Das Ziel dieser Hausarbeit ist es zu analysieren, ob innerhalb der Weltumweltordnung Reformen im Weltklimarat und ein globales Handelssystem für CO2-Verschmutzungsrechte erfolgversprechende Maßnahmen sind. Die Analyse des Weltklimarates nimmt Bezug auf bereits durchgeführte Reformen sowie momentane öffentlich diskutierte interne und externe Kritik.
In der Analyse des globalen Handelssystems wird das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) als Analyseobjekt ausgewählt. Es ist gegenwärtig das größte Emissionshandelssystem mit derzeit 31 teilnehmenden Ländern. Die Analyse-Erkenntnisse aus beiden umweltpolitischen Themen werden in Vor- und Nachteile klassifiziert. Das Ergebnis der Analyse des Weltklimarates und eines globalen CO2- Handelssystems spiegelt denkbare und theoretische Umsetzungsmöglichkeiten, aber auch Herausforderungen und Widerstände wider.
Um mögliche Lösungen der Widerstände zu bewältigen, werden wissenschaftliche Konzepte wie z.B. das Coase-Theorem oder das Pareto-Optimum herangezogen. Entsprechend der Analyse und der genutzten Konzepte wird auf grundlegende Probleme hingewiesen die abgebaut werden müssen, bevor es zu Veränderungen innerhalb der Weltumweltordnung kommen kann. Die Ausarbeitung und Interpretation der Grundprobleme wird als erforderlich und zielführend betrachtet, sodass Reformen im IPCC und ein globales CO2-Handelssystem entscheidungsrelevante und erfolgversprechende Schritte sein können.
Der zukünftige Ausblick beinhaltet mögliche Entscheidungsformen innerhalb der Weltumweltordnung die den erzielten Konsens beim Weltklimagipfel in Paris befürworten. Um ein umfassenderes Verständnis von dem Sachverhalt zu erlangen, wurde die hermeneutische Forschungsmethode gewählt. Die hinzugezogene Fachliteratur konnte Kenntnisse, Schlussfolgerungen, Entscheidungsmöglichkeiten und Gegendarstellungen zur Verfügung stellen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Theoretische Grundlagen
1.1 Aufgaben und Ziele des Weltklimarates und der UN-Klimakonferenz
1.2 Aufbau und Funktionsweise des Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten
2 Übertragbare Reformen innerhalb der Weltumweltordnung
2.1 Reformen im Weltklimarat
2.1.1 Vor- und Nachteile übertragbarer Reformen im Weltklimarat
2.1.2 Reformhindernisse im Weltklimarat
2.2 Implementierung eines globalen Handelssystems für CO2-Verschmutzungsrechte am Beispiel des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS)
2.2.1 Analyse des Emissionshandelssystems der EU (EU-ETS)
2.2.2 Vor- und Nachteile bei der Implementierung eines globalen Handelssystems für CO2-Verschmutzungsrechte
2.2.3 Widerstände bei der Umsetzung eines globalen Handelssystems für CO2-Verschmutzungsrechte
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Reformen im Weltklimarat (IPCC) sowie die Etablierung eines globalen Handelssystems für CO2-Verschmutzungsrechte erfolgversprechende Maßnahmen darstellen, um die Klimaziele der Weltgemeinschaft, insbesondere des Pariser Klimagipfels, effektiv umzusetzen.
- Analyse der Struktur und Reformen des Weltklimarates (IPCC)
- Untersuchung des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) als Modell
- Diskussion der Vor- und Nachteile einer globalen Implementierung von CO2-Handelssystemen
- Anwendung ökonomischer Konzepte wie des Coase-Theorems und Pareto-Optimums
- Identifikation politischer und wirtschaftlicher Reformhindernisse
Auszug aus dem Buch
1.2 Aufbau und Funktionsweise des Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten
Der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten ist ein wiederkehrendes Thema der aktuellen Tagespresse. Über den Ausstoß von CO2-Emissionen, Kauf oder Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten von Unternehmen, Staaten oder Staatengemeinschaften wie z.B. innerhalb der EU-Gemeinschaft wird berichtet, debattiert oder in den vorgesehenen Gremien entschieden. Innerhalb der Politik gibt es Regierungen, die den Umweltschutz für sich als verbindliches Kernziel festgelegt haben. Ebenso weisen Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Wissenschaftler durch unterschiedliche Veranstaltungen und Veröffentlichungen auf den CO2-Ausstoß und die daraus resultierenden Klimaschäden hin. Der CO2-Ausstoß ist ein weltweites Problem, mit dem sich wie, im Kap. 1.1 beschrieben, vorrangig der IPCC und die UN-Klimakonferenzen beschäftigen.
Bereits in den sechziger Jahren befassten sich Crocker (1966) und Dales (1968) mit der Etablierung eines Handelssystems mit Verschmutzungsrechten. Dales vertritt den Ansatz den Markt für einen Handel mit Verschmutzungsrechten zu institutionalisieren, in dem der Staat eine Obergrenze von Verschmutzung festlegt. Dieses umweltpolitische Instrument von handelbaren Verschmutzungsrechten wird als das garantierte Recht verstanden, in einem festgelegten Zeitraum, eine festgelegte Menge an Schadstoffen, insbesondere Kohlenstoffdioxid, zu emittieren. Laut Schneider darf ein Emittent „Verschmutzungsrechte kaufen oder, wenn er Verschmutzungsrechte besitzt, eine beliebige Menge davon verkaufen; er muss jedoch gewährleisten, dass die im Rahmen einer Berichtsperiode getätigten Emissionen durch Verschmutzungsrechte gedeckt sind.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben und Strukturen des Weltklimarates sowie das grundlegende Konzept des Emissionshandels als marktwirtschaftliches Instrument.
2 Übertragbare Reformen innerhalb der Weltumweltordnung: Hier werden spezifische Reformbedarfe im IPCC analysiert und die Implementierung eines globalen Emissionshandelssystems anhand des EU-ETS kritisch diskutiert.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Potenziale von Reformen und globalen Marktmechanismen für die Erreichung der Klimaschutzziele.
Schlüsselwörter
Weltklimarat, IPCC, CO2-Handel, EU-ETS, Emissionsrechte, Klimawandel, Weltumweltordnung, Kyoto-Protokoll, Cap and Trade, Pareto-Optimum, Coase-Theorem, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Treibhausgasemissionen, Reformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Effektivität von Reformen im Weltklimarat (IPCC) und die Anwendbarkeit eines globalen CO2-Handelssystems vor dem Hintergrund der internationalen Weltumweltordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die institutionelle Weiterentwicklung des IPCC, die Funktionsweise und Übertragbarkeit von Emissionshandelssystemen sowie die ökonomische Bewältigung externer Effekte der Umweltverschmutzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu evaluieren, ob diese Ansätze erfolgversprechende Maßnahmen sind, um die ambitionierten Klimaziele, wie sie etwa im Pariser Abkommen formuliert wurden, in der Praxis umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Zur Beantwortung der Fragestellung wurde die hermeneutische Forschungsmethode gewählt, um durch die Analyse von Fachliteratur Erkenntnisse, Handlungsempfehlungen und Entscheidungsmöglichkeiten aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Reformen des IPCC sowie die Untersuchung des EU-Emissionshandelssystems als Modell für einen globalen Markt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Weltklimarat (IPCC), das EU-ETS, Cap and Trade, das Pareto-Optimum sowie das Coase-Theorem.
Welche Rolle spielt das "Backloading" im EU-ETS?
Backloading bezeichnet ein aktives Eingreifen der EU in den Marktmechanismus, um durch eine künstliche Verknappung des Zertifikateangebots den Preisverfall der CO2-Emissionsrechte aufzuhalten.
Warum ist das Pareto-Optimum für diese Arbeit relevant?
Das Pareto-Optimum dient als theoretischer Maßstab, um zu bewerten, wie ein Marktgleichgewicht im Emissionshandel erreicht werden kann, ohne die Wohlfahrt der Akteure unangemessen zu beeinträchtigen.
- Quote paper
- Sascha Bohn (Author), 2016, Reformen im Weltklimarat und globaler Handel mit CO2- Verschmutzungsrechten. Erfolgversprechende Schritte vor dem Hintergrund der Weltumweltordnung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321396