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Langfristige versus kurzfristige Anreizwirkungen eines Entlohnungsschemas

Title: Langfristige versus kurzfristige Anreizwirkungen eines Entlohnungsschemas

Diploma Thesis , 2004 , 81 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Schieritz (Author)

Business economics - Controlling
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In der letzten Zeit werden wieder Diskussionen um die Entlohnung von Top-Managern laut, denen nachgesagt wird, sie bereicherten sich über Gebühr mittels undurchsichtiger Bonuspläne. Im gleichen Atemzug wird den Spitzenmanagern unterstellt, sie würden keine langfristige Ausrichtung in ihren Entscheidungen erkennen lassen. Diese beiden Aussagen zusammengenommen führen zu einer interessanten Überlegung. Die Bonuszahlungen scheinen an Performance-Maße geknüpft zu sein, die einerseits nicht korrekt auf die Leistungen der Manager abgestimmt scheinen und andererseits die Manager dazu bringen Entscheidungen mit einer gewissen Kurzsichtigkeit vorzunehmen.
Hierbei schwingt das bekannte Problem der kurzen Zeithorizonte von Top-Managern mit. Gerade in Spitzenpositionen halten sich Manager meist nur für kurze Zeit. Basieren die Bonusgratifikationen auf Kennzahlen, die vor allem den kurzfristigen Unternehmenserfolg honorieren, wird kaum ein Manager Investitionen tätigen, deren Rückflüsse sich wahrscheinlich erst nach seiner Amtszeit realisieren werden.
Es liegt somit ein klassischer Interessenkonflikt vor, wie ihn die Prinzipal-Agenten-Theorie1 abbildet: Ein Agent, hier der Manager, führt Handlungen im Auftrag eines Prinzipals, hier die Anteilseigner, aus. Der Agent ist über seine Tätigkeit besser informiert als der Prinzipal, sodass eine asymmetrische Informationsverteilung vorliegt. Der Prinzipal kann nicht beobachten, ob der Agent in seinem Sinne handelt, das heißt langfristig optimale Entscheidungen trifft. Um den Agenten zu bewegen, sein Handeln auf die Ziele des Prinzipals abzustimmen werden Anreizsysteme eingesetzt. Diese haben zum Ziel die Leistungserbringung der Entscheidungsträger effizient abzustimmen.2 Die Anreizsysteme verwenden Kennzahlen, um die Leistung des Prinzipals zu messen. Je nachdem wie diese Performance-Maße beschaffen sind, können Verzerrungen entstehen. Diese äußern sich beispielsweise in einer unerwünschten Kurzsichtigkeit des Agenten inm Hinblick auf Entscheidungen.
Es ist demnach wichtig zu prüfen, auf welchen Kennzahlen die Anreizsysteme aufbauen. Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, ob eine bestimmte Gruppe von Kennzahlen – die nicht-finanziellen Performance-Maße – geeignet ist, durch den Einsatz in Anreizverträgen, Manager zu langfristig optimalen Entscheidungen zu bewegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leistungsentlohnung und nicht-finanzielle Kennzahlen

2.1. Leistungsorientierte Entlohnung

2.2. Nicht-finanzielle Kennzahlen

3. Theoretische Modellierung

3.1. Das LEN-Modell als Basis

3.1.1. Grundlagen und Annahmen des LEN-Modells

3.1.2. Theoretische Probleme des LEN-Modells

3.1.3. Rechtfertigung linearer Kompensationsschemata

3.2. Ein multiperioden LEN-Modell

3.2.1. Grundannahmen und allgemeine Rahmenbedingungen

3.2.2. Unterschiedliche Modellszenarien

3.2.3. Vergleich von kurzer und langer Vertragslaufzeit

3.2.4. Der Einfluss von Nachverhandlungen

3.2.5. Ergebnisse der Modellszenarien im Überblick

4. Weitere Einflussgrößen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht theoretisch, inwieweit nicht-finanzielle Performance-Maße (wie z. B. Kundenzufriedenheit) in Anreizverträgen geeignet sind, Manager zu langfristig optimalen Entscheidungen zu bewegen, anstatt sie zu einer kurzfristigen Ergebnismaximierung zu verleiten. Im Zentrum steht dabei die Analyse von Multiperioden-LEN-Modellen, um den Einfluss der Vertragslaufzeit auf die Wirksamkeit solcher Anreizsysteme zu evaluieren.

  • Leistungsabhängige Vergütung und die Problematik kurzfristiger Anreize
  • Einsatzmöglichkeiten nicht-finanzieller Performance-Maße (Balanced Scorecard)
  • Theoretische Modellierung von Anreizproblemen mittels Multiperioden-LEN-Modellen
  • Vergleich zwischen Langzeitverträgen und kurzfristigen Anreizstrukturen
  • Einfluss von exogenem Rauschen und Manipulationsmöglichkeiten auf das Design von Anreizverträgen

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Grundlagen und Annahmen des LEN-Modells

Das LEN-Modell von Spremann stellt ein Standard-Modell zur Analyse von Agency-Problemen dar. Die Lösungen derartiger Probleme gestalten sich oft als analytisch sehr aufwändig. Ergebnisse lassen sich bei realistischeren Annahmen aufgrund des höchst komplexen mathematischen Hintergrunds, wenn überhaupt, dann nur in Ansätzen lösen. Das LEN-Modell versucht die schlechte Handhabbarkeit der Agency-Modelle durch vereinfachende Annahmen abzuschwächen.

Daraus resultiert der Vorteil eines vertretbaren Planungsaufwandes bei Verwendung des LEN-Modells. Weiterhin trägt das Modell dazu bei, die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen und praktischer Anwendung zu überwinden.

Im Einzelnen geht das LEN-Modell von einer linearen Entlohnungsfunktion für den Agenten (L), einer exponentiellen Risikonutzenfunktion (E) und normalverteilten Zufallsvariablen (N) aus. Diese Annahmen prägten den Namen des LEN-Modells.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung des Interessenkonflikts zwischen Prinzipal und Agent (Manager) hinsichtlich langfristiger Investitionen versus kurzfristiger Anreize durch klassische Kennzahlen.

2. Leistungsentlohnung und nicht-finanzielle Kennzahlen: Diskussion der Grenzen traditioneller Finanzkennzahlen und Einführung der Balanced Scorecard als Methode zur Integration nicht-finanzieller Performance-Maße.

3. Theoretische Modellierung: Mathematische Fundierung der Anreizgestaltung mittels LEN-Modell und Analyse der Auswirkungen von Vertragslaufzeiten auf das Investitionsverhalten in einem Mehrperioden-Setting.

4. Weitere Einflussgrößen: Erweiterung der Betrachtung um Aspekte wie Karriereüberlegungen, intrinsische Motivation und Fairness, die über die Standard-Agency-Theorie hinausgehen.

5. Zusammenfassung: Synthese der Modellergebnisse, wonach nicht-finanzielle Indikatoren bei Langzeitverträgen sinnvoll zur Investitionssteuerung beitragen können, während sie bei Kurzzeitverträgen für den Investitionsanreiz essentiell sind.

Schlüsselwörter

Anreizsysteme, Prinzipal-Agent-Theorie, LEN-Modell, Managerentlohnung, Balanced Scorecard, nicht-finanzielle Performance-Maße, kurzfristige Anreize, Investitionsanreize, Vertragslaufzeit, Moral-Hazard-Problem, Risikoprämie, Kundenzufriedenheit, operative Steuerung, Agenten-Motivation, Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Es geht um die Analyse von Anreizsystemen für Top-Manager und die Frage, wie durch die Einbindung von nicht-finanziellen Performance-Maßen der Konflikt zwischen kurzfristiger Gewinnorientierung und notwendigen langfristigen Investitionen gelöst werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Prinzipal-Agenten-Theorie, die Gestaltung leistungsabhängiger Entlohnung, die Anwendung des LEN-Modells auf mehrperiodige Verträge sowie die Rolle von nicht-finanziellen Kennzahlen wie der Balanced Scorecard.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die theoretische Untersuchung, ob nicht-finanzielle Indikatoren in Anreizverträgen dazu beitragen können, das Handeln von Managern langfristig an den Interessen der Anteilseigner (Prinzipale) auszurichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf dem bewährten mathematischen LEN-Modell (Linear-Exponential-Normal) aufbaut, um verschiedene Vertragsszenarien zu modellieren und zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Grundlagen des LEN-Modells, die Entwicklung eines Multiperioden-LEN-Modells zur Simulation von Investitionsentscheidungen sowie die Diskussion von Szenarien mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten und Nachverhandlungsoptionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Anreizsysteme, Agency-Problematik, nicht-finanzielle Performance-Maße, Vertragslaufzeit und Investitionsanreize.

Warum wird im Modell zwischen Kurzzeit- und Langzeitverträgen unterschieden?

Die Laufzeit hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie das Moral-Hazard-Problem adressiert wird. Während bei Langzeitverträgen der Cash Flow der zweiten Periode zur Steuerung genutzt werden kann, ist bei Kurzzeitverträgen der vorauseilende Indikator oft die einzige Möglichkeit, Investitionsanreize überhaupt zu generieren.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des "vorauseilenden Indikators"?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass solche Indikatoren, wie z.B. die Kundenzufriedenheit, wertvolle Informationen liefern, um die Investitionsentscheidungen der ersten Periode mit den Rückflüssen der zweiten Periode zu verknüpfen, insbesondere wenn das Moral-Hazard-Problem nicht über die Zeit hinweg stationär bleibt.

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Details

Title
Langfristige versus kurzfristige Anreizwirkungen eines Entlohnungsschemas
College
University of Tubingen  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,0
Author
Oliver Schieritz (Author)
Publication Year
2004
Pages
81
Catalog Number
V32123
ISBN (eBook)
9783638329217
Language
German
Tags
Langfristige Anreizwirkungen Entlohnungsschemas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Schieritz (Author), 2004, Langfristige versus kurzfristige Anreizwirkungen eines Entlohnungsschemas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32123
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