Vom Ursprung gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen und den Selbsttäuschungen der Anthropologen


Seminararbeit, 2000

12 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erkenntnisse der Paläoanthropologie
2.1. Die Australopithecinen
2.2. Homo rudolfensis und Homo habilis

3. Erkenntnisse der Biologie/verhaltensforschung
3.1. Beobachtungen an heutigen Schimpansenpopulationen
3.2. Die „physiologische Frühgeburt“

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung des gesellschaftlichen Zusammenlebens der ersten Menschen ist infolge des Fehlens jeglicher schriftlicher oder bildnerischer Zeugnisse schwierig zu beantworten. Die Sozialwissenschaftler, die sich der Frage annehmen, orientieren sich daher zunächst an den Erkenntnissen der entsprechenden Naturwissenschaften, Paläontologie und Biologie.

Insbesondere die moderne Paläoanthropologie hat auf der Grundlage der Evolutionstheorie gesicherte Erkenntnisse über die Entstehung des Menschen und der Entwicklung seiner anatomischen und funktionalen Merkmale geliefert. Diese bilden in Kombination mit Erkenntnissen über die geologischen und klimatischen Bedingungen der Frühzeit sowie Ergebnissen der modernen Verhaltensforschung eine gute Grundlage für eine Untersuchung der gesellschaftlichen Anfänge.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse der frühen Menschen dienten naturgemäß der Bewältigung dreier Lebensnotwendigkeiten: „die Gewinnung des Lebensunterhalts, [...] die Sorge für die Nachkommenschaft und [...] die Erhaltung des Lebensraumes.“ . „[...] alle drei Lebenserfordernisse bilden wesentliche Dimensionen gesellschaftlicher Reproduktion in allen menschlichen Gesellschaften“ und werden „als subsistenzielle, familiale und politische Aktivitäten“[1] bezeichnet.

Mittels dieser Kriterien versuchen Lambrecht, Tjaden und Tjaden-Steinhauer, das Entstehen frühmenschlicher Gesellschaft zu erklären. Entgegen früherer Behauptungen in Verbindung mit der Subsistenzstrategie, der Urmensch habe bevorzugt Jagd auf Tiere gemacht, bestehen heute kaum mehr Zweifel, daß „die pflanzliche Nahrung einen sehr großen [...] Anteil der frühmenschlichen Ernährung ausmachte und daß die tierische Nahrung zu großen Teilen aus Aas bestand“. Daraus folgern Lambrecht, Tjaden und Tjaden-Steinhauer, daß u.a. eine hierarchische Ordnung der Jagdgruppen vorhanden war sowie „Heimstätten, in denen die frühen Menschen auf der Grundlage geschlechtlicher Arbeitsteilung die Nahrung geteilt und gesellschaftliches Leben entfaltet haben sollen.“[2] Lambrecht, Tjaden und Tjaden Steinhauer schreiben, daß „paläontologische Befunde [...] eindeutig darauf hin [weisen], daß die hominiden und speziell die humanen Lebewesen von Anfang an gesellig gelebt haben. (Lethmate 1994, 22; Schrenk 1997, 45)“ Daraus folgern sie, daß es „menschliche Gesellschaften gibt [...], seit es Menschen gibt.“[3]

2. Erkenntnisse der Paläoanthropologie

Mit Hilfe von Funden fossiler Knochen von Menschen und Tieren, sowie Werkzeugen, versuchen Paläoanthropologen, die Entstehung des Menschen zu rekonstruieren, was nur bezüglich bestimmter materieller Merkmale gelingt:

Es fehlen alle organischen Bestandteile, also beispielsweise Nervenzellen, Muskeln, Blutgefäße, Organe. Es gibt keine Hinweise auf physiologische Vorgänge. Auch soziale Verhaltensweisen und Traditionen sind ebensowenig fossilisationsfähig wie Emotionen, etwa Schmerz und Freude, ästhetisches Empfinden oder das Lachen eines Kindes. Auch die Sprache fossiliert nicht, höchstens anatomische Merkmale der Sprechfähigkeit. Schon allein unter diesen Gesichtspunkten ist der paläontologische Erkenntnishorizont begrenzt und die Evolution des Menschen von der Paläoanthropologie nur unvollständig nachzuzeichnen.[4]

Die hominiden Völker, unsere Vorfahren, spalteten sich vor ungefähr sechs Millionen Jahren aufgrund von klimatischen Veränderungen und der daraus resultierenden Vermehrung differierender Lebensräume auf. Klimawechsel und die Auswirkungen der Bildung des Afrikanischen Rifts verursachten eine Verschiebung der tropischen Waldgebiete und das Aufkommen von Savannen, Busch- und Grasland. Das hierbei entstandene Angebot an unterschiedlichen Lebensräumen mit verschiedener Vegetation und vielseitigem Nahrungsangebot und sich daraus ergebenden neuen Lebensbedingungen führte zur Seperation der Protohominiden von den Protoschimpansen.

[...]


[1] Lambrecht, Tjaden, Tjaden-Steinhauer 1998, S. 56

[2] Lambrecht, Tjaden, Tjaden-Steinhauer 1998, S. 57/58

[3] Lambrecht, Tjaden, Tjaden-Steinhauer 1998, S. 54

[4] Schrenk 1997, S. 8

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Vom Ursprung gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen und den Selbsttäuschungen der Anthropologen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V32147
ISBN (eBook)
9783638329378
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursprung, Zusammenlebens, Menschen, Selbsttäuschungen, Anthropologen
Arbeit zitieren
Sabine Heil (Autor), 2000, Vom Ursprung gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen und den Selbsttäuschungen der Anthropologen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32147

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Vom Ursprung gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen und den Selbsttäuschungen der Anthropologen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden