggenommen, in einer Skizze von Ideen, Thesen und Anregungen, aber vor allem auch von generellen Entwicklungen aus dem primär gegenwärtigen Stand der schulischen, didaktischen, bildungspolitischen oder wissenschaftlichen Betätigung in diesem Feld. Hierbei wurde durchaus Wert auf einen aktuellen Bezug gelegt, die Quellen reichen jedoch zum Teil auch bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Der Fokus bei dieser Übersicht ist freilich in erster Linie auf den Mathematikunterricht der Grundschule gerichtet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Mathematikgeschichte im Mathematikunterricht – ein allgemeiner Blick auf die gegenwärtige Situation

2. Mathematikgeschichte in Bildungsstandards/Kerncurriculum/Rahmenplan (Hessen)

3. Universität und Lehrerausbildung

4. Tagungen, Arbeitsgruppen, Förderkreis – Themenrelevante Instanzen und Veranstaltungen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart

5. Theoretische Perspektiven des Sujets – Über den Sinn und Nutzen

5.1. Perspektive: Mathematikgeschichte als Kultur- und Ideengeschichte

5.2. Perspektive: Mathematikgeschichte als didaktisch-methodische Bereicherung für den Unterricht

5.2.1. Allgemeine didaktisch-methodische Bereicherungen

5.2.2. Das historisch-genetische Prinzip

5.2.3. Die historisch-hermeneutische Methode

5.3. Mit Geschichten und Erzählungen motivieren

5.4. Perspektive: Mathematikgeschichte als Herausforderung – Mögliche Gefahren und Probleme

5.5. Entwicklungspsychologische und lebensweltliche Aspekte

5.6. Mögliche Ziele des Einsatzes von Mathematikgeschichte im Unterricht

6. Praktische Anregungen und Ansätze der jüngeren Zeit

6.1. Die Grundschulzeitschrift

6.2. WebQuests

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die kulturelle und historische Dimension der Mathematik für den Primarstufenunterricht greifbar zu machen und Wege aufzuzeigen, wie Mathematikgeschichte sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann, um Lernenden einen menschlicheren Zugang zur Materie zu ermöglichen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überwindung des Bildes der Mathematik als statische Disziplin durch die Vermittlung ihrer dynamischen, geschichtlichen Entstehung.

  • Aktuelle Situation der Mathematikgeschichte in Bildung und Lehrerausbildung
  • Kritische Analyse von Bildungsstandards und Kerncurricula in Hessen
  • Theoretische Perspektiven auf den didaktischen Mehrwert historischer Zugänge
  • Methodische Ansätze wie das historisch-genetische Prinzip und WebQuests
  • Motivationale Aspekte durch Erzählungen und historische Kontexte

Auszug aus dem Buch

5.2.2. Das historisch-genetische Prinzip

Das historisch-genetische Prinzip ist freilich keine Neuerfindung heutiger Mathematikdidaktiker, dennoch wird es nach wie vor gerne als didaktisch-methodische Grundlage argumentativ ins Feld geführt, wenn es um die Lancierung von Mathematikgeschichte im Unterricht geht (Vgl. Kronfellner 1998, S. 3). Aktuelle Befürworter, im Kontext mathematikhistorisch geprägtem Unterrichts, sind etwa Kronfellner und Schubring.

Die Grundgedanken des historisch-genetischen Prinzips, einer Variante des genetischen Prinzips, gehen unter anderem auf Comenius, Pestalozzi sowie Dewy zurück (Vgl. Möller 2001, S. 16). Das genetische Prinzip verweist hierbei also auf eine traditionsreiche Reputation im Rahmen des pädagogischen Denkens.

Grob erläutert bezieht sich das historisch-genetische Prinzip zunächst einmal auf die biogenetische Annahmen Ernst Haeckels (Vgl. Kronfellner 1998, S. 14), welche unter anderem besagen, dass das Wissen innerhalb eines Individuums die gleichen Stufen respektive Phasen durchläuft, wie das generelle Wissen der Menschheitsgeschichte (Vgl. Möller 2001, S. 24). Felix Klein (1849 - 1925) war der erste Didaktiker, der diesen Standpunkt auch auf den Mathematikunterricht bezog (Vgl. Leuck, S. 20):

Er [d.h. Der Mathematikunterricht] sollte, an die natürliche Veranlagung der Jugend anknüpfend, sie langsam auf demselben Wege zu höheren Dingen und schließlich auch zu abstrakten Formulierungen führen, auf dem sich die ganze Menschheit aus ihrem naiven Urzustand zu höherer Erkenntnis emporgerungen hat! (Klein, zitiert nach Wittmann 1975, S. 108)

Diese ursprünglichen, auf die Biogenetik bezogenen, Ansichten werden heute jedoch nicht mehr ernsthaft verfolgt (Vgl. Kronfellner 1998, S. 14, 15). Vielmehr stehen im heutigen Fokus des historisch-genetischen Unterrichts meist andere Facetten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mathematikgeschichte im Mathematikunterricht – ein allgemeiner Blick auf die gegenwärtige Situation: Beleuchtet die traditionsreiche, aber in der modernen Schulpraxis oft vernachlässigte Stellung der Mathematikgeschichte.

2. Mathematikgeschichte in Bildungsstandards/Kerncurriculum/Rahmenplan (Hessen): Untersucht die explizite (oder meist fehlende) Verankerung historischer Aspekte in den aktuellen hessischen Bildungsplänen.

3. Universität und Lehrerausbildung: Analysiert den negativen Trend des Rückzugs mathematikhistorischer Inhalte aus der universitären Lehre sowie vereinzelte positive Ausnahmen.

4. Tagungen, Arbeitsgruppen, Förderkreis – Themenrelevante Instanzen und Veranstaltungen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart: Stellt internationale und nationale Gremien vor, die sich aktiv für die Förderung mathematikhistorischer Arbeit einsetzen.

5. Theoretische Perspektiven des Sujets – Über den Sinn und Nutzen: Diskutiert in mehreren Unterkapiteln die kulturellen, didaktischen, motivationalen und entwicklungspsychologischen Potenziale des Themas.

6. Praktische Anregungen und Ansätze der jüngeren Zeit: Präsentiert konkrete Umsetzungen wie themenspezifische Zeitschriftenbeiträge und den Einsatz von WebQuests als modernes Unterrichtsmittel.

Schlüsselwörter

Mathematikgeschichte, Primarstufe, Mathematikunterricht, Didaktik, Bildungsstandards, historisch-genetisches Prinzip, historisch-hermeneutische Methode, WebQuests, Lehrerbildung, Motivationsaspekte, Kulturgeschichte, Schulpraxis, Kompetenzorientierung, Grundschulzeitschrift, Wissenschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Einbindung der Geschichte der Mathematik in den Mathematikunterricht der Grundschule, ausgehend von einer Analyse der aktuellen Situation bis hin zu praktischen Umsetzungsmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Begründung für den Einsatz historischer Inhalte, die Analyse bestehender Bildungspläne sowie die Vorstellung methodischer Konzepte wie WebQuests.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Integration mathematikhistorischer Aspekte einen sinnvollen Weg darstellt, um Schülern die Angst vor Mathematik zu nehmen und ein Verständnis für die menschliche Genese mathematischer Erkenntnisse zu wecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die den aktuellen Stand der mathematikdidaktischen Forschung sowie offizielle Bildungsdokumente kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt sowohl die theoretische Fundierung (z.B. historisch-genetisches Prinzip, hermeneutische Ansätze) als auch die praktische Anwendung (Lehrmaterialien, digitale Ansätze) ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Mathematikgeschichte, Primarstufe, didaktische Bereicherung, historische Originalquellen und Kompetenzförderung charakterisiert.

Warum ist das historisch-genetische Prinzip heute noch relevant?

Obwohl die ursprüngliche biogenetische Begründung nach Haeckel veraltet ist, dient das Prinzip heute dazu, den Prozess der Entstehung mathematischer Begriffe für Schüler nachvollziehbar und lebendig zu gestalten.

Welchen Stellenwert haben WebQuests in diesem Kontext?

WebQuests bieten eine moderne, digitale Methode, um Schülerinnen und Schüler in Gruppen aktiv an historische mathematische Fragestellungen heranzuführen und dabei gleichzeitig Fach- und Sozialkompetenzen zu fördern.

Final del extracto de 73 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Entwicklung und aktuelle Strömungen zum Thema "Geschichte der Mathematik in der Primarstufe"
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Mathematikdidaktik)
Calificación
1,3
Autor
Christian Németh (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
73
No. de catálogo
V321150
ISBN (Ebook)
9783668205093
ISBN (Libro)
9783668205109
Idioma
Alemán
Etiqueta
entwicklung strömungen thema geschichte mathematik primarstufe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Németh (Autor), 2013, Die Entwicklung und aktuelle Strömungen zum Thema "Geschichte der Mathematik in der Primarstufe", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321150
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