Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser allgemeine Grundkenntnisse über die Umsatzsteuer (USt.) zu vermitteln, sowie den Entwicklungsprozess der deutschen Umsatzsteuer herauszustellen.
Zu diesem Zweck werden zunächst die allgemeinen Charakteristika und Varianten einer Umsatzbesteuerung dargestellt, auf denen anschließend Kapitel drei aufbaut. In diesem wird die deutsche USt. kurz skizziert und ihre historische Entwicklung dargelegt, beginnend im Kaiserreich bis hin zur Gegenwart. Dabei werden immer kurz die wesentlichen Kennzeichen, die zugrundeliegenden finanzpolitischen Zusammenhänge der betrachteten Zeit sowie Unterschiede, Veränderungen und Gemeinsamkeiten herausgestellt.
Um die Arbeit abzuschließen, wird im vierten Kapitel die aktuelle Einnahmenentwicklung der Steuern insgesamt sowie der Umsatzsteuer und der Lohnsteuer zum Vergleich nach Daten des Statistischen Bundesamts (Destasis) kurz präsentiert und zuletzt werden die Ergebnisse dieser Arbeit in einem persönlichen Fazit zusammengefasst.
Wie und warum ist die Umsatzsteuer (USt.) entstanden, wie hat sich diese entwickelt und welche Veränderungen wurden vorgenommen, so dass sie eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates geworden ist. Diese Fragen liefern mitunter die Motivation dazu, die Entwicklung der Umsatzsteuer von ihren theoretischen Grundlagen bis hin zur konkreten Entwicklungshistorie der deutschen Umsatzsteuer zu skizzieren und wesentliche Unterschiede der jeweiligen historischen Zeiten dar- und gegenüberzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Umsatzsteuer allgemein und in Deutschland
2.1 Bruttoumsatz- und Nettoumsatzsteuer
2.2 Einphasen-, Mehrphasen- und Allphasensteuer
2.3 Vorumsatzabzug und Vorsteuerabzug
3. Die Entwicklung der Umsatzsteuer vom Kaiserreich bis zur Gegenwart
3.1 Kaiserreich (1871-1918)
3.2 Weimarer Republik (1919-1933)
3.3 NS-Regime (1933-1945)
3.4 Nachkriegszeit und die BRD bis 1989 (1945-1989)
3.5 Die Bundesrepublik Deutschland ab 1990
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser grundlegende Kenntnisse über die Umsatzsteuer zu vermitteln und den historischen Entwicklungsprozess der deutschen Umsatzsteuer von ihren theoretischen Grundlagen bis in die Gegenwart detailliert nachzuzeichnen.
- Theoretische Grundlagen und Charakteristika der Umsatzbesteuerung
- Historische Entwicklung der Umsatzsteuer seit dem Kaiserreich
- Vergleich der verschiedenen Erhebungsformen und Systemwechsel
- Analyse der steuerpolitischen Einflussfaktoren auf das Aufkommen
- Darstellung der aktuellen Einnahmenentwicklung mittels statistischer Daten
Auszug aus dem Buch
3.1 Kaiserreich (1871-1918)
Bevor in Deutschland die Idee einer allgemeinen Verbrauchssteuer wieder aufgegriffen wurde, gab es die Quittungssteuer als zweiten Vorläufer der USt. in vielen anderen Ländern (Feld, 1927, S. 5). Sie war eine Steuer auf die Erstellung von Urkunden sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich und wurde 1623 von dem niederländischen Finanzbeamten Johannes van den Brouk erfunden (Haenel, 1915, S.5). Dieser stellte früh fest, dass die Quittungssteuer ein Mittel zur Einnahmegenerierung ist, wogegen die Bürger nicht protestieren würden. „[…] [D]at hij een middel hat uitgevonden, om aan geld te komen, dat voor de ingezetenen niet bezwaren was“ (vgl. ebd. S.5, zit. n. Haenel, 1915, S.5). Das Prinzip war simpel: man „[…] versah […] das Papier, auf das Urkunden geschrieben werden sollten, mit einem Stempel und erhob für dieses Stempelpapier eine mäßige Abgabe“ (vgl. ebd. S.5-6). Wie die Quittungssteuer finanzwissenschaftlich charakterisiert wird, hängt ganz vom Anwendungsbereich ab.
Der Stempel […] trägt, wo es sich um öffentliche Urkunden handelt, zum großen Teil Gebührencharakter, im anderen Falle den einer Verbrauchssteuer […]. Falls es sich aber um Urkunden privaten Charakters, die sich auf Geschäftsvorgänge und Vermögensverkehr beziehen, handelt, trägt er vorherrschend den Charakter einer Verkehrssteuer (vgl. ebd. S.9).
Somit ist die Einordnung der Quittungssteuer abhängig von ihrer Steuerquelle, also ob sie auf öffentliche oder auf private Urkunden erhoben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die hohe Bedeutung der Umsatzsteuer als staatliche Einnahmequelle heraus und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit von den theoretischen Grundlagen bis hin zur historischen Entwicklung.
2. Die Umsatzsteuer allgemein und in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die steuerlichen Begriffsdefinitionen, unterscheidet zwischen direkten und indirekten Steuern und führt die technischen Varianten wie Brutto- und Nettoumsatzsteuer sowie den Vorsteuerabzug ein.
3. Die Entwicklung der Umsatzsteuer vom Kaiserreich bis zur Gegenwart: Der Hauptteil beschreibt chronologisch die historischen Etappen der deutschen Umsatzsteuer, beginnend bei den Vorläufern im Kaiserreich bis hin zu den steuerrechtlichen Anpassungen in der Bundesrepublik.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht anhand einer grafischen Auswertung die Entwicklung der Steuereinnahmen, wobei die Umsatzsteuer als konstante und wichtige Einnahmequelle bestätigt wird.
Schlüsselwörter
Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Finanzgeschichte, Steueraufkommen, Nettoumsatzsteuer, Bruttoumsatzsteuer, Vorsteuerabzug, Steuerreform, Haushaltskonsolidierung, Bestimmungslandprinzip, Allphasensteuer, Fiskalpolitik, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und der systematischen Struktur der Umsatzsteuer in Deutschland von ihren Anfängen bis heute.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Besteuerung, dem Vergleich verschiedener Umsatzsteuersysteme und der finanzhistorischen Analyse der deutschen Steuerpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein fundiertes Verständnis über die Umsatzsteuer zu vermitteln und den Prozess aufzuzeigen, wie sie zur wichtigsten Einnahmequelle des Staates wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive finanzhistorische Methode, kombiniert mit einer Analyse von Gesetzestexten und der statistischen Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird die historische Genese der Umsatzsteuer durch verschiedene Epochen – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und das NS-Regime bis zur modernen Bundesrepublik – detailliert nachgezeichnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Finanzgeschichte, Steueraufkommen und der Systemwechsel von der Allphasen- zur Nettoumsatzsteuer.
Warum war der Wechsel zur Nettoumsatzsteuer 1967 so bedeutend?
Dieser Systemwechsel war entscheidend, um den Kumulativeffekt der vorherigen Bruttoumsatzbesteuerung zu beseitigen und die Wettbewerbsneutralität im deutschen Wirtschaftssystem deutlich zu erhöhen.
Welchen Einfluss hatte die Wiedervereinigung auf die Umsatzsteuer?
Nach 1990 stiegen die staatlichen Kosten massiv an, was zu wiederholten Erhöhungen des allgemeinen Steuersatzes führte, um das gestiegene Geldbedürfnis des Staates und der Gebietskörperschaften zu decken.
- Citar trabajo
- Matthias Rutkowski (Autor), 2015, Entstehung und Entwicklung der Umsatzsteuer in Deutschland. Ihre Kennzeichen und Veränderungen vom Kaiserreich bis zur Gegenwart, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321405