Einsatzmöglichkeiten des Computers im Deutschunterricht. Zum Potential eines Symmediums als Lerngegenstand und Lernmedium


Hausarbeit, 2016
27 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Definitorische Näherung des Mediums Computer
1.1 Technischer Medienbegriff
1.2 Computer als Symmedium

2 Forschungsstand zum Einsatz von Computern im Unterricht

3 Potential des computergestützten Deutschunterrichts
3.1 Funktionen und Leitsätze für den computerunterstützenden Unterricht
3.2 Lerngegenstand: Medienkompetenz
3.2.1 Fachdidaktische und sachanalytische Grundlegung
3.2.2 Umsetzungsvorschlag für die Praxis
3.3 Lernmedium: Schreibprozess
3.3.1 Fachdidaktische und sachanalytische Grundlegung
3.3.2 Umsetzungsvorschlag für die Praxis

Schlussbetrachtung

A Bibliografie

B Abbildungsverzeichnis

C Anhang

Einleitung

Nach einigen Minuten bemerkte ich einen qualitativen Wandel in der Art und Weise, wie ich mit Sätzen arbeitete: Das Denken und der Proze ß des Schreibens begannen, einander zuüberschneiden. [...] Der Computer hatte mir nicht nur das Schreiben einfacher gemacht, sondern auch die Substanz dessen verändert, was ich schrieb, und ich vermute, da ß er in dieser Hinsicht auch einen ungeheuren Einfluss auf mein Denken hatte. (Johnson 1999, 163 f.)

Diese Feststellung des Sachbuchautors Steven Johnson soll in die grundlegende Thematik dieser Arbeit einführen. Er beschreibt, wie das Werkzeug, mit dem er seine Texte verfasst, das Schreiben vereinfacht, die Texte in ihrem strukturell-inhaltlichen Aufbau verändert und damit sogar die Denkprozesse des Schreibers beeinflusst. Dieses Werkzeug, welchem Johnson diese Eigenschaften zuschreibt, soll im Zentrum dieser Arbeit stehen.

Der Computer ist für einen Großteil der Schüler*innen ein alltägliches Medium, mit dem sie täglich spielen, surfen, chatten und arbeiten. Während diese Benutzung vorrangig im privaten Umfeld stattfindet, wird der Computer in der Schule bloß sehr zurückhaltend als produktives Werkzeug verwendet. Diese sehr skeptische Betrachtung der technischen Mög- lichkeiten seitens der Lehrer*innen führt zu einem „diametrale[n] Widerspruch zu den Me- diengewohnheiten der Schüler(innen)“ (Frederking, Krommer und Maiwald 2012, 229). In zahlreichen Statistiken wird diese Aversivität deutscher Schulen in der Nutzung aktueller Technik seit einigen Jahren häufig angemerkt. So kommen laut aktueller Studienergebnisse in Deutschland auf 11,5 Schüler*innen nur ein Computer (vgl. Bos u. a. 2014, 161). Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich bloß im Mittelfeld.1 Noch dramatischer ist die Häu- figkeit der Computernutzung durch Lehrpersonen im Unterricht im internationalen Vergleich. Deutschland belegt hier den letzten Platz, da in keinem anderen der teilnehmenden Länder der Computer so selten wie in Deutschland verwendet wird (vgl. ebd., 204). Hierin wird die enorme Lücke zwischen der privaten und schulischen Nutzung von Computern deutlich.

Betrachtet man die didaktischen Möglichkeiten des Computers für den Unterricht, wirkt die Skepsis der Schulen vor dem - eigentlich nicht mehr - Neuen Medium unbegründet. Der Computer vereint als Symmedium mit Text, Bild, Ton und Film sämtliche mediale Optionen und birgt so als Lern medium ein enormes Potential, um Schreib- und Lernprozesse der Schü- ler*innen zu fördern (vgl. Frederking, Krommer und Maiwald 2012, 205 ff.). Außerdem kann der Computer im Unterricht als Lern gegenstand thematisiert werden, um so, gerade im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung des Web 2.0, im Sinne der Medienkompetenz medien- bezogene Kritikfähigkeit sowie Medialitätsbewusstsein der Schüler*innen zu entwickeln.

In Norwegen liegt mit 2,4:1 ein deutlich besserer Ausstattungskennwert im Schüler-Computer-Verhältnis vor (vgl. Bos u. a. 2014, 161).

Die Motivation zu diesem Thema entstand aus einer Revision der eigenen Schulzeit. Die Institution Schule schien nie imstande zu sein, mit der gesellschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten. Da die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung maßgeblich durch die digitale Revolu- tion bestimmt und beeinflusst wird, muss es die Aufgabe der Schule sein, einen lernwirksamen Umgang mit den Medien dieser Revolution für die sich in dieser Entwicklung befindenden Schüler*innen zu gewährleisten. An diese motivationalen Überlegungen anknüpfend, zielt diese vorliegende Arbeit darauf, die lernwirksamen Einsatzmöglichkeiten des Computers in den Sekundarstufen zu konkretisieren, um so auch der oben in den internationalen Studien konstatierten Benachteiligung des Computers entgegenzuwirken. Dabei möchte ich der Fra- ge nachgehen, welches fachdidaktische Potential dem Computer als unterrichtliches Medium sowohl als Lern medium für den Schreibprozess sowie als Lern gegenstand zur Ausbildung der Medienkompetenz innewohnt.

Nach einer einführenden definitorischen Einordnung des Computers als symmediales und technisches Medium soll zunächst der empirische Forschungsstand zum Einsatz von Compu- tern im Unterricht dargestellt werden. Anschließend soll es darum gehen, das fachdidaktische Potential des Computers im Deutschunterricht näher zu beleuchten. Dazu werden zunächst allgemein grundlegende didaktisch-methodische Fokussierungen des Computers im Deutsch- unterricht dargestellt und die von Kepser (1999, 364) formulierten zehn Leitsätze für den Umgang mit dem Computer als Massenmedium im Deutschunterricht benannt und kritisch hinterfragt. Im Anschluss werden dann zwei Ansätze des computergestützten Deutschunter- richts angeführt. Der Computer ist „Lernmedium und Lerngegenstand zugleich“ (Brand 2015, 174). Zum Lerngegenstand wird der Computer, wenn es darum geht, den Umgang mit ihm im Sinne der zu erwerbenden Medienkompetenz zu lernen. Ein Lernmedium ist er dann, wenn er den Lernprozess unterstützt und Gegenstände vermittelt. Dabei soll diese Arbeit die förderliche Nutzung des Computers innerhalb des Schreibprozesses aufzeigen. Beide Aspek- te werden zunächst fachdidaktisch und sachanalytisch analysiert, bevor im Anschluss ein möglicher praktischer Vorschlag für die Umsetzung im Deutschunterricht skizziert wird.

1 Definitorische Näherung des Mediums Computer

1.1 Technischer Medienbegriff

Um sich dem Begriff des Computers als Medium zu nähern, soll zu Beginn ein allgemeiner Medienbegriff als Arbeitsdefinition für die folgenden Betrachtungen aufgeführt werden. Aufgrund der zahlreichen Versuche, sich dem Begriff des Mediums zu nähern, wird eine allumfassende Definition dieses Begriffs verunmöglicht. Stattdessen nähern wir uns den Medien definitorisch von einer technischen Seite, die dem in dieser Arbeit im Zentrum stehenden Computer dienlich ist. Hiebel u. a. verstehen ein Medium als: „materiell-mechanische oder energetische (elektrische, elektromagnetische, elektronische, opto-elektronische) Träger und Übermittler von Daten bzw. Informationseinheiten und mechanische sowie elektronische Mittel der Datenverarbeitung.“ (Hiebel u. a. 1998, 12) Diese doch sehr naturwissenschaftlich daherkommende Definition legt einen sehr weitreichen- den und differenzierten Medienbegriff dar. In ihm sind sechs Aspekte von Medien inbegriffen: Aufnahme, Speicherung, Übertragung, Vervielfachung respektive Reproduktion, Wiedergabe und Bearbeitung. Diese nähere Betrachtung der Definition ist wichtig, um zu erkennen, dass in ihr nicht nur die in der Gesellschaft als klassisch technischen Medien wie das Internet oder der Computer inbegriffen sind, sondern auch materiell-mechanische Medien wie die Zeitung.

Nun ist es zudem fruchtbar, Medien in Abhängigkeit des hier zugrundeliegenden Medien- begriffs zu klassifizieren (vgl. Barsch 2006, 16). Eine an die technische Seite der Medien orientierte Kategorisierung findet sich bei Beth und Pross, die Medien in primäre, sekun- däre und tertiäre Medien unterteilen (vgl. Frederking, Krommer und Maiwald 2012, 16 ff.). Primäre Medien benötigen zwischen dem Sender und dem Empfänger neben ihren Sinnen keine Geräte zur Übertragung. Mimik und Gestik oder das Theater zählen nach die- sem Kriterium zu den primären Medien. Die Zeitung oder ein Bild gehören zu den sekundären Medien, bei denen zur Produktion, hingegen nicht zur Rezeption ein Gerät erforderlich ist. Bei tertiären Medien wie dem Telefon oder dem Fernsehen sind Geräte sowohl beim Produzenten als auch beim Rezipienten obligatorisch. Faulstich konstatiert, dass sich Computer sowie andere neue Medien wie das Internet, E-Mails oder Chats dieser Klassifikation in gewisser Weise entziehen, da ihnen zusätzlich der „Technikeinsatz auch bei der digitalen Distributi- on“ und die „Auflösung der traditionellen Sender-Empfänger-Beziehung“ (Faulstich 2004, 13) innewohnen. Die oben genannten Medien und der in dieser Arbeit fokussierte Computer werden mit dieser neuen Charakterisierung zu den quartären Medien gezählt.

1.2 Computer als Symmedium

An dieser Stelle wollen wir uns nun dem in dieser Arbeit im Zentrum stehenden Computer widmen, den Frederking als Symmedium bezeichnet. Wie das Internet ist der Computer „ein Integrationsmedium par exellence, das alle medialen Optionen - Text, Bild, Ton, Film etc. - in sich vereint“ (Frederking 2005, 189). Damit entzieht sich diese Definition dem in der Sekundärliteratur häufig zu findenden, aber durch die massenmediale Verwendung unspezifischen Begriff von Multimedia, der vor allem um die Jahrtausendwende im wissen- schaftlichen Betrieb verwendet wurde (vgl. Kerres 2001; vgl. G. Thomé und D. Thomé 2000; vgl. Meyer 1999). Anders als dieser Begriff versinnbildlicht Symmedium präziser die Eigenschaft der Vereinigung verschiedener medialer Kategorien. Nun ist die Bezeichnung des Symmediums nicht dem Computer und dem Internet vorbehalten. Diese bilden lediglich die „bislang weitreichendste technische Ausformung“ (Frederking, Krommer und Maiwald 2012, 206). Auch der Tonfilm, welcher bewegtes Bild mit auditiven Elementen verbindet, oder ein Bilderbuch, das visuell und schriftlich daherkommt, bilden vortechnische symme- diale Formen. Vor diesem definitorischen Hintergrund soll nun im Folgenden der empirische Forschungsstand zum Einsatz von Computern im Unterricht betrachtet werden.

2 Forschungsstand zum Einsatz von Computern im Unterricht

Die folgenden Ausführungen stellen zunächst allgemein und nicht ausschließlich auf den Deutschunterricht bezogene empirische Forschungsergebnisse zur Nutzung von Computern im Unterricht dar. Zahlreiche Forschungsergebnisse offenbaren den fruchtbaren Wert beim Einsatz neuer Medien und dem Computer im Besonderen. Zunächst wird in der Forschung die Stärkung der Eigenaktivität der Schüler*innen konstatiert (vgl. Herzig und Grafe 2011, 75 ff.), die unter anderem auf die mangelnden Möglichkeiten der Schüler*innen zurückzuführen ist, sich im Unterrichtsgeschehen verstecken zu können. Von den Schüler*innen wird eine individuelle Leistung eingefordert.

Entgegen den Erwartungen, die Arbeit mit dem Computer sorge für einen Rückgang ko- operativer Lernsituationen stellt die Forschung fest, dass gerade Computerarbeit Kollabora- tionen fördert und unterstützt (vgl. Herzig und Grafe 2011, 70 f.; vgl. Schaumburg 2007, 4). Gleichzeitig sorgt das Lernen mit lernwirksamer Software für personalisiertes Lernen, da die Programme in ihrem Aufbau und ihrer künstlichen Intelligenz binnendifferenzierter in- dividuelle Förderung ermöglichen (vgl. Schaumburg 2007, 5). Dadurch werden nicht nur leistungsstarke Schüler*innen entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert, sondern - und das wird in der Forschung im Besonderen betont - auch leistungsschwache Schüler*innen profi- tieren bei der Arbeit mit Computern (vgl. ebd., 6).

Eine Sonderstellung nimmt der motivationale Aspekt bei der Computernutzung ein, der in der Forschung eine besonders häufige Erwähnung findet. Studien, die den Wirkungsgrad digitaler Medien im Schulunterricht untersuchen, konnten wiederholt nachweisen, dass com- putergestützter Unterricht einen positiven Einfluss auf die Motivation der Lernenden hat (vgl. Schaumburg und Issing 2002). Pala-Güngör führt gar konkrete motivationale Aspekte an, die die Computernutzung im Fachunterricht fördert (vgl. Pala-Güngör 2004, 135). Ne- ben dem Einbau von spielerischen Elementen und dem sofortigen und präzisen Feedback zum aktuellen Lernerfolg spielen die abwechslungsreicheren medialen Darstellungsmöglichkeiten eine große Rolle bei der Motivation der Schüler*innen. Allerdings zeigt sich bei längerfristig angelegten Untersuchungen, dass die durch digitale Medien erzielte höhere Motivation der Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Forschungen wieder rückläufig wird (vgl. Schaum- burg 2006, 37).

3 Potential des computergestützten Deutschunterrichts

3.1 Funktionen und Leitsätze für den computerunterstützenden Unterricht

Bevor sich diese Arbeit mit praxisnahen Einsatzmöglichkeiten des Computers im Deutsch- unterricht beschäftigt, sollen zunächst grundlegende Funktionen und Leitsätze für den Ein- satz von Computern im Deutschunterricht benannt werden. Nach Frederking, Krommer und Maiwald lassen sich sechs Funktionen respektive „[d]idaktisch-methodische Fokussie- rung[en]“ (Frederking, Krommer und Maiwald 2012, 250) des Computers und des In- ternets für den Deutschunterricht ausmachen. Im Sinne der thematischen Übersichtlichkeit wird im Folgenden das Internet als Symmedium nicht explizit benannt, auch wenn es implizit dazugehört. Zunächst wird der Computer zu einem Lernmedium, wenn er hilft, Lerninhalte und -gegenstände zu vermitteln. Der Einsatz von Lern- und Übungsprogrammen bietet sich sowohl im Sprach- als auch im Literaturunterricht an, wobei letzteres bis heute geringere Be- achtung gefunden hat. Der Computer kann außerdem als Schreibmedium verwendet werden, wenn es um die Textproduktion geht. Dabei kann diese Produktion nicht nur offline, sondern auch online stattfinden. Das Schreiben im Offline-Modus wird in Abschnitt 3.3 konkretisiert. Als Informationsmedium hat der Computer mittlerweile das Buch als klassisches Recherche- medium abgelöst. Ursächlich für diese Entwicklung sind unter anderem die Geschwindigkeit, die Größe der Datenbank und die Aktualität der Ergebnisse. Kommt der Computer als Kom- munikationsmedium im Deutschunterricht zum Einsatz, werden online stattfindende fern- mündliche Kommunikationsformen betrachtet und analysiert. Dabei geht es um asynchrone wie synchrone und schriftliche wie mündliche Kommunikationsformen. Als Kooperationsmedi- um ist der Computer außerdem in der Lage, „zeitunabhängige Arbeitsprozesse oder virtuelle Kooperationen“ zu ermöglichen (ebd., 255). Wird der Computer als Synästhetisches Hand- lungsmedium verwendet, treten seine symmedialen Eigenschaften in den Vordergrund. Gerade im Literaturunterricht können dabei die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, Literatur mit Ton, Bild oder Film zu verbinden oder innerhalb dieser Formen zu transformieren.

In seinem sehr früh publizierten Grundlagenwerk zum computergestützten Unterricht führt Kepser (vgl. 1999, 364) zehn Leitsätze für den Umgang mit dem Computer als Massenmedi- um im Deutschunterricht an. Diese werden im Folgenden kurz benannt und kritisch betrach- tet. Trotz ihres Alters wohnen diesen Leitsätzen immer noch grundlegende Verhaltensregeln inne, die zum Teil einer kritischen Revision unterzogen werden müssen. Zunächst bildet der Computer eine gute Gelegenheit, partnerschaftlichen respektive kooperativen Unterricht zu verwirklichen, wenn Schüler*innen zu zweit an einem Computer ihren Arbeitprozess lern- wirksam regulieren müssen. Außerdem gilt, dass weder allzu konservative Strategien noch kritiklose Techniknutzung sinnvolle Reaktionen auf den medialen Wandel sind. Des Weiteren ist es wichtig, dass der Deutschunterricht durch die Bereitstellung der technischen Geräte der Chancenungleichheit entgegenzuwirken hat. Vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Schü- ler*innen mittlerweile Zuhause einen Computer- und Internetzugang haben, verschwimmt dieser schulische Auftrag, einer Chancenungleichheit entgegenzuwirken, ein wenig.

Weiter heißt es bei Kepser, dass Computer, da sie zur medialen Erfahrungswelt der Schüler*innen gehören, in allen Schulformen und -stufen thematisiert werden sollten. Auch soll der Computer in einen inhaltlichen, formalen, ästhetischen, funktionalen, historischen und ökonomischen Vergleich mit anderen Massenmedien gebracht werden. Dabei muss es ei- ne Ausnahme bleiben, dass der Computer als alleiniges Massenmedium im Mittelpunkt des Unterrichts steht. Durch die enorme Geschwindigkeit in der Ausbreitung, die der Computer seither durchlebt hat, ist eine alleinige Thematisierung dieses einen Massenmediums heut- zutage nicht als Missachtung eines Leitsatzes für den Unterricht zu verstehen. Es ist nach Kepser auch wichtig, dass die Schüler*innen als Teil ihrer Medienkompetenz die technischen Fertigkeiten im Umgang mit Computern erlernen. Auch dieser Aspekt verliert vor dem oben genannten Hintergrund der Allpräsenz des Computers seine Bedeutung, da die Schüler*innen diese technischen Fertigkeiten in den meisten Fällen nicht erst in der Schule erlernen, sondern in den meisten Fällen dort bloß anwenden.

Der Deutschunterricht soll außerdem in seiner Leitfunktion im Rahmen der Mediener- ziehung fächerübergreifender Zusammenarbeit gerecht werden. Kepser rät zudem davon ab, einer unterrichtlichen Trennung zwischen dem Computer als Unterrichtsmedium, als Ge- genstand der Analyse und als Werkzeug nachzugehen. Auch diesem Leitsatz kann man vor dem Hintergrund der Entwicklung des Web 2.0 und der damit einhergehenden Auslösung des Produzenten-Rezipienten-Verhältnisses Kritik entgegensetzen. Die Gefahren, denen die Schüler*innen in den sozialen Netzwerke im Internet ausgeliefert sind, können als separate Unterrichtsreihe thematisiert werden. Einem solchen Ansatz wird in Abschnitt 3.2.2 nachge- gangen. Ein integrativer Ansatz, bei dem diese Aspekte mit einer Nutzung des Computers als Lernmedium einhergehen, ist jedoch in den meisten Fällen vorzuziehen. Als neunten Ansatz formuliert Kepser, der Computer eigne sich durch seine Eigenschaften in besonderer Weise für den handlungs- und produktionsorientierten Unterricht. Abschließend sollte der compu- tergestützte Deutschunterricht darauf abzielen, sprachliche, kommunikative, ästhetische und soziale Kompetenzen mit einer Selektions- und Beurteilungskompetenz auszubilden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Einsatzmöglichkeiten des Computers im Deutschunterricht. Zum Potential eines Symmediums als Lerngegenstand und Lernmedium
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
27
Katalognummer
V321622
ISBN (eBook)
9783668210011
ISBN (Buch)
9783668210028
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatzmöglichkeiten, computers, deutschunterricht, potential, symmediums, lerngegenstand, lernmedium
Arbeit zitieren
Lukas Baumanns (Autor), 2016, Einsatzmöglichkeiten des Computers im Deutschunterricht. Zum Potential eines Symmediums als Lerngegenstand und Lernmedium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321622

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