Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Philosophie du XXe siècle

Die Rückkehr der Subjektivität. Wie sich der Perspektivwechsel vom Körper zum Leib auf das Leib-Seele-Problem auswirkt

Titre: Die Rückkehr der Subjektivität. Wie sich der Perspektivwechsel vom Körper zum Leib auf das Leib-Seele-Problem auswirkt

Dossier / Travail de Séminaire , 2016 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: M.A. phil. Susanne Müller (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die unbequemen Fragen der Philosophie sind tief in Intuitionen verwurzelt, die unser Selbstverständnis als Personen und Menschen betreffen. Wir erleben uns als seelisch-geistige Wesen mit Wünschen, Wahrnehmungen und Absichten. Planvolles Handeln, Erinnerungen, Tagträume oder Nachdenken gehören zu unserer alltäglichen Lebenswelt. Doch auch technische Errungenschaften aus der Naturwissenschaft, die dem modernen Menschen zu mehr Komfort und wirtschaftlichem Fortschritt verhelfen, den gehobenen Lebensstandard der westlichen Welt sichern, Atomkerne teilen oder Krankheiten verhindern, gehören zu dieser Lebenswelt.

Die Grundannahmen der Naturwissenschaften werden kaum in Zweifel gezogen. Ihnen zufolge ist die Welt physisch kausal geschlossen. Jedem Ereignis geht ein anderes physisches Ereignis kausal voraus. Ebenso verhält es sich mit Ereignissen im menschlichen Gehirn. Aber an keiner Stelle in dieser Ursache-Wirkungs-Kette trifft man auf mentale Phänomene wie Absichten, Wünsche oder Empfindungen. Je kleinteiliger man die Strukturen und Prozesse des Gehirns durchkämmt, je schärfer die Mikroskope werden, sie können keine semantische Information, kein Glücksgefühl oder Schmerz, keine Erinnerung, keine Phantasie und kein Wissen ausmachen.

Selbst unter den Neurowissenschaftlern herrscht keine Einigkeit bezüglich des Erklärungswertes ihrer Ergebnisse zu mentalen Phänomenen. Bislang konnte sich die Wissenschaftsgemeinde auf keine vorherrschende Theorie über das Zusammenwirken von Geist und Gehirn einigen. Zwar glaubt man nicht nur in der Naturwissenschaft, dass mentale Phänomene rein physischer Natur sind, doch es verbleiben hartnäckig Erklärungsschwierigkeiten bezüglich phänomenaler Qualitäten.

Angesichts dieser komplexen Kontroverse soll ein Perspektivwechsel versucht werden, der durch die Ausführungen von Thomas Fuchs angeregt wurde. Fuchs schlägt vor, als Ausgangsbetrachtung den Menschen nicht als physischen Körper mit zusätzlichen mentalen Eigenschaften zu betrachten, sondern ihn als lebensweltlichen Leib, in seiner Gesamtheit mit allen inneren Facetten zu denken. Zusätzlich zu diesem Leib, ist der denkende Mensch auch noch zu einer rein naturwissenschaftlichen Betrachtung dieses Leibes fähig – der 3. Person Perspektive. Die leitende Forschungsfrage dieses Textes lautet daher: Welche Konsequenzen auf die Debatte hat ein Wechsel der Ausgangsperspektive von der rein naturwissenschaftlich physischen Betrachtung hin zu einer holistischen Leibbetrachtung?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problem und Fragestellung

2 Kapitel 1 - Vom Leib zum Körper und zurück

2.1 Die unvereinbaren Prämissen

2.2 Die Fuchs´sche Idee vom Leib - der Doppelaspekt

3 Kapitel 2 – Die Wiedereingliederung der Seele

3.1 Leib und Naturwissenschaft

3.2 Konsequenzen der veränderten Ausgangsperspektive

4 Zusammenfassung und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Leib-Seele-Problem unter dem Einfluss der modernen Neurowissenschaften und hinterfragt die Dominanz naturalistischer Erklärungsmodelle, die den Menschen primär als physischen Körper begreifen. Das zentrale Ziel ist es, durch einen Perspektivwechsel hin zu einer phänomenologisch-ökologischen Konzeption des Leibes nach Thomas Fuchs, die Subjektivität als konstitutiven Teil des Menschen wieder in die Debatte einzubringen und eine komplementäre statt reduktionistische Betrachtungsweise zu etablieren.

  • Kritische Analyse des klassischen Leib-Seele-Problems und des Bieri-Trilemmas.
  • Untersuchung des Verhältnisses von subjektiver Innenperspektive und objektiver Körperperspektive.
  • Reflexion über die erkenntnistheoretischen Grenzen neurowissenschaftlicher Erklärungsansprüche.
  • Konzeption des Leibes als integrale Einheit, die physische und psychische Aspekte vereint.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Fuchs´sche Idee vom Leib - der Doppelaspekt

Es ist unstrittig, dass unser in der Welt-sein mit seiner subjektiven Innenperspektive an eine physische Realisation gebunden ist. Alle Spielarten der Interaktion und Beziehung zueinander wurden in der Problemlandschaft ausführlich diskutiert und sollen hier nicht erneut wiederholt werden. Auch Fuchs ist sich dieser untrennbaren Einheit gewahr, die, wie er bemerkt, bereits im Begriff „In-dividuum“ liegt. Doch er sieht und beschreibt den Menschen mit all seinen Aspekten, wozu er eine phänomenologische Basis schafft, die subjektives Empfinden, Erleben, Tun, Handeln beschreibt und zugleich auch eine rein biologische Sicht integriert, die nicht von der Innenperspektive separiert wird. Es gäbe, so Fuchs, einen Doppelaspekt von Leib und Körper:

„Die Subjektivität, die mit der Entstehung animalischer Organismen in der Welt auftaucht, bedeutet aber keine außerweltliche Innerlichkeit. Sie ist vielmehr stets verkörpert und auf die Umwelt bezogen, in ihr anwesend und wirksam. Subjektivität ist der integrale Aspekt von biologischen Prozessen eines Organismus, der eine erkennbare Selbstorganisation und eine Selbstbezüglichkeit ebenso aufweist wie eine Beziehung zur Umwelt.

Das Lebewesen zeigt sich somit in all seinen Lebensäußerugen als zugleich physisch und psychisch, „äußerlich“ und „innerlich“.“

„So wie Subjektivität notwendig verkörpert ist, so ist ein geeignet organisierter, lebendiger Körper notwendig auch subjektiv.“ (Fuchs, 2013, S. 120f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der mentalen Verursachung und die zunehmende Dominanz neurowissenschaftlicher Erklärungsansprüche in der Philosophie, die oft zur Reduktion des menschlichen Innenlebens führen.

Kapitel 1 - Vom Leib zum Körper und zurück: Dieses Kapitel analysiert das Bieri-Trilemma und kontrastiert es mit Thomas Fuchs' Konzept des Doppelaspekts von Leib und Körper, um die unvereinbaren Prämissen einer rein naturalistischen Sichtweise zu überwinden.

Kapitel 2 – Die Wiedereingliederung der Seele: Hier wird untersucht, wie die phänomenologische Perspektive die Rolle der Naturwissenschaften relativiert und als komplementären, nicht reduktionistischen Erklärungsraum für die ganzheitliche Person neu definiert.

Zusammenfassung und Schluss: Das Fazit resümiert, dass durch den Perspektivwechsel vom Körper zum lebensweltlichen Leib die Subjektivität wieder in ihrem vollen Umfang in die Leib-Seele-Debatte integriert werden kann.

Schlüsselwörter

Leib-Seele-Problem, Mentale Verursachung, Naturalismus, Phänomenologie, Thomas Fuchs, Doppelaspekt, Subjektivität, Personsein, Neurowissenschaft, Epistemologie, Leib, Körper, Bewusstsein, reduktionistischer Reduktionismus, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem klassischen Leib-Seele-Problem und der Frage, wie mentale Phänomene in einer Welt existieren können, die naturwissenschaftlich als physisch kausal geschlossen gilt.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Philosophie des Geistes, die Neurowissenschaft, die Phänomenologie des Leibes und die kritische Auseinandersetzung mit naturalistisch geprägten Erklärungsmodellen des Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, welche Konsequenzen ein Wechsel der Ausgangsperspektive – weg von der rein naturwissenschaftlich-physischen Betrachtung hin zu einer holistischen Leibbetrachtung nach Thomas Fuchs – für die philosophische Debatte hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, kombiniert mit einer phänomenologischen Untersuchung und einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftstheoretischen Annahmen der Neurowissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Bieri-Trilemma, entwickelt das Konzept des Doppelaspekts von Leib und Körper und diskutiert die Möglichkeiten, naturwissenschaftliche Erkenntnisse komplementär in eine lebensweltliche Beschreibung des Menschen einzubinden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Doppelaspekt, die Unterscheidung zwischen Körper und Leib, die 1.-Person- und 3.-Person-Perspektive sowie das Problem der mentalen Verursachung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Körper und Leib?

Der Körper wird als biologischer Gegenstand in naturalistischer Einstellung beschrieben, während der Leib das lebendige, subjektive Wesen in seiner Ganzheit bezeichnet, das sowohl psychische als auch physische Aspekte vereint.

Warum hält die Autorin die Interpretation der Libet-Experimente für problematisch?

Die Autorin argumentiert, dass die Schlussfolgerungen aus den Libet-Experimenten oft in einem unpassenden Beschreibungshorizont verallgemeinert werden und fälschlicherweise eine prinzipielle Abwesenheit von Willensfreiheit suggerieren, obwohl sie nur einen Ausschnitt physischer Korrelate beschreiben.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Rückkehr der Subjektivität. Wie sich der Perspektivwechsel vom Körper zum Leib auf das Leib-Seele-Problem auswirkt
Université
Munich School of Philosophy
Cours
Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine ökologisch-phänomenologische Konzeption konkreter Subjektivität.
Note
1,0
Auteur
M.A. phil. Susanne Müller (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
21
N° de catalogue
V321399
ISBN (ebook)
9783668206496
ISBN (Livre)
9783668206502
Langue
allemand
mots-clé
Mentale Verursachung Leib-Seele-Problem Kausalität Erklärungslücke Reduktionismus Naturalismus Bieri-Trilemma Semantischer Aufstieg 3.-Person-Perspektive 1.-Person-Perspektive naturwissenschaftlicher Erklärungsanspruch Manifest der Neurowissenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. phil. Susanne Müller (Auteur), 2016, Die Rückkehr der Subjektivität. Wie sich der Perspektivwechsel vom Körper zum Leib auf das Leib-Seele-Problem auswirkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321399
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint