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Ist die "Diamesik" eine eigenständige Varietät? Zum Begriff der Nähe- und Distanzsprache nach Peter Koch und Wulf Oesterreicher

Title: Ist die "Diamesik" eine eigenständige Varietät? Zum Begriff der Nähe- und Distanzsprache nach Peter Koch und Wulf Oesterreicher

Term Paper , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephanie Franz (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Hausarbeit wird eine in der linguistischen Forschung umstrittene Varietät thematisiert, die von Koch/ Oesterreicher eingeführte Diamesik, welche die Kommunikationssituation als Nähe- und/oder Distanzsprache beschreibt.

Zunächst sollen anhand von Definitionen die Begriffe „Varietätenlinguistik“, „Diamesik“ und „Nähe- und Distanzsprache“ erklärt werden, um einen Ausgangspunkt für die weiteren Kapitel zu geben. Hierfür werden zwei Definitionen gegenüber gestellt: Zum einen die des Sprachwissenschaftlers Eugenio Coseriu und zum anderen die der „Schöpfer“ des Begriffs „Diamesik“, nämlich Peter Koch und Wulf Oesterreicher.

Da viele Linguisten in Nähe- und Distanzsprache keine Varietät sehen, sollen diese Begriffe im dritten Kapitel mit den Begriffen „langue écrite“ und „langue parlé“ zusammengeführt werden, um zu zeigen, wie sie sich ergänzen. Im Folgenden sollen dann drei theoretische Konstrukte zur Nähe- und Distanzsprache vorgestellt, erläutert und anhand von Beispielen verdeutlicht werden.

Als erstes wird das Konstrukt „Konzeption und Medium“ vorgestellt, das die Medien graphisch und phonisch als Extrempole trennt, das aber ein Kontinuum zwischen den Konzeptionen schriftlich und mündlich erlaubt. Daran anschließend werden anhand einer Gegenüberstellung von gesprochener und geschriebener Sprache und eines Schaubildes die zehn Kommunikationsbedingungen vorgestellt, mit denen eine Kommunikationssituation beschrieben werden kann und anhand derer sie anschließend als eher nähe- oder eher distanzsprachlich eingestuft wird. Danach werden als letztes Konstrukt die Versprachlichungsstrategien in Abhängigkeit der Kontexttypen vorgestellt und ebenfalls anhand von gesprochener und geschriebener Sprache erläutert.

Im nun folgenden Teil der Hausarbeit soll ein als Video aufgezeichneter Redebeitrag von Daniel Cohen- Bendit vor dem EU Parlament vom 05.05.2010 anhand der vorher vorgestellten Konstrukte analysiert werden. Dabei soll gezeigt werden, wie sich die Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien während dieses Vortrags darstellen und ggf. verändern. Zur Verdeutlichung wird soll das Video in Etappen unterteilt werden und diese kurz unter Berücksichtigung der Versprachlichungsstrategien zu beschreiben. Die Kommunikationsbedingungen dieses Beitrags sollen anhand eines Schaubildes dargestellt werden, dass sich an jenem in Kapitel fünf orientiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegenüberstellung von Definitionen nach Coseriu und nach Koch/ Oesterreicher

2.1 Varietätenlinguistik

2.2 Diamesik

2.3 Nähe- und Distanzsprache

3. Nähe- und Distanzsprache im Vergleich zu bzw. als „langue parlé“ und „langue écrite“

4. Medium und Konzeption

5. Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien

6. Videoanalyse

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Diamesik nach Koch und Oesterreicher, um die Kommunikationssituation als Nähe- oder Distanzsprache zu klassifizieren. Ziel ist es, theoretische Konstrukte wie „Medium und Konzeption“, „Kommunikationsbedingungen“ und „Versprachlichungsstrategien“ zu erläutern und diese anhand einer Videoanalyse eines Redebeitrags von Daniel Cohn-Bendit auf ihre praktische Anwendbarkeit hin zu prüfen.

  • Vergleich linguistischer Definitionen von Varietäten (Coseriu vs. Koch/Oesterreicher)
  • Abgrenzung und Zusammenführung von Nähe-/Distanzsprache und langue parlé/écrite
  • Analyse theoretischer Konstrukte zur Beschreibung von Kommunikationsformen
  • Einsatz von Kommunikationsbedingungen und Kontexttypen bei der Videoanalyse
  • Untersuchung von Stilmitteln und Registerwechseln in politischer Rede

Auszug aus dem Buch

Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien

Bevor es in diesem Kapitel um die jeweiligen Definitionen und Erklärungen von Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien geht, soll zunächst noch einmal kurz auf die Rahmenbedingungen der Kommunikation hingewiesen werden, die entsprechenden Parameter beeinflussen. Dadurch, dass in einem Diskurs (mindestens) zwei Individuen in Kontakt treten und in dieser Interaktion wechselseitig die Rollen von Sprecher und (Zu) Hörer einnehmen, entsteht eine Nachricht, die sich auf Gegenstände und Sachverhalte der außersprachlichen Wirklichkeit bezieht. Dabei wird die Produktion dieser Nachricht durch die Linearität sprachlicher Zeichen beeinflusst, die nach den jeweiligen Vorgaben der Einzelsprachen anzuordnen sind und durch die komplexe außersprachliche Wirklichkeit beeinflusst werden. Dazu befinden sich Sprecher und Zuhörer in möglicherweise verschiedenen räumlichen, zeitlichen und emotionalen Kontexten die in diesem Fall überwunden werden müssen. (Nach Koch/Oesterreicher, 2011: S.6) Die Kommunikationsbedingungen beeinflussen nach Koch (1986: S. 116) vor allem, ob eine Äußerung nun mündlich im code phonique oder schriftlich im code graphique realisiert wird. Von Koch / Oesterreicher werden sie als die „außersprachlichen Bedingungen […] die die Konzeption sprachlicher Kommunikationsakte steuern“ (ebd. 2011: S.10) definiert. Ihnen unterliegt primär die Sprechsprache (Vgl. Koch, 1986: S. 117). Daraus ergeben sich zehn Bedingungen bzw. Parameter, die in ihrer Erläuterung jeweils ein Beispiel für eine nähesprachliche Auslegung und ein Beispiel für eine distanzsprachliche Auslegung enthalten:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Diamesik ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen bei der Analyse des gewählten Videobeispiels.

2. Gegenüberstellung von Definitionen nach Coseriu und nach Koch/ Oesterreicher: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Ansätze zur Varietätenlinguistik und begründet die Einführung der Diamesik als eigenständige vierte Varietät durch Koch und Oesterreicher.

3. Nähe- und Distanzsprache im Vergleich zu bzw. als „langue parlé“ und „langue écrite“: Hier werden die Begriffe der Nähe- und Distanzsprache in den Kontext der klassischen Dichotomie von langue parlé und langue écrite gestellt und kritisch diskutiert.

4. Medium und Konzeption: Das Kapitel erläutert die Unterscheidung zwischen dem realisierenden Medium und der konzeptionellen Planung einer Äußerung als Kontinuum.

5. Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien: Es werden zehn Parameter eingeführt, die den Grad an Nähe oder Distanz einer Kommunikation bestimmen, sowie die Rolle kontextueller Unterstützung beleuchtet.

6. Videoanalyse: In diesem Kapitel wird ein konkreter Redebeitrag von Daniel Cohn-Bendit vor dem Europaparlament anhand der zuvor etablierten theoretischen Konstrukte analysiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der Diamesik für das Verständnis von Registerwechseln in der politischen Kommunikation.

Schlüsselwörter

Diamesik, Nähe- und Distanzsprache, Koch und Oesterreicher, Varietätenlinguistik, Kommunikationsbedingungen, Versprachlichungsstrategien, Konzeption, Medium, code parlé, code écrit, langue parlé, langue écrite, Videoanalyse, politischer Diskurs, Sprachregister.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Konzept der Diamesik, welches von Peter Koch und Wulf Oesterreicher eingeführt wurde, um Kommunikationssituationen zwischen den Polen Nähe und Distanz zu verorten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Definition von Sprachvarietäten, das Verhältnis von gesprochener und geschriebener Sprache sowie die Analyse von Kommunikationsbedingungen in Abhängigkeit vom Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Konstrukte der Nähe- und Distanzsprache auf ihre praktische Anwendbarkeit zu prüfen, insbesondere durch die Analyse eines konkreten Videobeispiels.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive linguistische Analyse verwendet, die auf der Gegenüberstellung von Definitionen und der Anwendung theoretischer Parameter (wie Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien) auf ein Korpus (Video) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Varietäten und Medienkonzeption sowie eine empirische Anwendung, in der ein Redebeitrag von Daniel Cohn-Bendit detailliert analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Diamesik, Nähe- und Distanzsprache, Kommunikationsbedingungen sowie der Begriff der markierten Kombination von Medium und Konzeption.

Wie verändert sich die Rede von Daniel Cohn-Bendit laut Analyse?

Die Rede beginnt als distanzsprachlich konzipierter Vortrag, entwickelt sich jedoch im Verlauf durch erhöhte emotionale Beteiligung und gestikulierendes Verhalten zu einem nähesprachlich geprägten Streitgespräch.

Warum wird das Video als „markierte Kombination“ bezeichnet?

Weil der Vortrag graphisch/distanzsprachlich konzipiert ist, aber phonisch/nähesprachlich vorgetragen wird, was eine Abweichung von der typischen Entsprechung darstellt.

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Details

Title
Ist die "Diamesik" eine eigenständige Varietät? Zum Begriff der Nähe- und Distanzsprache nach Peter Koch und Wulf Oesterreicher
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Romanisches Seminar)
Course
Varitätenlinguistik
Grade
1,3
Author
Stephanie Franz (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V321602
ISBN (eBook)
9783668210356
ISBN (Book)
9783668210363
Language
German
Tags
Diamesik Nähesprache Distanzsprache Peter Koch Wulf Oesterreicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Franz (Author), 2012, Ist die "Diamesik" eine eigenständige Varietät? Zum Begriff der Nähe- und Distanzsprache nach Peter Koch und Wulf Oesterreicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321602
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